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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Matariyya - Das Sommerland]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 13:04:54 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Be a Player or Be Played.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=772</link>
			<pubDate>Wed, 02 Jul 2025 09:18:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=110">Keeran Neshat</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=772</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/f7/7e/0e/f77e0eb38bce8062514d3c4ec7805b08.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;color:white;font-size:36px;">Life is a Game<br />
<div style="font-size:12px;font-family:'cinzel";">- Be a Player or Be Played.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/e093255e39576c4bcf57ba144a507ff1/751e3e376ee96f16-cd/s540x810/3556450377a87f2123afc4af764bca735e36c301.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Elefanten waren majestätische Tiere und - zum Unglauben vieler - sehr friedliebend und intelligent. Diese Giganten hatten niemanden zu fürchten, warum sollten sie dann täglich Gewalt an den Tag legen? Zum Schützen ihrer Jungen vielleicht, wie jedes andere Lebewesen, das der Evolution nicht erhaben war. Wenn sie sich bedroht fühlten oder um ein Weibchen kämpften, aber dem konnte man ja vorbeugen, wenn man die Bullen voneinander trennte. Dass sich solche Riesen von Menschen beherrschen und zähmen ließen, war wohl das Erstaunlichste an diesen Geschöpfen, und man konnte sich fragen: <i>Wenn man wirklich alles hatte, wollte man dann wirklich noch unangefochten dort oben an der Nahrungskette bleiben?</i> Oder ließ man sich lediglich von der Lethargie der Macht tragen und war zu träge, wenn jemand kam, der einem den Platz streitig machte?<br />
<br />
Die ledernen Füße des Bullen wirbelten den Staub auf dem Boden auf, während der graue Riese trottend an Keeran vorbei geführt wurde. Ob dessen Gewicht auch irgendwann auf seine Knie ging? Würde die Sonne nicht bereits in ihrer Prächtigkeit auf den Hof hinab brennen und nur winzige Schatten zwischen den hellen, praktisch orientierten Gebäuden zulassen, hätte er sich vielleicht mehr Zeit gelassen, dem Elefanten hinterher zu sehen und die grauen Rücken hinter ihm zu zählen, einfach, um ein Gefühl für die Größe des Hofes zu bekommen. Doch der Halbtagesritt auf dem Rücken des Kamels hatte ihm nicht unbedingt einen Gefallen getan. Mit einem Gefühl von <i>heute wird kein guter Tag</i> war er bereits wach gewesen, noch bevor der Geruch von frischem Reis und gebackenem Naan durch sein Anwesen geweht war. Irgendwann hatte Basil im Türrahmen gestanden, die Augen noch halb geschlossen vom Schlummer, und Keeran hatte sich aus dem Bett geschält, war fast gestolpert bei dem stechenden Schmerz, der sich von seinem Knie die gesamte Seite hoch biss, hatte seinem Sohn den Kopf getätschelt und nach der ersten Opiumpfeife gegriffen.<br />
Als das Kamel sich vor dem Haupteingang auf seine Vorderbeine, dann auf seine Hinterbeine niederließ und ein Sklave auf ihn zulief, um ihm beim Absteigen zu helfen, schlug Keeran die Hand weg. “Stock”, befahl er scharf und deutete mit einem Kopfnicken auf den befestigten Stock über den Gepäcktaschen des Kamels. Der Halbtagesritt hatte die Wirkungen des Opiums leider deutlich geschwächt, oder es war die Sonne gewesen, die sich durch den betäubenden Nebel in seinem Kopf gebrannt hatte. Zwar gab er sich nicht die Blöße, zu stolpern, als er selbst aus dem Sattel stieg, aber ein aufrechter Stand war sicher etwas anderes. Sein Gesicht, halb von dem Schal seines Turbans verdeckt, war in Stein gemeißelt, selbst als er den Stock gereicht bekam und die Gewichtsverlagerung auf das gesunde Bein nicht verhindern konnte. Erst, als er die große Gestalt auf sich zukommen sah, unverkennbar genau der, weshalb er die Reise auf sich genommen hatte, glätten sich seine Züge und ein leichtes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln. <div class="sommerlandcolor">“Khalid Al-Zamani. Danke, dass du dir heute Zeit genommen hast.”</div> <i>Wenn er nur wüsste, wie ähnlich er seinem Bruder sah…</i> <div class="sommerlandcolor">“Du musst doch sicher beschäftigt sein?”</div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/f7/7e/0e/f77e0eb38bce8062514d3c4ec7805b08.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;color:white;font-size:36px;">Life is a Game<br />
<div style="font-size:12px;font-family:'cinzel";">- Be a Player or Be Played.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/e093255e39576c4bcf57ba144a507ff1/751e3e376ee96f16-cd/s540x810/3556450377a87f2123afc4af764bca735e36c301.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Elefanten waren majestätische Tiere und - zum Unglauben vieler - sehr friedliebend und intelligent. Diese Giganten hatten niemanden zu fürchten, warum sollten sie dann täglich Gewalt an den Tag legen? Zum Schützen ihrer Jungen vielleicht, wie jedes andere Lebewesen, das der Evolution nicht erhaben war. Wenn sie sich bedroht fühlten oder um ein Weibchen kämpften, aber dem konnte man ja vorbeugen, wenn man die Bullen voneinander trennte. Dass sich solche Riesen von Menschen beherrschen und zähmen ließen, war wohl das Erstaunlichste an diesen Geschöpfen, und man konnte sich fragen: <i>Wenn man wirklich alles hatte, wollte man dann wirklich noch unangefochten dort oben an der Nahrungskette bleiben?</i> Oder ließ man sich lediglich von der Lethargie der Macht tragen und war zu träge, wenn jemand kam, der einem den Platz streitig machte?<br />
