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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Farynn - Das Herbstland]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 13:26:19 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Like the high tide takes the sand]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=823</link>
			<pubDate>Sat, 20 Dec 2025 00:13:41 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=170">Maebh Fraser</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=823</guid>
			<description><![CDATA[Der Regen hatte aufgehört, der Sturm hatte offenbar an Kraft verloren. Die Luft war immer noch aufgeladen von dem Gewitter und der Wind peitschte noch ganz ordentlich, sodass die Fürstin keineswegs zunächst den Weg nach drinnen suchte um sich aufzuwärmen und hübsch zu machen, sondern mit wildem Haar und so wie sie von dem Ausritt war, in Richtung der Gärten lief.<br />
Sie wusste, dass Eanruig vermutlich gerade dort war. Dass er die Luft dort genoss und sich vielleicht ein wenig Ruhe gönnte, um sich vom lauten Tagesgeschäft zu erholen.<br />
Außerdem trafen sie sich abends genau dort. Schon seit ein paar Wochen war das so. Wenn sie sich den ganzen Tag noch nicht gesehen hatten, dann sah sie ihn meistens dort.<br />
<br />
Das erste, was sie hörte, war die helle Kinderstimme ihres Sohnes. Und als sie um die Ecke trat sah sie ihn, in einem der Kettenhemden – das sicher viel zu schwer für ihn war und eindeutig zu groß – einen ebenso viel zu großen Helm auf den Kopf mit einem Holzschwert gegen einen unsichtbaren Gegner kämpfend, während sein Vater ihm gegenüber stand.<br />
Maebh blieb stehen und betrachtete die Szene. Ein warmes Lächeln malte sich auf ihre jungen Züge und sie hatte keineswegs vor, die Interaktion zu stören. Viel mehr wollte sie diese beobachten und sich an dem Anblick erfreuen.<br />
Ihr Sohn schleppte sich so elegant es ihm eben möglich war vorwärts und riss das Schwert nach oben.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Siehsu Papa?“</span>, krähte er begeistert und kippte auch nur fast wie ein Brett nach vorne, weil er mit dem Kettenhemd kaum vom Fleck kam. Das positive daran war allerdings auch, dass er nicht tatsächlich hinfiel, weil das meiste an Gewicht ohnehin hinten hing.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Is bin son voll der droße Drieger!“</span>, erklärte Aedán und schwankte ein Stück zur Seite, wobei ihm das Kettenhemd über die noch viel zu schmalen Schultern rutschte und so dafür sorgte, dass die Gleichgewichtsverteilung des Vierjährigen plötzlich nicht mehr so ganz funktionierte.<br />
Sie sah, wie ihr Sohn plötzlich zur Seite kippte und eilte vorwärts. <br />
<br />
Es waren zwei paar Hände die das Kind auffingen und so war sie ihrem Mann plötzlich näher, als erwartet. Einer Eingebung Folge leistend setzte sie zuerst Eanruig und dann ihrem Sohn einen Kuss auf die Nase und knuddelte Aedán, als dieser begeistert zu erzählen begann, dass er ein Krieger war.<br />
Wie Papa.<br />
Ein großer Kämpfer mit einem Schwert und ganz viel Kraft und überhaupt gewann er jede Schlacht.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich sehe, ihr seid beschäftigt“</span>, schmunzelte sie und fuhr ihrem Sohn sanft übers Haar, während er munter weiter brabbelte. Nun aber nicht mehr mit seinen Eltern sondern eher mit seiner Umgebung und allem, was ihm zuhörte. Oder eben nicht. Es machte im Grunde keinen Unterschied, denn er sauste schon wieder los, wild mit dem Holzschwert wedelnd und den großen Baum in der Mitte des Gartens bekämpfend, dessen Äste sich wie ein schützendes Dache über ihnen ausbreiteten.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich wollte mit dir sprechen“</span>, stellte sie an ihren Mann gewandt fest und drängte so die Kinderkampfrufe ein wenig in den Hintergrund, während ihre Finger nach den seinen fassten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich habe eben Muírín getroffen. Sie hat sich für ihr Verhalten gestern abend entschuldigt und gefragt, ob wir ihr eine zweite Chance geben, den ersten Eindruck zu revidieren und bat um ein weiters Abendessen, vielleicht zu dritt? Ich … denke, das ist eine gute Idee. Sie fühlt sich einsam, Eanruig. Und ich wünsche mir, dass sie sich hier zu Hause fühlen kann.“<br />
</span>Anders, als sie das am Anfang getan hatte. <br />
Aufmerksam musterte sie ihn.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Was sagst du?“</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Regen hatte aufgehört, der Sturm hatte offenbar an Kraft verloren. Die Luft war immer noch aufgeladen von dem Gewitter und der Wind peitschte noch ganz ordentlich, sodass die Fürstin keineswegs zunächst den Weg nach drinnen suchte um sich aufzuwärmen und hübsch zu machen, sondern mit wildem Haar und so wie sie von dem Ausritt war, in Richtung der Gärten lief.<br />
Sie wusste, dass Eanruig vermutlich gerade dort war. Dass er die Luft dort genoss und sich vielleicht ein wenig Ruhe gönnte, um sich vom lauten Tagesgeschäft zu erholen.<br />
Außerdem trafen sie sich abends genau dort. Schon seit ein paar Wochen war das so. Wenn sie sich den ganzen Tag noch nicht gesehen hatten, dann sah sie ihn meistens dort.<br />
<br />
Das erste, was sie hörte, war die helle Kinderstimme ihres Sohnes. Und als sie um die Ecke trat sah sie ihn, in einem der Kettenhemden – das sicher viel zu schwer für ihn war und eindeutig zu groß – einen ebenso viel zu großen Helm auf den Kopf mit einem Holzschwert gegen einen unsichtbaren Gegner kämpfend, während sein Vater ihm gegenüber stand.<br />
Maebh blieb stehen und betrachtete die Szene. Ein warmes Lächeln malte sich auf ihre jungen Züge und sie hatte keineswegs vor, die Interaktion zu stören. Viel mehr wollte sie diese beobachten und sich an dem Anblick erfreuen.<br />
Ihr Sohn schleppte sich so elegant es ihm eben möglich war vorwärts und riss das Schwert nach oben.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Siehsu Papa?“</span>, krähte er begeistert und kippte auch nur fast wie ein Brett nach vorne, weil er mit dem Kettenhemd kaum vom Fleck kam. Das positive daran war allerdings auch, dass er nicht tatsächlich hinfiel, weil das meiste an Gewicht ohnehin hinten hing.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Is bin son voll der droße Drieger!“</span>, erklärte Aedán und schwankte ein Stück zur Seite, wobei ihm das Kettenhemd über die noch viel zu schmalen Schultern rutschte und so dafür sorgte, dass die Gleichgewichtsverteilung des Vierjährigen plötzlich nicht mehr so ganz funktionierte.<br />
Sie sah, wie ihr Sohn plötzlich zur Seite kippte und eilte vorwärts. <br />
<br />
Es waren zwei paar Hände die das Kind auffingen und so war sie ihrem Mann plötzlich näher, als erwartet. Einer Eingebung Folge leistend setzte sie zuerst Eanruig und dann ihrem Sohn einen Kuss auf die Nase und knuddelte Aedán, als dieser begeistert zu erzählen begann, dass er ein Krieger war.<br />
Wie Papa.<br />
Ein großer Kämpfer mit einem Schwert und ganz viel Kraft und überhaupt gewann er jede Schlacht.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich sehe, ihr seid beschäftigt“</span>, schmunzelte sie und fuhr ihrem Sohn sanft übers Haar, während er munter weiter brabbelte. Nun aber nicht mehr mit seinen Eltern sondern eher mit seiner Umgebung und allem, was ihm zuhörte. Oder eben nicht. Es machte im Grunde keinen Unterschied, denn er sauste schon wieder los, wild mit dem Holzschwert wedelnd und den großen Baum in der Mitte des Gartens bekämpfend, dessen Äste sich wie ein schützendes Dache über ihnen ausbreiteten.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich wollte mit dir sprechen“</span>, stellte sie an ihren Mann gewandt fest und drängte so die Kinderkampfrufe ein wenig in den Hintergrund, während ihre Finger nach den seinen fassten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich habe eben Muírín getroffen. Sie hat sich für ihr Verhalten gestern abend entschuldigt und gefragt, ob wir ihr eine zweite Chance geben, den ersten Eindruck zu revidieren und bat um ein weiters Abendessen, vielleicht zu dritt? Ich … denke, das ist eine gute Idee. Sie fühlt sich einsam, Eanruig. Und ich wünsche mir, dass sie sich hier zu Hause fühlen kann.“<br />
