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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Castandor - Das Land des Königs]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 00:05:05 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Hark, now hear the sailors cry, Smell the sea, and feel the sky]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=713</link>
			<pubDate>Fri, 11 Apr 2025 23:47:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Elithea Trakas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=713</guid>
			<description><![CDATA[Jetzt hätte sie fast vergessen, dass sie eigentlich noch etwas besorgen wollte. Gut, es war noch nicht all zu spät, die Sonne stand noch angenehm golden am herbstlich gefärbten Himmel, aber dennoch war es längst Nachmittag. Die Mittagshitze war nicht mehr so drückend, man merkte, dass der Sommer allmählich seine Strahlkraft verlor. Elithea genoss die teils luftig kühle Brise, die in den Straßen um den Hafen immer wieder die Luft leicht salzig schmecken ließ. Eastergold Meadwo lag zwar an einem Fluß, doch das Meer war doch ganz etwas anderes. Es hatte seinen eigenen Zauber und eine ganz urtümliche Faszination, die wohl niemanden so wirklich losließ, wenn man einmal davon ergriffen wurde. Die tosenden Wogen und schäumende Gischt säuselte von einem unausgesprochenen Versprechen von Freiheit und Abenteuer, von einer Sehnsucht nach Weite und Entdeckungen. Die junge Fürstentochter stand schon einige Minuten regungslos an der Kaimauer, die wie alles in King's Portal aus weißem Stein errichtet war und unter den feinen Wassertropfen schimmernd glänzte. Sie hatte die Augen geschlossen, ließ ihre Gedanken schweifen, übergab sie dem gleichmäßigen Wellenschlag, der sie hinaustrug in die Unendlichkeit des Horizonts. Am Himmel schrien frech wahre Möwenschwärme, übertönten das recht geschäftige Treiben am Hafen. Das Mädchen erwischte sich dabei, wie sie sich wünschte einfach in die Fluten tauchen zu wollen und sich selbst der Unvorhersehbarkeit der Wellen zu überlassen. Wer weiß, wohin es sie treiben würde, aber es konnte wohl nicht schlimmer sein als die Entwurzelung die sie ohnehin schon tief in sich verspürte. <br />
<br />
Mit einem tiefen Seufzen holte sie ihre Gedanken zurück in die Gegenwart. Und gleichzeitig wappnete sie sich gegen den Weg, der nun vor ihr lag. Nun, das klang dramatischer, als es war, aber dennoch war es ihr nicht ganz geheuer das Hafenviertel ohne Begleitung zu betreten. Dass sich hier im Trubel der an- und ablegenden Schiffe, der Entlader und Belader, der Seeleute und Händler durchaus auch Gauner und Halunken herumtrieben, war allgemein bekannt. Die engen Straßen waren verrufen, dass hier so manche kriminelle Tat ungesühnt verübt werden konnte, denn die Gemeinschaft hier war ebenso eng, hielt zusammen und nahm die Bestrafung oft selbst in die Hand. Der Hafen und seine Bewohner war wie eine eigene kleine Welt mit ihren eigenen undurchsichtigen Gesetzen. Zum Glück, aber sollte das Geschäft, das Elithea suchte, nicht allzu tief in den Wirren des Hafenviertels versteckt liegen, aber genau wusste sie das auch nicht. Eine Dienerin hatte ihr die Perlerei der Castros empfohlen auf ihre Frage hin, wo man denn hübsche Stücke erwerben konnte, die man dann in kostbaren Schmuck fassen konnte. Aber zu teuer durfte es nicht sein, schließlich waren ihre finanziellen Mittel gerade recht beschränkt und von der Gunst des Königs und des Bankhauses Caderitor abhängig. Dennoch, eine Hochzeit stand bevor und sie waren nichts destotrotz Fürsten. Sie mussten sich doch ihrem Stand entsprechen ausstatten. <br />
<br />
Eine Weile schlenderte Elithea an der Hafenpromenade entlang, besah sich mal die eine, mal die andere Auslage, ganz unverfänglich und doch aus Neugier geboren. Hier wurden Waren angeboten, die sie in Eastergold Meadow nur selten zu Gesicht bekommen hatte, fremde Gewürze, exotische Stoffe, eigentümliche Objekte, die sie nicht alle gleich in ihrer Sinnhaftigkeit erkannte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Dominilla, kommt nur, kommt herein. Hier gibt es die schönsten Schnitzereien aus Elfenbein, frisch eingetroffen aus Matariyya, erst gestern. Bitte, schaut nur, schaut, wie fein und detaillreich gearbeitet."</span> lockte ein geschickter Verkäufer Elithea, glaubte eine naive Kundin erwischt zu haben. Doch sie winkte nur ab und ging weiter. Kaum ein paar Schritte, da versuchte es schon der nächste mit schmeichelnden Worten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Rosenwasser, Rosenseifen, Rosenöl. Aus den besten Rosen der prächtigsten Gärten des Landes. Riecht, ihr werdet keinen feineren Duft finden. Bitte, probiert nur, kommt."</span> aber auch hier wandte sich Elithea nur ab. So ging es einige male weite rund Elithea wurde mit jedem Mal etwas unruhiger. Diese Aufdringlichkeit war sie nicht gewohnt und es gefiel ihr auch nicht. Sie wollte nicht unhöflich erscheinen, aber sich allen Lockrufen dauernd erwehren zu müssen, war ihr trotzdem unangenehm. <br />
<br />
Irgendwann war es ihr dann doch etwas ungeheuer. Sie wollte ihre Erledigung so bald als möglich abschließen, wollte dem Trubel hier entkommen und wieder zurück in die Ruhe ihres Heims. Aber das Geschäft, das sie suchte, hatte sie immer noch nicht gefunden. Vielleicht blieb ihr einfach nichts anderes übrig, als zu fragen. Und so wandte sie sich nach einem kurzen, aber prüfenden Blick herum an einen jungen Mann <span style="color: #5aa6ca;" class="mycode_color">"Verzeiht mir, bitte, wisst ihr, wo ich die Perlerei der Castros finde?"</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Jetzt hätte sie fast vergessen, dass sie eigentlich noch etwas besorgen wollte. Gut, es war noch nicht all zu spät, die Sonne stand noch angenehm golden am herbstlich gefärbten Himmel, aber dennoch war es längst Nachmittag. Die Mittagshitze war nicht mehr so drückend, man merkte, dass der Sommer allmählich seine Strahlkraft verlor. Elithea genoss die teils luftig kühle Brise, die in den Straßen um den Hafen immer wieder die Luft leicht salzig schmecken ließ. Eastergold Meadwo lag zwar an einem Fluß, doch das Meer war doch ganz etwas anderes. Es hatte seinen eigenen Zauber und eine ganz urtümliche Faszination, die wohl niemanden so wirklich losließ, wenn man einmal davon ergriffen wurde. Die tosenden Wogen und schäumende Gischt säuselte von einem unausgesprochenen Versprechen von Freiheit und Abenteuer, von einer Sehnsucht nach Weite und Entdeckungen. Die junge Fürstentochter stand schon einige Minuten regungslos an der Kaimauer, die wie alles in King's Portal aus weißem Stein errichtet war und unter den feinen Wassertropfen schimmernd glänzte. Sie hatte die Augen geschlossen, ließ ihre Gedanken schweifen, übergab sie dem gleichmäßigen Wellenschlag, der sie hinaustrug in die Unendlichkeit des Horizonts. Am Himmel schrien frech wahre Möwenschwärme, übertönten das recht geschäftige Treiben am Hafen. Das Mädchen erwischte sich dabei, wie sie sich wünschte einfach in die Fluten tauchen zu wollen und sich selbst der Unvorhersehbarkeit der Wellen zu überlassen. Wer weiß, wohin es sie treiben würde, aber es konnte wohl nicht schlimmer sein als die Entwurzelung die sie ohnehin schon tief in sich verspürte. <br />
