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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Norsteading - Das Winterland]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 19:15:17 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[You were dead. Yet, here you are.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=775</link>
			<pubDate>Sun, 06 Jul 2025 05:55:59 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=17">Leif Stelhammer</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=775</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/ef/70/d5/ef70d5ae5b8488026d6ff199c5616540.jpg); background-size:100%;background-position:40% 50%;font-family:'Cinzel';font-size:18px;">
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/f0d40c84a96483f8a4ee8e7b05a5ee4c/6bcc7130b384b80c-9e/s400x600/b764603f14e0e5307b88a5d782b23703a512563c.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es war nicht die Frage nach dem Ob, die sie alle im eisernen Griff hielt, sondern die Frage nach dem <i>Wie lange</i>. Je länger sie für die Kampagne brauchten, desto weniger Zeit blieb ihnen für ihre Vorbereitungen, aber wie viel Zeit genau, konnte ihnen niemand beantworten. Die Nachrichten über die Vorbereitungen Castandors erreichten sie spärlich, verstreut, durch verspätete und aufgehaltene Boten, deren Rückkehr nicht einmal garantiert war, weil sie täglich ihr Leben aufs Spiel setzten. Und was, wenn sie schon aufgebrochen waren und Leif hier zu lange Farce gespielt hatte, um irgendetwas auf die Beine gestellt zu bekommen? Dass sie so aufpassen mussten, damit Farynn den Braten nicht roch, ging ihm gehörig gegen den Strich, denn er hatte dem sicher nicht zugestimmt. Was störte Liam überhaupt so daran, dass sie aufrüsteten? Sicher tat er doch nichts anderes. Jeder, der glaubte, sich in Sicherheit zu wägen, nachdem der Stein mit Eastergold Meadow so richtig ins Rollen gekommen war, war töricht und naiv. Es gab keinen Frieden mehr. Sie hatten ihn eingerissen und nun mussten sie alle mit den Konsequenzen leben. <br />
<br />
Müsste Leif die Reise nach Magnushaven nicht mit Lächerlichkeiten begründen (seine Familie aus der Hafenstadt hätte Aleena und ihm zu der Schwangerschaft schließlich genauso gut in Wintergard beglückwünschen können), würde er nicht den ersten Tag bei Festessen und Familienplauderei in der Burg verschwenden. Er könnte draußen offen über Angelegenheiten reden, die darauf schließen ließen, dass sie ihre Verteidigungsanlagen aufbauten und sich auf einen potentiellen Angriff vorbereiteten. Dieser Rundgang am Hafen, als würde er sich für die Aufmachung der Handelsschiffe interessieren und die Anzahl der Anlegestellen, wäre komplett hinfällig. Aber hier stand er, die Arme vor der Brust verschränkt, und zog sich Geschichten darüber rein, wann Magnushaven zum Handelsknoten geworden war. <div class="winterlandcolor">“Und wie viele Schiffe haben wir momentan?”</div>, fragte er den Hafenmeister mit dem kahlen Kopf und blonden Vollbart, ein geschäftiger Mann mit kräftigen Armen und einem breiten Kreuz, dem man seinen Wohlstand jedoch in der Bauchgegend ansah. Dessen Stimme war freundlich, aber nicht überschwänglich, gesprächig für einen Winterländer, aber nicht ausartend. Dennoch konnte Leif nicht umhin, sich zu fragen, ob er überhaupt das Ausmaß von seinen Fragen verstand; <i>warum</i> er hier war und wissen wollte, womit sie zu arbeiten hatten. <br />
Sie alle hatten keine Erfahrung im Krieg und das machte sich bemerkbar.<br />
Gerade hier in Magnushaven schien mehr Arbeit auf sie zu warten, als sie erwartet hatten. “Fünfzehn etwa, Eure Hoheit. Zwei davon sind unterwegs nach Matariyya”, verkündete der Hafenmeister, ohne groß darüber nachzudenken, doch Leif brachte die Antwort zum Schweigen. Nur fünfzehn? Sein Blick schweifte über die Anlegestellen, größtenteils gefüllt mit kleinen Fischerbooten. <div class="winterlandcolor">“Und wie lange braucht es, ein neues zu bauen?”</div> Der Hafenmeister überlegte. “Mit den Männern, die wir zur Verfügung haben… Etwa 2-3 Monate. Der Winter und wir haben hier schonmal mit Unwetter zu kämpfen, die einen Bau erschweren.” <i>Das war nicht genug.</i> Mit jeder Information, die sie austauschen, merkte Leif, dass er die Flottenarbeit deutlich unterschätzt hatte - und damit griesgrämig seinem Vater rechtgeben musste, der ihn davor gewarnt hatte. <i>Wir sind nicht gerüstet für einen Krieg.</i> Sie konnten nur hoffen, dass Castandor sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sah.<br />
Mit einem Brummen hielt Leif den Hafenmeister dazu an, die Tour fortzusetzen. Sie stapften durch den Matsch, aufgewühlt von tausend Arbeitern, Händlern und von deren Schiffsbesatzung. An ihnen zogen Gesichter vorbei, selten bekannt, ein jeder zu beschäftigt mit seinem eigenen Ablauf, um Leif mehr als nur einen Blick zu schenken. Hier war er einer von ihnen; ein einfacher Mann in einem Leinenhemd und mit einem Schwert am Gürtel, was in Norsteading nicht weiter für Aufmerksamkeit sorgte. Man ging ihm aus dem Weg, hielt Abstand und ging seinen eigenen Tätigkeiten nach. Hier drückten sich Pferdehufe durch den Matsch, eine Frau fluchte, und dort-<br />
Leif legte seine Hand auf die Schulter eines Mannes, der im Inbegriff war, an ihm vorbeizuziehen. Es war eine Reaktion, die er sich nicht erklären konnte. Eine Eingebung, als das Gesicht des Mannes kurz durch sein Blickfeld gehuscht war. Ein Erkennen, ohne ihn zu fokussieren. Leifs Griff war stark und unnachgiebig, weil er den Mann zum Stehen bewegen wollte, und dieses Mal betrachtete er ihn mit Ruhe, mit Zeit. Eine Mischung aus Unglauben und Schock mischte sich in seinen Blick, denn das Erkennen formte sich langsam zu <i>Kennen</i>. <div class="winterlandcolor">“Asgrim?”</div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/ef/70/d5/ef70d5ae5b8488026d6ff199c5616540.jpg); background-size:100%;background-position:40% 50%;font-family:'Cinzel';font-size:18px;">
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/f0d40c84a96483f8a4ee8e7b05a5ee4c/6bcc7130b384b80c-9e/s400x600/b764603f14e0e5307b88a5d782b23703a512563c.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es war nicht die Frage nach dem Ob, die sie alle im eisernen Griff hielt, sondern die Frage nach dem <i>Wie lange</i>. Je länger sie für die Kampagne brauchten, desto weniger Zeit blieb ihnen für ihre Vorbereitungen, aber wie viel Zeit genau, konnte ihnen niemand beantworten. Die Nachrichten über die Vorbereitungen Castandors erreichten sie spärlich, verstreut, durch verspätete und aufgehaltene Boten, deren Rückkehr nicht einmal garantiert war, weil sie täglich ihr Leben aufs Spiel setzten. Und was, wenn sie schon aufgebrochen waren und Leif hier zu lange Farce gespielt hatte, um irgendetwas auf die Beine gestellt zu bekommen? Dass sie so aufpassen mussten, damit Farynn den Braten nicht roch, ging ihm gehörig gegen den Strich, denn er hatte dem sicher nicht zugestimmt. Was störte Liam überhaupt so daran, dass sie aufrüsteten? Sicher tat er doch nichts anderes. Jeder, der glaubte, sich in Sicherheit zu wägen, nachdem der Stein mit Eastergold Meadow so richtig ins Rollen gekommen war, war töricht und naiv. Es gab keinen Frieden mehr. Sie hatten ihn eingerissen und nun mussten sie alle mit den Konsequenzen leben. <br />