<br />
Die ledernen Füße des Bullen wirbelten den Staub auf dem Boden auf, während der graue Riese trottend an Keeran vorbei geführt wurde. Ob dessen Gewicht auch irgendwann auf seine Knie ging? Würde die Sonne nicht bereits in ihrer Prächtigkeit auf den Hof hinab brennen und nur winzige Schatten zwischen den hellen, praktisch orientierten Gebäuden zulassen, hätte er sich vielleicht mehr Zeit gelassen, dem Elefanten hinterher zu sehen und die grauen Rücken hinter ihm zu zählen, einfach, um ein Gefühl für die Größe des Hofes zu bekommen. Doch der Halbtagesritt auf dem Rücken des Kamels hatte ihm nicht unbedingt einen Gefallen getan. Mit einem Gefühl von <i>heute wird kein guter Tag</i> war er bereits wach gewesen, noch bevor der Geruch von frischem Reis und gebackenem Naan durch sein Anwesen geweht war. Irgendwann hatte Basil im Türrahmen gestanden, die Augen noch halb geschlossen vom Schlummer, und Keeran hatte sich aus dem Bett geschält, war fast gestolpert bei dem stechenden Schmerz, der sich von seinem Knie die gesamte Seite hoch biss, hatte seinem Sohn den Kopf getätschelt und nach der ersten Opiumpfeife gegriffen.<br />
Als das Kamel sich vor dem Haupteingang auf seine Vorderbeine, dann auf seine Hinterbeine niederließ und ein Sklave auf ihn zulief, um ihm beim Absteigen zu helfen, schlug Keeran die Hand weg. “Stock”, befahl er scharf und deutete mit einem Kopfnicken auf den befestigten Stock über den Gepäcktaschen des Kamels. Der Halbtagesritt hatte die Wirkungen des Opiums leider deutlich geschwächt, oder es war die Sonne gewesen, die sich durch den betäubenden Nebel in seinem Kopf gebrannt hatte. Zwar gab er sich nicht die Blöße, zu stolpern, als er selbst aus dem Sattel stieg, aber ein aufrechter Stand war sicher etwas anderes. Sein Gesicht, halb von dem Schal seines Turbans verdeckt, war in Stein gemeißelt, selbst als er den Stock gereicht bekam und die Gewichtsverlagerung auf das gesunde Bein nicht verhindern konnte. Erst, als er die große Gestalt auf sich zukommen sah, unverkennbar genau der, weshalb er die Reise auf sich genommen hatte, glätten sich seine Züge und ein leichtes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln. <div class="sommerlandcolor">“Khalid Al-Zamani. Danke, dass du dir heute Zeit genommen hast.”</div> <i>Wenn er nur wüsste, wie ähnlich er seinem Bruder sah…</i> <div class="sommerlandcolor">“Du musst doch sicher beschäftigt sein?”</div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I could drag you from the ocean]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=637</link>
			<pubDate>Sun, 01 Dec 2024 21:52:58 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=127">Caeus Valerius</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=637</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><center><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">AND I COULD GIVE YOU MY DEVOTION<br />
UNTIL THE END OF TIME</span></span></center></span><br />
<br />
Caeus trat in die kühle Morgendämmerung, die klare Luft ein scharfer Kontrast zur stickigen Wärme der Schenke, die er soeben hinter sich ließ. Der Geruch von Rauch, verschüttetem Wein und süßem Parfum haftete noch an ihm, ein unwillkommener Nachklang der vergangenen Nacht. Seine Schritte hallten dumpf auf den unebenen Pflastersteinen. Die Stunden in der Schenke hatten ihm nichts gebracht, außer einer bitteren Erkenntnis: Er war ein Gefangener seiner eigenen Gedanken. Er hatte sich in den Wein gestürzt, in die lockenden Hände und süßen Worte einer anderen Frau, doch der Geschmack der Nacht war fad geblieben. Sie war nicht Zariyah. Keine von ihnen war es gewesen. <br />
Er hatte sie gesucht – in den Schatten, in den Augen der Frauen, die ihn umgarnt hatten, in den flüchtigen Gesten und Stimmen derer, die durch die Tür gekommen waren. Es war absurd. Diese Abhängigkeit, diese Macht, mit der sie seine Gedanken füllte, obwohl sie nicht da war. Seit Monaten hatte er sie nicht gesehen, und doch schlich sie sich immer wieder ein – in die Lücken zwischen seinen Plänen, in die stillen Augenblicke, wenn die Welt um ihn herum stillzustehen schien.<br />
<br />
Caeus ließ den Atem langsam entweichen, seine Hand glitt über das Leder seines Schwertgurtes, eine vertraute Geste, die ihm sonst Halt gab, doch diesmal keine Linderung brachte. Vielleicht war das der Preis dafür, sich jemandem zu öffnen. Vielleicht war es einfach nur Dummheit. Er ging weiter, seine Stiefel wirbelten den Staub der Straße auf, während die Sonne begann, die Stadt mit ihrem goldenen Licht zu fluten. Doch in ihm blieb die Dunkelheit. Vielleicht würde er sie nie wiedersehen. Vielleicht war das besser so. Doch die Möglichkeit, dass sie irgendwo da draußen war, reichte aus, um ihn weiter suchen zu lassen – auch wenn er nicht wusste, ob er das wirklich wollte. Er hätte einfach wieder in das Bordell gehen können, doch nein. Da <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wollte</span> er sie nicht finden.<br />