<br />
Mit einem tiefen Seufzen holte sie ihre Gedanken zurück in die Gegenwart. Und gleichzeitig wappnete sie sich gegen den Weg, der nun vor ihr lag. Nun, das klang dramatischer, als es war, aber dennoch war es ihr nicht ganz geheuer das Hafenviertel ohne Begleitung zu betreten. Dass sich hier im Trubel der an- und ablegenden Schiffe, der Entlader und Belader, der Seeleute und Händler durchaus auch Gauner und Halunken herumtrieben, war allgemein bekannt. Die engen Straßen waren verrufen, dass hier so manche kriminelle Tat ungesühnt verübt werden konnte, denn die Gemeinschaft hier war ebenso eng, hielt zusammen und nahm die Bestrafung oft selbst in die Hand. Der Hafen und seine Bewohner war wie eine eigene kleine Welt mit ihren eigenen undurchsichtigen Gesetzen. Zum Glück, aber sollte das Geschäft, das Elithea suchte, nicht allzu tief in den Wirren des Hafenviertels versteckt liegen, aber genau wusste sie das auch nicht. Eine Dienerin hatte ihr die Perlerei der Castros empfohlen auf ihre Frage hin, wo man denn hübsche Stücke erwerben konnte, die man dann in kostbaren Schmuck fassen konnte. Aber zu teuer durfte es nicht sein, schließlich waren ihre finanziellen Mittel gerade recht beschränkt und von der Gunst des Königs und des Bankhauses Caderitor abhängig. Dennoch, eine Hochzeit stand bevor und sie waren nichts destotrotz Fürsten. Sie mussten sich doch ihrem Stand entsprechen ausstatten. <br />
<br />
Eine Weile schlenderte Elithea an der Hafenpromenade entlang, besah sich mal die eine, mal die andere Auslage, ganz unverfänglich und doch aus Neugier geboren. Hier wurden Waren angeboten, die sie in Eastergold Meadow nur selten zu Gesicht bekommen hatte, fremde Gewürze, exotische Stoffe, eigentümliche Objekte, die sie nicht alle gleich in ihrer Sinnhaftigkeit erkannte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Dominilla, kommt nur, kommt herein. Hier gibt es die schönsten Schnitzereien aus Elfenbein, frisch eingetroffen aus Matariyya, erst gestern. Bitte, schaut nur, schaut, wie fein und detaillreich gearbeitet."</span> lockte ein geschickter Verkäufer Elithea, glaubte eine naive Kundin erwischt zu haben. Doch sie winkte nur ab und ging weiter. Kaum ein paar Schritte, da versuchte es schon der nächste mit schmeichelnden Worten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Rosenwasser, Rosenseifen, Rosenöl. Aus den besten Rosen der prächtigsten Gärten des Landes. Riecht, ihr werdet keinen feineren Duft finden. Bitte, probiert nur, kommt."</span> aber auch hier wandte sich Elithea nur ab. So ging es einige male weite rund Elithea wurde mit jedem Mal etwas unruhiger. Diese Aufdringlichkeit war sie nicht gewohnt und es gefiel ihr auch nicht. Sie wollte nicht unhöflich erscheinen, aber sich allen Lockrufen dauernd erwehren zu müssen, war ihr trotzdem unangenehm. <br />
<br />
Irgendwann war es ihr dann doch etwas ungeheuer. Sie wollte ihre Erledigung so bald als möglich abschließen, wollte dem Trubel hier entkommen und wieder zurück in die Ruhe ihres Heims. Aber das Geschäft, das sie suchte, hatte sie immer noch nicht gefunden. Vielleicht blieb ihr einfach nichts anderes übrig, als zu fragen. Und so wandte sie sich nach einem kurzen, aber prüfenden Blick herum an einen jungen Mann <span style="color: #5aa6ca;" class="mycode_color">"Verzeiht mir, bitte, wisst ihr, wo ich die Perlerei der Castros finde?"</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Take it from the rich and give... oh forget it]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=693</link>
			<pubDate>Sun, 09 Mar 2025 11:42:45 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=113">Ekene Harun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=693</guid>
			<description><![CDATA[Es war der Morgen nach der Hochzeit und Ekene hasste es umgeben von so vielen Menschen zu sein. Die letzten Tage hatten ihn nicht unbedingt positiv gestimmt und dennoch hielt er sich auf dem Marktplatz auf. Gerade jetzt war es wichtig den Überblick zu behalten und die Leute ganz genau im Auge zu behalten. Schließlich musste er wissen welche Gefahren, aber auch Bereicherungen hier auf ihn warteten. Generell traute er keiner einzigen Person hier, aber vielleicht brachten ihm die ein oder anderen auch Vorteile?<br />
<br />
Lange würde er nicht hier bleiben können, denn er musste seinen Dienst bald antreten. Auch wenn Krieg nie die Lösung von Probleme war, so hoffte er immer noch einberufen zu werden um als Soldat kämpfen zu dürfen. Denn dafür war er bestimmt. Zum Kämpfen. Um sich alles zu erarbeiteten. So war das schon immer. Seine jetzige Position hatte er nur mit harter Arbeit erreichen können. Er hasst die Hauptstadt von Castandor und mittlerweile ignorierte er die Blick von all Jenen die in ihrem Leben wohl noch nie einen Sommerländer gesehen hatten. Man sollte ihn nicht unterschätzen. Ihm war bewusst dass er keine Freundlichkeit ausstrahlte, aber er wusste dass die meisten Menschen hier ihn nicht ausstehen konnten. <br />
<br />
Einfach weil er aus einem Land kam, dass immer schlechter wurde und dass die Menschen nur hassen konnten. Er lief also durch die Gassen und besah sich die Stände, die Prinzessin Naila vielleicht aufsuchen könnte. Ebenso machte er sich mit den Schlupfwinkeln der Stadt vertraut und auch wo er Hinterhalt vermuten könnte. Ecken, in denen jemand lauern könnte und es fiel ihm nicht schwer sich in solche Personen hineinzuversetzen. Wenn er wollte, dann könnte er auch gefährlich werden. Nicht nur für die Prinzessin, sondern auch für alle anderen. Ihm fiel allerdings etwas vollkommen anderes auf. <br />