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Müsste Leif die Reise nach Magnushaven nicht mit Lächerlichkeiten begründen (seine Familie aus der Hafenstadt hätte Aleena und ihm zu der Schwangerschaft schließlich genauso gut in Wintergard beglückwünschen können), würde er nicht den ersten Tag bei Festessen und Familienplauderei in der Burg verschwenden. Er könnte draußen offen über Angelegenheiten reden, die darauf schließen ließen, dass sie ihre Verteidigungsanlagen aufbauten und sich auf einen potentiellen Angriff vorbereiteten. Dieser Rundgang am Hafen, als würde er sich für die Aufmachung der Handelsschiffe interessieren und die Anzahl der Anlegestellen, wäre komplett hinfällig. Aber hier stand er, die Arme vor der Brust verschränkt, und zog sich Geschichten darüber rein, wann Magnushaven zum Handelsknoten geworden war. <div class="winterlandcolor">“Und wie viele Schiffe haben wir momentan?”</div>, fragte er den Hafenmeister mit dem kahlen Kopf und blonden Vollbart, ein geschäftiger Mann mit kräftigen Armen und einem breiten Kreuz, dem man seinen Wohlstand jedoch in der Bauchgegend ansah. Dessen Stimme war freundlich, aber nicht überschwänglich, gesprächig für einen Winterländer, aber nicht ausartend. Dennoch konnte Leif nicht umhin, sich zu fragen, ob er überhaupt das Ausmaß von seinen Fragen verstand; <i>warum</i> er hier war und wissen wollte, womit sie zu arbeiten hatten. <br />
Sie alle hatten keine Erfahrung im Krieg und das machte sich bemerkbar.<br />
Gerade hier in Magnushaven schien mehr Arbeit auf sie zu warten, als sie erwartet hatten. “Fünfzehn etwa, Eure Hoheit. Zwei davon sind unterwegs nach Matariyya”, verkündete der Hafenmeister, ohne groß darüber nachzudenken, doch Leif brachte die Antwort zum Schweigen. Nur fünfzehn? Sein Blick schweifte über die Anlegestellen, größtenteils gefüllt mit kleinen Fischerbooten. <div class="winterlandcolor">“Und wie lange braucht es, ein neues zu bauen?”</div> Der Hafenmeister überlegte. “Mit den Männern, die wir zur Verfügung haben… Etwa 2-3 Monate. Der Winter und wir haben hier schonmal mit Unwetter zu kämpfen, die einen Bau erschweren.” <i>Das war nicht genug.</i> Mit jeder Information, die sie austauschen, merkte Leif, dass er die Flottenarbeit deutlich unterschätzt hatte - und damit griesgrämig seinem Vater rechtgeben musste, der ihn davor gewarnt hatte. <i>Wir sind nicht gerüstet für einen Krieg.</i> Sie konnten nur hoffen, dass Castandor sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sah.<br />
Mit einem Brummen hielt Leif den Hafenmeister dazu an, die Tour fortzusetzen. Sie stapften durch den Matsch, aufgewühlt von tausend Arbeitern, Händlern und von deren Schiffsbesatzung. An ihnen zogen Gesichter vorbei, selten bekannt, ein jeder zu beschäftigt mit seinem eigenen Ablauf, um Leif mehr als nur einen Blick zu schenken. Hier war er einer von ihnen; ein einfacher Mann in einem Leinenhemd und mit einem Schwert am Gürtel, was in Norsteading nicht weiter für Aufmerksamkeit sorgte. Man ging ihm aus dem Weg, hielt Abstand und ging seinen eigenen Tätigkeiten nach. Hier drückten sich Pferdehufe durch den Matsch, eine Frau fluchte, und dort-<br />
Leif legte seine Hand auf die Schulter eines Mannes, der im Inbegriff war, an ihm vorbeizuziehen. Es war eine Reaktion, die er sich nicht erklären konnte. Eine Eingebung, als das Gesicht des Mannes kurz durch sein Blickfeld gehuscht war. Ein Erkennen, ohne ihn zu fokussieren. Leifs Griff war stark und unnachgiebig, weil er den Mann zum Stehen bewegen wollte, und dieses Mal betrachtete er ihn mit Ruhe, mit Zeit. Eine Mischung aus Unglauben und Schock mischte sich in seinen Blick, denn das Erkennen formte sich langsam zu <i>Kennen</i>. <div class="winterlandcolor">“Asgrim?”</div>
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The one who stayed in shadows.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=755</link>
			<pubDate>Fri, 20 Jun 2025 09:31:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=153">Veith Alvarsson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=755</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/wr42Qq0w/5cb211b76ed5cd1d7ce71078b712df4e.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Der Name des Dorfes war Rabenrast. Frischer Schnee bedeckte die schmalen Gassen und die schiefen Dächer der kleinen Fachwerkhäuser, während die Mittagssonne ihr blasses Licht über die Szenerie warf und die Eiskristalle zum Glitzern brachte. Veith Alvarsson fand sich vor einem kleinen Häuschen wieder. Neben ihm stützte er eine hochschwangere junge Frau, die kaum noch wusste, wie sie auf den wackeligen Beinen bestehen sollte und kläglich vor sich hinkeuchte. Das Mädchen, das er nicht weit von der Siedlung entdeckt hatten, war nun hier, und niemand schien sich für sie zu interessieren. Keiner, der hier hauste, wollte sie auch nur näher kennen.<br />
Die Tatsache, dass das Mädchen bereits starke Wehen hatte, als Veith sie auf dem Weg Richtung Wolfsmark fand, zwang den Krieger dazu, die Verantwortung für die Dunkelhaarige zu übernehmen. So standen sie nun da, vor dem Haus der Hebamme am Dorfplatz - das Mädchen erschöpft und atemlos, Veith mit gerunzelter Stirn, nicht sicher, ob man ihnen hier helfen würde.<br />
<br />
Eine weitere Wehe durchzuckte die junge Frau und zwang die Schwangere zu einem schmerzhaften Aufschrei. Veith, oft wegen seiner schonungslosen Ehrlichkeit und seines vermeintlich fehlenden diplomatischen Geschicks kritisiert, erregte häufig den Unmut seiner Mitmenschen. Doch er gehörte auch zu denjenigen, die mit ihrer Hilfsbereitschaft nicht zögerten. „Wie lautet dein Name, Mädchen?“ fragte er die Schwangere die offenbar keinerlei Scheu davor hatte, die gesamte Ortschaft mit ihren Schreien in Aufruhr zu versetzen. Es dauerte einen Moment, bis die junge Frau in der Lage war, auf seine Frage zu antworten. Ihr Atem ging schnell und das Sprechen fiel ihr zunehmend schwerer. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Hilda... mein Name ist Hilda"</span>, hauchte sie mühsam. Hilda war jung, vielleicht 17 oder 18 Jahre alt und allem Anschein nach war sie ganz allein mit ihrem Kind. Andeutungen seitens der Dorfbewohner ließen darauf schließen, dass sie von außerhalb stammte und keinen Ehemann hatte und somit niemand hier war, der ihr beistehen würde. Ihre Familie schien sie wegen der Tatsache, dass sie unverheiratet ein Kind erwartete, verstoßen zu haben. Es war wohl ein glücklicher Zufall gewesen, dass der Krieger gerade an diesem Morgen in der Nähe der Siedlung Rast machte und Hilda entdeckte.<br />
<br />