<br />
Caeus ließ die Straßen an sich vorbeiziehen, ohne bewusst zu registrieren, wohin er ging. Es war kein Plan, keine bewusste Entscheidung, die seine Schritte lenkte, sondern ein instinktives Ziehen, das ihn in die Nähe des Palastes führte. Die imposanten Mauern zeichneten sich bald am Horizont ab, von der aufgehenden Sonne in warmes Licht getaucht.<br />
Der einzige Grund, warum das Sommerland mehr war als ein flüchtiger Punkt auf seiner Karte, war Keeran Neshat. Ein Mann von scharfer Zunge, tiefem Goldbeutel und vor allem einer unerschütterlichen Loyalität zu den Diensten der Schwarzen Bruderschaft. Keeran war einer dieser Kunden, die selten fragten, wie ein Problem gelöst wurde, solange es effektiv und diskret geschah. Und Caeus hatte das Talent, solche Probleme zu beseitigen. Es war eine Geschäftsbeziehung, geprägt von Pragmatismus und gegenseitigem Respekt – nichts weiter.<br />
<br />
Caeus blieb stehen, seine Stiefel kratzten leise über die sandige Straße, als er sich halb zur Seite drehte. Sein Blick richtete sich in die Dunkelheit der schmalen Gasse, wo die Umrisse einer zierlichen Gestalt sich von den Schatten lösten. Ein flüchtiger Windzug spielte mit den Stoffen ihres Gewands, trug den schwachen Duft von Gewürzen oder Blumen mit sich, und etwas in diesem Moment ließ ihn verharren.<br />
Zunächst war da nur die Fremdheit – ein Gesicht verborgen unter einer Kapuze, eine Haltung, die sie nicht verriet. Doch dann kam das Gefühl, leise und eindringlich wie ein ferner Glockenschlag: ein Erkennen, das nicht aus dem Verstand, sondern aus einem tieferliegenden Instinkt kam. Er runzelte leicht die Stirn, seine Hand glitt unbewusst zum Schwertknauf, nicht in Bedrohung, sondern aus einem Reflex der Vorsicht. Wer auch immer sie war, sie hatte nichts Offensichtliches mit Zariyah gemein, und doch … irgendetwas an ihr zog an den Erinnerungen, die er so sorgfältig vergraben hatte. Oder viel mehr, die er versucht hatte zu begraben. <br />
<br />
Er betrat die Gasse, wurde von den Schatten jener verschluckt, den Blick auf die Gestalt gerichtet.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><center><span style="font-size: x-small;" class="mycode_size"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">AND I COULD GIVE YOU MY DEVOTION<br />
UNTIL THE END OF TIME</span></span></center></span><br />
<br />
Caeus trat in die kühle Morgendämmerung, die klare Luft ein scharfer Kontrast zur stickigen Wärme der Schenke, die er soeben hinter sich ließ. Der Geruch von Rauch, verschüttetem Wein und süßem Parfum haftete noch an ihm, ein unwillkommener Nachklang der vergangenen Nacht. Seine Schritte hallten dumpf auf den unebenen Pflastersteinen. Die Stunden in der Schenke hatten ihm nichts gebracht, außer einer bitteren Erkenntnis: Er war ein Gefangener seiner eigenen Gedanken. Er hatte sich in den Wein gestürzt, in die lockenden Hände und süßen Worte einer anderen Frau, doch der Geschmack der Nacht war fad geblieben. Sie war nicht Zariyah. Keine von ihnen war es gewesen. <br />
Er hatte sie gesucht – in den Schatten, in den Augen der Frauen, die ihn umgarnt hatten, in den flüchtigen Gesten und Stimmen derer, die durch die Tür gekommen waren. Es war absurd. Diese Abhängigkeit, diese Macht, mit der sie seine Gedanken füllte, obwohl sie nicht da war. Seit Monaten hatte er sie nicht gesehen, und doch schlich sie sich immer wieder ein – in die Lücken zwischen seinen Plänen, in die stillen Augenblicke, wenn die Welt um ihn herum stillzustehen schien.<br />
<br />
Caeus ließ den Atem langsam entweichen, seine Hand glitt über das Leder seines Schwertgurtes, eine vertraute Geste, die ihm sonst Halt gab, doch diesmal keine Linderung brachte. Vielleicht war das der Preis dafür, sich jemandem zu öffnen. Vielleicht war es einfach nur Dummheit. Er ging weiter, seine Stiefel wirbelten den Staub der Straße auf, während die Sonne begann, die Stadt mit ihrem goldenen Licht zu fluten. Doch in ihm blieb die Dunkelheit. Vielleicht würde er sie nie wiedersehen. Vielleicht war das besser so. Doch die Möglichkeit, dass sie irgendwo da draußen war, reichte aus, um ihn weiter suchen zu lassen – auch wenn er nicht wusste, ob er das wirklich wollte. Er hätte einfach wieder in das Bordell gehen können, doch nein. Da <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wollte</span> er sie nicht finden.<br />
<br />
Caeus ließ die Straßen an sich vorbeiziehen, ohne bewusst zu registrieren, wohin er ging. Es war kein Plan, keine bewusste Entscheidung, die seine Schritte lenkte, sondern ein instinktives Ziehen, das ihn in die Nähe des Palastes führte. Die imposanten Mauern zeichneten sich bald am Horizont ab, von der aufgehenden Sonne in warmes Licht getaucht.<br />