<br />
Eine junge Frau die sehr vornehm gekleidet war. Etwas kräftigerer Natur und dennoch nicht zu verachten. Wenn Ekene so etwas interessieren würde. Er hatte sie gesehen. Im Hof. Soweit er das mitbekommen hatte, schien sie mit dem jüngeren der Prinzen zu interagieren. Also stand sie möglicherweise auch mit der Prinzessin in Kontakt. Normalerweise interessierten ihn die Personen an diesem Hof absolut nicht und er war auch schon dabei seinen Blick wieder abzuwenden, als er bemerkte wie ein Mann sich der Frau näherte und ein Messer zückte. Um sie umzubringen? Unwahrscheinlich. Um sie auszurauben? Wahrscheinlicher. Ekene sah ihn finster an und was blieb ihm denn anderes übrig als einzugreifen? <br />
<br />
Nicht etwa weil es seine Pflicht war, sondern einfach weil er ein Verbrechen nicht dulden konnte. Auch wenn er sich die Frage stellte, warum eine Person soweit ging andere ausrauben zu müssen? Fehlte das Geld? Wurde man vom Hunger und der Armut getrieben? Der Mann verwickelte die junge Frau in ein Gespräch. Bedrängte sie dabei. Scheinbar um sie abzulenken und zeitgleich versuchte er ihr die Tasche abzunehmen. Ekene war aber schneller und packte den Mann am Arm, ehe er ihn gegen eine Hauswand drückte. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Verschwinde oder du wirst den morgigen Tag nicht mehr erleben"</span>, drohte er dem Mann, den er nun losließ und der auch sofort verschwand. Ekene sah ihm mit finsterem Blick nach, ehe er sich zu der Frau umdrehte. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Ihr solltest besser aufpassen oder jemandem vom Palast mitnehmen wenn ihr hier unterwegs seid"</span>, gab er ihr den Rat und musterte sie für einen Moment. Schwieg aber und stand einfach nur da.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war der Morgen nach der Hochzeit und Ekene hasste es umgeben von so vielen Menschen zu sein. Die letzten Tage hatten ihn nicht unbedingt positiv gestimmt und dennoch hielt er sich auf dem Marktplatz auf. Gerade jetzt war es wichtig den Überblick zu behalten und die Leute ganz genau im Auge zu behalten. Schließlich musste er wissen welche Gefahren, aber auch Bereicherungen hier auf ihn warteten. Generell traute er keiner einzigen Person hier, aber vielleicht brachten ihm die ein oder anderen auch Vorteile?<br />
<br />
Lange würde er nicht hier bleiben können, denn er musste seinen Dienst bald antreten. Auch wenn Krieg nie die Lösung von Probleme war, so hoffte er immer noch einberufen zu werden um als Soldat kämpfen zu dürfen. Denn dafür war er bestimmt. Zum Kämpfen. Um sich alles zu erarbeiteten. So war das schon immer. Seine jetzige Position hatte er nur mit harter Arbeit erreichen können. Er hasst die Hauptstadt von Castandor und mittlerweile ignorierte er die Blick von all Jenen die in ihrem Leben wohl noch nie einen Sommerländer gesehen hatten. Man sollte ihn nicht unterschätzen. Ihm war bewusst dass er keine Freundlichkeit ausstrahlte, aber er wusste dass die meisten Menschen hier ihn nicht ausstehen konnten. <br />
<br />
Einfach weil er aus einem Land kam, dass immer schlechter wurde und dass die Menschen nur hassen konnten. Er lief also durch die Gassen und besah sich die Stände, die Prinzessin Naila vielleicht aufsuchen könnte. Ebenso machte er sich mit den Schlupfwinkeln der Stadt vertraut und auch wo er Hinterhalt vermuten könnte. Ecken, in denen jemand lauern könnte und es fiel ihm nicht schwer sich in solche Personen hineinzuversetzen. Wenn er wollte, dann könnte er auch gefährlich werden. Nicht nur für die Prinzessin, sondern auch für alle anderen. Ihm fiel allerdings etwas vollkommen anderes auf. <br />
<br />
Eine junge Frau die sehr vornehm gekleidet war. Etwas kräftigerer Natur und dennoch nicht zu verachten. Wenn Ekene so etwas interessieren würde. Er hatte sie gesehen. Im Hof. Soweit er das mitbekommen hatte, schien sie mit dem jüngeren der Prinzen zu interagieren. Also stand sie möglicherweise auch mit der Prinzessin in Kontakt. Normalerweise interessierten ihn die Personen an diesem Hof absolut nicht und er war auch schon dabei seinen Blick wieder abzuwenden, als er bemerkte wie ein Mann sich der Frau näherte und ein Messer zückte. Um sie umzubringen? Unwahrscheinlich. Um sie auszurauben? Wahrscheinlicher. Ekene sah ihn finster an und was blieb ihm denn anderes übrig als einzugreifen? <br />
<br />
Nicht etwa weil es seine Pflicht war, sondern einfach weil er ein Verbrechen nicht dulden konnte. Auch wenn er sich die Frage stellte, warum eine Person soweit ging andere ausrauben zu müssen? Fehlte das Geld? Wurde man vom Hunger und der Armut getrieben? Der Mann verwickelte die junge Frau in ein Gespräch. Bedrängte sie dabei. Scheinbar um sie abzulenken und zeitgleich versuchte er ihr die Tasche abzunehmen. Ekene war aber schneller und packte den Mann am Arm, ehe er ihn gegen eine Hauswand drückte. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Verschwinde oder du wirst den morgigen Tag nicht mehr erleben"</span>, drohte er dem Mann, den er nun losließ und der auch sofort verschwand. Ekene sah ihm mit finsterem Blick nach, ehe er sich zu der Frau umdrehte. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Ihr solltest besser aufpassen oder jemandem vom Palast mitnehmen wenn ihr hier unterwegs seid"</span>, gab er ihr den Rat und musterte sie für einen Moment. Schwieg aber und stand einfach nur da.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Talks between friends]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=649</link>
			<pubDate>Fri, 27 Dec 2024 21:35:17 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Aurora Acilius</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=649</guid>
			<description><![CDATA[Tief atmete Aurora die frische Luft ein, die sie umgab. Der Tag war herrlich schön und bei ihrem Glück konnte sie es sich heute erlauben, einen Spaziergang durch die Gärten des Palastes der Castellanos zu unternehmen. Denn sie hatte frei und konnte sich den Tag weitgehend so gestalten, wie sie es sich wünschte. <br />
Die Sonne strahlte hell vom Himmel und würde eigentlich angenehm die Haut wärmen, doch es ziemte sich nicht, braungebrannte Haut zu besitzen wie die Helfer auf den unzähligen Feldern.  <br />