</span>Anders, als sie das am Anfang getan hatte. <br />
Aufmerksam musterte sie ihn.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Was sagst du?“</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Von schlechten Entscheidungen und ein wenig Liebe]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=801</link>
			<pubDate>Sun, 24 Aug 2025 17:54:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=171">Eanruig Fraser</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=801</guid>
			<description><![CDATA[<div style="width: 550px; text-align: justify; margin: auto;"> Hinter seinen Schläfen hatte sich ein feiner, aber konstanter Schmerz festgesetzt. Ein Pochen, das jeden seiner Herzschläge widerspiegelte, das in seiner Brust schlug. Konstant und unwiderruflich. Eanruig presste Zeige- und Mittelfinger der linken Hand gegen seine Schläfe, bis die Fingerspitzen weiß wurden, und wandte den Blick seiner blauen Augen von den knisternden Scheiten ab, die von züngelnden Flammenzungen verzehrt wurden. Die Stille im Raum war wohltuend und doch wog sie schwer wie das vorangegangene Abendessen, das sich wie ein Schatten an ihm festgebissen und in ihm Zweifel wachgerufen hatte, die viel tiefer schnitten als jede Klinge. Sein Daumen der rechten Hand fand den Siegelring seiner Familie, seines Erbes, und drückte gegen das darin eingelassene Siegel, während die Stille in seinen Ohren zu dröhnen begann und seine Züge eine Ernsthaftigkeit annahmen, die doch schwerer wog als üblich. Seine Stirn hatte sich in feine Falten gelegt, während er in Gedanken das vorangegangene Essen revuepassieren ließ und sich erneut fragte, ob es gut genug gewesen war, ob <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> gut genug gewesen war. Hinsichtlich seiner Entscheidung gegenüber die zukünftige Ehe seines Sohnes über die getroffene Wahl. Die Wahl, die mit solch spitzer und fast derber Zunge gesprochen hatte, dass es ihm seltsam schwergefallen war, zu schweigen und Cathal die Antworten zu überlassen, diesen … Kampf, der kein wirklicher Kampf, aber zumindest ein Schlagabtausch gewesen war und kein wirklich guter Boden für die anstehende Eheschließung in zwei Tagen. Vielleicht hatte er einen Fehler begangen, vielleicht hätte er seinem Sohn mehr Entscheidungsfreiheiten dabei belassen oder zumindest mehrere potenzielle junge Frauen in Betracht ziehen sollen und am Ende Cathal entscheiden lassen, um diejenige auszuwählen, die ihm am angenehmsten wäre. Immerhin würde er sein restliches Leben mit ihr verbringen, würde der Mutter dieser Ehe gesonnen gegenüberstehen. <br />
<br />
Ein Seufzen verließ seine Lippen und er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, das von Müdigkeit gezeichnet war und einer Schwere, die von einer nie endenden Pflicht herrührte, die ihn mehr bannte, als es jemals etwas anderes geschafft hätte. Ganz gleich, ob es nun ein Fehler gewesen war oder nicht, es war nicht mehr abzuwenden, nein, wahrlich nicht mehr. In kaum zwei Tagen würde Hochzeit gefeiert werden und bis dahin galt es zu hoffen, hoffen, dass das Mädchen, das er Cathal zu Frau geben würde, das wäre, was man ihm berichtet hatte, das, was Tiarnan Henaghen ihm über seine Tochter erzählt hatte, der Wahrheit entsprach und nicht nur die Aussicht auf eine gute Partie, wenn gleich, wenn es danach gegangen wäre, es wohl noch umso mehr potenzielle Kandidatinnen gegeben hätte, wenn Eanruig sich dazu durchgerungen hätte, außerhalb der Herbst- oder Winterlande zu suchen, aber das … das war ein Thema für sich und es gab gute Gründe, warum man es lieber unter sich ließ. Stets und immer. Selbst wenn dies manchmal bedeutete, dass man sich damit mehr Plage als Freude einheimste, ja, selbst dann.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="width: 550px; text-align: justify; margin: auto;"> Hinter seinen Schläfen hatte sich ein feiner, aber konstanter Schmerz festgesetzt. Ein Pochen, das jeden seiner Herzschläge widerspiegelte, das in seiner Brust schlug. Konstant und unwiderruflich. Eanruig presste Zeige- und Mittelfinger der linken Hand gegen seine Schläfe, bis die Fingerspitzen weiß wurden, und wandte den Blick seiner blauen Augen von den knisternden Scheiten ab, die von züngelnden Flammenzungen verzehrt wurden. Die Stille im Raum war wohltuend und doch wog sie schwer wie das vorangegangene Abendessen, das sich wie ein Schatten an ihm festgebissen und in ihm Zweifel wachgerufen hatte, die viel tiefer schnitten als jede Klinge. Sein Daumen der rechten Hand fand den Siegelring seiner Familie, seines Erbes, und drückte gegen das darin eingelassene Siegel, während die Stille in seinen Ohren zu dröhnen begann und seine Züge eine Ernsthaftigkeit annahmen, die doch schwerer wog als üblich. Seine Stirn hatte sich in feine Falten gelegt, während er in Gedanken das vorangegangene Essen revuepassieren ließ und sich erneut fragte, ob es gut genug gewesen war, ob <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> gut genug gewesen war. Hinsichtlich seiner Entscheidung gegenüber die zukünftige Ehe seines Sohnes über die getroffene Wahl. Die Wahl, die mit solch spitzer und fast derber Zunge gesprochen hatte, dass es ihm seltsam schwergefallen war, zu schweigen und Cathal die Antworten zu überlassen, diesen … Kampf, der kein wirklicher Kampf, aber zumindest ein Schlagabtausch gewesen war und kein wirklich guter Boden für die anstehende Eheschließung in zwei Tagen. Vielleicht hatte er einen Fehler begangen, vielleicht hätte er seinem Sohn mehr Entscheidungsfreiheiten dabei belassen oder zumindest mehrere potenzielle junge Frauen in Betracht ziehen sollen und am Ende Cathal entscheiden lassen, um diejenige auszuwählen, die ihm am angenehmsten wäre. Immerhin würde er sein restliches Leben mit ihr verbringen, würde der Mutter dieser Ehe gesonnen gegenüberstehen. <br />
<br />
Ein Seufzen verließ seine Lippen und er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, das von Müdigkeit gezeichnet war und einer Schwere, die von einer nie endenden Pflicht herrührte, die ihn mehr bannte, als es jemals etwas anderes geschafft hätte. Ganz gleich, ob es nun ein Fehler gewesen war oder nicht, es war nicht mehr abzuwenden, nein, wahrlich nicht mehr. In kaum zwei Tagen würde Hochzeit gefeiert werden und bis dahin galt es zu hoffen, hoffen, dass das Mädchen, das er Cathal zu Frau geben würde, das wäre, was man ihm berichtet hatte, das, was Tiarnan Henaghen ihm über seine Tochter erzählt hatte, der Wahrheit entsprach und nicht nur die Aussicht auf eine gute Partie, wenn gleich, wenn es danach gegangen wäre, es wohl noch umso mehr potenzielle Kandidatinnen gegeben hätte, wenn Eanruig sich dazu durchgerungen hätte, außerhalb der Herbst- oder Winterlande zu suchen, aber das … das war ein Thema für sich und es gab gute Gründe, warum man es lieber unter sich ließ. Stets und immer. Selbst wenn dies manchmal bedeutete, dass man sich damit mehr Plage als Freude einheimste, ja, selbst dann.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I'm still holdin' on to everything that's dead and gone]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=794</link>
			<pubDate>Sun, 03 Aug 2025 16:27:11 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=22">Muirín Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=794</guid>
			<description><![CDATA[Der flüsternde Wind zupfte an den roten Locken der jungen Frau. Immer wieder wurden ihr einzelne lose Strähnen ins Gesichts gepustet, doch sie blieb sitzen - ähnlich wie die Felsen, für die Kenmara bekannt war. Die steilen Klippen, die direkt hinter der Burg abfielen, hatten eine gewisse Faszination auf die junge Frau ausgeübt. Ungebeugt, thronend und still lagen sie da, hielten dem eisigen Wasser des Meeres stand. Nachdem sie minutenlang dagestanden hatte und nur aufs Wasser hinaus geblickt hatte, hatte sie sich irgendwann ein paar Meter zurück gezogen und sich auf eine ebenfalls steinerne Bank gesetzt. Es war das erste Mal, dass sie das Meer gesehen hat. Das erste Mal, dass sie das Salz auf der Zunge schmeckte und den Wind in ihren Haaren spürte. Ishcateslieve war etwas völlig anderes. Weniger rau, etwas wärmer und etwas liebevoller. Vielleicht lag es aber auch an den Menschen, von denen sie bis vor wenigen Tagen umgeben war. Die Familie Fraser schien genauso unzähmbar zu sein, wie es das Meer war. Sie nahm einen tiefen Atemzug, saugte ihre Lungen voll mit Meerluft und versuchte ein paar Sekunden die Luft anzuhalten, ehe sie sie wieder hinaus strömen ließ. <br />