Der einzige Grund, warum das Sommerland mehr war als ein flüchtiger Punkt auf seiner Karte, war Keeran Neshat. Ein Mann von scharfer Zunge, tiefem Goldbeutel und vor allem einer unerschütterlichen Loyalität zu den Diensten der Schwarzen Bruderschaft. Keeran war einer dieser Kunden, die selten fragten, wie ein Problem gelöst wurde, solange es effektiv und diskret geschah. Und Caeus hatte das Talent, solche Probleme zu beseitigen. Es war eine Geschäftsbeziehung, geprägt von Pragmatismus und gegenseitigem Respekt – nichts weiter.<br />
<br />
Caeus blieb stehen, seine Stiefel kratzten leise über die sandige Straße, als er sich halb zur Seite drehte. Sein Blick richtete sich in die Dunkelheit der schmalen Gasse, wo die Umrisse einer zierlichen Gestalt sich von den Schatten lösten. Ein flüchtiger Windzug spielte mit den Stoffen ihres Gewands, trug den schwachen Duft von Gewürzen oder Blumen mit sich, und etwas in diesem Moment ließ ihn verharren.<br />
Zunächst war da nur die Fremdheit – ein Gesicht verborgen unter einer Kapuze, eine Haltung, die sie nicht verriet. Doch dann kam das Gefühl, leise und eindringlich wie ein ferner Glockenschlag: ein Erkennen, das nicht aus dem Verstand, sondern aus einem tieferliegenden Instinkt kam. Er runzelte leicht die Stirn, seine Hand glitt unbewusst zum Schwertknauf, nicht in Bedrohung, sondern aus einem Reflex der Vorsicht. Wer auch immer sie war, sie hatte nichts Offensichtliches mit Zariyah gemein, und doch … irgendetwas an ihr zog an den Erinnerungen, die er so sorgfältig vergraben hatte. Oder viel mehr, die er versucht hatte zu begraben. <br />
<br />
Er betrat die Gasse, wurde von den Schatten jener verschluckt, den Blick auf die Gestalt gerichtet.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I am not the only traveler]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=623</link>
			<pubDate>Fri, 22 Nov 2024 20:07:29 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=127">Caeus Valerius</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=623</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">I am not the only traveler<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">who has not repaid his debt</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/84/f4/66/84f466bb13a26e8971b237a58b6d2ca6.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die abendlichen Schatten von Dharan al-Bahr breiteten sich wie ein düsteres Tuch über der Stadt aus, während der erfahrene Söldneranführer über die Straßen schritt. Er war dieses Mal wieder im Auftrag der Bruderschaft unterwegs – diesmal war er jedoch kein Bote des Todes, der weinenden Familien Goldstücke und die letzten Habseligkeiten ihrer gefallenen Söhne, Väter und Brüder überbrachte.<br />
Doch es war auch kein Vergnügen, das ihn in die Sommerlande geführt hatte. Kein einfacher Urlaub an den von Mythen umwobenen Gestaden, wo die Wellen wie flüssiges Gold unter der Sonne tanzten. Nein, sein Aufenthalt hier war pragmatisch, fast nüchtern. Kontakte wollten gepflegt, alte Bande gesichert werden. Es gab Berichte, die vertraulich genug waren, dass sie nur ihm selbst anvertraut wurden – keine Schriftrollen, die man einfach einem Söldner in die Hände drückte, egal wie treu er war. Das lag nicht an Misstrauen gegenüber seinen Männern. Er kannte ihre Stärken, wusste um ihren Wert. Doch er hatte allzu oft erlebt, wie vage Erinnerungen und mündlich weitergegebene Botschaften zu gefährlichen Fehlinterpretationen führten – besonders, wenn es um die heiklen Geschäfte der reichen Händler ging. Die Worte mussten präzise sein, die Fakten unangreifbar. Die Wohlhabenden in Dharan al-Bahr zahlten nicht nur für den Stahl seiner Klinge, sondern auch für die Sicherheit, die er mit Diskretion und klarem Verstand garantierte.<br />
<br />
Die Straßen der Stadt waren ihm vertraut, und doch lastete an diesem Abend eine seltsame Schwere in der Luft. Vielleicht war es aber auch nur der Wind, der den Geruch von Salz und fernen Gewürzen mit sich trug, oder die leisen Geräusche der Händler, die ihre Stände für die Nacht schlossen.<br />
Tief in seinem Inneren, verborgen hinter der stoischen Fassade, brannte eine leise Sehnsucht. Nach ihr. Nach der Gedankenlosigkeit, die Zariyah ihm geschenkt hatte. Jenen seltenen Moment, in dem er für einen flüchtigen Augenblick die Schwere der Welt von sich abschütteln konnte. Ihre Nähe war wie ein Tanz aus Schatten und Licht gewesen – eine Ablenkung, die er bereitwillig angenommen hatte. Doch war es wirklich Nähe gewesen? Oder nur ein gut gespieltes Schauspiel, eine Illusion, ihr Job? Er wusste es nicht, und vielleicht war das der Grund, warum sie ihn immer wieder in seinen Gedanken heimsuchte. Diese Flüchtigkeit, die wie feiner Sand durch seine Finger rieselte, die ihm nichts Greifbares hinterließ außer der bittersüßen Erinnerung daran, wie leicht sich die Welt für einen Augenblick anfühlen konnte.<br />
<br />