Zusätzlich zum Spaziergang ergab sich die Möglichkeit, Orpheus zu treffen – einige Zeit lang waren sie schon wirklich gut miteinander befreundet, ebenso wie sie mit Lycus Haterius gut befreundet war. Die Freundschaft zwischen Mann und Frau wurde in ihrer Zeit eher belächelt und keinesfalls bewundert, aber die jungen Menschen fanden ihre Wege, um solche Dinge so geheim wie nur möglich zu halten. <br />
Anstatt der Begegnungen in der Öffentlichkeit wie auf Bällen, zogen sie Treffen die das heutige eher vor - geschützt vor neugierigen Blicken im Palastgarten. Oder zumindest geschützt vor den meisten Blicken, denn wirklich verhindern ließ es sich so gut wie nie. <br />
 <br />
Den Fächer hatte Aurora heute zur Abwechslung mal nicht zu Hause vergessen, denn unter den Schichten des Kleides wurde es zunehmend warm. So schön und angenehm die sonnigen Tage wie diese waren, so warm konnte den feinen Damen der Gesellschaft auch mal werden, wenn es darum ging, eine gebräunte Haut um jeden Preis zu verhindern und das mithilfe ihrer Kleider. <br />
Zumindest war der Sommer vorbei, in dem es bekanntlich noch wärmer war als jetzt im September. Generell sollten sie sich glücklich schätzen, dass sie die meiste Zeit über wärmeres Wetter hatten – es gab Orte, an denen es strenge Winter gab. Aber natürlich gab es auch Regionen, in denen es viel wärmer war als bei ihnen in Castandor. <br />
Aurora liebte es, hier zu leben und war glücklich, dass sie nicht von hier weggegangen waren.  <br />
Zwar war das Reisen schön, in dessen Genuss sie bereits gekommen war, ihr Herz war jedoch fest mit ihrer Heimat vereint.  <br />
 <br />
Langsam schritt Aurora durch den Palastgarten und begrüßte einzelne Personen, die ihren Weg kreuzten. Ihren Blick hatte sie aufmerksam auf alles und jeden gerichtet, um Orpheus früh genug zu erkennen. <br />
Und das tat sie dann auch nach wenigen Minuten. Ihre Blicke trafen sich, was auf Auroras Gesicht ein Lächeln erscheinen ließ, bevor sie mit zügigen Schritten auf ihren Freund zuging. Ein Knicks, ein gesenktes Haupt und ein <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">”Guten Tag, Eure Hoheit!”</span> als Begrüßung später schenkte Aurora Orpheus ein Lächeln. Sie wusste, dass er in absehbarer Zeit heiratete und verstand, wenn er mit Nervosität zu kämpfen hatte. Es war immerhin ein großer Schritt im Leben - überhaupt im Leben eines so jungen Menschen. Sie hoffte, dass sie ihm heute im gemeinsamen Gespräch einige Ängste und Sorgen nehmen konnte, damit es ihm bei dem Gedanken an seine Hochzeit besser ging. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wie geht es Euch?"</span> war ihre folgende Frage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Tief atmete Aurora die frische Luft ein, die sie umgab. Der Tag war herrlich schön und bei ihrem Glück konnte sie es sich heute erlauben, einen Spaziergang durch die Gärten des Palastes der Castellanos zu unternehmen. Denn sie hatte frei und konnte sich den Tag weitgehend so gestalten, wie sie es sich wünschte. <br />
Die Sonne strahlte hell vom Himmel und würde eigentlich angenehm die Haut wärmen, doch es ziemte sich nicht, braungebrannte Haut zu besitzen wie die Helfer auf den unzähligen Feldern.  <br />
Zusätzlich zum Spaziergang ergab sich die Möglichkeit, Orpheus zu treffen – einige Zeit lang waren sie schon wirklich gut miteinander befreundet, ebenso wie sie mit Lycus Haterius gut befreundet war. Die Freundschaft zwischen Mann und Frau wurde in ihrer Zeit eher belächelt und keinesfalls bewundert, aber die jungen Menschen fanden ihre Wege, um solche Dinge so geheim wie nur möglich zu halten. <br />
Anstatt der Begegnungen in der Öffentlichkeit wie auf Bällen, zogen sie Treffen die das heutige eher vor - geschützt vor neugierigen Blicken im Palastgarten. Oder zumindest geschützt vor den meisten Blicken, denn wirklich verhindern ließ es sich so gut wie nie. <br />
 <br />
Den Fächer hatte Aurora heute zur Abwechslung mal nicht zu Hause vergessen, denn unter den Schichten des Kleides wurde es zunehmend warm. So schön und angenehm die sonnigen Tage wie diese waren, so warm konnte den feinen Damen der Gesellschaft auch mal werden, wenn es darum ging, eine gebräunte Haut um jeden Preis zu verhindern und das mithilfe ihrer Kleider. <br />
Zumindest war der Sommer vorbei, in dem es bekanntlich noch wärmer war als jetzt im September. Generell sollten sie sich glücklich schätzen, dass sie die meiste Zeit über wärmeres Wetter hatten – es gab Orte, an denen es strenge Winter gab. Aber natürlich gab es auch Regionen, in denen es viel wärmer war als bei ihnen in Castandor. <br />
Aurora liebte es, hier zu leben und war glücklich, dass sie nicht von hier weggegangen waren.  <br />
Zwar war das Reisen schön, in dessen Genuss sie bereits gekommen war, ihr Herz war jedoch fest mit ihrer Heimat vereint.  <br />
 <br />
Langsam schritt Aurora durch den Palastgarten und begrüßte einzelne Personen, die ihren Weg kreuzten. Ihren Blick hatte sie aufmerksam auf alles und jeden gerichtet, um Orpheus früh genug zu erkennen. <br />
Und das tat sie dann auch nach wenigen Minuten. Ihre Blicke trafen sich, was auf Auroras Gesicht ein Lächeln erscheinen ließ, bevor sie mit zügigen Schritten auf ihren Freund zuging. Ein Knicks, ein gesenktes Haupt und ein <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">”Guten Tag, Eure Hoheit!”</span> als Begrüßung später schenkte Aurora Orpheus ein Lächeln. Sie wusste, dass er in absehbarer Zeit heiratete und verstand, wenn er mit Nervosität zu kämpfen hatte. Es war immerhin ein großer Schritt im Leben - überhaupt im Leben eines so jungen Menschen. Sie hoffte, dass sie ihm heute im gemeinsamen Gespräch einige Ängste und Sorgen nehmen konnte, damit es ihm bei dem Gedanken an seine Hochzeit besser ging. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wie geht es Euch?"</span> war ihre folgende Frage.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hail to the King, Hail to the One]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=634</link>
			<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 19:27:54 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Orpheus Castellanos</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=634</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.imgur.com/aEbmahT.png); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Hail to the King, Hail to the One<br />