In dem Moment, als Veith seinen Blick zurück zum Haus der Hebamme schweifen ließ, spürten er einen Schwall Wasser, der sich über den Boden ergoss und dabei auch einen Teil seiner Stiefel benetzte. Ein vorbeigehender Dorfbewohner warf ihnen einen angewiderten Blick zu, der keinen Zweifel daran ließ, was er von der Szene hielt. Veith presste die Zähne aufeinander, unterdrückte einen Fluch. Nicht wegen der nassen Stiefel, sondern weil er immer noch nicht begreifen konnte, wie ausgerechnet er in diese Lage geraten war.<br />
Der großgewachsene Krieger trat an die Tür des Häuschens heran und klopfte. Als zunächst keine Reaktion erfolgte und Hilda erneut von einer Wehe gepackt wurde, klopfte er fester, diesmal mit Nachdruck. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wir brauchen Hilfe!“</span> rief er, die Stimme schärfer, als beabsichtigt. So sehr er sich bemühte, der jungen Frau beizustehen, so sehr sehnte er den Moment herbei, in dem er sie in die Obhut der Hebamme übergeben und sich wieder entfernen konnte. Dieser Zwischenfall hielt ihn auf und Veith wusste, dass sein Onkel bereits auf ihn wartete.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/wr42Qq0w/5cb211b76ed5cd1d7ce71078b712df4e.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Der Name des Dorfes war Rabenrast. Frischer Schnee bedeckte die schmalen Gassen und die schiefen Dächer der kleinen Fachwerkhäuser, während die Mittagssonne ihr blasses Licht über die Szenerie warf und die Eiskristalle zum Glitzern brachte. Veith Alvarsson fand sich vor einem kleinen Häuschen wieder. Neben ihm stützte er eine hochschwangere junge Frau, die kaum noch wusste, wie sie auf den wackeligen Beinen bestehen sollte und kläglich vor sich hinkeuchte. Das Mädchen, das er nicht weit von der Siedlung entdeckt hatten, war nun hier, und niemand schien sich für sie zu interessieren. Keiner, der hier hauste, wollte sie auch nur näher kennen.<br />
Die Tatsache, dass das Mädchen bereits starke Wehen hatte, als Veith sie auf dem Weg Richtung Wolfsmark fand, zwang den Krieger dazu, die Verantwortung für die Dunkelhaarige zu übernehmen. So standen sie nun da, vor dem Haus der Hebamme am Dorfplatz - das Mädchen erschöpft und atemlos, Veith mit gerunzelter Stirn, nicht sicher, ob man ihnen hier helfen würde.<br />
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Eine weitere Wehe durchzuckte die junge Frau und zwang die Schwangere zu einem schmerzhaften Aufschrei. Veith, oft wegen seiner schonungslosen Ehrlichkeit und seines vermeintlich fehlenden diplomatischen Geschicks kritisiert, erregte häufig den Unmut seiner Mitmenschen. Doch er gehörte auch zu denjenigen, die mit ihrer Hilfsbereitschaft nicht zögerten. „Wie lautet dein Name, Mädchen?“ fragte er die Schwangere die offenbar keinerlei Scheu davor hatte, die gesamte Ortschaft mit ihren Schreien in Aufruhr zu versetzen. Es dauerte einen Moment, bis die junge Frau in der Lage war, auf seine Frage zu antworten. Ihr Atem ging schnell und das Sprechen fiel ihr zunehmend schwerer. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Hilda... mein Name ist Hilda"</span>, hauchte sie mühsam. Hilda war jung, vielleicht 17 oder 18 Jahre alt und allem Anschein nach war sie ganz allein mit ihrem Kind. Andeutungen seitens der Dorfbewohner ließen darauf schließen, dass sie von außerhalb stammte und keinen Ehemann hatte und somit niemand hier war, der ihr beistehen würde. Ihre Familie schien sie wegen der Tatsache, dass sie unverheiratet ein Kind erwartete, verstoßen zu haben. Es war wohl ein glücklicher Zufall gewesen, dass der Krieger gerade an diesem Morgen in der Nähe der Siedlung Rast machte und Hilda entdeckte.<br />
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In dem Moment, als Veith seinen Blick zurück zum Haus der Hebamme schweifen ließ, spürten er einen Schwall Wasser, der sich über den Boden ergoss und dabei auch einen Teil seiner Stiefel benetzte. Ein vorbeigehender Dorfbewohner warf ihnen einen angewiderten Blick zu, der keinen Zweifel daran ließ, was er von der Szene hielt. Veith presste die Zähne aufeinander, unterdrückte einen Fluch. Nicht wegen der nassen Stiefel, sondern weil er immer noch nicht begreifen konnte, wie ausgerechnet er in diese Lage geraten war.<br />
Der großgewachsene Krieger trat an die Tür des Häuschens heran und klopfte. Als zunächst keine Reaktion erfolgte und Hilda erneut von einer Wehe gepackt wurde, klopfte er fester, diesmal mit Nachdruck. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wir brauchen Hilfe!“</span> rief er, die Stimme schärfer, als beabsichtigt. So sehr er sich bemühte, der jungen Frau beizustehen, so sehr sehnte er den Moment herbei, in dem er sie in die Obhut der Hebamme übergeben und sich wieder entfernen konnte. Dieser Zwischenfall hielt ihn auf und Veith wusste, dass sein Onkel bereits auf ihn wartete.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[My mind feels like a foreign land]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=749</link>
			<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 15:38:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Asgrim Blutfjell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=749</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/originals/1d/ef/0e/1def0e4b6aa2db347fc70b45de2a6c6f.gif); background-size:100%;background-position:50% 50%;">
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/40/28/90/402890df0b8a44638698992a23c698b8.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Das Pferd unter ihm schnaubte gedämpft, als spürte es, dass selbst der Atem hier zu laut war. Um sie lag die Welt wie unter einem Bann – eingefroren in grauer Stille, die selbst das Licht verschluckte. Der Himmel hing schwer und tief, und erste Schneeflocken begannen zu fallen: lautlos, wie Asche eines längst vergangenen Feuers. Kein Wind, kein Laut – nur dieses langsame, kalte Rieseln, das die Erde zudeckte wie ein Tuch einen Leichnam.<br />
Asgrim spürte, wie sich die unsichtbare Schlinge um seine Brust fester zog, als er die ersten Häuser des kleinen Dorfes passierte. Rabenrast – kaum mehr als ein Schatten auf der kalten Karte Norsteadings, kaum der Rede wert. Und doch lag auf diesem Ort ein Gewicht, das ihn niederdrückte, als würde die bloße Nähe eine alte Schuld auf seine Schultern legen – eine, die selbst das endlose Meer nicht hatte fortspülen können.<br />
<br />
Er hatte überlegt, das Dorf zu umreiten. Einfach weiterzureiten, wie so oft zuvor. Doch das hätte nichts gelöst. Es hätte den Druck nicht genommen, nur vertagt. Und es wäre nichts weiter gewesen als ein weiterer Schritt in der langen Kette seiner Fluchten – weg von einem Versprechen, das er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihr</span> einst gegeben und gebrochen hatte. <br />
Es bestand die Möglichkeit, dass sie längst nicht mehr hier lebte. Zehn Jahre – eine Ewigkeit, in der man weiterzog, weiterlebte. Wieso hätte sie es auch nicht tun sollen? So wie auch er weitergegangen war, Schritt um Schritt, in eine Freiheit, die sich nicht immer wie Freiheit angefühlt hatte.<br />
<br />