Er wählte nicht den Weg zu dem bekannten Bordell. Vielleicht war es Sturheit, vielleicht etwas anderes – eine leise, nagende Weigerung, sich einzugestehen, dass sie ihn auf eine Weise faszinierte, die er nicht begreifen wollte. Denn was würde es bedeuten, das zuzugeben? Es würde bedeuten, sich einzugestehen, dass er etwas gefunden hatte, das ihm seit Jahren fremd gewesen war. Und das in der Gesellschaft einer Frau, die die Welt als Hure bezeichnen würde. Eine Frau, deren Nähe ihm mehr geboten hatte als flüchtige Wärme.<br />
Doch dieser Frieden war trügerisch. So flüchtig wie der Duft von fremden Gewürzen in einer windigen Gasse, so unmöglich zu halten wie das Meer, das sich vor Dharan al-Bahr erstreckte. Und dennoch – es hatte ihn berührt, hatte ihn für einen Moment vergessen lassen, wer und was er war.<br />
<br />
Das war es, was ihn zögern ließ. Was ihn dazu brachte, einen anderen Pfad zu wählen. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst vor der Wahrheit, die er in ihrer Nähe zu finden glaubte.<br />
<br />
Caeus stieß die knarrende Tür der nächsten Taverne auf, und ein Schwall von Gerüchen drang ihm entgegen, riss ihn gnadenlos aus seinen Gedanken. Schweiß, schwer und beißend, vermischte sich mit dem säuerlichen Dunst von Alkohol. Doch darüber lag der allgegenwärtige Duft der Gewürze, die Dharan al-Bahr durchdrangen – ein warmer, süßer Hauch von Zimt und Kardamom, gemischt mit der Schärfe von Pfeffer und der geheimnisvollen Bitterkeit unbekannter Kräuter. Dieser seltsame Cocktail schien die Luft selbst zu durchtränken, drang ihm in die Nase, auf die Zunge, ließ ihn unwillkürlich den Kopf schütteln, als wollte er einen klaren Gedanken fassen. Aber vielleicht war das genau das, was er brauchte: Ablenkung. Etwas, das die leise Unruhe in seinem Inneren übertönte, die ihm nachhing, seit er beschlossen hatte, einen anderen Weg zu gehen.<br />
Er trat tiefer ein, ließ den Lärm und das warme, flackernde Licht der Kerzen seine Sinne einnehmen. Mit einem letzten, kaum wahrnehmbaren Seufzen schob er die Tür hinter sich zu und machte sich auf, dem Chaos dieses Ortes für eine Weile nachzugeben.<br />
<br />
Sondierend glitt sein Blick durch den Raum, als suche er nach einem bekannten Gesicht. Doch das war Unsinn. Natürlich tat er das nicht. Der Anführer der Bruderschaft würde kaum in einer Taverne wie dieser jemanden erwarten, den er kannte – geschweige denn einen seiner Kunden. Und doch ... etwas in ihm blieb wachsam, wie ein Raubtier, das Instinktiv auf einen Laut in der Dunkelheit lauscht.<br />
<br />
Und dann fror er ein.<br />
Für den Bruchteil einer Sekunde.<br />
<br />
Sein Atem stockte kaum merklich, als er das Haar entdeckte – blond, beinahe weiß, wie ein Streifen Mondlicht in der dumpfen Helligkeit des Raumes. Ein Anblick, der sich mit einer Macht in seinen Geist brannte, die ihn fast erschreckte. Er hatte diese Farbe, diese Struktur schon seit Jahren nicht mehr gesehen, und doch – er erinnerte sich, als wäre es gestern gewesen. Erinnerte sich an den Hauch von vertrautem Duft, an die seltsam fesselnde Mischung aus Weichheit und Stärke, die ihm wie ein unauslöschliches Echo aus einer anderen Zeit blieb.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vanja.</span><br />
<br />
Das Wort formte sich in seinem Kopf, wie ein ferner Klang, der durch die Jahre hallte. Zwölf? Dreizehn Jahre? So lange war es her, und doch wirkte die Erinnerung lebendig, greifbar. Eine Flut aus Bildern und alten Gefühlen stürzten auf ihn ein. Doch Caeus wäre nicht Caeus, wenn der Schock ihn länger als einen Wimpernschlag in die Knie gezwungen hätte. Er war ein Mann, der gelernt hatte, selbst in den unberechenbarsten Momenten die Kontrolle zu wahren. Das Flackern von Emotion in seinen Augen verging so schnell, wie es gekommen war, verdrängt von einem Hauch von Neugier, gemischt mit der altbekannten Selbstsicherheit, die ihm eigen war.<br />
<br />
Mit zielstrebigen Schritten überbrückte er den Raum, ein leichtes, beinahe herausforderndes Lächeln auf seinen Lippen. Als er schließlich vor ihr stand, musterten seine Augen sie. Sie war gealtert, ja, aber nicht auf eine Weise, die etwas von ihrer Präsenz genommen hätte. Im Gegenteil. Die Linien ihres Gesichts erzählten Geschichten, die sie nur noch eindrucksvoller machten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vanja.“</span>, sagte er, ihre Augen suchend. Der Klang ihres Namens auf seinen Lippen war wie ein Schlüssel zu einer Tür, die seit Jahren verschlossen war.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Als wäre es gestern gewesen...“</span><br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">I am not the only traveler<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">who has not repaid his debt</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/84/f4/66/84f466bb13a26e8971b237a58b6d2ca6.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die abendlichen Schatten von Dharan al-Bahr breiteten sich wie ein düsteres Tuch über der Stadt aus, während der erfahrene Söldneranführer über die Straßen schritt. Er war dieses Mal wieder im Auftrag der Bruderschaft unterwegs – diesmal war er jedoch kein Bote des Todes, der weinenden Familien Goldstücke und die letzten Habseligkeiten ihrer gefallenen Söhne, Väter und Brüder überbrachte.<br />