<br />
In ihrem ganzen Leben hat sich die junge Prinzessin noch nie so einsam gefühlt, wie sie es jetzt in dem Moment tat. Während sie den rauen Wellen lauschte, wie sie beständig gegen die Klippen prallten, knete sie ihre Hände, die in ihrem Schoß lagen und versuchte einen ruhigen Kopf zu bewahren. Nicht einmal nach dem Tod ihrer Mutter hatte sie sich so gefühlt. Damals waren da Menschen um sie herum gewesen, denen es genauso ergangen war. Die genauso litten und sich gegenseitig stützen konnten. Jetzt, hier in Kenmara, gab es nur sie. Ihr zukünftiger Ehemann hatte sie nach dem katastrophalen Abendessen gestern vermutlich schon längst abgeschrieben und die Familie, in die einheiratete, hielt von ihr vermutlich so viel, wie von einem Insekt auf der Kleidung. Die Rothaarige seufzte. Die Tränen, die sich in ihren Augen sammelten, blinzelte sie schnell wieder weg. Sie würde das hier durchstehen. Sie würde auch die Hochzeit, die für den morgigen Tag geplant war, überleben. Einen Schritt nach dem anderen. Heute würde sie die Probleme von morgen und von den nächsten Wochen sicher nicht lösen können, also brachte es nichts sich in Gedankenspielereien zu verlieren. <br />
<br />
Obwohl ihr mittlerweile ganz schön kalt geworden war und ihre Haare nass an ihrer Stirn klebten, weil die Gischt doch auch noch bis zur Bank reichte, wollte sie diesen Platz noch nicht aufgeben und gehen. Die Natur tat ihr gut. Obwohl sie nie besonders abenteuerlich gewesen war und selten Interesse an irgendetwas gezeigt hatte, spürte sie doch eine gewisse Verbundenheit zu dieser Freiheit, die ihr hier vermittelt wurde. Natürlich war ihr klar, dass sie nicht wirklich frei war. Dass diese Hochzeit morgen genau das Gegenteil bedeuten würde. Doch was das Fürstentum an sich anging, stellte sie in diesem Moment fest, hätte sie es deutlich schlechter treffen können. Außerdem liebte sie das Herbstland für sein unbeständiges Wetter, den vielen Regen und die grauen Tage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der flüsternde Wind zupfte an den roten Locken der jungen Frau. Immer wieder wurden ihr einzelne lose Strähnen ins Gesichts gepustet, doch sie blieb sitzen - ähnlich wie die Felsen, für die Kenmara bekannt war. Die steilen Klippen, die direkt hinter der Burg abfielen, hatten eine gewisse Faszination auf die junge Frau ausgeübt. Ungebeugt, thronend und still lagen sie da, hielten dem eisigen Wasser des Meeres stand. Nachdem sie minutenlang dagestanden hatte und nur aufs Wasser hinaus geblickt hatte, hatte sie sich irgendwann ein paar Meter zurück gezogen und sich auf eine ebenfalls steinerne Bank gesetzt. Es war das erste Mal, dass sie das Meer gesehen hat. Das erste Mal, dass sie das Salz auf der Zunge schmeckte und den Wind in ihren Haaren spürte. Ishcateslieve war etwas völlig anderes. Weniger rau, etwas wärmer und etwas liebevoller. Vielleicht lag es aber auch an den Menschen, von denen sie bis vor wenigen Tagen umgeben war. Die Familie Fraser schien genauso unzähmbar zu sein, wie es das Meer war. Sie nahm einen tiefen Atemzug, saugte ihre Lungen voll mit Meerluft und versuchte ein paar Sekunden die Luft anzuhalten, ehe sie sie wieder hinaus strömen ließ. <br />
<br />
In ihrem ganzen Leben hat sich die junge Prinzessin noch nie so einsam gefühlt, wie sie es jetzt in dem Moment tat. Während sie den rauen Wellen lauschte, wie sie beständig gegen die Klippen prallten, knete sie ihre Hände, die in ihrem Schoß lagen und versuchte einen ruhigen Kopf zu bewahren. Nicht einmal nach dem Tod ihrer Mutter hatte sie sich so gefühlt. Damals waren da Menschen um sie herum gewesen, denen es genauso ergangen war. Die genauso litten und sich gegenseitig stützen konnten. Jetzt, hier in Kenmara, gab es nur sie. Ihr zukünftiger Ehemann hatte sie nach dem katastrophalen Abendessen gestern vermutlich schon längst abgeschrieben und die Familie, in die einheiratete, hielt von ihr vermutlich so viel, wie von einem Insekt auf der Kleidung. Die Rothaarige seufzte. Die Tränen, die sich in ihren Augen sammelten, blinzelte sie schnell wieder weg. Sie würde das hier durchstehen. Sie würde auch die Hochzeit, die für den morgigen Tag geplant war, überleben. Einen Schritt nach dem anderen. Heute würde sie die Probleme von morgen und von den nächsten Wochen sicher nicht lösen können, also brachte es nichts sich in Gedankenspielereien zu verlieren. <br />
<br />
Obwohl ihr mittlerweile ganz schön kalt geworden war und ihre Haare nass an ihrer Stirn klebten, weil die Gischt doch auch noch bis zur Bank reichte, wollte sie diesen Platz noch nicht aufgeben und gehen. Die Natur tat ihr gut. Obwohl sie nie besonders abenteuerlich gewesen war und selten Interesse an irgendetwas gezeigt hatte, spürte sie doch eine gewisse Verbundenheit zu dieser Freiheit, die ihr hier vermittelt wurde. Natürlich war ihr klar, dass sie nicht wirklich frei war. Dass diese Hochzeit morgen genau das Gegenteil bedeuten würde. Doch was das Fürstentum an sich anging, stellte sie in diesem Moment fest, hätte sie es deutlich schlechter treffen können. Außerdem liebte sie das Herbstland für sein unbeständiges Wetter, den vielen Regen und die grauen Tage.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Spoken in embers]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=740</link>
			<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 19:06:30 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=157">Moira Fraser</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=740</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/nMHnpppx/moira-szene.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Der Wind vom Meer hatte seinen salzigen Atem tief in die Mauern der Burg getragen, und die grauen Steine schienen ihn festzuhalten wie ein altes Versprechen. Es wurde langsam kälter, im zweiten Monat der Ernte, doch Moira begrüßte den Wetterwechsel wie einen lang vermissten Freund.<br />
<br />
Langsam schlenderte sie durch die gewölbten Gänge der Burg. Ihre Finger glitten flüchtig über das kalte Gestein, so, als lauschten sie auf das Echo der Brandung, die an den Fundamenten ihres Zuhauses leckten. Die tiefschwarze Tinte an ihrer rechten Hand war noch nicht ganz trocken – ein schmaler Fleck an der Seite ihres Mittelfingers verriet, dass sie eben erst das Schreiben an Lehnsmann Dunleigh beendet hatte. Eine höfliche, aber unmissverständliche Erinnerung an seine ausstehenden Abgaben. Der Bote war längst fort, das Pergament versiegelt mit dem Wappen ihres Bruders – doch Cathal hatte darum gebeten, ihn darüber zu informieren. <br />
<br />
Also suchte sie ihn. In der Halle hatte man ihn nicht gesehen. Auch nicht in der Bibliothek, wo er manchmal still saß, als könnte er durch das raschelnde Pergament hören, was dort geschrieben stand. Sein Lieblingsort war jedoch woanders – dort, wo die Welt nicht aus Worten bestand, sondern aus Klang, Wind und Widerstand.<br />
<br />
Dann hörte sie es, und sie wusste, sie hatte wieder einmal Recht gehabt: Stimmen, ein dumpfes Aufeinanderprallen, ein kurzes Aufkeuchen, gefolgt von heiserem Gelächter übermütiger Männer. Kampfübungen. Moira beschleunigte ihre Schritte.<br />
<br />
Der Innenhof öffnete sich vor ihr wie ein karges Theater aus Stein und Zielscheiben. Männer standen in einem weiten Kreis, Vasallen ihres Bruders, und gröhlten übermütig. Sie hielten jedoch inne, als sie sie entdeckten und  tuschelten aufgeregt, gaben hastig die Sicht frei auf Cathal, der in der Mitte des improvisierten Turnierrings stand – die Stirn gerunzelt, der Atem flach, der Körper angespannt. Vor ihm lag jemand auf dem Rücken, die Brust hob und senkte sich schnell, und an der Schläfe benetzte eine blutende Wunde sein Gesicht.<br />
<br />