Der Schnee fiel leise und stetig, schmolz auf seinem Mantel. Die Häuser von Rabenrast schwiegen, niedrig und grau, die Dächer schwer von Weiß, als drücke der Winter selbst auf sie herab.<br />
Ein alter Brunnen stand noch dort, wo er ihn in Erinnerung hatte – windschief, mit einem zerbeulten Eimer. Und daneben: die Linde. Verkrüppelt inzwischen, ihre Äste vom Wind gezeichnet, aber noch lebendig. Er hielt an. Stieg nicht ab. Sah nur hin. Die Linde trug keine Blätter mehr, nur den Schnee. Und doch schien es, als stünde <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihr</span> Schatten noch da – wie ein Abdruck, der nicht vergeht. Ob sie auf ihn gewartet hatte? Hatte sie ihn verflucht? Oder – schlimmer noch – hatte sie ihn vergessen?<br />
<br />
Asgrim wandte den Blick ab, als er Schritte vernahm. Ein Junge, kaum älter als neun Winter, überquerte eilig den verschneiten Platz, umrundete den Brunnen und zog ein kleineres Mädchen hinter sich her – die grobe Wolle ihrer Mäntel wehte im kalten Wind, Schneeflocken klebten an ihren Schultern.<br />
Der Junge blieb kurz stehen. Flachsblondes Haar fiel ihm wild in die Stirn, als er sich umdrehte. Ein Blick traf Asgrim – direkt, forsch, und doch zögerlich. In den blassblauen Augen lag ein Funke Trotz, vielleicht Unsicherheit. Oder bloß kindliche Neugier.<br />
Asgrim erwiderte den Blick nicht lange. Da war etwas an dem Kind, das ihn frösteln ließ. Die Tür zum Haus öffnete sich mit einem gepressten Quietschen, der Junge verschwand mit dem Mädchen darin. Ein kurzes Rufen, Stimmen, das dumpfe Schlagen von Holz gegen Holz, dann wieder Stille.<br />
<br />
Asgrim blieb reglos im Sattel sitzen. Etwas Unausgesprochenes lag in der Luft, wie der Moment vor einem Sturm. Er wusste nicht, was genau ihn so aus dem Gleichgewicht brachte – der Blick des Jungen? Die vertraute Farbe seiner Augen? Oder bloß das Echo einer alter Schuld, deren Antwort er in jedem fremden Gesicht suchte? Dann öffnete sich die Tür erneut.<br />
<br />
Die Frau, die heraustrat, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Keine Worte, kein Laut – nur dieser eine Atemzug, der sich anfühlte, als hätte ihm jemand einen Dolch in die Brust gerammt. Alles, was er glaubte hinter sich gelassen zu haben, kehrte in einem einzigen, mühelosen Schlag zurück: das Versprechen, das er gebrochen hatte. Der Blick, mit dem sie ihn damals verabschiedet hatte. Und das Schweigen danach – zehn Jahre lang. Sie war älter, gewiss – aber es war unverkennbar sie. Dieselbe Haltung. Derselbe Blick, scharf wie Eis im Morgengrauen. Ihr Haar, etwas heller nun, war zurückgebunden, ein loses Tuch um die Schultern geschlungen. Kein Zögern lag in ihrer Bewegung. Kein Staunen in ihrem Gesicht.<br />
<br />
Sie sah ihn. Und sah ihn doch nicht.<br />
<br />
Asgrim schluckte. Die Jahre zwischen ihnen waren plötzlich nichts als Schnee. Und jedes Wort, das er sich irgendwann einmal zurechtgelegt hatte, fiel ihm wie ein alter Mantel von den Schultern – schwer, durchnässt, bedeutungslos.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Eydís."</span><br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/originals/1d/ef/0e/1def0e4b6aa2db347fc70b45de2a6c6f.gif); background-size:100%;background-position:50% 50%;">
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/40/28/90/402890df0b8a44638698992a23c698b8.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Das Pferd unter ihm schnaubte gedämpft, als spürte es, dass selbst der Atem hier zu laut war. Um sie lag die Welt wie unter einem Bann – eingefroren in grauer Stille, die selbst das Licht verschluckte. Der Himmel hing schwer und tief, und erste Schneeflocken begannen zu fallen: lautlos, wie Asche eines längst vergangenen Feuers. Kein Wind, kein Laut – nur dieses langsame, kalte Rieseln, das die Erde zudeckte wie ein Tuch einen Leichnam.<br />
Asgrim spürte, wie sich die unsichtbare Schlinge um seine Brust fester zog, als er die ersten Häuser des kleinen Dorfes passierte. Rabenrast – kaum mehr als ein Schatten auf der kalten Karte Norsteadings, kaum der Rede wert. Und doch lag auf diesem Ort ein Gewicht, das ihn niederdrückte, als würde die bloße Nähe eine alte Schuld auf seine Schultern legen – eine, die selbst das endlose Meer nicht hatte fortspülen können.<br />
<br />
Er hatte überlegt, das Dorf zu umreiten. Einfach weiterzureiten, wie so oft zuvor. Doch das hätte nichts gelöst. Es hätte den Druck nicht genommen, nur vertagt. Und es wäre nichts weiter gewesen als ein weiterer Schritt in der langen Kette seiner Fluchten – weg von einem Versprechen, das er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihr</span> einst gegeben und gebrochen hatte. <br />
Es bestand die Möglichkeit, dass sie längst nicht mehr hier lebte. Zehn Jahre – eine Ewigkeit, in der man weiterzog, weiterlebte. Wieso hätte sie es auch nicht tun sollen? So wie auch er weitergegangen war, Schritt um Schritt, in eine Freiheit, die sich nicht immer wie Freiheit angefühlt hatte.<br />
<br />
Der Schnee fiel leise und stetig, schmolz auf seinem Mantel. Die Häuser von Rabenrast schwiegen, niedrig und grau, die Dächer schwer von Weiß, als drücke der Winter selbst auf sie herab.<br />
Ein alter Brunnen stand noch dort, wo er ihn in Erinnerung hatte – windschief, mit einem zerbeulten Eimer. Und daneben: die Linde. Verkrüppelt inzwischen, ihre Äste vom Wind gezeichnet, aber noch lebendig. Er hielt an. Stieg nicht ab. Sah nur hin. Die Linde trug keine Blätter mehr, nur den Schnee. Und doch schien es, als stünde <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihr</span> Schatten noch da – wie ein Abdruck, der nicht vergeht. Ob sie auf ihn gewartet hatte? Hatte sie ihn verflucht? Oder – schlimmer noch – hatte sie ihn vergessen?<br />
<br />
Asgrim wandte den Blick ab, als er Schritte vernahm. Ein Junge, kaum älter als neun Winter, überquerte eilig den verschneiten Platz, umrundete den Brunnen und zog ein kleineres Mädchen hinter sich her – die grobe Wolle ihrer Mäntel wehte im kalten Wind, Schneeflocken klebten an ihren Schultern.<br />
Der Junge blieb kurz stehen. Flachsblondes Haar fiel ihm wild in die Stirn, als er sich umdrehte. Ein Blick traf Asgrim – direkt, forsch, und doch zögerlich. In den blassblauen Augen lag ein Funke Trotz, vielleicht Unsicherheit. Oder bloß kindliche Neugier.<br />
Asgrim erwiderte den Blick nicht lange. Da war etwas an dem Kind, das ihn frösteln ließ. Die Tür zum Haus öffnete sich mit einem gepressten Quietschen, der Junge verschwand mit dem Mädchen darin. Ein kurzes Rufen, Stimmen, das dumpfe Schlagen von Holz gegen Holz, dann wieder Stille.<br />
<br />
Asgrim blieb reglos im Sattel sitzen. Etwas Unausgesprochenes lag in der Luft, wie der Moment vor einem Sturm. Er wusste nicht, was genau ihn so aus dem Gleichgewicht brachte – der Blick des Jungen? Die vertraute Farbe seiner Augen? Oder bloß das Echo einer alter Schuld, deren Antwort er in jedem fremden Gesicht suchte? Dann öffnete sich die Tür erneut.<br />
<br />
