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On a hot summer night, would you offer your throat to the wolf with the red roses? - Druckversion

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On a hot summer night, would you offer your throat to the wolf with the red roses? - Rajani Parikh - 30-01-2026

On a hot summer night,
would you offer your throat to the wolf with the red roses?

Unbeirrbar brannte die Sonne vom Himmel, während die durstigen Pferde zum Stillstand kamen und sich knarzend die Tür der Kutsche öffnete. Heraus kam Dinesh Parikh und sein vermutlich schönster Diamant: seine Tochter Rajani. Gehüllt in einen tief lilafarbenen Schleier und vielem Goldschmuck, der bei jedem ihrer Schritte klimperte, stieg sie elegant wie eine Katze aus der Kutsche heraus, die für die Tage ihre Obhut gewesen war. Es war ein geräumiges Holzmodell, das mit verzierten Buntglasscheiben und den schönsten Ornamenten ausgestattet war - doch es blieb trotzdem eine Kutsche. Die junge Brünette war heilfroh nun endlich das Ziel erreicht zu haben und freute sich über einen einwöchigen Aufenthalt in Yalewdal. Es war das erste Mal, dass sie diesen Ort hier besuchte und auch, wenn es hier genauso heiß und trocken wie in Dharan al-Bhar war, gab es sicher ein paar kulturelle oder sozioökonomische Unterschiede. Wenngleich Rajani keinen so besonders hellen Geist besaß, um feine Nuancen unterscheiden zu können. Die Gesellschafterin war eher einfach gestrickt und verstand sich mehr auf die zwischenmenschliche Interaktion, statt auf fachlich fundierte Diskussionen. Dafür musste man sich eher mit Naila, ihrer Prinzessin, unterhalten. Doch auch, wenn sie es zwar kurz in Erwägung gezogen hatte, war sie in der Hauptstadt verblieben. Ehrlicherweise wusste Rajani gar nicht so ganz genau, was sie tagtäglich für Aufgaben zu bewältigen hatte, aber sie war sich sicher, dass sie von größter Relevanz waren. Denn wieso sonst sollte man eine Reise mit seiner besten Freundin ausschlagen? Doch nicht etwa nur, weil man eine Prinzessin war? Oder?

Mit einem kurzen Kopfschütteln konzentrierte sie sich wieder auf ihre Ankunft im Palast und begrüßte alle Anwesenden mit einem eleganten Knicks. Ihr Vater richtete das Wort an das andere Familienoberhaupt und die Parikh blieb neben ihm stehen, ein wundervoll anzusehendes Deko-Objekt an seinem Arm. Zwar war sie seine Tochter und nicht seine Frau, doch immerhin noch unverheiratet und bildhübsch. Dass sie nicht so viel im Kopf hatte, wie andere in ihrer Familie und im Palast, machte dabei keinen Unterschied. Frauen waren nicht zum Reden geboren, sondern zum Ansehen. Und darin war Rajani eine Augenweide. Die junge Frau hatte wallendes dunkelbraunes Haar, dass ihr in großen Wellen über die Schultern fiel und so einen Großteil der sonst vermutlich nackten Haut verdeckte. Außerdem mandelförmige braune Augen, die von dunklen Wimpern umrahmt und von dem Khol auf ihrer Wasserlinie noch mehr zur Geltung gebracht wurden.

Nachdem sie nur wenig Zeit später ihre Gemächer bezogen hatten, traf eine Einladung zum Abendessen bei ihr ein. Ein letzte Blick in den Spiegel, ein letztes Mal das Tupfen einer würzigen Ölmischung auf ihr Handgelenk, um besonders exotisch zu duften und sie hatte ihre Gemächer wieder verlassen und ging gemeinsam mit ihrem Vater in den großen Speisesaal. Man hatte der jungen Gesellschafterin versprochen, dass sich der Sohn der Familie heute um sie kümmern und ihr den Palast und seinen Außenbereich zeigen würde. Naila hätte jetzt ganz sicher den Namen und seine Geschichte parat gehabt, Rajani hingegen hing in ihren eigenen Tagträumen fest und überlegte, ob besagter Sohn wohl hübsch anzusehen war.
Gemeinsam mit ihrem Vater betrat sie also den Speisesaal, wo Rajid Al-Mazhir und sein Sohn sie schon erwarteten.