<b>»Bei der Göttin, Cathal …«</b> Moira schob sich mit resolutem Schritt durch die Männer und bedeutete ihnen, dass die Darbietung nun ein Ende hatte. Diese zerstreuten sich schnell, stolperten beinahe übereinander. <b>»Er ist dein Freund, kein Wildschwein aus den Sümpfen.«</b> Cathal drehte nur leicht den Kopf. Seine Lippen zuckten. »Er hat gesagt, ich soll mich nicht zurückhalten.« Moira schnaubte undamenhaft und verdrehte die Augen. Auch wenn Cathal es nicht sehen konnte, seine missmutige Miene ließ sie wissen, dass er durchaus wusste, dass sie es tat. <b>»Du nimmst solche Einladungen immer so wörtlich. Geh und wasch dir das Blut von der Brust, bevor jemand denkt, du hättest den Verstand verloren. Du siehst aus wie von Sinnen.«</b> Ihre Stimme klang tadelnd, aber wer sie kannte, hörte das Lächeln darin. Sie wartete, bis ihr Bruder ihrer schwesterlichen Order Folge leistete. Er spürte ihren Blick, wie immer, und ging zielstrebig, wie es ihm wohl niemand außerhalb dieser Mauern zutraute – fort vom Turnierring, fort von ihr, fort von seinem Freund, der noch immer auf dem Rücken lag.<br />
<br />
Moira seufzte leise, wenn auch schwer und kniete sich dann neben Aodhán. Die Kälte der Steine drang sofort durch die Röcke ihres Gewandes, doch sie beachtete sie kaum. Stattdessen musterte sie den Dunkelhaarigen vor sich, prüfte mit skeptisch verengten Augen die Wunde an seiner Schläfe. Das Blut hatte eine schmale Spur gezogen, entlang seiner Stirn, über die hohe Wange bis zu seinem Ohr. Ihr Blick glitt kurz über seinen nackten Oberkörper, über die schmale Linie des Schweißes, die sich zwischen den Brustmuskeln abzeichnete, über eine alte Narbe, deren Geschichte sie nicht kannte. Moira runzelte die Stirn und richtete schließlich ihren Blick wieder auf sein Gesicht. <br />
<br />
<b>»Also, Henaghen«,</b>, begann sie trocken und mit dem Tonfall einer leidgeprüften Mutter. <b>»War das Teil einer neuen Form der Initiation für das Heiligtum, oder doch nur Dummheit aus alter Freundschaft?«</b> Sie griff behutsam in den weichen Beutel an ihrer Hüfte, zog ein schneeweißes, zusammengefaltetes Tuch hervor, das sie mit einem leisen Zungenschnalzen auseinanderfaltete, sodass ihre gestickten Initialen sichtbar wurden. <b>»Ich hoffe, du hast wenigstens auch ein paar Treffer landen können?«</b> Sanft, aber nachdrücklich presste sie das Tuch gegen seine Schläfe. <b>»Die Blutung steht bald, aber es wird anschwellen. Deine Augen könnten eine Weile asymmetrisch wirken – was dir deine Gespielinnen aber sicher vorübergehend verzeihen werden.«</b> Sie hob den Blick und schob eine feuchte Haarsträhne aus seiner Stirn. <b>»Ich hingegen bin nicht so nachsichtig.«</b><br />
<br />
Sie sagte es mit einem verschmitzten Lächeln – eins, das nur selten zu sehen war, und das niemandem gehörte außer ihrem Bruder. Und Aodhán. Manchmal. Einen Moment verweilte sie so, dann bedeutete sie ihm, ihr das Tuch abzunehmen, bevor sie aufstand. Sie reichte ihm nicht die Hand – sie hatte ihn genug geneckt für einen Tag. Die Sonne stand inzwischen höher, tauchte die Burgmauern in ein weiches Licht, das ihre Schatten länger wirken ließ. <b>»Komm, wir gehen in die Küche, dort finde ich alles, was ich benötigen werde.  Das Mittagessen sollte bereits vorbereitet sein, du kannst dich also beruhigt auf den großen Tisch legen, falls dir schlecht werden sollte.«</b> Vielleicht war es doch noch nicht genug mit der Neckerei. <b>»Dort sind wir unter uns, damit du niemandem erklären musst, dass du in Cathals Faust gelaufen bist.«</b> Sie wandte sich schon halb ab, verbiss sich nun endgültig ein Lachen, wartete aber auf ihn, hoffend, dass er ihr verzieh.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/nMHnpppx/moira-szene.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Der Wind vom Meer hatte seinen salzigen Atem tief in die Mauern der Burg getragen, und die grauen Steine schienen ihn festzuhalten wie ein altes Versprechen. Es wurde langsam kälter, im zweiten Monat der Ernte, doch Moira begrüßte den Wetterwechsel wie einen lang vermissten Freund.<br />
<br />
Langsam schlenderte sie durch die gewölbten Gänge der Burg. Ihre Finger glitten flüchtig über das kalte Gestein, so, als lauschten sie auf das Echo der Brandung, die an den Fundamenten ihres Zuhauses leckten. Die tiefschwarze Tinte an ihrer rechten Hand war noch nicht ganz trocken – ein schmaler Fleck an der Seite ihres Mittelfingers verriet, dass sie eben erst das Schreiben an Lehnsmann Dunleigh beendet hatte. Eine höfliche, aber unmissverständliche Erinnerung an seine ausstehenden Abgaben. Der Bote war längst fort, das Pergament versiegelt mit dem Wappen ihres Bruders – doch Cathal hatte darum gebeten, ihn darüber zu informieren. <br />
<br />
Also suchte sie ihn. In der Halle hatte man ihn nicht gesehen. Auch nicht in der Bibliothek, wo er manchmal still saß, als könnte er durch das raschelnde Pergament hören, was dort geschrieben stand. Sein Lieblingsort war jedoch woanders – dort, wo die Welt nicht aus Worten bestand, sondern aus Klang, Wind und Widerstand.<br />
<br />
Dann hörte sie es, und sie wusste, sie hatte wieder einmal Recht gehabt: Stimmen, ein dumpfes Aufeinanderprallen, ein kurzes Aufkeuchen, gefolgt von heiserem Gelächter übermütiger Männer. Kampfübungen. Moira beschleunigte ihre Schritte.<br />
<br />
Der Innenhof öffnete sich vor ihr wie ein karges Theater aus Stein und Zielscheiben. Männer standen in einem weiten Kreis, Vasallen ihres Bruders, und gröhlten übermütig. Sie hielten jedoch inne, als sie sie entdeckten und  tuschelten aufgeregt, gaben hastig die Sicht frei auf Cathal, der in der Mitte des improvisierten Turnierrings stand – die Stirn gerunzelt, der Atem flach, der Körper angespannt. Vor ihm lag jemand auf dem Rücken, die Brust hob und senkte sich schnell, und an der Schläfe benetzte eine blutende Wunde sein Gesicht.<br />
<br />
<b>»Bei der Göttin, Cathal …«</b> Moira schob sich mit resolutem Schritt durch die Männer und bedeutete ihnen, dass die Darbietung nun ein Ende hatte. Diese zerstreuten sich schnell, stolperten beinahe übereinander. <b>»Er ist dein Freund, kein Wildschwein aus den Sümpfen.«</b> Cathal drehte nur leicht den Kopf. Seine Lippen zuckten. »Er hat gesagt, ich soll mich nicht zurückhalten.« Moira schnaubte undamenhaft und verdrehte die Augen. Auch wenn Cathal es nicht sehen konnte, seine missmutige Miene ließ sie wissen, dass er durchaus wusste, dass sie es tat. <b>»Du nimmst solche Einladungen immer so wörtlich. Geh und wasch dir das Blut von der Brust, bevor jemand denkt, du hättest den Verstand verloren. Du siehst aus wie von Sinnen.«</b> Ihre Stimme klang tadelnd, aber wer sie kannte, hörte das Lächeln darin. Sie wartete, bis ihr Bruder ihrer schwesterlichen Order Folge leistete. Er spürte ihren Blick, wie immer, und ging zielstrebig, wie es ihm wohl niemand außerhalb dieser Mauern zutraute – fort vom Turnierring, fort von ihr, fort von seinem Freund, der noch immer auf dem Rücken lag.<br />
<br />
Moira seufzte leise, wenn auch schwer und kniete sich dann neben Aodhán. Die Kälte der Steine drang sofort durch die Röcke ihres Gewandes, doch sie beachtete sie kaum. Stattdessen musterte sie den Dunkelhaarigen vor sich, prüfte mit skeptisch verengten Augen die Wunde an seiner Schläfe. Das Blut hatte eine schmale Spur gezogen, entlang seiner Stirn, über die hohe Wange bis zu seinem Ohr. Ihr Blick glitt kurz über seinen nackten Oberkörper, über die schmale Linie des Schweißes, die sich zwischen den Brustmuskeln abzeichnete, über eine alte Narbe, deren Geschichte sie nicht kannte. Moira runzelte die Stirn und richtete schließlich ihren Blick wieder auf sein Gesicht. <br />
<br />
<b>»Also, Henaghen«,</b>, begann sie trocken und mit dem Tonfall einer leidgeprüften Mutter. <b>»War das Teil einer neuen Form der Initiation für das Heiligtum, oder doch nur Dummheit aus alter Freundschaft?«</b> Sie griff behutsam in den weichen Beutel an ihrer Hüfte, zog ein schneeweißes, zusammengefaltetes Tuch hervor, das sie mit einem leisen Zungenschnalzen auseinanderfaltete, sodass ihre gestickten Initialen sichtbar wurden. <b>»Ich hoffe, du hast wenigstens auch ein paar Treffer landen können?«</b> Sanft, aber nachdrücklich presste sie das Tuch gegen seine Schläfe. <b>»Die Blutung steht bald, aber es wird anschwellen. Deine Augen könnten eine Weile asymmetrisch wirken – was dir deine Gespielinnen aber sicher vorübergehend verzeihen werden.«</b> Sie hob den Blick und schob eine feuchte Haarsträhne aus seiner Stirn. <b>»Ich hingegen bin nicht so nachsichtig.«</b><br />