Die Frau, die heraustrat, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Keine Worte, kein Laut – nur dieser eine Atemzug, der sich anfühlte, als hätte ihm jemand einen Dolch in die Brust gerammt. Alles, was er glaubte hinter sich gelassen zu haben, kehrte in einem einzigen, mühelosen Schlag zurück: das Versprechen, das er gebrochen hatte. Der Blick, mit dem sie ihn damals verabschiedet hatte. Und das Schweigen danach – zehn Jahre lang. Sie war älter, gewiss – aber es war unverkennbar sie. Dieselbe Haltung. Derselbe Blick, scharf wie Eis im Morgengrauen. Ihr Haar, etwas heller nun, war zurückgebunden, ein loses Tuch um die Schultern geschlungen. Kein Zögern lag in ihrer Bewegung. Kein Staunen in ihrem Gesicht.<br />
<br />
Sie sah ihn. Und sah ihn doch nicht.<br />
<br />
Asgrim schluckte. Die Jahre zwischen ihnen waren plötzlich nichts als Schnee. Und jedes Wort, das er sich irgendwann einmal zurechtgelegt hatte, fiel ihm wie ein alter Mantel von den Schultern – schwer, durchnässt, bedeutungslos.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Eydís."</span><br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The Wolves]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=744</link>
			<pubDate>Sun, 08 Jun 2025 15:25:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=17">Leif Stelhammer</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=744</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/5d/af/31/5daf3127bef0efe402c0fe24f1655f37.jpg); background-size:100%;background-position:50% 70%;font-family:'Cinzel';font-size:18px;"><div style="font-size:12px;">I threw myself to the Wolves,</div>
Only to learn of the Tenderness in their Howl<br />
<div style="font-size:12px;">And the Loyalty in their Blood.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/2083cf05e8bb970b7773567eebc18e13/6bcc7130b384b80c-15/s400x600/54d9e8d256483d32e38f0e2a8c1fa03fab782ae3.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es war nicht Reinka gewesen, die ihren Bruder davon hatte überzeugen müssen, noch einmal das Gespräch zu Erik zu suchen, aber sicher hatte sie einen großen Teil zu der <i>Dringlichkeit</i> beigetragen, die ihn heute durch die Korridore der Wolfsburg trieb. Mit festem, zügigem Schritt passierte er Fackel um Fackel; zweiundzwanzig Stück, um genau zu sein, wenn man die Halterungen in den letzten zwölf Jahren nicht anders positioniert hatte. Auch die Treppenstufen kannte er noch, die er in jungem Alter immer herunter gerast, dann wieder hochgelaufen, und wieder runter geschlittert war, nur weil er es gekonnt hatte. Heute waren seine Beine doppelt so lang und er nahm fast automatisch zwei Stufen auf einmal, und trotzdem wusste er, dass der Turm genau vierundfünfzig davon hatte. Es waren auch nur kleine Nichtigkeiten, die seine Gedanken davon abhielten, immer wieder zu seinem Schreibtisch zu gleiten und dem nicht vorhandenen Brief, der dort eigentlich schon hätte liegen sollen, dort stattdessen aber nur Leere gähnte, die ihn Tag für Tag immer ein Stück weit wahnsinniger machte. Jemand, der kurz davor war, seinen Verstand zu verlieren, beschäftige sich gerne ausgiebig mit Zahlen, hieß es.<br />
Man sah ihm vermutlich an, dass etwas zwischen ihm und Erik vorgefallen war, ihnen beiden wohl gesagt, denn Leif selbst war sich der kalten Schulter bewusst, die sein bester Freund ihm zeigte. Vermutlich war es andersrum genauso; Leif hatte noch nie gut mit dem nachtragenden Charakter seiner Landsmänner umgehen können und verhielt sich wie ein Bär an der Speisetafel, wenn er keine Möglichkeit hatte, den unausgesprochenen Konflikt sofort an Ort und Stelle zu klären. War doch auch Weiberkram, oder? Die regelten sowas doch lieber mit Schweigen und <i>beleidigt sein</i>. Warum musste ausgerechnet Erik ihn mit Ignoranz und Kälte strafen, wenn er doch einen Mund hatte und ihn öffnen konnte, verdammt. Ein ‘Ich will nicht mit dir reden’ ließ Leif halt auch stutzig zurück, der doch seit Tagen eigentlich nichts anderes tun wollte, als das: Reden.<br />
Oder vielleicht war er selbst auch noch nicht bereit gewesen. Wenn er es genau nahm, dann war er immer noch nicht bereit für das, was vor ihm lag. Aber es brachte eben auch nichts, stundenlang herumzubrüten, <i>wie</i> er es nun sagte, wenn die Hauptsache war, dass er es sagte. Und dass er sich entschuldigte. Scheinbar war Reinka doch mehr Mann als ihr Ehemann, denn die hatte ihrem Bruder zumindest sehr deutlich gemacht, dass er sich entschuldigen musste.<br />
<br />
Als er also nun nach zweiundzwanzig gezündeten Fackeln und vierundfünfzig Stufen mit warmer Tunika und einem leichten Tierfell vor der Tür zu Eriks Schlafgemach stand, zögerte er nicht. Tat Leif ohnehin nie, wenn er sich entschieden hatte, etwas bei den Hörnern zu packen. Seine Faust hämmerte entschieden gegen die Tür, genau drei Mal, und er wartete ungerührt, bis er direkt in das Gesicht seines Waffenbruders starrte.<div class="winterlandcolor"> “Erik, wir müssen reden”</div>, war seine Begrüßung an ihn, vielleicht etwas schroffer, als er normalerweise mit ihm umging - wenn es ein <i>vor und nach dem Streit</i> denn überhaupt gab. Und weil er ohnehin ein sehr direkter Mensch war, sorgte die flache Hand an der geöffneten Tür dafür, dass man ihm das Holz nicht einfach so vor der Nase zuschlagen konnte, bevor er sich selbst Eintritt verschaffte in den Bau des Wolfes.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/5d/af/31/5daf3127bef0efe402c0fe24f1655f37.jpg); background-size:100%;background-position:50% 70%;font-family:'Cinzel';font-size:18px;"><div style="font-size:12px;">I threw myself to the Wolves,</div>
Only to learn of the Tenderness in their Howl<br />
<div style="font-size:12px;">And the Loyalty in their Blood.</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/2083cf05e8bb970b7773567eebc18e13/6bcc7130b384b80c-15/s400x600/54d9e8d256483d32e38f0e2a8c1fa03fab782ae3.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Es war nicht Reinka gewesen, die ihren Bruder davon hatte überzeugen müssen, noch einmal das Gespräch zu Erik zu suchen, aber sicher hatte sie einen großen Teil zu der <i>Dringlichkeit</i> beigetragen, die ihn heute durch die Korridore der Wolfsburg trieb. Mit festem, zügigem Schritt passierte er Fackel um Fackel; zweiundzwanzig Stück, um genau zu sein, wenn man die Halterungen in den letzten zwölf Jahren nicht anders positioniert hatte. Auch die Treppenstufen kannte er noch, die er in jungem Alter immer herunter gerast, dann wieder hochgelaufen, und wieder runter geschlittert war, nur weil er es gekonnt hatte. Heute waren seine Beine doppelt so lang und er nahm fast automatisch zwei Stufen auf einmal, und trotzdem wusste er, dass der Turm genau vierundfünfzig davon hatte. Es waren auch nur kleine Nichtigkeiten, die seine Gedanken davon abhielten, immer wieder zu seinem Schreibtisch zu gleiten und dem nicht vorhandenen Brief, der dort eigentlich schon hätte liegen sollen, dort stattdessen aber nur Leere gähnte, die ihn Tag für Tag immer ein Stück weit wahnsinniger machte. Jemand, der kurz davor war, seinen Verstand zu verlieren, beschäftige sich gerne ausgiebig mit Zahlen, hieß es.<br />