Doch es war auch kein Vergnügen, das ihn in die Sommerlande geführt hatte. Kein einfacher Urlaub an den von Mythen umwobenen Gestaden, wo die Wellen wie flüssiges Gold unter der Sonne tanzten. Nein, sein Aufenthalt hier war pragmatisch, fast nüchtern. Kontakte wollten gepflegt, alte Bande gesichert werden. Es gab Berichte, die vertraulich genug waren, dass sie nur ihm selbst anvertraut wurden – keine Schriftrollen, die man einfach einem Söldner in die Hände drückte, egal wie treu er war. Das lag nicht an Misstrauen gegenüber seinen Männern. Er kannte ihre Stärken, wusste um ihren Wert. Doch er hatte allzu oft erlebt, wie vage Erinnerungen und mündlich weitergegebene Botschaften zu gefährlichen Fehlinterpretationen führten – besonders, wenn es um die heiklen Geschäfte der reichen Händler ging. Die Worte mussten präzise sein, die Fakten unangreifbar. Die Wohlhabenden in Dharan al-Bahr zahlten nicht nur für den Stahl seiner Klinge, sondern auch für die Sicherheit, die er mit Diskretion und klarem Verstand garantierte.<br />
<br />
Die Straßen der Stadt waren ihm vertraut, und doch lastete an diesem Abend eine seltsame Schwere in der Luft. Vielleicht war es aber auch nur der Wind, der den Geruch von Salz und fernen Gewürzen mit sich trug, oder die leisen Geräusche der Händler, die ihre Stände für die Nacht schlossen.<br />
Tief in seinem Inneren, verborgen hinter der stoischen Fassade, brannte eine leise Sehnsucht. Nach ihr. Nach der Gedankenlosigkeit, die Zariyah ihm geschenkt hatte. Jenen seltenen Moment, in dem er für einen flüchtigen Augenblick die Schwere der Welt von sich abschütteln konnte. Ihre Nähe war wie ein Tanz aus Schatten und Licht gewesen – eine Ablenkung, die er bereitwillig angenommen hatte. Doch war es wirklich Nähe gewesen? Oder nur ein gut gespieltes Schauspiel, eine Illusion, ihr Job? Er wusste es nicht, und vielleicht war das der Grund, warum sie ihn immer wieder in seinen Gedanken heimsuchte. Diese Flüchtigkeit, die wie feiner Sand durch seine Finger rieselte, die ihm nichts Greifbares hinterließ außer der bittersüßen Erinnerung daran, wie leicht sich die Welt für einen Augenblick anfühlen konnte.<br />
<br />
Er wählte nicht den Weg zu dem bekannten Bordell. Vielleicht war es Sturheit, vielleicht etwas anderes – eine leise, nagende Weigerung, sich einzugestehen, dass sie ihn auf eine Weise faszinierte, die er nicht begreifen wollte. Denn was würde es bedeuten, das zuzugeben? Es würde bedeuten, sich einzugestehen, dass er etwas gefunden hatte, das ihm seit Jahren fremd gewesen war. Und das in der Gesellschaft einer Frau, die die Welt als Hure bezeichnen würde. Eine Frau, deren Nähe ihm mehr geboten hatte als flüchtige Wärme.<br />
Doch dieser Frieden war trügerisch. So flüchtig wie der Duft von fremden Gewürzen in einer windigen Gasse, so unmöglich zu halten wie das Meer, das sich vor Dharan al-Bahr erstreckte. Und dennoch – es hatte ihn berührt, hatte ihn für einen Moment vergessen lassen, wer und was er war.<br />
<br />
Das war es, was ihn zögern ließ. Was ihn dazu brachte, einen anderen Pfad zu wählen. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst vor der Wahrheit, die er in ihrer Nähe zu finden glaubte.<br />
<br />
Caeus stieß die knarrende Tür der nächsten Taverne auf, und ein Schwall von Gerüchen drang ihm entgegen, riss ihn gnadenlos aus seinen Gedanken. Schweiß, schwer und beißend, vermischte sich mit dem säuerlichen Dunst von Alkohol. Doch darüber lag der allgegenwärtige Duft der Gewürze, die Dharan al-Bahr durchdrangen – ein warmer, süßer Hauch von Zimt und Kardamom, gemischt mit der Schärfe von Pfeffer und der geheimnisvollen Bitterkeit unbekannter Kräuter. Dieser seltsame Cocktail schien die Luft selbst zu durchtränken, drang ihm in die Nase, auf die Zunge, ließ ihn unwillkürlich den Kopf schütteln, als wollte er einen klaren Gedanken fassen. Aber vielleicht war das genau das, was er brauchte: Ablenkung. Etwas, das die leise Unruhe in seinem Inneren übertönte, die ihm nachhing, seit er beschlossen hatte, einen anderen Weg zu gehen.<br />
Er trat tiefer ein, ließ den Lärm und das warme, flackernde Licht der Kerzen seine Sinne einnehmen. Mit einem letzten, kaum wahrnehmbaren Seufzen schob er die Tür hinter sich zu und machte sich auf, dem Chaos dieses Ortes für eine Weile nachzugeben.<br />
<br />
Sondierend glitt sein Blick durch den Raum, als suche er nach einem bekannten Gesicht. Doch das war Unsinn. Natürlich tat er das nicht. Der Anführer der Bruderschaft würde kaum in einer Taverne wie dieser jemanden erwarten, den er kannte – geschweige denn einen seiner Kunden. Und doch ... etwas in ihm blieb wachsam, wie ein Raubtier, das Instinktiv auf einen Laut in der Dunkelheit lauscht.<br />
<br />
Und dann fror er ein.<br />
Für den Bruchteil einer Sekunde.<br />
<br />