<div style="font-size:18px;">Kneel to the Crown, Stand in the Sun</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/312b4c107420e93c3791bdd97f0b8c1b/146a9524de36acee-e2/s540x810/b281cd7004ca05914f2033b8279c87881281c8bf.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Orpheus hatte die Nachricht seines Vaters am Morgen vor dem Training erhalten. Ein einziger, schlichter Satz, überbracht durch einen Diener: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Seine Majestät wünscht Euch zu sprechen, sobald es Euch möglich ist.“</span></span> Keine weiteren Erklärungen, keine Andeutungen, nichts. Doch diese wenigen Worte reichten aus, um seinen Geist in einen unaufhörlichen Sturm aus Gedanken und Vermutungen zu stürzen, der ihn den ganzen Vormittag nicht losließ.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="color: blue;" class="mycode_color">Was will er von mir?</span></span> Diese Frage hatte ihn durch das Training mit Belisarius begleitet, wie ein Stein, der in seinem Schuh drückte. Normalerweise half ihm das Kampftraining, den Kopf freizubekommen, doch heute war jeder Hieb, jede Abwehr, von einem flüchtigen Blick in die Leere begleitet. Seine Konzentration schwankte, und sein Lehrer hatte ihn mehr als einmal zurechtgewiesen. Doch die Ungewissheit nagte weiter an ihm. Warum ließ Augusto nach ihm schicken? War es eine Angelegenheit von Bedeutung oder einfach eine Laune? Würde ihn ein Gespräch erwarten, das ihm Halt gab – oder eines, das ihn zermürbte?<br />
<br />
Sein Vater war selten ein Mann, der ohne Grund handelte. Zumindest hatte das früher einmal gegolten. In den letzten Jahren jedoch war Augusto schwer einzuschätzen geworden. Manche sprachen leise über den Einfluss des Weins, andere über die Schwere des Alters und die Verbitterung eines Mannes, der mehr verloren als gewonnen hatte. Orpheus vermutete, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen lag. Es war schmerzhaft, den einst so strahlenden König in diesem Zustand zu sehen, und noch schmerzhafter, nicht zu wissen, was ihn in diesem Moment erwarten würde.<br />
<br />
Nachdem er sich nach dem Training frisch gemacht und eine Kleinigkeit gegessen hatte – obwohl ihm jeder Bissen schwer im Magen lag –, machte er sich auf den Weg. Die langen Gänge des Palastes zogen sich endlos dahin. Orpheus ging mit festen, aber unruhigen Schritten, den Blick auf den Marmorboden vor sich geheftet. Die prunkvollen Wandteppiche, die majestätischen Säulen – einst Symbole des Ruhms seines Hauses – fühlten sich erdrückend an. Alles schien ihn daran zu erinnern, wie sehr das Gewicht der Erwartungen auf ihm lastete.<br />
<br />
Sein Verstand drehte sich unaufhörlich um die Fragen und Sorgen: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="color: blue;" class="mycode_color">Ist er nüchtern? Hat er getrunken? Will er ein ernsthaftes Gespräch führen oder bin ich nur hier, weil er jemanden braucht, an dem er seine Wut auslassen kann?</span></span> Er hatte die launischen Ausbrüche seines Vaters erlebt, seine unberechenbaren Wutausbrüche, ebenso wie die Momente seltener Klarheit, in denen Augusto noch einmal die Weisheit und Entschlossenheit seines früheren Selbst zeigte. Als Kind hatte Orpheus ihn bewundert – den strahlenden König, den weisen Herrscher, der in einer einzigen Audienz ganze Räume fesseln konnte. Doch diese Momente wurden seltener, und die Unsicherheit, in welchem Zustand er ihn antreffen würde, war fast unerträglich.<br />
<br />
Als er schließlich die schwere Tür erreichte, die zum Arbeitszimmer des Großkönigs führte, schlug sein Herz schneller. Die Wache nickte ihm zu und zog mit einem kräftigen Zug die Tür auf. Ein süßlich-schwerer Geruch von abgestandenem Wein wehte ihm entgegen, bevor er einen Fuß in den Raum setzen konnte. Der Geruch verriet, dass Augusto bereits getrunken hatte. Das war keine Überraschung, aber es entlockte Orpheus dennoch einen stummen Seufzer. In gewisser Weise war das vielleicht sogar besser, als wenn sein Vater völlig nüchtern gewesen wäre. Der Wein brachte manchmal eine trügerische Milde mit sich, eine Art oberflächliche Nachsicht, die Gespräche weniger schneidend machte. Doch ebenso oft hatte der Alkohol das Gegenteil bewirkt – die Entfesselung eines Zorns, der unverhältnismäßig und unberechenbar war.<br />
<br />
Orpheus konnte nicht wissen, welche Version von Augusto ihn heute erwartete. Das machte die Situation nicht einfacher. Es blieb zu hoffen, dass er bereits eine Phase gewisser weinseliger Zufriedenheit erreicht hatte.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Prinz Orpheus, Eure Majestät“,</span> verkündete die Wache, bevor sie sich zurückzog und die Tür hinter ihm schloss.<br />
<br />
Der Raum lag im Halbdunkel, die Vorhänge halb zugezogen. Die Luft war stickig, die Bücherregale von einer feinen Staubschicht bedeckt. Der massive Schreibtisch, einst ein Sinnbild für Disziplin und Ordnung, war jetzt bedeckt mit Papieren, leeren Pokalen und einer halb entleerten Weinflasche. Dahinter saß Augusto, der Großkönig, ein Mann, dessen Präsenz immer noch Ehrfurcht gebot – auch wenn der Glanz in seinen Augen längst verblasst war.<br />
<br />
Orpheus atmete tief ein, zwang sich zur Ruhe und trat näher. <span style="color: blue;" class="mycode_color">„Eure Majestät.“</span> Er verbeugte sich, wie es die Etikette gebot und blickte dann den König an.<br />
<br />
<span style="color: blue;" class="mycode_color">„Ihr habt nach mir schicken lassen, Vater?"</span> Seine Stimme war ruhig, kontrolliert. Doch in seinem Inneren tobte es.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.imgur.com/aEbmahT.png); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Hail to the King, Hail to the One<br />