Man sah ihm vermutlich an, dass etwas zwischen ihm und Erik vorgefallen war, ihnen beiden wohl gesagt, denn Leif selbst war sich der kalten Schulter bewusst, die sein bester Freund ihm zeigte. Vermutlich war es andersrum genauso; Leif hatte noch nie gut mit dem nachtragenden Charakter seiner Landsmänner umgehen können und verhielt sich wie ein Bär an der Speisetafel, wenn er keine Möglichkeit hatte, den unausgesprochenen Konflikt sofort an Ort und Stelle zu klären. War doch auch Weiberkram, oder? Die regelten sowas doch lieber mit Schweigen und <i>beleidigt sein</i>. Warum musste ausgerechnet Erik ihn mit Ignoranz und Kälte strafen, wenn er doch einen Mund hatte und ihn öffnen konnte, verdammt. Ein ‘Ich will nicht mit dir reden’ ließ Leif halt auch stutzig zurück, der doch seit Tagen eigentlich nichts anderes tun wollte, als das: Reden.<br />
Oder vielleicht war er selbst auch noch nicht bereit gewesen. Wenn er es genau nahm, dann war er immer noch nicht bereit für das, was vor ihm lag. Aber es brachte eben auch nichts, stundenlang herumzubrüten, <i>wie</i> er es nun sagte, wenn die Hauptsache war, dass er es sagte. Und dass er sich entschuldigte. Scheinbar war Reinka doch mehr Mann als ihr Ehemann, denn die hatte ihrem Bruder zumindest sehr deutlich gemacht, dass er sich entschuldigen musste.<br />
<br />
Als er also nun nach zweiundzwanzig gezündeten Fackeln und vierundfünfzig Stufen mit warmer Tunika und einem leichten Tierfell vor der Tür zu Eriks Schlafgemach stand, zögerte er nicht. Tat Leif ohnehin nie, wenn er sich entschieden hatte, etwas bei den Hörnern zu packen. Seine Faust hämmerte entschieden gegen die Tür, genau drei Mal, und er wartete ungerührt, bis er direkt in das Gesicht seines Waffenbruders starrte.<div class="winterlandcolor"> “Erik, wir müssen reden”</div>, war seine Begrüßung an ihn, vielleicht etwas schroffer, als er normalerweise mit ihm umging - wenn es ein <i>vor und nach dem Streit</i> denn überhaupt gab. Und weil er ohnehin ein sehr direkter Mensch war, sorgte die flache Hand an der geöffneten Tür dafür, dass man ihm das Holz nicht einfach so vor der Nase zuschlagen konnte, bevor er sich selbst Eintritt verschaffte in den Bau des Wolfes.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Northwind]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=727</link>
			<pubDate>Thu, 29 May 2025 21:32:19 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=138">Erik Norrholm</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=727</guid>
			<description><![CDATA[Der typische, schneidend kalte Wind Norsteadings peitschte Erik ins Gesicht. In der Ferne heulte ein Wolf, begleitet vom heiseren Ruf eines Kauzes, der wohl nach seiner nächsten Mahlzeit Ausschau hielt. Die Nacht roch nach Eis, nach Holz und dem toten Wildschwein auf Thorins Rücken. Drei Tage war der Streit mit Leif nun her. Drei Tage, seit sie sich vor den Toren der Wolfsburg getrennt hatten – ohne ein weiteres Wort. Erik hatte seitdem reichlich Zeit zum Nachdenken gehabt, doch er hatte sich dabei redlich bemüht, keine Kopfschmerzen zu bekommen. Es war ihm nur mäßig gelungen. Was geblieben war, war ein Gefühl aus Enttäuschung – und Wut. Und mit jeder Stunde, die verstrich, schien sich beides tiefer in ihm zu verankern. <br />
<br />
Als Erik die schweren Tore der Burg seines Vaters durchschritt, kam ihm einer der Stallburschen entgegen. Mit einem höflichen Gruß nahm er ihm das Pferd ab. „Bring die Sau in die Küche, damit man sie verwerten kann“, sagte er ruhig, klopfte dem Tier ein letztes Mal sanft auf die Flanke und machte sich dann schnellen Schrittes auf den Weg in die Burg.<br />
Die alten Mauern, die stets seine Heimat gewesen waren, wirkten jetzt kalt und abweisend – seit dem Streit lastete eine ungewohnte Schwere auf ihnen, die sich tief in seinem Herzen widerspiegelte. Und allein dafür war er mindestens ebenso wütend auf Leif wie auf sich selbst. Die flackernden Feuerschalen warfen ein schwaches Licht auf die gewaltigen Flure der Burg. Es war fast lächerlich, daran zu denken, dass er eines Tages all das verwalten sollte. Es passte genauso wenig zu ihm wie der Titel, mit dem er geboren worden war. Doch anstatt sich den Zweifeln hinzugeben, wie er es so oft schon im Stillen getan hatte, befahl Erik einem der Bediensteten, ihm ein Bad einzulassen. Die vergangenen drei Tage im Wald – allein mit seinem Pferd und einem toten Wildschwein – waren auch an einem Erik Norrholm nicht spurlos vorübergezogen.<br />
<br />
Mit raschen Schritten erklomm er die breiten Stufen, die zu den Gemächern führten, die seiner Frau und ihm gehörten. Neben Wut und Enttäuschung hatte sich ein anderes Gefühl tief in seiner Brust eingenistet – eines, das all das zu überdecken vermochte: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sehnsucht</span>. Er hatte sie vermisst. Mit jeder Faser seines Körpers. Hatte sich nach ihrem Leib, ihrem Duft, doch vor allem nach ihrem unverwechselbaren Wesen gesehnt. Sicher hätte sie seine Wut im Keim ersticken können – oder sie zumindest zu gleichen Teilen mit ihm geteilt. Reinka war für ihn zu einer unverzichtbaren Konstanten geworden, deren Wert ihm früher kaum bewusst gewesen war. Er wusste kaum, wie er ohne sie zuvor hatte bestehen können. So lächerlich es auch war, genau wie der Titel, mit dem er geboren worden war. Früher brauchte er nur sich selbst – vielleicht noch Met und gelegentlich Leif. Heute jedoch richtete sich sein ganzer Fokus auf sie: auf ihr Wohlbefinden und das Leben, das in ihr heranwuchs.<br />
<br />
Vor der Tür zögerte er einen Moment. Er stank, war verschwitzt und fror, doch er wollte sie wenigstens kurz sehen, bevor er ins Bad ging. Leise öffnete er die Tür und blickte in den dunklen Raum. Irgendwo aus der Richtung des Bettes hörte er ihren vertrauten, ruhigen Atem – sie schlief.<br />
Erik hielt kurz inne, zog langsam die groben, schmutzigen Kleider aus und warf sie achtlos vor dem Gemach auf den Boden. Dann trat er in den Raum, in der leisen Hoffnung, dass die unterste Kleidungsschicht nicht so stark nach Wildnis roch wie die äußere, die den ganzen Tag an seinem Körper gehangen hatte.<br />
Seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit, während er leise zu ihrer Seite des Bettes trat. Aus einer Tasche zog er die Wildschweinhauer hervor und legte sie behutsam auf das kleine Beistelltischchen neben ihrem Kopfkissen. Für einen Moment verharrte er, kniete sich dann langsam hin, strich ihr eine dunkle Haarsträhne sanft aus dem Gesicht und hauchte ihr einen zärtlichen Kuss auf die weichen Lippen. Sie regte sich leicht, öffnete halb die Augen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich bin wieder da"</span>, flüsterte er leise, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"komme gleich ins Bett. Ich brauche erst ein Bad..."</span> Noch einmal glitt seine Hand durch ihr Haar, ehe er sich vorsichtig aufrichtete]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der typische, schneidend kalte Wind Norsteadings peitschte Erik ins Gesicht. In der Ferne heulte ein Wolf, begleitet vom heiseren Ruf eines Kauzes, der wohl nach seiner nächsten Mahlzeit Ausschau hielt. Die Nacht roch nach Eis, nach Holz und dem toten Wildschwein auf Thorins Rücken. Drei Tage war der Streit mit Leif nun her. Drei Tage, seit sie sich vor den Toren der Wolfsburg getrennt hatten – ohne ein weiteres Wort. Erik hatte seitdem reichlich Zeit zum Nachdenken gehabt, doch er hatte sich dabei redlich bemüht, keine Kopfschmerzen zu bekommen. Es war ihm nur mäßig gelungen. Was geblieben war, war ein Gefühl aus Enttäuschung – und Wut. Und mit jeder Stunde, die verstrich, schien sich beides tiefer in ihm zu verankern. <br />