Sein Atem stockte kaum merklich, als er das Haar entdeckte – blond, beinahe weiß, wie ein Streifen Mondlicht in der dumpfen Helligkeit des Raumes. Ein Anblick, der sich mit einer Macht in seinen Geist brannte, die ihn fast erschreckte. Er hatte diese Farbe, diese Struktur schon seit Jahren nicht mehr gesehen, und doch – er erinnerte sich, als wäre es gestern gewesen. Erinnerte sich an den Hauch von vertrautem Duft, an die seltsam fesselnde Mischung aus Weichheit und Stärke, die ihm wie ein unauslöschliches Echo aus einer anderen Zeit blieb.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vanja.</span><br />
<br />
Das Wort formte sich in seinem Kopf, wie ein ferner Klang, der durch die Jahre hallte. Zwölf? Dreizehn Jahre? So lange war es her, und doch wirkte die Erinnerung lebendig, greifbar. Eine Flut aus Bildern und alten Gefühlen stürzten auf ihn ein. Doch Caeus wäre nicht Caeus, wenn der Schock ihn länger als einen Wimpernschlag in die Knie gezwungen hätte. Er war ein Mann, der gelernt hatte, selbst in den unberechenbarsten Momenten die Kontrolle zu wahren. Das Flackern von Emotion in seinen Augen verging so schnell, wie es gekommen war, verdrängt von einem Hauch von Neugier, gemischt mit der altbekannten Selbstsicherheit, die ihm eigen war.<br />
<br />
Mit zielstrebigen Schritten überbrückte er den Raum, ein leichtes, beinahe herausforderndes Lächeln auf seinen Lippen. Als er schließlich vor ihr stand, musterten seine Augen sie. Sie war gealtert, ja, aber nicht auf eine Weise, die etwas von ihrer Präsenz genommen hätte. Im Gegenteil. Die Linien ihres Gesichts erzählten Geschichten, die sie nur noch eindrucksvoller machten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Vanja.“</span>, sagte er, ihre Augen suchend. Der Klang ihres Namens auf seinen Lippen war wie ein Schlüssel zu einer Tür, die seit Jahren verschlossen war.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Als wäre es gestern gewesen...“</span><br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[A Drop of Life]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=592</link>
			<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 09:09:55 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=26">Devan Naharis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=592</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/e9/4f/13/e94f13578280aacd19e63263ab496485.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Ask the Desert<br />
<div style="font-size:18px;">For the Cost of Rain</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/e1b5d79d08c0f9baa02b7e8e5ac68921/253ef42cfbe679b2-d8/s540x810/a2152a49306764002e7518ffe0d1cb1e1970479b.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die Schönheit der Wüste ließ sich nicht an ihrer Prächtigkeit messen oder der schieren Gewaltigkeit von Nichts, wenn Düne um Düne am Horizont die letzten Sonnenstrahlen verschluckten. Was man in der Hauptstadt als schön betitelte, die bunten Farben, die paradiesischen Gärten mit Vogelzwitschern, mit all dem konnte die Wüste nicht dienen, und viele fanden es erschreckend, wie arm sie an Leben war, wie unbarmherzig sie jeden Funken verschluckte und nicht zurückgab. Dabei war es die <i>Abwesenheit von Leben</i>, die sie so schön machte. Die Stille, weil kein Vogel zwitscherte, keine Ratte durch Dreck kroch, kein Wind durch die Gassen fegte; hier war man gezwungen, sich zu finden und mit sich in Einklang zu sein. <br />
Wenn man die Wüste fragte, würde sie wahrscheinlich antworten, sie käme gut ohne Lebewesen zurecht, aber hin und wieder waren es doch genau jene Lebewesen, die sich in die Wüste verirrten und dort einnisteten. In der Windstille verriet eine Spur im Sand, dass sich ein Tier aus dem Sand grub und der Hitze strotzte, hier hörte man es einer Felsspalte kriechen, und die Wüste? Sie akzeptierte jene, die willens genug waren, sich ihren Bedingungen anzupassen und den Umständen zum Trotz zu überleben. <i>Das</i> hatte eine ganz eigene Schönheit an sich, die keine Stadt des Kontinents je würde replizieren können.<br />
<br />
Fast lautlos bewegten sie sich über den Sandstein, so daran gewöhnt, das Gewicht gleichsam zu verlagern, dass sie in der ruhigen Geräuschkulisse kaum als Störung wahrgenommen wurden. Für Devan war die Wüste sein Zuhause, ein Überbleibsel aus den Schatten seiner Kindheit, die heute besonders lange Strecken schlugen. In dem Schein des fast vollen Mondes brauchten sie keine Fackeln, um sich zurechtzufinden, genauso wenig wie Zariyah jemanden brauchte, der sie über die Dünen und Steppen an ihr Ziel leitete. Knapp hinter ihr zurückgefallen, betrachtete Devan den schmalen Rücken mit den knochigen, sehnigen Schultern, die durch die sandfarbenen Stoffbahnen prominent hervorlugten. Ihre schweren Locken waren sorgfältig nach hinten gesteckt, um ihr nicht lästig ins Gesicht zu fallen - genau in der gleichen Manier, wie er pflegte, seine Haare in der Wüste nach hinten zu stecken. Sicher bewegte sie sich auf dem Sand, bis er hartem Stein wich, und Devan trat in ihre Fußstapfen, weil Zariyah sie genauso sicher setzte, wie er sie setzen würde. Eine Armlänge trennte sie voneinander, die sich auch nicht dezimierte, als sie plötzlich stehen blieb und jeder andere vermutlich in sie reingelaufen wäre. Jeder andere, der nicht Devan hieß und nun einen Blick über ihre Schulter warf auf den Felsen, der sich vor ihnen auftürmte.<br />