RE: On a hot summer night, would you offer your throat to the wolf with the red roses? - Samir Al-Mazhir - 04-02-2026

Es war kurz vor der vierten Stunde des Nachmittags, als Samir beinahe lautlosen Schrittes den Weg aus seinen Gemächern gen Speisesaal suchte. Er hatte sich um die Mittagszeit ein wenig zur Ruhe gebettet, da der Tag sich - wieder einmal - als unangenehm drückend herausgestellt und ihn das Gewusel ob der baldigen Ankunft ihrer Gäste ermüdet hatte. Immer noch schien die Luft wie ein schwerer Umhang auf seinen Schultern zu liegen und kurz hob der junge Mann das Gesicht etwas gen Himmel, um leicht zu schnuppern. Ja, wenn ihn nicht alles täuschte würde es später vielleicht ein Gewitter geben. Zwar zeigten sich wettertechnisch noch keine Anzeichen, nur eine laue Brise ließ die leichten Vorhänge wie in einem unscheinbaren Tanz wiegen, doch er hatte schon lange gelernt die Zeichen zu lesen. Dieses Mal waren sie noch vage, aber es würde sich schon noch herausstellen, ob er mit seiner Vermutung richtig lag. Tat er dies, so würde er seine Pläne hinsichtlich der Unternehmungen mit der Tochter ihres Gastes wohl ändern müssen. Obwohl. Vielleicht konnte sie sich ja für Spaziergänge im Regen erwärmen? Samir konnte sich allerdings nicht vorstellen, dass die schwüle Atmosphäre, sie seit Tagen über Yalewdal lag, sich in einem leicht angenehmen Nieselregen auflösen würde. Dafür hatte es schon zu lange nicht mehr geregnet. Ja, es war sogar möglich, dass die Erde fürs erste die Massen an Wasser gar nicht aufnehmen konnten. Es wäre nicht das erste Mal, dass kleine Sturzbäche sich einen Weg durch die Gassen der Stadt suchten, die zum Glück von einem nicht allzu veralteten Kanalisationssystem profitierte.

Die privaten Gemächer hinter sich lassend blieb der junge Al-Mazhir vor einem der großen Silberspiegel im Gang stehen, um sich noch einmal kritisch darin zu betrachten. Man mochte ihn nicht mit großen, politischen Geschicken betrauen, aber hinsichtlich des gesellschaftlichen Ansehens der Familie war es an ihm, zu glänzen. So auch jetzt gegenüber der Familie Parikh und dazu gehörte nun einmal ein tadelloses Auftreten. Eine Notwendigkeit, die Samir nicht sonderlich schwer fiel, schließlich wohnte ihm doch eine gewisse Eitelkeit inne, die er beim besten Willen nicht hätte leugnen können. Aus diesem Grund war auch jedes seiner Kleidungsstücke perfekt abgestimmt, ein luftiger aber doch eleganter Sirwal saß wie angegossen auf seiner Hüfte, während das farblich dazu abgestimmte Hemd an der Brust leicht geöffnet war und den Blick auf eine sorgsam ausgewählte Kette freigab. Aufdringliche Farben trug Samir nicht, nein, vielmehr kleidete er sich in dunklen Edelsteintönen, die mitunter alle das herausragendste Merkmal an ihm unterstrichen: Seine saphirblauen Augen, von denen niemand so recht wusste, aus welchem Erbgut sie stammen mochten. Gemeinsam mit den sanften Grübchen, die sich an seinen Wangen zeigten, wenn er lächelte, strahlten sie eine fast unbändige Anziehungskraft aus, die bereits so manche Person für ihn gewonnen hatte.

Schon von weitem konnte er die Stimmen seines Vaters und ihrer Gäste aus dem Speisesaal vernehmen, was Samir aber dazu verleitete, seine Schritte etwas zu verlangsamen, anstatt sie zu beschleunigen. Im Schatten eines schweren Samtvorhanges, der den Durchgang zum Speisesaal etwas abschirmte, blieb er stehen und lauschte, warf einen beinahe schon verstohlenen Blick durch die Kaskaden um ein Gefühl für das zu bekommen, das sich ihm hier bot. Erst als er sich innerlich das ihm als geeignet erscheinende Auftreten zurecht gelegt hatte, trat er aus den Schatten und auf Vater und Tochter zu, doch nicht ohne zuerst seinem Vater mit einem Neigen des Kopfes und einer leisen Begrüßung Aufmerksamkeit hatte zuteil werden lassen. Schließlich begrüßte er zuerst Dinesh Parikh, so wie es der Anstand gebot mit einer kleinen Verneigung, ehe er sich dessen Tochter zuwandte. "Welch strahlender Edelstein sich in unser bescheidenes Heim verirrt hat." Einer von Samirs Mundwinkeln hob sich zu einem charmanten Lächeln, ehe er auch der jungen Frau gegenüber in eine leichte Verneigung ging und aus dem Augenwinkel bereits beobachten konnte, wie sein Vater und ihr Gast sich auf den Weg zur Tafel machten. Galant ergriff er sodann die zarte Hand der jungen Frau ihm gegenüber und führte nah an seinen Mund, sodass sie den warmen Hauch seines Atems auf ihrer Haut, jedoch nicht seine Lippen spüren konnte. Letzteres hätte die Etikette schließlich gesprengt. "Ihr müsst Rajani sein, nicht wahr? Mein Name ist Samir, ich darf Euch heute als treu ergebene Gesellschaft zur Seite stehen." Samir hatte seine Worte so gut einstudiert, dass sie ihm völlig natürlich über die Lippen kamen, auch wenn einstudiert wohl der falsche Ausdruck dafür war. Sein Leben bestand schlussendlich zum Großteil aus dem stetigen Tanz aus Worten und Gesten in der Gesellschaft, die sich immer und immer wieder als äußerst glattes Parkett herausstellte und in der man auf alles vorbereitet sein musste, wenn man nicht Gefahr laufen wollte, sich selbst zu verkaufen. "Ich hoffe Eure Anreise war nicht zu beschwerlich?" Fragend legte er den Kopf schief, während er ihr höflich den Arm anbot, um sie an den Tisch zu geleiten.