<br />
Als Erik die schweren Tore der Burg seines Vaters durchschritt, kam ihm einer der Stallburschen entgegen. Mit einem höflichen Gruß nahm er ihm das Pferd ab. „Bring die Sau in die Küche, damit man sie verwerten kann“, sagte er ruhig, klopfte dem Tier ein letztes Mal sanft auf die Flanke und machte sich dann schnellen Schrittes auf den Weg in die Burg.<br />
Die alten Mauern, die stets seine Heimat gewesen waren, wirkten jetzt kalt und abweisend – seit dem Streit lastete eine ungewohnte Schwere auf ihnen, die sich tief in seinem Herzen widerspiegelte. Und allein dafür war er mindestens ebenso wütend auf Leif wie auf sich selbst. Die flackernden Feuerschalen warfen ein schwaches Licht auf die gewaltigen Flure der Burg. Es war fast lächerlich, daran zu denken, dass er eines Tages all das verwalten sollte. Es passte genauso wenig zu ihm wie der Titel, mit dem er geboren worden war. Doch anstatt sich den Zweifeln hinzugeben, wie er es so oft schon im Stillen getan hatte, befahl Erik einem der Bediensteten, ihm ein Bad einzulassen. Die vergangenen drei Tage im Wald – allein mit seinem Pferd und einem toten Wildschwein – waren auch an einem Erik Norrholm nicht spurlos vorübergezogen.<br />
<br />
Mit raschen Schritten erklomm er die breiten Stufen, die zu den Gemächern führten, die seiner Frau und ihm gehörten. Neben Wut und Enttäuschung hatte sich ein anderes Gefühl tief in seiner Brust eingenistet – eines, das all das zu überdecken vermochte: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sehnsucht</span>. Er hatte sie vermisst. Mit jeder Faser seines Körpers. Hatte sich nach ihrem Leib, ihrem Duft, doch vor allem nach ihrem unverwechselbaren Wesen gesehnt. Sicher hätte sie seine Wut im Keim ersticken können – oder sie zumindest zu gleichen Teilen mit ihm geteilt. Reinka war für ihn zu einer unverzichtbaren Konstanten geworden, deren Wert ihm früher kaum bewusst gewesen war. Er wusste kaum, wie er ohne sie zuvor hatte bestehen können. So lächerlich es auch war, genau wie der Titel, mit dem er geboren worden war. Früher brauchte er nur sich selbst – vielleicht noch Met und gelegentlich Leif. Heute jedoch richtete sich sein ganzer Fokus auf sie: auf ihr Wohlbefinden und das Leben, das in ihr heranwuchs.<br />
<br />
Vor der Tür zögerte er einen Moment. Er stank, war verschwitzt und fror, doch er wollte sie wenigstens kurz sehen, bevor er ins Bad ging. Leise öffnete er die Tür und blickte in den dunklen Raum. Irgendwo aus der Richtung des Bettes hörte er ihren vertrauten, ruhigen Atem – sie schlief.<br />
Erik hielt kurz inne, zog langsam die groben, schmutzigen Kleider aus und warf sie achtlos vor dem Gemach auf den Boden. Dann trat er in den Raum, in der leisen Hoffnung, dass die unterste Kleidungsschicht nicht so stark nach Wildnis roch wie die äußere, die den ganzen Tag an seinem Körper gehangen hatte.<br />
Seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit, während er leise zu ihrer Seite des Bettes trat. Aus einer Tasche zog er die Wildschweinhauer hervor und legte sie behutsam auf das kleine Beistelltischchen neben ihrem Kopfkissen. Für einen Moment verharrte er, kniete sich dann langsam hin, strich ihr eine dunkle Haarsträhne sanft aus dem Gesicht und hauchte ihr einen zärtlichen Kuss auf die weichen Lippen. Sie regte sich leicht, öffnete halb die Augen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich bin wieder da"</span>, flüsterte er leise, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"komme gleich ins Bett. Ich brauche erst ein Bad..."</span> Noch einmal glitt seine Hand durch ihr Haar, ehe er sich vorsichtig aufrichtete]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Blood makes you related, Loyalty makes you Family.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=632</link>
			<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 09:27:50 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=17">Leif Stelhammer</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=632</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/47/10/9d/47109d82303261f5f840b289d6467c91.jpg); background-size:100%;background-position:50% 70%;"><div style="font-size:18px;">You're my</div>
Brother<br />
<div style="font-size:18px;">And I would die for you.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/5afcfbb894617dcd7f45733dd91f5b25/6bcc7130b384b80c-fc/s400x600/f84bd53c2d79944069750e73bf69b0c4d2fdb7c1.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Wenn man sich so dermaßen mit Pflichten zudeckte, dass einem jede weitere Aufgabe aus den Körperöffnungen sickerte, dann hatte man auch keine Zeit mehr, sich Fragen zu stellen und Vorwürfe zu machen. Leif war groß, er hatte eine Menge Platz für Verantwortung, bevor er platzen würde, und seine Schultern waren stark genug, um die Zukunft zu schultern, die er sich und seinem Land selbst legte. Was noch auf ihn zukommen würde, die nächsten Wochen rigoroser Vorbereitungen abseits vom Luxus des Adels, Tage in der Wildnis mit einer Handvoll Wilder, die er selber auserwählt hatte, Entscheidungen, die er treffen würde, das waren alles Dinge, die er zu verarbeiten wusste. Und Dinge, die er nicht verarbeiten konnte… nun, denen wirkte er am besten entgegen mit dem gesunden Gewicht von Waffen in der Hand.<br />
