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The Lion and the Serpent
06.11.1016 - 22:00
Arbeitszimmer im Anwesen der Neshats

Amra Akhdir
Keeran Neshat
Sommerland - Admin
Alter 42
Beruf Händler/ Schmuggler
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Letha
#1
Only a Monster can deal with
Another Monster

Dharan al-Bahr hatte den wunderbaren Status erreicht, in dem niemand der Zukunft mehr gewiss war. Dieses Vakuum, welches von Macht hinterlassen wurde, wenn sie von einer Person abgegeben wurde, spannte sich seit Tagen über die Stadt wie ein Netz und hielt ihren Atem gefangen. Als würden die Lichter in der Dunkelheit warten, die Luft stillstehen in der Erwartungshaltung, dass sich schon etwas bewegen würde - bewegen musste -, bis das Machtgefälle abrutschte in die Hände von Menschen, die das Land in eine bessere Zukunft führen würden. So war es schließlich immer gewesen: Es hatte immer eine Handvoll Menschen gegeben, die über das Leben von Tausenden verfügten. Denn was passierte, wenn ein Volk seinem Anführer beraubt wurde, sah man in den Straßen von Dharan al-Bahr. Hunderte von Gruppierungen, die sich in den dunkelsten Ecken bildeten, um einen Teil des Machtnetzes abzugreifen. Nachbarn, die begannen, Streitigkeit in Selbstjustiz auszuführen, weil die Stadtwache damit beschäftigt war, einen Mörder und die verschwundene Königsfamilie zu finden. Adelige, die ihr Schicksal beim Schopf packen und all die Macht an sich reißen wollten, sich aber die Zähne an den Beratern ausbissen und den Entscheidungsprozess langsam und zäh machten.
Und dann war da der Schatten, der die Stadt in Dunkelheit hüllte. Die Augen, die wachsam von den Dächern auf die Straßen blickten und dafür sorgten, dass Türen geschlossen und Gespräche in den Häusern ausgetragen wurden. Eine Stimme, die sich über all dem Chaos erhob, getragen von vielen Stimmen, die doch keinem gehörten. Das Chaos selbst, gehalten von dem Untergrund, der nur einer Gruppierung gehörte. Eine, die genau dieses Chaos gebraucht hatten, um endlich aus den Schatten zu treten und der Welt zu zeigen, dass die Macht längst ihnen gehörte.

In der Stille des Abends, weitab von den lebendigen Marktplätzen und starken Gerüchen, thronten die zweistöckigen Villen der reichen Bevölkerung, der Berater und des niedrigen Adels, nicht weit ab des Palastes selbst. Es war das einzige Viertel, das Tag und Nacht bewacht wurde und in dem eine Form der Ordnung aufrechterhalten wurde, um den Schein von einer heilen Welt zu erhalten.
Eine dieser Villen hatte ihr Licht bereits gedimmt, weil die Kinder samt Frau bereits schliefen - nur im ersten Stock brannten Öllampen und reflektierten ihr Licht in den samt grünen, blickdichten Vorhängen. Keeran Neshat hatte es sich in seinem Bürostuhl bequem gemacht. Im Kontrast zum Rest des Hauses, das an der ein oder anderen Ecke allein zum Eindruck schinden in echtem Gold schimmerte, strahlte sein Arbeitszimmer, in dem er seinen Gast begrüßte, eine elegante Schlichtheit aus. Alles Gold fand sich in den fein gearbeiteten Mustern der Vorhänge, und alle Möbel waren einem Zweck vorbehalten - dem Unterschreiben von Papieren, Empfangen von Gästen und Besprechen von Geschäften. Es war die Art von Reichtum, die einen Teil seiner Vergangenheit preisgab; das Blut, den Schweiß und die Schwelen, die er an den Händen verzeichnet hatte, als er all das noch nicht sein Eigen hatte nennen dürfen. Die Schönheit lag in der Schlichtheit, denn jedes Möbelstück war vollkommen und kostete ein stilles Vermögen. Der Schreibtisch bestand aus dunklem Obsidian, importiert von den besten Glasmachern Castandors. Der Federhalter war aus Elfenbein. Die Weingläser so makellos, dass nicht einmal das Licht der Öllampen sich in ihnen brach. Der Wein selbst gereift so lange, wie Keeran in dieser Welt verweilte. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, diesen besonderen Anlass mit seinem Freund mit etwas Besonderem zu feiern.

Keeran lebte in dem Chaos. Er war die Ruhe, während um ihn herum der Sturm tobte, die Spinne, die sich auf dem Netz der Macht bewegte, als wäre es sein Zuhause. Während Ilyas, sein alter Freund, stoisch die Ordnung wiederherstellen wollte, konnte er nicht umhin, sich noch eine Stunde herbei zu wünschen, in der er von seinem Arbeitszimmer mit einem Glas Wein in der Hand beobachten konnte, wie die Stadt sich unter dem Chaos bog und die Insassen wie Mäuse versuchten, einen Weg durch die Schlupflöcher zu finden. Wenn es nach ihm ginge, dann würde er die kleinen anarchischen Gruppen machen lassen, nur um zu gucken, wie weit sie kamen, bis sie ins Netz der Amra Alzili rannten. Er würde den kleinen Prinzen laufen lassen, nur um ihn in zehn Jahren scheitern zu sehen, wenn er weiß vor Wut schäumte, blind vor Rachegelüsten, blind für sein Volk, das ihn nicht mehr als Thronfolger akzeptieren würde. Doch selbst mit dem, was er hatte, war Keeran zufrieden. Es reichte ihm - vorerst. Beflügelt von seinem neuerlichen Aufstieg in den Kreis der königlichen Berater dank seines Gegenübers hatte sich ein kleines Lächeln in sein Gesicht geschlichen. Erweicht durch den Wein waren seine Muskeln entspannt, sein Kopf trunken von dem Gefühl des Erfolgs, während er Tariq zuprostete, der den Sessel auf der anderen Seite seines Schreibtisches beansprucht hatte.
“Auf Samir, und auf die Zukunft, die er uns eröffnet.”
Seine Stimme war dünn wie immer, von Rauch getragen, hatte etwas Vergängliches, doch seine hellblauen Augen ruhten wachsam auf seinem Gegenüber, während er sein Glas an seine Lippen hob. Er beobachtete. Samir war so gut wie gewählt, nachdem einer der Berater, der gegen ihn gestimmt hatte, heute nicht zur Sitzung erschienen war. Sie hatten also allen Grund zum Feiern, oder nicht?
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The Lion and the Serpent - von Keeran Neshat - 02-11-2025, 08:30

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