08-02-2026, 16:17 - Wörter:
Wenn sie noch einmal ihren Namen aus diesen dreckigen Lippen hören musste, würde sie das hart erkämpfte Essen wirklich wieder ausspeien. Sie konnte es nicht leiden, wie er sie beim Vornamen nannte, als wären sie alte Bekannte. Er versteckte sich hinter einer Maske, traute sich nicht ihr ohne diese unter die Augen zu treten und behandelte sie gleichzeitig wie eine alte Freundin. Man konnte von Yasirah ben Sahid halten, was man wollte und ja, sie war sicher nicht die beste Königin für dieses Land gewesen (auch wenn sie das immer noch nicht zugeben würde!), aber so hinterhältig und ekelhaft wie dieser Mann war, auf dieses Niveau hat sie sich nie herab gelassen. Sie war vielleicht hochnäsig, arrogant, egozentrisch und selbstverliebt, aber niemals so abgrundtief ekelhaft wie er. Und daran hielt sie sich fest. Sie war kein schlechter Mensch. Nicht wirklich jedenfalls. Sie war nicht bösartig, hatte nie einen Mord in Auftrag gegeben oder auch nur darüber nachgedacht, aber sie hatte eben auch nicht Alles in ihrer Macht stehende getan, um Verbesserungen herbei zu führen. Sie liebte ihren eigenen Luxus im Palast und hatte ihr ganzes Leben schon Angst, dass man diesen antasten könnte. Dass man ihren Luxus reduzieren würde, um ebenfalls das Leid der Bevölkerung zu mindern. Vielleicht war sie doch kein so guter Mensch, wie sie von sich selbst dachte, aber sie blieb dabei, dass sie keine grauenvolle Mörderin war. Und auch nicht so ein Feigling wie dieser Typ, der sich hier in ihrer Zelle über sie aus ließ, als wäre sie irgendein Straßenmädchen. Nur weil er den Reiz einer Frau völlig uninteressant fand, hieß das noch lange nicht, dass ihre Worte nicht die Wahrheit sprachen. Die Gesellschaft in Matariyya war tatsächlich nicht darauf ausgelegt Frauen eine Stimme zu geben.
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Sie wünschte sich kaum etwas Sehnlicher, als aus diesem Loch heraus zu kommen, doch ihr Stolz verbat ihr, seine Worte einfach so hinzunehmen. Yasirah ben Sahid war eine leidenschaftliche Frau voller Prinzipien - auch, wenn diese Prinzipien selten für alle verständlich waren. Sie hat jahrelang versucht aus einer schlechten Situation etwas Besseres zu machen, da war einfach kein Platz mehr, um auch noch die Bevölkerung in ihre Pläne einzuschließen! Sie hat getan, was sie konnte! Ihr Kiefer mahlte. Es fühlte sich ungerecht an. Und sie verstand auch, dass sich ihre Bevölkerung jahrelang so gefühlt haben musste... Doch das änderte nichts daran, dass sie es jederzeit wieder so machen würde. Sie hat nur genauso überlebt, wie jeder Andere in ihrem Land auch.
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Ach, ich verstehe. Danke, dass Ihr mich so erleuchtet habt. Frauen können sich also soweit 'orientieren'"
- und dabei ließ ihre Stimme keinen Zweifel daran, dass sie dieses Wort für absolut fehlerhaft an dieser Stelle hielt - "dass sie mehr zu sagen haben, als ihnen zugestanden wird. Dass sie mehr wahrgenommen werden von einer Gesellschaft, die rein von Euch Männern dominiert wird. Am besten auch so, dass sie direkt alle dominanten männlichen Strukturen von Grund auf ändern können, aber wenn es dann um unsere Erfahrungen geht, ist es wohl so eng mit dem Leben einer Frau verbunden ihren Körper herzugeben, als wäre er nichts weiter als ein Stück Fleisch. Ach, Moment. Ich glaube ich hab gerade über all' die neuen Erkenntnisse vergessen, worüber ich genau noch mal dankbar sein soll? Dafür, dass Ihr mich hier so gut behandelt? Dass ihr meinen Mann und meinen Sohn umgebracht habt oder dass ihr mir anbietet mich als Prostituierte anzubieten?
", versuchte sie zusammen zu fassen, was man ihr entgegen geschleudert hatte. Worte wie Peitschenhiebe. "Oh, oder war Euch das jetzt nicht höflich genug?
", sagte sie, als wäre sie selbst überrascht von ihren Worten. Was sie in der Tat überraschte, war die Härte, die mit ihren Worten einher ging. Sie wusste selbst nicht, woher sie die Kraft nahm, doch es fühlte sich einfach falsch an, seine Behauptungen so stehen zu lassen und klein bei zu geben. Sie wünschte sich kaum etwas Sehnlicher, als aus diesem Loch heraus zu kommen, doch ihr Stolz verbat ihr, seine Worte einfach so hinzunehmen. Yasirah ben Sahid war eine leidenschaftliche Frau voller Prinzipien - auch, wenn diese Prinzipien selten für alle verständlich waren. Sie hat jahrelang versucht aus einer schlechten Situation etwas Besseres zu machen, da war einfach kein Platz mehr, um auch noch die Bevölkerung in ihre Pläne einzuschließen! Sie hat getan, was sie konnte! Ihr Kiefer mahlte. Es fühlte sich ungerecht an. Und sie verstand auch, dass sich ihre Bevölkerung jahrelang so gefühlt haben musste... Doch das änderte nichts daran, dass sie es jederzeit wieder so machen würde. Sie hat nur genauso überlebt, wie jeder Andere in ihrem Land auch.
![[Bild: IjE3HXA.png]](https://i.imgur.com/IjE3HXA.png)