Kalte Luft schnitt durch jede Bewegung, die mit sorgfältiger Genauigkeit ausgeführt wurde. Ein Zusammenspiel aus jahrelang gestählten Muskeln unter heller Haut, freigelegt vor zur Seite geräumtem Schnee und den Schatten vom angrenzenden Wald. Zu dieser Stunde wäre Leif mit seinem Gaul zur Jagd aufgebrochen, immer die gleiche Route, immer den Mond im Nacken, wie er auch jetzt auf tanzende dunkle Locken hinab schien und sich in den kleinen Schweißperlen auf der Stirn spiegelte. Heute und alle folgenden Nächte hielt er sich hingegen lieber zu Seiten der Burg auf, wo Erik und er früher die brüchige Mauer hochgeklettert waren. Der Kampfplatz in der Burg selbst war größer, ebener und besser aufbereitet als das kleine Stück Land mit zertretenem Gras, zwei stehenden Holzpuppen und einem Baumstumpf, der vor den Zeiten von Leif und Erik mal ein ganzer Baum gewesen war. Aber er war auch mittig zu allen Wohneinrichtungen der Burg und damit genau das, was Leif gerade nicht ertragen konnte. Tagsüber hatte er schon die wissenden Blicke von Reinka gespürt und sie gekonnt weg ignoriert - mit anderen Pflichten, die ihn riefen und einer konstanten Aversion, sich mit ihr alleine in einem Raum aufzuhalten. Da konnten ihn andere neugierige Blicke in der Nacht wirklich gestohlen bleiben, nur weil er nicht schlafen konnte und gedachte, das Defizit mitten in der Nacht mit körperlicher Verausgabung auszugleichen. Sowieso hatte er sich in den letzten Wochen gefährlich davon ferngehalten, über etwas Persönliches zu sprechen, oder die Gespräche mit seiner Familie und seinem Waffenbruder - jetzt Schwager - in irgendeine Richtung laufen zu lassen, die hinter die Wand führte, die Leif sorgfältig hochgezogen hatte. Morgen würde Jorin ins nächste Dorf reisen. Leif und Erik würden die Besten unter den Kandidaten, die sie in zwei Tagen auslesen würden, auf Stärke und Disziplin prüfen. Innerhalb von einer Woche würde Leif sich mit so viel Arbeit aufladen, nur um das Unmögliche möglich zu machen und seinen eigenen Grenzen einen Streich zu spielen; denn wer, wenn nicht er war in der Lage, aus einem Haufen Barbaren eine geordnete Truppe zu machen, die bereit war, ihr Vaterland zu verteidigen und den castandorischen Weicheiern den Gar auszumachen. Und wer, wenn nicht Erik war genau der Richtige, um die Ausbildung hier im Barbarenhochtum selbst in die Hand zu nehmen und Leif einen Teil der Verantwortung von den Schultern zu nehmen. Auf wen konnte er sich verlassen, wenn nicht auf seinen Waffenbruder, der ihm seit Jahren den Rücken deckte. <br />
Ein Bruder, der nichts von dem Geheimnis wusste, was Leif heute Nacht vor die Burgmauern getrieben hatte.<br />
Mit einem lauten Krachen bohrte sich die Axtschneide in Leifs linker Hand in den Baumstumpf und hinterließ eine tiefe Kerbe, während er, getrieben von seinen eigenen bösen Geistern, auf dem besten Weg war, über seine körperlichen Grenzen zu treten, nur damit er dem inneren Druck und der ungewollten Sehnsucht Einhalt gebieten konnte. In der Hoffnung, dass sich sein Kopf bald mit Leere füllte und seine Lungen mit brennender Luft, durchschnitt er seine Sorgen mit einer bockigen Zielstrebigkeit, denn im Zweifelsfall war es doch immer Gewalt, die ihre Arbeit tat. Und wenn die Gewalt gegen seine eigenen Gefühle gerichtet war, dann sollte es eben so sein.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/47/10/9d/47109d82303261f5f840b289d6467c91.jpg); background-size:100%;background-position:50% 70%;"><div style="font-size:18px;">You're my</div>
Brother<br />
<div style="font-size:18px;">And I would die for you.</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/5afcfbb894617dcd7f45733dd91f5b25/6bcc7130b384b80c-fc/s400x600/f84bd53c2d79944069750e73bf69b0c4d2fdb7c1.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>
Wenn man sich so dermaßen mit Pflichten zudeckte, dass einem jede weitere Aufgabe aus den Körperöffnungen sickerte, dann hatte man auch keine Zeit mehr, sich Fragen zu stellen und Vorwürfe zu machen. Leif war groß, er hatte eine Menge Platz für Verantwortung, bevor er platzen würde, und seine Schultern waren stark genug, um die Zukunft zu schultern, die er sich und seinem Land selbst legte. Was noch auf ihn zukommen würde, die nächsten Wochen rigoroser Vorbereitungen abseits vom Luxus des Adels, Tage in der Wildnis mit einer Handvoll Wilder, die er selber auserwählt hatte, Entscheidungen, die er treffen würde, das waren alles Dinge, die er zu verarbeiten wusste. Und Dinge, die er nicht verarbeiten konnte… nun, denen wirkte er am besten entgegen mit dem gesunden Gewicht von Waffen in der Hand.<br />
Kalte Luft schnitt durch jede Bewegung, die mit sorgfältiger Genauigkeit ausgeführt wurde. Ein Zusammenspiel aus jahrelang gestählten Muskeln unter heller Haut, freigelegt vor zur Seite geräumtem Schnee und den Schatten vom angrenzenden Wald. Zu dieser Stunde wäre Leif mit seinem Gaul zur Jagd aufgebrochen, immer die gleiche Route, immer den Mond im Nacken, wie er auch jetzt auf tanzende dunkle Locken hinab schien und sich in den kleinen Schweißperlen auf der Stirn spiegelte. Heute und alle folgenden Nächte hielt er sich hingegen lieber zu Seiten der Burg auf, wo Erik und er früher die brüchige Mauer hochgeklettert waren. Der Kampfplatz in der Burg selbst war größer, ebener und besser aufbereitet als das kleine Stück Land mit zertretenem Gras, zwei stehenden Holzpuppen und einem Baumstumpf, der vor den Zeiten von Leif und Erik mal ein ganzer Baum gewesen war. Aber er war auch mittig zu allen Wohneinrichtungen der Burg und damit genau das, was Leif gerade nicht ertragen konnte. Tagsüber hatte er schon die wissenden Blicke von Reinka gespürt und sie gekonnt weg ignoriert - mit anderen Pflichten, die ihn riefen und einer konstanten Aversion, sich mit ihr alleine in einem Raum aufzuhalten. Da konnten ihn andere neugierige Blicke in der Nacht wirklich gestohlen bleiben, nur weil er nicht schlafen konnte und gedachte, das Defizit mitten in der Nacht mit körperlicher Verausgabung auszugleichen. Sowieso hatte er sich in den letzten Wochen gefährlich davon ferngehalten, über etwas Persönliches zu sprechen, oder die Gespräche mit seiner Familie und seinem Waffenbruder - jetzt Schwager - in irgendeine Richtung laufen zu lassen, die hinter die Wand führte, die Leif sorgfältig hochgezogen hatte. Morgen würde Jorin ins nächste Dorf reisen. Leif und Erik würden die Besten unter den Kandidaten, die sie in zwei Tagen auslesen würden, auf Stärke und Disziplin prüfen. Innerhalb von einer Woche würde Leif sich mit so viel Arbeit aufladen, nur um das Unmögliche möglich zu machen und seinen eigenen Grenzen einen Streich zu spielen; denn wer, wenn nicht er war in der Lage, aus einem Haufen Barbaren eine geordnete Truppe zu machen, die bereit war, ihr Vaterland zu verteidigen und den castandorischen Weicheiern den Gar auszumachen. Und wer, wenn nicht Erik war genau der Richtige, um die Ausbildung hier im Barbarenhochtum selbst in die Hand zu nehmen und Leif einen Teil der Verantwortung von den Schultern zu nehmen. Auf wen konnte er sich verlassen, wenn nicht auf seinen Waffenbruder, der ihm seit Jahren den Rücken deckte. <br />
Ein Bruder, der nichts von dem Geheimnis wusste, was Leif heute Nacht vor die Burgmauern getrieben hatte.<br />
Mit einem lauten Krachen bohrte sich die Axtschneide in Leifs linker Hand in den Baumstumpf und hinterließ eine tiefe Kerbe, während er, getrieben von seinen eigenen bösen Geistern, auf dem besten Weg war, über seine körperlichen Grenzen zu treten, nur damit er dem inneren Druck und der ungewollten Sehnsucht Einhalt gebieten konnte. In der Hoffnung, dass sich sein Kopf bald mit Leere füllte und seine Lungen mit brennender Luft, durchschnitt er seine Sorgen mit einer bockigen Zielstrebigkeit, denn im Zweifelsfall war es doch immer Gewalt, die ihre Arbeit tat. Und wenn die Gewalt gegen seine eigenen Gefühle gerichtet war, dann sollte es eben so sein.<br />
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