<div style="font-size:18px;">Kneel to the Crown, Stand in the Sun</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/312b4c107420e93c3791bdd97f0b8c1b/146a9524de36acee-e2/s540x810/b281cd7004ca05914f2033b8279c87881281c8bf.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Orpheus hatte die Nachricht seines Vaters am Morgen vor dem Training erhalten. Ein einziger, schlichter Satz, überbracht durch einen Diener: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Seine Majestät wünscht Euch zu sprechen, sobald es Euch möglich ist.“</span></span> Keine weiteren Erklärungen, keine Andeutungen, nichts. Doch diese wenigen Worte reichten aus, um seinen Geist in einen unaufhörlichen Sturm aus Gedanken und Vermutungen zu stürzen, der ihn den ganzen Vormittag nicht losließ.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="color: blue;" class="mycode_color">Was will er von mir?</span></span> Diese Frage hatte ihn durch das Training mit Belisarius begleitet, wie ein Stein, der in seinem Schuh drückte. Normalerweise half ihm das Kampftraining, den Kopf freizubekommen, doch heute war jeder Hieb, jede Abwehr, von einem flüchtigen Blick in die Leere begleitet. Seine Konzentration schwankte, und sein Lehrer hatte ihn mehr als einmal zurechtgewiesen. Doch die Ungewissheit nagte weiter an ihm. Warum ließ Augusto nach ihm schicken? War es eine Angelegenheit von Bedeutung oder einfach eine Laune? Würde ihn ein Gespräch erwarten, das ihm Halt gab – oder eines, das ihn zermürbte?<br />
<br />
Sein Vater war selten ein Mann, der ohne Grund handelte. Zumindest hatte das früher einmal gegolten. In den letzten Jahren jedoch war Augusto schwer einzuschätzen geworden. Manche sprachen leise über den Einfluss des Weins, andere über die Schwere des Alters und die Verbitterung eines Mannes, der mehr verloren als gewonnen hatte. Orpheus vermutete, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen lag. Es war schmerzhaft, den einst so strahlenden König in diesem Zustand zu sehen, und noch schmerzhafter, nicht zu wissen, was ihn in diesem Moment erwarten würde.<br />
<br />
Nachdem er sich nach dem Training frisch gemacht und eine Kleinigkeit gegessen hatte – obwohl ihm jeder Bissen schwer im Magen lag –, machte er sich auf den Weg. Die langen Gänge des Palastes zogen sich endlos dahin. Orpheus ging mit festen, aber unruhigen Schritten, den Blick auf den Marmorboden vor sich geheftet. Die prunkvollen Wandteppiche, die majestätischen Säulen – einst Symbole des Ruhms seines Hauses – fühlten sich erdrückend an. Alles schien ihn daran zu erinnern, wie sehr das Gewicht der Erwartungen auf ihm lastete.<br />
<br />
Sein Verstand drehte sich unaufhörlich um die Fragen und Sorgen: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="color: blue;" class="mycode_color">Ist er nüchtern? Hat er getrunken? Will er ein ernsthaftes Gespräch führen oder bin ich nur hier, weil er jemanden braucht, an dem er seine Wut auslassen kann?</span></span> Er hatte die launischen Ausbrüche seines Vaters erlebt, seine unberechenbaren Wutausbrüche, ebenso wie die Momente seltener Klarheit, in denen Augusto noch einmal die Weisheit und Entschlossenheit seines früheren Selbst zeigte. Als Kind hatte Orpheus ihn bewundert – den strahlenden König, den weisen Herrscher, der in einer einzigen Audienz ganze Räume fesseln konnte. Doch diese Momente wurden seltener, und die Unsicherheit, in welchem Zustand er ihn antreffen würde, war fast unerträglich.<br />
<br />
Als er schließlich die schwere Tür erreichte, die zum Arbeitszimmer des Großkönigs führte, schlug sein Herz schneller. Die Wache nickte ihm zu und zog mit einem kräftigen Zug die Tür auf. Ein süßlich-schwerer Geruch von abgestandenem Wein wehte ihm entgegen, bevor er einen Fuß in den Raum setzen konnte. Der Geruch verriet, dass Augusto bereits getrunken hatte. Das war keine Überraschung, aber es entlockte Orpheus dennoch einen stummen Seufzer. In gewisser Weise war das vielleicht sogar besser, als wenn sein Vater völlig nüchtern gewesen wäre. Der Wein brachte manchmal eine trügerische Milde mit sich, eine Art oberflächliche Nachsicht, die Gespräche weniger schneidend machte. Doch ebenso oft hatte der Alkohol das Gegenteil bewirkt – die Entfesselung eines Zorns, der unverhältnismäßig und unberechenbar war.<br />
<br />
Orpheus konnte nicht wissen, welche Version von Augusto ihn heute erwartete. Das machte die Situation nicht einfacher. Es blieb zu hoffen, dass er bereits eine Phase gewisser weinseliger Zufriedenheit erreicht hatte.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Prinz Orpheus, Eure Majestät“,</span> verkündete die Wache, bevor sie sich zurückzog und die Tür hinter ihm schloss.<br />
<br />
Der Raum lag im Halbdunkel, die Vorhänge halb zugezogen. Die Luft war stickig, die Bücherregale von einer feinen Staubschicht bedeckt. Der massive Schreibtisch, einst ein Sinnbild für Disziplin und Ordnung, war jetzt bedeckt mit Papieren, leeren Pokalen und einer halb entleerten Weinflasche. Dahinter saß Augusto, der Großkönig, ein Mann, dessen Präsenz immer noch Ehrfurcht gebot – auch wenn der Glanz in seinen Augen längst verblasst war.<br />
<br />
Orpheus atmete tief ein, zwang sich zur Ruhe und trat näher. <span style="color: blue;" class="mycode_color">„Eure Majestät.“</span> Er verbeugte sich, wie es die Etikette gebot und blickte dann den König an.<br />
<br />
<span style="color: blue;" class="mycode_color">„Ihr habt nach mir schicken lassen, Vater?"</span> Seine Stimme war ruhig, kontrolliert. Doch in seinem Inneren tobte es.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I do a Thing called What the Fuck I Want]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=615</link>
			<pubDate>Sun, 10 Nov 2024 12:31:11 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=21">Ivar Lorenson</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=615</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/80/b7/27/80b727216fc4ae697ee241b578be7824.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">
<br />
<div style="font-size:18px;">Just two Bros bitching about Life</div>