<font color="#BAA7A4">“Sind wir da?”</font>, fragte er in die Stille hinein, seine Stimme durch den Stoff vor seinem Gesicht leicht gedämpft. Sein Blick kletterte hoch an dem großen, nackten Felsen, der das Mondlicht abschirmte und einen großen, schwarzen Schatten vor ihre beiden Füße warf, dann richtete er sich wieder auf die junge Frau vor ihm. Noch bevor sie ihren Weg fortsetzen konnte, legte sich seine Hand auf ihre Schulter und hinderte sie an ihrem Vorhaben. Ohne Worte nickte er auf die Stelle vor ihr.<br />
Ein kleiner Skorpion krabbelte über den Boden an ihnen vorbei, genau den Weg kreuzend, den Zariyah mit ihrer Fußsohle gewählt hätte. Devan, der Lebewesen durchaus schätzte, würde nicht einfach seine Vorstellung von Gleichgewicht wegwerfen und dem Tier ein schnelles Ende bereiten. Nicht, wenn es nicht notwendig war. Nicht, wenn Skorpione - im Gegensatz zu Menschen - den Regeln der Wüste nicht strotzen, sondern sich ihnen anpassten.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/e9/4f/13/e94f13578280aacd19e63263ab496485.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Ask the Desert<br />
<div style="font-size:18px;">For the Cost of Rain</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/e1b5d79d08c0f9baa02b7e8e5ac68921/253ef42cfbe679b2-d8/s540x810/a2152a49306764002e7518ffe0d1cb1e1970479b.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die Schönheit der Wüste ließ sich nicht an ihrer Prächtigkeit messen oder der schieren Gewaltigkeit von Nichts, wenn Düne um Düne am Horizont die letzten Sonnenstrahlen verschluckten. Was man in der Hauptstadt als schön betitelte, die bunten Farben, die paradiesischen Gärten mit Vogelzwitschern, mit all dem konnte die Wüste nicht dienen, und viele fanden es erschreckend, wie arm sie an Leben war, wie unbarmherzig sie jeden Funken verschluckte und nicht zurückgab. Dabei war es die <i>Abwesenheit von Leben</i>, die sie so schön machte. Die Stille, weil kein Vogel zwitscherte, keine Ratte durch Dreck kroch, kein Wind durch die Gassen fegte; hier war man gezwungen, sich zu finden und mit sich in Einklang zu sein. <br />
Wenn man die Wüste fragte, würde sie wahrscheinlich antworten, sie käme gut ohne Lebewesen zurecht, aber hin und wieder waren es doch genau jene Lebewesen, die sich in die Wüste verirrten und dort einnisteten. In der Windstille verriet eine Spur im Sand, dass sich ein Tier aus dem Sand grub und der Hitze strotzte, hier hörte man es einer Felsspalte kriechen, und die Wüste? Sie akzeptierte jene, die willens genug waren, sich ihren Bedingungen anzupassen und den Umständen zum Trotz zu überleben. <i>Das</i> hatte eine ganz eigene Schönheit an sich, die keine Stadt des Kontinents je würde replizieren können.<br />
<br />
Fast lautlos bewegten sie sich über den Sandstein, so daran gewöhnt, das Gewicht gleichsam zu verlagern, dass sie in der ruhigen Geräuschkulisse kaum als Störung wahrgenommen wurden. Für Devan war die Wüste sein Zuhause, ein Überbleibsel aus den Schatten seiner Kindheit, die heute besonders lange Strecken schlugen. In dem Schein des fast vollen Mondes brauchten sie keine Fackeln, um sich zurechtzufinden, genauso wenig wie Zariyah jemanden brauchte, der sie über die Dünen und Steppen an ihr Ziel leitete. Knapp hinter ihr zurückgefallen, betrachtete Devan den schmalen Rücken mit den knochigen, sehnigen Schultern, die durch die sandfarbenen Stoffbahnen prominent hervorlugten. Ihre schweren Locken waren sorgfältig nach hinten gesteckt, um ihr nicht lästig ins Gesicht zu fallen - genau in der gleichen Manier, wie er pflegte, seine Haare in der Wüste nach hinten zu stecken. Sicher bewegte sie sich auf dem Sand, bis er hartem Stein wich, und Devan trat in ihre Fußstapfen, weil Zariyah sie genauso sicher setzte, wie er sie setzen würde. Eine Armlänge trennte sie voneinander, die sich auch nicht dezimierte, als sie plötzlich stehen blieb und jeder andere vermutlich in sie reingelaufen wäre. Jeder andere, der nicht Devan hieß und nun einen Blick über ihre Schulter warf auf den Felsen, der sich vor ihnen auftürmte.<br />
<font color="#BAA7A4">“Sind wir da?”</font>, fragte er in die Stille hinein, seine Stimme durch den Stoff vor seinem Gesicht leicht gedämpft. Sein Blick kletterte hoch an dem großen, nackten Felsen, der das Mondlicht abschirmte und einen großen, schwarzen Schatten vor ihre beiden Füße warf, dann richtete er sich wieder auf die junge Frau vor ihm. Noch bevor sie ihren Weg fortsetzen konnte, legte sich seine Hand auf ihre Schulter und hinderte sie an ihrem Vorhaben. Ohne Worte nickte er auf die Stelle vor ihr.<br />
Ein kleiner Skorpion krabbelte über den Boden an ihnen vorbei, genau den Weg kreuzend, den Zariyah mit ihrer Fußsohle gewählt hätte. Devan, der Lebewesen durchaus schätzte, würde nicht einfach seine Vorstellung von Gleichgewicht wegwerfen und dem Tier ein schnelles Ende bereiten. Nicht, wenn es nicht notwendig war. Nicht, wenn Skorpione - im Gegensatz zu Menschen - den Regeln der Wüste nicht strotzen, sondern sich ihnen anpassten.<br />
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