<br />
Sie sagte es mit einem verschmitzten Lächeln – eins, das nur selten zu sehen war, und das niemandem gehörte außer ihrem Bruder. Und Aodhán. Manchmal. Einen Moment verweilte sie so, dann bedeutete sie ihm, ihr das Tuch abzunehmen, bevor sie aufstand. Sie reichte ihm nicht die Hand – sie hatte ihn genug geneckt für einen Tag. Die Sonne stand inzwischen höher, tauchte die Burgmauern in ein weiches Licht, das ihre Schatten länger wirken ließ. <b>»Komm, wir gehen in die Küche, dort finde ich alles, was ich benötigen werde.  Das Mittagessen sollte bereits vorbereitet sein, du kannst dich also beruhigt auf den großen Tisch legen, falls dir schlecht werden sollte.«</b> Vielleicht war es doch noch nicht genug mit der Neckerei. <b>»Dort sind wir unter uns, damit du niemandem erklären musst, dass du in Cathals Faust gelaufen bist.«</b> Sie wandte sich schon halb ab, verbiss sich nun endgültig ein Lachen, wartete aber auf ihn, hoffend, dass er ihr verzieh.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Way down we go]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=739</link>
			<pubDate>Wed, 04 Jun 2025 18:22:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=156">Cathal Fraser</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=739</guid>
			<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen hatte sich Cathal einiges schön geredet – vieles, um sich selbst zu beruhigen. Das Verhalten seiner Stiefmutter, die Entscheidung ihn in der Thronreihenfolge zu übergehen. Nur die bevorstehende Ehe gehörte nicht dazu. Die Frau, die man für ihn ausgesucht hatte, kannte er kaum. Und ehrlich gesagt, hatte er sich nie wirklich für die Idee einer Ehe interessiert. Es war ein Bündnis, eine Pflicht, ein weiterer Schritt auf dem vorgezeichneten Weg – nicht mehr.<br />
Aus politischer Sicht verstand er die Entscheidung seines Vaters kaum. Wahrscheinlicher hätte eine Verbindung zu einem ausländischen Haus mehr Gewicht gehabt – sie hätte den Horizont erweitert, neue Allianzen geschaffen und Türen geöffnet, die eine Ehe innerhalb der eigenen Landesgrenzen womöglich verschlossen halten würde. Doch zugleich barg sie das Risiko, in die Verstrickungen der großen, weiten Welt gezogen zu werden – ein Schicksal, dem sich die Herbstländer gerne entzogen.<br />
So war die Wahl also auf diese Muírin gefallen, und Cathal konnte nur vermuten, welche Überlegungen seinen Vater dazu bewogen hatten. Vielleicht wollte er ihn auf eine Art herausfordern, die Cathal bisher nicht ganz verstand. Oder Cillian hatte sich einfach gar nichts dabei gedacht. Was es auch war, der 25-Jährige hatte sein Schicksal mit Wut im Bauch angenommen und die vergangenen Abende in seinem Gemach verbracht. Niamh war kaum zu ertragen; ihre Aufregung wegen der bevorstehenden Hochzeit und der Aussicht, bald vielleicht eine neue Freundin hier am Hof zu haben, ließ sie himmelhoch jauchzen. Und Moira? Die liebte er zu sehr, um sie seiner Wut auszusetzen.<br />
Doch so sehr er sich auch abkapselte, wusste er tief im Inneren, dass er ihr nicht ewig aus dem Weg gehen konnte. Sonst würde er wohl tatsächlich daran wahnsinnig werden. Morgen würde seine zukünftige Gemahlin anreisen, und bevor dieser Moment kam, musste er noch einmal mit seiner Schwester sprechen.<br />
<br />
Die Schritte, die seinen Weg durch das Gemäuer seiner Heimat führten, waren zielstrebig. Er kannte jeden Stein, jede leichte Erhebung im Boden und bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit, die kaum verriet, dass er nichts sehen konnte. Hier, in dieser vertrauten Umgebung, war es leicht, ein normales Leben zu führen. Doch draußen sah die Welt anders aus — und vielleicht war genau das der Grund für all die Entscheidungen, die über seinen Kopf hinweg für ihn getroffen worden waren. Dabei waren Herausforderungen ihm nie ein Grund gewesen, zurückzuweichen.<br />
<br />
Cathal seufzte leise, dann verließ er die Mauern seines Hauses und ging mit festem Schritt zu den Stallungen. Er vermutete, dass Moira dort sein würde, und glaubte, sich selbst nun lang genug gestraft zu haben, indem er ihr aus dem Weg gegangen war.<br />
Die schwache Sonne schimmerte durch graue Wolken, während vereinzelte Regentropfen sanft auf sein Gesicht fielen. Der vertraute Duft der Stallungen stieg ihm in die Nase, begleitet vom ruhigen Schnauben der Pferde und dem leisen Klopfen ihrer Hufe auf dem Boden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Moira?"</span> Seine Stimme hallte ruhig durch das Gebäude, und wieder spürte er diesen leisen Missmut in sich aufsteigen. Sie konnte keine vier Meter von ihm entfernt stehen, und doch bemerkte er sie nicht – nicht ohne ein Zeichen von ihr.<br />
Sie hatte es nie ausgenutzt, war immer da gewesen. Doch manchmal, ganz tief in sich, bedauerte er, dass er als Kind nie die Möglichkeit gehabt hatte, sich heimlich an sie heranzuschleichen – so wie andere Geschwister es taten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In den vergangenen Wochen hatte sich Cathal einiges schön geredet – vieles, um sich selbst zu beruhigen. Das Verhalten seiner Stiefmutter, die Entscheidung ihn in der Thronreihenfolge zu übergehen. Nur die bevorstehende Ehe gehörte nicht dazu. Die Frau, die man für ihn ausgesucht hatte, kannte er kaum. Und ehrlich gesagt, hatte er sich nie wirklich für die Idee einer Ehe interessiert. Es war ein Bündnis, eine Pflicht, ein weiterer Schritt auf dem vorgezeichneten Weg – nicht mehr.<br />
Aus politischer Sicht verstand er die Entscheidung seines Vaters kaum. Wahrscheinlicher hätte eine Verbindung zu einem ausländischen Haus mehr Gewicht gehabt – sie hätte den Horizont erweitert, neue Allianzen geschaffen und Türen geöffnet, die eine Ehe innerhalb der eigenen Landesgrenzen womöglich verschlossen halten würde. Doch zugleich barg sie das Risiko, in die Verstrickungen der großen, weiten Welt gezogen zu werden – ein Schicksal, dem sich die Herbstländer gerne entzogen.<br />
So war die Wahl also auf diese Muírin gefallen, und Cathal konnte nur vermuten, welche Überlegungen seinen Vater dazu bewogen hatten. Vielleicht wollte er ihn auf eine Art herausfordern, die Cathal bisher nicht ganz verstand. Oder Cillian hatte sich einfach gar nichts dabei gedacht. Was es auch war, der 25-Jährige hatte sein Schicksal mit Wut im Bauch angenommen und die vergangenen Abende in seinem Gemach verbracht. Niamh war kaum zu ertragen; ihre Aufregung wegen der bevorstehenden Hochzeit und der Aussicht, bald vielleicht eine neue Freundin hier am Hof zu haben, ließ sie himmelhoch jauchzen. Und Moira? Die liebte er zu sehr, um sie seiner Wut auszusetzen.<br />
Doch so sehr er sich auch abkapselte, wusste er tief im Inneren, dass er ihr nicht ewig aus dem Weg gehen konnte. Sonst würde er wohl tatsächlich daran wahnsinnig werden. Morgen würde seine zukünftige Gemahlin anreisen, und bevor dieser Moment kam, musste er noch einmal mit seiner Schwester sprechen.<br />
<br />
Die Schritte, die seinen Weg durch das Gemäuer seiner Heimat führten, waren zielstrebig. Er kannte jeden Stein, jede leichte Erhebung im Boden und bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit, die kaum verriet, dass er nichts sehen konnte. Hier, in dieser vertrauten Umgebung, war es leicht, ein normales Leben zu führen. Doch draußen sah die Welt anders aus — und vielleicht war genau das der Grund für all die Entscheidungen, die über seinen Kopf hinweg für ihn getroffen worden waren. Dabei waren Herausforderungen ihm nie ein Grund gewesen, zurückzuweichen.<br />
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Cathal seufzte leise, dann verließ er die Mauern seines Hauses und ging mit festem Schritt zu den Stallungen. Er vermutete, dass Moira dort sein würde, und glaubte, sich selbst nun lang genug gestraft zu haben, indem er ihr aus dem Weg gegangen war.<br />
Die schwache Sonne schimmerte durch graue Wolken, während vereinzelte Regentropfen sanft auf sein Gesicht fielen. Der vertraute Duft der Stallungen stieg ihm in die Nase, begleitet vom ruhigen Schnauben der Pferde und dem leisen Klopfen ihrer Hufe auf dem Boden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Moira?"</span> Seine Stimme hallte ruhig durch das Gebäude, und wieder spürte er diesen leisen Missmut in sich aufsteigen. Sie konnte keine vier Meter von ihm entfernt stehen, und doch bemerkte er sie nicht – nicht ohne ein Zeichen von ihr.<br />