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</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/1ee6bccc4c2c02848669da8b95c6bfec/5ea68f29a36e3553-ac/s640x960/d9d6abe15a18d5569202b3bee6776a307e8df20a.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Da stapften sie also durch die Scheiße; wortwörtlich, wenn man die Kuhfladen bedachte, die hier und dort schön platziert auf dem satten, grünen Feld lagen. Es machte Ivars Laune nun auch nicht unbedingt besser, aber wenigstens auch nicht schlechter. In seinem Leben gab es keinen Platz für Zimperlichkeiten, hatte es noch nie gegeben und auch, wenn er hin und wieder einen Gedanken darüber verlor, wie es wohl sein musste, seine stinkenden Füße hochzulegen und andere seine Arbeit machen zu lassen, hatte er nie die benötigte Blindheit besessen, sich tatsächlich in diesem Lebensstil aufgehen zu sehen. Irgendwie gehörte er doch hier unten in den Dreck, mit frischen, nicht bezahlten Stiefeln den Kuhfladen ausweichend und gar nicht nachfragend, durch welche Sekrete er sonst noch stapfte. Den Blick immer auf den Boden, die Arme vor der Brust verschränkt, weil das leichte Hemd ihn nicht vor der Feuchtigkeit des Morgentaus in der Luft schützte, und einmal wieder verfluchend, dass er dem Händler mehr hätte nehmen sollen als nur einen verschwindend geringen Teil seiner Waren und einen Teil seines eingeheimsten Geldes, das rechtmäßig doch mindestens genauso dem Söldner zustand. Denn wer war in einem seltenen Schwächezustand ausgenutzt und auf einen Karren gepackt worden? Wer hatte weder Geld, noch sein Pferd, noch seine geliebten Dolche bei sich? Richtig, sicher <i>nicht</i> der Händler, der feige das Geld dieses geleckten Schnösels mit dem ausgefransten Bart eines Borstenschweines (aka, Cade- riecht nach Kot) angenommen und fünf von ihnen über die Grenze transportiert hatte <s>eine Entscheidung, die Ivar anhand der bezahlten Summe genauso getroffen hätte</s>. Was man Ivar die letzten Wochen angetan hatte - die Verwechslung, dass er Sommerländer war (hä ???), der Zwangseinzug ins Heer, die Zwangsdisziplinierung, die Aussetzung von Krankheit, Schwäche und Langeweile, die Zwangstransportierung auf dem Wagen - das alles verlangte doch regelrecht nach 10 Jahren Entschädigung oder Vergeltung. Würde Ivar nur einen kleinen Scheißhaufen auf sein Leben geben, das es wert war, verteidigt zu werden.<br />
Deswegen war er also hier und stapfte irgendwo im Nirgendwo über ein frühlingsländisches, vermutlich nicht ganz herrenloses Feld, wenn man die vergangene Anwesenheit von Kühen in Betracht zog. Vielleicht war er zu weich geworden. Nicht einmal alles hatte er dem Händler genommen, ihm seine Kleider gelassen, seinen Gaul, den Wagen, die Frau. In dem kleinen Beutel befand sich genauso viel, wie er brauchen würde, um sich ein Zimmer in einem billigen Gasthaus, ein ordentliches Mal, ein Bad und ein Paar neue Kleidung zuzulegen, und, ach ja, eventuell auch noch seinen Wegbegleiter durchzufüttern. Diese nervige Präsenz, an die er sich doch irgendwie gewöhnt hatte und von der er doch fast schwören konnte, dass sie mittlerweile <i>sein</i> Schatten war, so wie Khaled sich an seine Fersen geheftet hatte. Oder war es andersrum gewesen? Vielleicht hatte Ivar es satt, allein zu sein. Vielleicht vermisste er das Kuhfladengesicht von Eneas und Tyra, die öfter mit der Faust seine Lippen geküsst hatte als ihm lieb war. Eventuell konnte er auch nicht zusehen, wie Khaled an dem Anblick verging, wie Rana sich an den Hals des - jetzt nur noch halb so reichen - Händler schmiss, in der Hoffnung auf ein schönes Haus in Spring’s Court und Sicherheit. Letztendlich war es aber Khaleds Entscheidung gewesen, mit ihm zu kommen, und aus welchen Gründen auch immer hatte er danach beschlossen, Ivar mit Schweigen zu strafen. Als wäre es seine Schuld, dass er ein gebrochenes Herz zu flicken hatte. Lächerlich.<br />
<font color="#65A797">“Es war deine Entscheidung, weißt”</font>, brach es irgendwann nach zwei Stunden Wanderung durch dieses gottlosen Wiesenhügel aus ihm raus, den von Tau und Morgen gelösten Restschnupfen hochziehend. <font color="#65A797">“Ich hab dir nicht gesagt, dass du mich begleiten musst.”</font> Eventuell hatte er die <i>Zeit</i> der Entscheidung sehr kurz geschnitten, so von ein paar Tagen, die er Khaled hätte geben können, runter auf ungefähr zwei Minuten, wo er spontan entschieden hatte, den Händler zu überfallen und ihm die Hälfte seines Goldes, sowie die Lederstiefel und sein Schnitzmesser abknöpfen. Obwohl er es nicht ausgesprochen hatte, stand klar in der Luft, dass der Dieb zwischen zwei Wegen hatte abwägen müssen - oder mehr, gegeben, dass Ivar ihm mit seiner greifbaren Freiheit die Tore zur Welt geöffnet hatte. Warum Khaled sich ausgerechnet für den Weg mit dem Söldner entschieden hatte, war genauso klar wie der Nebel auf den Feldern und Ivar war es leid, das Schweigen dafür sprechen zu lassen, was für eine miserable Entscheidung Khaled doch getroffen hatte.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/80/b7/27/80b727216fc4ae697ee241b578be7824.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">
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<div style="font-size:18px;">Just two Bros bitching about Life</div>
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</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/1ee6bccc4c2c02848669da8b95c6bfec/5ea68f29a36e3553-ac/s640x960/d9d6abe15a18d5569202b3bee6776a307e8df20a.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Da stapften sie also durch die Scheiße; wortwörtlich, wenn man die Kuhfladen bedachte, die hier und dort schön platziert auf dem satten, grünen Feld lagen. Es machte Ivars Laune nun auch nicht unbedingt besser, aber wenigstens auch nicht schlechter. In seinem Leben gab es keinen Platz für Zimperlichkeiten, hatte es noch nie gegeben und auch, wenn er hin und wieder einen Gedanken darüber verlor, wie es wohl sein musste, seine stinkenden Füße hochzulegen und andere seine Arbeit machen zu lassen, hatte er nie die benötigte Blindheit besessen, sich tatsächlich in diesem Lebensstil aufgehen zu sehen. Irgendwie gehörte er doch hier unten in den Dreck, mit frischen, nicht bezahlten Stiefeln den Kuhfladen ausweichend und gar nicht nachfragend, durch welche Sekrete er sonst noch stapfte. Den Blick immer auf den Boden, die Arme vor der Brust verschränkt, weil das leichte Hemd ihn nicht vor der Feuchtigkeit des Morgentaus in der Luft schützte, und einmal wieder verfluchend, dass er dem Händler mehr hätte nehmen sollen als nur einen verschwindend geringen Teil seiner Waren und einen Teil seines eingeheimsten Geldes, das rechtmäßig doch mindestens genauso dem Söldner zustand. Denn wer war in einem seltenen Schwächezustand ausgenutzt und auf einen Karren gepackt worden? Wer hatte weder Geld, noch sein Pferd, noch seine geliebten Dolche bei sich? Richtig, sicher <i>nicht</i> der Händler, der feige das Geld dieses geleckten Schnösels mit dem ausgefransten Bart eines Borstenschweines (aka, Cade- riecht nach Kot) angenommen und fünf von ihnen über die Grenze transportiert hatte <s>eine Entscheidung, die Ivar anhand der bezahlten Summe genauso getroffen hätte</s>. Was man Ivar die letzten Wochen angetan hatte - die Verwechslung, dass er Sommerländer war (hä ???), der Zwangseinzug ins Heer, die Zwangsdisziplinierung, die Aussetzung von Krankheit, Schwäche und Langeweile, die Zwangstransportierung auf dem Wagen - das alles verlangte doch regelrecht nach 10 Jahren Entschädigung oder Vergeltung. Würde Ivar nur einen kleinen Scheißhaufen auf sein Leben geben, das es wert war, verteidigt zu werden.<br />