RE: On a hot summer night, would you offer your throat to the wolf with the red roses? - Rajani Parikh - 09-02-2026

Beinahe hätte ein leises Kichern den sonst so stillen Raum gesprengt. Die Gespräche, die aktuell stattfanden, waren gedämpft und leise, niemand hier wollte besonders große Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Niemand wollte im Mittelpunkt des Geschehens stehen - außer Rajani. Nicht, dass sie sich diesen Platz tatsächlich gekrallt hätte, denn dafür war sie zu gut erzogen. Doch sie konnte spüren, wie es ihr in den Fingerspitzen kribbelte ein wenig die Gesellschaft aufzubrechen. Sie war nicht dazu gemacht, ruhig und unauffällig zu sein. Vor allem letzteres fiel ihr immer wieder deutlich schwerer, weil ihr Gemüt einfach so überschäumend war. Ihre Lache nahm ganze Gruppen ein, verleitete zum Mitlachen, ihr Tanz zog die Menschen um sie herum in ihren Bann und ihr souveränes Auftreten (ja, in der Tat bei völliger Ahnungslosigkeit) hatte sie perfektioniert. Bunte Farben wallten am Körper der jungen Gesellschafterin entlang, betonten ihre schmalen Hüften und die langen Beine, während die Vielzahl an goldenen Armbändern bei jeder Bewegung leise klimperte. Sie strahlte mit der Sonne um die Wette, während sie das Speisezimmer betrat und sich kurz danach in der Gegenwart des Fürstensohnes wiederfand. Ihr Vater entließ seine Tochter aus seinem Arm, den kurzerhand Samir für sich beanspruchte. Er hauchte ihr einen Handkuss auf den gebräunten Handrücken und deutete eine leichte Verbeugung an. Die Parikh ihrerseits sank in einen tiefen Knicks, der dafür sorgte, dass ihre offenen braunen Haare für den Moment ihr Gesicht bedeckten. Und damit auch das strahlende Lächeln für fremde Augen verbargen.

"
Ich freue mich, Euch kennen zu lernen, Samir. Meine Vorstellung scheint ja längst hinfällig zu sein
", entgegnete die Sommerländerin grinsend und nickte bestätigend. Sofort hakte sie sich bei ihm ein, damit er sie zum Tisch führen konnte und sich gar nicht mehr aus dem Staub machen konnte, selbst, wenn er gewollt hätte. Er gehörte jetzt Rajani und ihrem einnehmenden Charakter.
Ehrlicherweise war ihr nach der vielen Kutschfahrt beinahe der Hunger vergangen, aber es würde ihr sicher gut tun ein bisschen was in den Magen zu bekommen. Außerdem hatten die Bediensteten des Hauses wirklich zauberhaft duftende Speisen aufgetischt. "
Treu ergebene Gesellschaft klingt gut
", antwortete sie grinsend und wackelte mit den Augenbrauen. Die höfischen Gepflogenheiten waren ihr schon immer etwas schwer gefallen. Wer sich die Zeit nahm und hinter die Fassade der jungen Frau blickte, der erkannte einen ungeschliffenen Diamanten. Sie war wild und frei, leidenschaftlich und impulsiv, handelte schneller, als ihr Hirn jemals denken konnte und sprach schneller, als ihr manchmal lieb war. Das höfische Eierschalenlaufen hatte ihr noch nie gelegen, sodass sie durchaus schon das ein oder andere Mal als vorlaut und unangepasst aufgefallen war. Ihr Vater wusste das und warf ihr einen strengen Blick zu.
Das Lächeln auf ihren Lippen wurde weniger und sie senkte betreten den Kopf.

"
Die Anreise war sehr lang und irgendwann sind die harten Holzbänke in den Kutschen auch trotz der weichesten Kissen wirklich beschwerlich, aber es gibt doch kaum etwas Schöneres, als an seinem Zielort anzukommen und endlich aussteigen zu dürfen
", plapperte sie wieder drauf los, den strengen Blick ihres Vaters schon längst wieder vergessen. "
Ich weiß nicht, ob es nur Einbildung ist, doch ich habe das Gefühl, dass es hier sogar noch heißer ist, als in Dharan al-Bhar
", flüsterte sie leise und lehnte sich beinahe verschwörerisch zu Samir. Sie kannten sich gerade einmal wenige Minuten, doch Rajani behandelte ihn augenblicklich so, wie einen alten Freund.