Sie hatte es nie ausgenutzt, war immer da gewesen. Doch manchmal, ganz tief in sich, bedauerte er, dass er als Kind nie die Möglichkeit gehabt hatte, sich heimlich an sie heranzuschleichen – so wie andere Geschwister es taten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Autumn is a second spring when every leaf is a flower.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=720</link>
			<pubDate>Tue, 13 May 2025 09:37:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Aodhán Henaghen</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=720</guid>
			<description><![CDATA[Ein feiner, kalter Regen hing über Farynn – nicht mehr Sommer, noch nicht ganz Herbst, aber bereits Vorbote jenes Wandels, der das Land bald in seine grauen Schleier hüllen würde.<br />
Der Wind hatte aufgefrischt, trug den Geschmack von nassem Laub und erster Kälte mit sich, und mit ihm kam eine Schwere, die sich über Felder, Wälder und Gesichter legte. In wenigen Tagen – vielleicht Wochen – würde der Regen zum ständigen Begleiter werden, ein vertrautes Trommeln auf Dächern, ein klammer Schleier auf Umhängen.<br />
Selbst die Herbstländer, gewohnt an die Launen ihrer Heimat, begannen sich zu verziehen. Ihre Mienen vergruben sich hinter Kapuzen und Stirnfalten, als wäre der Regen nicht Wasser, sondern Schuld, die vom Himmel fiel. Farynn wirkte in solchen Momenten wie eine Landschaft im Halbschlaf – wach genug, um zu überleben, aber zu müde, um noch zu träumen.<br />
<br />
Aodháns Mundwinkel zuckten kaum merklich nach oben, als er einem alten Mann zunickte, der humpelnd die nasse Straße überquerte. Der Alte grüßte ihn mit einem müden, aber ehrlichen Blick, wie es nur Menschen tun, die das Wetter und das Leben gleichermaßen lange getragen hatten.<br />
Für einen Moment verweilte Aodháns Blick bei ihm, beobachtete das zittrige, aber bestimmte Vorankommen über das rutschige Pflaster. Dann war er es selbst, der die knarrenden Türen der Taverne aufstieß – jene, aus der der Alte eben noch getreten war. Ein dumpfer Luftzug trug den Geruch von Rauch, altem Holz und verdünntem Branntwein an ihn heran.<br />
<br />
Drinnen war es überraschend still. Nur wenige Gestalten saßen verstreut an den Tischen, starrten auf ihre Teller oder in ihre Krüge. Aodháns Blick glitt prüfend durch den Raum – kurz, aber aufmerksam. Er registrierte Gesichter, Haltungen, die Stille zwischen den Worten. Kein Lächeln, keine erkennbare Freude – nur die müde Gleichgültigkeit, die sich mit dem Regen draußen zu verbünden schien.<br />
<br />
Ohne Eile, aber zielstrebig, machte er sich auf den Weg zum Tresen, seine Stiefel hinterließen dunkle Spuren auf den alten Bohlen. Im Gehen warf Aodhán die Kapuze zurück – eine fließende Bewegung, bei der Tropfen vom Saum seines Mantels auf den Boden fielen. Mit einem knappen Nicken grüßte er den einzigen Mann am Tresen – einen der schweigsamen Frühtrinker oder vielleicht den Wirt selbst, schwer zu sagen. Dann ließ er sich auf einen der Hocker nieder, das Holz unter ihm war glatt von Jahren des Gebrauchs.<br />
<br />
Er war nicht hier, um lange zu verweilen. Nur ein Frühstück, vielleicht etwas frisches Proviant – Brot, Trockenfleisch, ein wenig Käse, wenn der Vorrat es hergab. Genug, um weiterzureisen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Madainn mhath"</span>, grüßte Aodhán mit ruhiger Stimme, als eine junge Frau hinter dem Tresen erschien – kaum zwanzig würde er vermuten.<br />
Ein halbes Lächeln umspielte seine Lippen – höflich, nicht aufdringlich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich würde gerne hier frühstücken"</span>, sagte er schlicht, ohne Umschweife.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ein feiner, kalter Regen hing über Farynn – nicht mehr Sommer, noch nicht ganz Herbst, aber bereits Vorbote jenes Wandels, der das Land bald in seine grauen Schleier hüllen würde.<br />
Der Wind hatte aufgefrischt, trug den Geschmack von nassem Laub und erster Kälte mit sich, und mit ihm kam eine Schwere, die sich über Felder, Wälder und Gesichter legte. In wenigen Tagen – vielleicht Wochen – würde der Regen zum ständigen Begleiter werden, ein vertrautes Trommeln auf Dächern, ein klammer Schleier auf Umhängen.<br />
Selbst die Herbstländer, gewohnt an die Launen ihrer Heimat, begannen sich zu verziehen. Ihre Mienen vergruben sich hinter Kapuzen und Stirnfalten, als wäre der Regen nicht Wasser, sondern Schuld, die vom Himmel fiel. Farynn wirkte in solchen Momenten wie eine Landschaft im Halbschlaf – wach genug, um zu überleben, aber zu müde, um noch zu träumen.<br />
<br />
Aodháns Mundwinkel zuckten kaum merklich nach oben, als er einem alten Mann zunickte, der humpelnd die nasse Straße überquerte. Der Alte grüßte ihn mit einem müden, aber ehrlichen Blick, wie es nur Menschen tun, die das Wetter und das Leben gleichermaßen lange getragen hatten.<br />
Für einen Moment verweilte Aodháns Blick bei ihm, beobachtete das zittrige, aber bestimmte Vorankommen über das rutschige Pflaster. Dann war er es selbst, der die knarrenden Türen der Taverne aufstieß – jene, aus der der Alte eben noch getreten war. Ein dumpfer Luftzug trug den Geruch von Rauch, altem Holz und verdünntem Branntwein an ihn heran.<br />
<br />
Drinnen war es überraschend still. Nur wenige Gestalten saßen verstreut an den Tischen, starrten auf ihre Teller oder in ihre Krüge. Aodháns Blick glitt prüfend durch den Raum – kurz, aber aufmerksam. Er registrierte Gesichter, Haltungen, die Stille zwischen den Worten. Kein Lächeln, keine erkennbare Freude – nur die müde Gleichgültigkeit, die sich mit dem Regen draußen zu verbünden schien.<br />
<br />
Ohne Eile, aber zielstrebig, machte er sich auf den Weg zum Tresen, seine Stiefel hinterließen dunkle Spuren auf den alten Bohlen. Im Gehen warf Aodhán die Kapuze zurück – eine fließende Bewegung, bei der Tropfen vom Saum seines Mantels auf den Boden fielen. Mit einem knappen Nicken grüßte er den einzigen Mann am Tresen – einen der schweigsamen Frühtrinker oder vielleicht den Wirt selbst, schwer zu sagen. Dann ließ er sich auf einen der Hocker nieder, das Holz unter ihm war glatt von Jahren des Gebrauchs.<br />
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Er war nicht hier, um lange zu verweilen. Nur ein Frühstück, vielleicht etwas frisches Proviant – Brot, Trockenfleisch, ein wenig Käse, wenn der Vorrat es hergab. Genug, um weiterzureisen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Madainn mhath"</span>, grüßte Aodhán mit ruhiger Stimme, als eine junge Frau hinter dem Tresen erschien – kaum zwanzig würde er vermuten.<br />
Ein halbes Lächeln umspielte seine Lippen – höflich, nicht aufdringlich. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich würde gerne hier frühstücken"</span>, sagte er schlicht, ohne Umschweife.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dance the night away]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=686</link>
			<pubDate>Sun, 16 Feb 2025 19:02:53 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Finola Farquharson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=686</guid>
			<description><![CDATA[Finola hatte sich auf den heutigen Tag gefreut und zeitgleich wollte sie nichts anderes tun als sich wieder unter ihre warme, aber nicht gerade kuschelige, Decke verkriechen und erst am nächsten Morgen wieder hervorkommen. Sie mochte das Fest an sich ganz gerne, was sie aber weniger leiden konnte, waren die vielen Menschen hier auf dem Platz. Der Alkohol floss in Strömen und war es am Anfang des Festes noch erträglich gewesen, wurde es mit jeder fortschreitenden Stunde anstrengender höflich und distanziert zu bleiben. Ihr Vater hatte sich schon lange mit seinen Freunden in eine Ecke gestellt und redete über die Arbeit, etwas das Finola mit verstreichender Zeit langweilig fand. Es ging immer um ähnliche Themen, die besprochen wurden und die junge Frau konnte es einfach irgendwann nicht mehr hören welches Gesetz jetzt Bauer A beschützte und welches Bauer B aber die Kuh auf Bauer As Wiese zusprach. In der nächsten halben Stunde drehte sich das gleiche Thema um eine Ziege und als dann noch ein Schaf hinzugezogen wurde, beschloss Finola sich unter die feiernden Menschen zu mischen. Etwas das sie für gewöhnlich nicht tat, aber alles war angenehmer, als hier weiter neben ihrem Vater zu stehen und dessen Gespräche zu lauschen. Nicht mal was ergänzen konnte sie, wurde sie als Frau eh nicht ernstgenommen. Also ging Finola zu den tanzenden Menschen, denn was sollte man sonst auf diesem Fest machen, wenn man den Geschmack von Alkohol nicht leiden konnte und nicht einsam am Rand stehen wollte? Tanzen schien die richtige Lösung zu sein. Tanzen erforderte keine Gespräche, sondern war wirklich nur das. Tanzen eben. Und die Musik war gut. Finola blieb am Anfang eher am Rand der tanzenden Menge stehen und ließ ihren Blick über eben diese schweifen, bis jemand sie aufforderte zu tanzen. Ab diesem Moment war genau das ihre Beschäftigung für den Abend. Sie tanzte, entwickelte sogar Spaß daran und wechselte am Anfang ihre Tanzpartner durch. Es waren auch häufiger mal die Selben zwei hintereinander. Die Musik wurde immer schwungvoller und die Tänze immer wilder und als sich ihr Vater verabschiedete, er winkte ihr kurz zu, bevor er ging, hatte Finola noch lange nicht das Bedürfnis es ihm gleich zu tun. Sie hatte Spaß am tanzen und zu ihrer Überraschung störte sie die anderen Menschen immer weniger. Vielleicht hatte sie sich auch einfach die letzten paar Jahre zu sehr zurück gezogen und deswegen machten sie die Gedanken vor solchen Festen so nervös. Sie hatte keine Angst vor Menschen. Nein das auf keinen Fall. Sie mochte Menschen wirklich gerne, die Gespräche die sich manchmal entwickelten waren wirklich interessant. Aber wenn viel Alkohol dazu kam und viele Menschen, wurde Finola schnell mulmig. Zu sehr bekam sie mit, mit was sich auch ihr Vater beschäftigte und zu was manche Menschen fähig waren. Doch heute Abend wollte sie nicht daran denken. Heute Abend wollte sie tanzen bis ihre Füße weh taten und sie morgen bestimmt nicht mehr laufen konnten. Der Abend war noch jung und so viel konnte noch passieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Finola hatte sich auf den heutigen Tag gefreut und zeitgleich wollte sie nichts anderes tun als sich wieder unter ihre warme, aber nicht gerade kuschelige, Decke verkriechen und erst am nächsten Morgen wieder hervorkommen. Sie mochte das Fest an sich ganz gerne, was sie aber weniger leiden konnte, waren die vielen Menschen hier auf dem Platz. Der Alkohol floss in Strömen und war es am Anfang des Festes noch erträglich gewesen, wurde es mit jeder fortschreitenden Stunde anstrengender höflich und distanziert zu bleiben. Ihr Vater hatte sich schon lange mit seinen Freunden in eine Ecke gestellt und redete über die Arbeit, etwas das Finola mit verstreichender Zeit langweilig fand. Es ging immer um ähnliche Themen, die besprochen wurden und die junge Frau konnte es einfach irgendwann nicht mehr hören welches Gesetz jetzt Bauer A beschützte und welches Bauer B aber die Kuh auf Bauer As Wiese zusprach. In der nächsten halben Stunde drehte sich das gleiche Thema um eine Ziege und als dann noch ein Schaf hinzugezogen wurde, beschloss Finola sich unter die feiernden Menschen zu mischen. Etwas das sie für gewöhnlich nicht tat, aber alles war angenehmer, als hier weiter neben ihrem Vater zu stehen und dessen Gespräche zu lauschen. Nicht mal was ergänzen konnte sie, wurde sie als Frau eh nicht ernstgenommen. Also ging Finola zu den tanzenden Menschen, denn was sollte man sonst auf diesem Fest machen, wenn man den Geschmack von Alkohol nicht leiden konnte und nicht einsam am Rand stehen wollte? Tanzen schien die richtige Lösung zu sein. Tanzen erforderte keine Gespräche, sondern war wirklich nur das. Tanzen eben. Und die Musik war gut. Finola blieb am Anfang eher am Rand der tanzenden Menge stehen und ließ ihren Blick über eben diese schweifen, bis jemand sie aufforderte zu tanzen. Ab diesem Moment war genau das ihre Beschäftigung für den Abend. Sie tanzte, entwickelte sogar Spaß daran und wechselte am Anfang ihre Tanzpartner durch. Es waren auch häufiger mal die Selben zwei hintereinander. Die Musik wurde immer schwungvoller und die Tänze immer wilder und als sich ihr Vater verabschiedete, er winkte ihr kurz zu, bevor er ging, hatte Finola noch lange nicht das Bedürfnis es ihm gleich zu tun. Sie hatte Spaß am tanzen und zu ihrer Überraschung störte sie die anderen Menschen immer weniger. Vielleicht hatte sie sich auch einfach die letzten paar Jahre zu sehr zurück gezogen und deswegen machten sie die Gedanken vor solchen Festen so nervös. Sie hatte keine Angst vor Menschen. Nein das auf keinen Fall. Sie mochte Menschen wirklich gerne, die Gespräche die sich manchmal entwickelten waren wirklich interessant. Aber wenn viel Alkohol dazu kam und viele Menschen, wurde Finola schnell mulmig. Zu sehr bekam sie mit, mit was sich auch ihr Vater beschäftigte und zu was manche Menschen fähig waren. Doch heute Abend wollte sie nicht daran denken. Heute Abend wollte sie tanzen bis ihre Füße weh taten und sie morgen bestimmt nicht mehr laufen konnten. Der Abend war noch jung und so viel konnte noch passieren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Which path must be taken?]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=622</link>
			<pubDate>Wed, 20 Nov 2024 09:39:00 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=56">Ailean Cranstoun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=622</guid>
			<description><![CDATA[Es gab viel zu besprechen. Eine Menge um ehrlich zu sein. Die aktuelle Lage beunruhigte sie immer mehr und Gepräche waren erforderlich. Ailean war dankbar dafür dass das Fürstenpaar ihn heute empfing. Im Auftrag der Großen Mutter. So konnte er auch gleich mit Caragh sprechen. Grace machte so hervorragende Fortschritte und ihm war daran gelegen die Mutter seiner jüngsten Tochter darüber zu informieren. Er war schon seit gestern Nachmittag in der Stadt hatte den Fürsten und die Fürstin aber nicht schon eher mit seiner Anwesenheit behelligen wollen. Weswegen er sich ein Zimmer für die Nacht gesucht hatte. <br />
<br />
Wie das alles ausgehen würde wusste er nicht, aber gerade in diplomatischen Angelegenheiten war es wichtig dass sie zusammenarbeiteten und sich gegenseitig informierten. Erst Recht da sie noch neutral waren. Ailean vertraute seinem König. Natürlich tat er das denn Liam Greymark gab ihm keinen Grund an jenem oder dessen Position zu zweifeln. Sie hatten einen guten König und während er die Straßen der Stadt durchschritt, sah er sich einmal um. Die Stadt kannte er ziemlich gut, aber die Burg noch nicht all zu sehr. Vielleicht änderte sich das ja noch während seines Aufenthaltes? Konnte ja durchaus sein. <br />
<br />
Ein paar der Menschen sahen ihn auf seinem Weg an. Manche überlegten, andere grüßten ihn. Denn es fiel schon auf woher er kam und das war auch gut so. Als Erstes traf er aber nicht auf das Fürstenpaar sondern auf Caragh. Ein Lächeln umspielte seine Lippen als er die wenigen Schritte, die sie voneinander trennten, überbrückte und sie dann umarmte. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Caragh. Es freut mich sehr dich zu sehen. Wie geht es dir?"</span>, verwickelte er die Hohepriesterin der Stadt auch sogleich in eine herzliche Begrüßung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gab viel zu besprechen. Eine Menge um ehrlich zu sein. Die aktuelle Lage beunruhigte sie immer mehr und Gepräche waren erforderlich. Ailean war dankbar dafür dass das Fürstenpaar ihn heute empfing. Im Auftrag der Großen Mutter. So konnte er auch gleich mit Caragh sprechen. Grace machte so hervorragende Fortschritte und ihm war daran gelegen die Mutter seiner jüngsten Tochter darüber zu informieren. Er war schon seit gestern Nachmittag in der Stadt hatte den Fürsten und die Fürstin aber nicht schon eher mit seiner Anwesenheit behelligen wollen. Weswegen er sich ein Zimmer für die Nacht gesucht hatte. <br />
<br />
Wie das alles ausgehen würde wusste er nicht, aber gerade in diplomatischen Angelegenheiten war es wichtig dass sie zusammenarbeiteten und sich gegenseitig informierten. Erst Recht da sie noch neutral waren. Ailean vertraute seinem König. Natürlich tat er das denn Liam Greymark gab ihm keinen Grund an jenem oder dessen Position zu zweifeln. Sie hatten einen guten König und während er die Straßen der Stadt durchschritt, sah er sich einmal um. Die Stadt kannte er ziemlich gut, aber die Burg noch nicht all zu sehr. Vielleicht änderte sich das ja noch während seines Aufenthaltes? Konnte ja durchaus sein. <br />
<br />
Ein paar der Menschen sahen ihn auf seinem Weg an. Manche überlegten, andere grüßten ihn. Denn es fiel schon auf woher er kam und das war auch gut so. Als Erstes traf er aber nicht auf das Fürstenpaar sondern auf Caragh. Ein Lächeln umspielte seine Lippen als er die wenigen Schritte, die sie voneinander trennten, überbrückte und sie dann umarmte. <br />
<span style="color: #d18c5e;" class="mycode_color">"Caragh. Es freut mich sehr dich zu sehen. Wie geht es dir?"</span>, verwickelte er die Hohepriesterin der Stadt auch sogleich in eine herzliche Begrüßung.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The breaking of a wave cannot explain the whole sea.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=601</link>
			<pubDate>Sat, 02 Nov 2024 20:59:29 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Remus Prudenius</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=601</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">The breaking of a wave cannot explain the whole sea.<br />
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://media.giphy.com/media/xT8qBvr1FdKonFo2Bi/giphy.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es begann bereits zu dämmern als der junge Söldner Kenmara erreichte. Die salzige Luft der See füllte seine Lungen und erinnerte ihn an seine Heimat - Castandor. Lange hatte er nicht mehr an seine Wurzeln gedacht, hatte sich geflissentlich in seine Aufträge gestürzt, war immer weiter gezogen, weiter fort - insgeheim nach seinem Bruder suchend. Doch manchmal vergaß er die Suche und verlor sich in dem abenteuerlichen Land welches er bereiste. Ließ sich von den großen und kleinen Wundern der Natur begeistern. Sei es eine sternenklare Nacht, das Rauschen der Wellen oder dem simplen Farbenspiel am Himmel, wenn sie Sonne sich gen Horizont neigte. Die Einsamkeit kam ihm mittlerweile nicht mehr wie eine Last vor, sondern viel mehr wie ein Geschenk, auch wenn er dadurch öfter Mal in der Stille seiner Gedanken gefangen war. Es zwang ihn, sich mit ihnen auseinander zu setzen, mit der Frage, was er für sein Leben wollte. Doch eine Antwort hatte er bisher nicht auf diese Frage gefunden. <br />
Remus streifte durch die Gassen, musterte die niedrig gebauten Häuser, das warme Licht der Feuer das aus den Fenstern drang. Die letzten Einwohner kamen vom Markt mit ihren Einkäufen zurück, wurden an den Haustüren von ihrer Familie empfangen. In manch einer Ecke sah man einen Obdachlosen sitzen, in Lumpen gehüllt und der bitteren Kälte standhaltend, die sich in den abendlichen Stunden über das Land legte. Eine Katze lief mit einer Ratte im Maul über eines der Dächer und warf einen langen Schatten im Licht der untergehenden Sonne. Remus sollte sich eigentlich langsam nach dem Wirtshaus umsehen, ein Zimmer mieten und den Tag am Waschbecken von sich waschen.<br />
<br />
Doch seine Beine führten ihn, wie von Schicksalshand geleitet, an den Hafen. Zu den riesigen Walfischfangschiffen, die vor Anker lagen. Sein Atem kondensierte in der kühlen Luft und er selbst merkte, dass er sich wohl auch bald einen etwas dickeren Wams zulegen würde müssen. Hatte er eigentlich jemals darüber nachgedacht das Meer zu bereisen? Die hellen Augen des Söldners tasteten den Horizont ab, während er sich gegen einen breiten Holzpfahl lehnte, der die Docks säumte. Ob Leander auf diese Idee gekommen war? Die rauen Lippen verzogen sich zu einer nachdenklichen Linie, ehe eine Bewegung im Augenwinkel seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Eine recht hochgewachsene, schwarzhaarige Frau war gerade im Begriff sich von dem Hafen zu entfernen und für einen Moment hatte Remus das Gefühl, als würde er sie kennen. Was sehr unwahrscheinlich war, denn er war - bis auf ein oder zwei Mal mit seinem Vater - nicht im Herbstland gewesen. <br />
Dennoch.. das ebenholzfarbige Haar, die schlanke Gestalt und das doch recht markante Gesicht weckten eine Erinnerung in dem jungen Prudenius. Er stieß sich mit einem Ausdruck von Überraschung von dem Pfahl ab, schulterte wieder seinen Reisebeutel und trat auf die Frau zu. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Bei allem was mir heilig ist... Caragh?"</span>, erstaunen wie auch scheu stahl sich in das graublau seiner Augen. <br />
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<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">The breaking of a wave cannot explain the whole sea.<br />
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://media.giphy.com/media/xT8qBvr1FdKonFo2Bi/giphy.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es begann bereits zu dämmern als der junge Söldner Kenmara erreichte. Die salzige Luft der See füllte seine Lungen und erinnerte ihn an seine Heimat - Castandor. Lange hatte er nicht mehr an seine Wurzeln gedacht, hatte sich geflissentlich in seine Aufträge gestürzt, war immer weiter gezogen, weiter fort - insgeheim nach seinem Bruder suchend. Doch manchmal vergaß er die Suche und verlor sich in dem abenteuerlichen Land welches er bereiste. Ließ sich von den großen und kleinen Wundern der Natur begeistern. Sei es eine sternenklare Nacht, das Rauschen der Wellen oder dem simplen Farbenspiel am Himmel, wenn sie Sonne sich gen Horizont neigte. Die Einsamkeit kam ihm mittlerweile nicht mehr wie eine Last vor, sondern viel mehr wie ein Geschenk, auch wenn er dadurch öfter Mal in der Stille seiner Gedanken gefangen war. Es zwang ihn, sich mit ihnen auseinander zu setzen, mit der Frage, was er für sein Leben wollte. Doch eine Antwort hatte er bisher nicht auf diese Frage gefunden. <br />
Remus streifte durch die Gassen, musterte die niedrig gebauten Häuser, das warme Licht der Feuer das aus den Fenstern drang. Die letzten Einwohner kamen vom Markt mit ihren Einkäufen zurück, wurden an den Haustüren von ihrer Familie empfangen. In manch einer Ecke sah man einen Obdachlosen sitzen, in Lumpen gehüllt und der bitteren Kälte standhaltend, die sich in den abendlichen Stunden über das Land legte. Eine Katze lief mit einer Ratte im Maul über eines der Dächer und warf einen langen Schatten im Licht der untergehenden Sonne. Remus sollte sich eigentlich langsam nach dem Wirtshaus umsehen, ein Zimmer mieten und den Tag am Waschbecken von sich waschen.<br />
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Doch seine Beine führten ihn, wie von Schicksalshand geleitet, an den Hafen. Zu den riesigen Walfischfangschiffen, die vor Anker lagen. Sein Atem kondensierte in der kühlen Luft und er selbst merkte, dass er sich wohl auch bald einen etwas dickeren Wams zulegen würde müssen. Hatte er eigentlich jemals darüber nachgedacht das Meer zu bereisen? Die hellen Augen des Söldners tasteten den Horizont ab, während er sich gegen einen breiten Holzpfahl lehnte, der die Docks säumte. Ob Leander auf diese Idee gekommen war? Die rauen Lippen verzogen sich zu einer nachdenklichen Linie, ehe eine Bewegung im Augenwinkel seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Eine recht hochgewachsene, schwarzhaarige Frau war gerade im Begriff sich von dem Hafen zu entfernen und für einen Moment hatte Remus das Gefühl, als würde er sie kennen. Was sehr unwahrscheinlich war, denn er war - bis auf ein oder zwei Mal mit seinem Vater - nicht im Herbstland gewesen. <br />
Dennoch.. das ebenholzfarbige Haar, die schlanke Gestalt und das doch recht markante Gesicht weckten eine Erinnerung in dem jungen Prudenius. Er stieß sich mit einem Ausdruck von Überraschung von dem Pfahl ab, schulterte wieder seinen Reisebeutel und trat auf die Frau zu. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Bei allem was mir heilig ist... Caragh?"</span>, erstaunen wie auch scheu stahl sich in das graublau seiner Augen. <br />
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