Deswegen war er also hier und stapfte irgendwo im Nirgendwo über ein frühlingsländisches, vermutlich nicht ganz herrenloses Feld, wenn man die vergangene Anwesenheit von Kühen in Betracht zog. Vielleicht war er zu weich geworden. Nicht einmal alles hatte er dem Händler genommen, ihm seine Kleider gelassen, seinen Gaul, den Wagen, die Frau. In dem kleinen Beutel befand sich genauso viel, wie er brauchen würde, um sich ein Zimmer in einem billigen Gasthaus, ein ordentliches Mal, ein Bad und ein Paar neue Kleidung zuzulegen, und, ach ja, eventuell auch noch seinen Wegbegleiter durchzufüttern. Diese nervige Präsenz, an die er sich doch irgendwie gewöhnt hatte und von der er doch fast schwören konnte, dass sie mittlerweile <i>sein</i> Schatten war, so wie Khaled sich an seine Fersen geheftet hatte. Oder war es andersrum gewesen? Vielleicht hatte Ivar es satt, allein zu sein. Vielleicht vermisste er das Kuhfladengesicht von Eneas und Tyra, die öfter mit der Faust seine Lippen geküsst hatte als ihm lieb war. Eventuell konnte er auch nicht zusehen, wie Khaled an dem Anblick verging, wie Rana sich an den Hals des - jetzt nur noch halb so reichen - Händler schmiss, in der Hoffnung auf ein schönes Haus in Spring’s Court und Sicherheit. Letztendlich war es aber Khaleds Entscheidung gewesen, mit ihm zu kommen, und aus welchen Gründen auch immer hatte er danach beschlossen, Ivar mit Schweigen zu strafen. Als wäre es seine Schuld, dass er ein gebrochenes Herz zu flicken hatte. Lächerlich.<br />
<font color="#65A797">“Es war deine Entscheidung, weißt”</font>, brach es irgendwann nach zwei Stunden Wanderung durch dieses gottlosen Wiesenhügel aus ihm raus, den von Tau und Morgen gelösten Restschnupfen hochziehend. <font color="#65A797">“Ich hab dir nicht gesagt, dass du mich begleiten musst.”</font> Eventuell hatte er die <i>Zeit</i> der Entscheidung sehr kurz geschnitten, so von ein paar Tagen, die er Khaled hätte geben können, runter auf ungefähr zwei Minuten, wo er spontan entschieden hatte, den Händler zu überfallen und ihm die Hälfte seines Goldes, sowie die Lederstiefel und sein Schnitzmesser abknöpfen. Obwohl er es nicht ausgesprochen hatte, stand klar in der Luft, dass der Dieb zwischen zwei Wegen hatte abwägen müssen - oder mehr, gegeben, dass Ivar ihm mit seiner greifbaren Freiheit die Tore zur Welt geöffnet hatte. Warum Khaled sich ausgerechnet für den Weg mit dem Söldner entschieden hatte, war genauso klar wie der Nebel auf den Feldern und Ivar war es leid, das Schweigen dafür sprechen zu lassen, was für eine miserable Entscheidung Khaled doch getroffen hatte.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Play with the Fire of your own Heart]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=580</link>
			<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 21:46:17 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=59">Aurelia Marsili</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=580</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(/images/banner/koenigsland.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Play with the Fire of your own Heart.<br />
<div style="font-size:18px;">Burn for the things you love.</div>
</div>
<br />
Dieser Krieg bedeutete nur Ärger, aber das interessierte die hohen Herren auf ihrem Goldberg recht wenig. Was sollten sie auch auf die Frauen hier unten achten, die den Nachmittag nun endlich hinter sich lassen wollten, aber einfach nicht fertig wurden. Warum? Natürlich wegen dem Krieg, oder wegen der Katastrophe auf den Inseln, oder wegen falsch geplanter Logistik. Das alles machte keinen Unterschied für Aurelia, die heute ihren Vater dabei ersetzte, die Fässer aus den Zwillingsstädten in die Taverne zu transportieren.<br />
Ungeduldig tippte ihr Zeigefinger auf ihren nackten Unterarm, während sie auf ihren Fußballen hin und her wippte, immer wieder über die Schulter des kräftigen Seemannes lugend, der dabei war, die fünf schweren Fässer auf den gemieteten Wagen zu rollen. Ihre Hautfarbe war gesund, gebräunt sogar noch von der kräftigen Augustsonne — etwas, was ihre ganze Familie nicht von sich behaupten konnte. Wie die Seuche ausgerechnet Aurelia nicht erwischt hatte, obwohl sie doch genauso viel engen Kundenkontakt in der Schenke gehabt und aus Heofader weiß wessen Krug getrunken hatte, war sie bis dato von der Seuche verschont geblieben. Ob das ein Segen war? Zweifelhaft, wenn sie sich dafür mit Briefen, Ladungen und dem Schlimmsten von all dem — putzen der Taverne — beschäftigen durfte. Eigentlich sah man sie ständig hier, so oft sogar, dass sie die Hälfte der Tagelöhner grüßten und sie ihnen manchmal ein ganzes, manchmal ein halbes Lächeln zur Antwort schenkte. Oft genug, dass nur Fremde den Blick länger auf ihr ruhen ließen und sie sich einer gewissen Sicherheit von bekannten Gesichtern bewusst war, dass sie auf Unterstützung zählen konnte, sollte doch einer unbehaglich nahe kommen.<br />
Leider machten in letzter Zeit Gerüchte die Runde. Sommerländer, natürlich Sommerländer, drängten sich den Verkäuferinnen hier auf, fragten sie nach ihren Knöcheln und grinsten ihr zahnloses Grinsen. Aurelias Meinung nach klang das Verhalten nach jeder ungehobelten Schiffcrew unabhängig jeglicher Nationalität, aber das sprach doch nur wieder davon, wie sie alle die Nase voll hatten (passend dazu kräuselte Aurelia leicht ihre Nase). Wer hatte schon nach den Krankheiten und dem ganzen Chaos gefragt, welches die Sommerländer wie einen blinden Passagier mit sich gebracht hatten? Niemand wollte diese Unstimmigkeit im Alltag. Sie alle wollten nur ihr Geld, um es anschließend zu sparen oder zu versaufen — das war die Routine der Hauptstadt, wie sie atmete und lebte. Aber Aurelia hatte — wie so viele andere — aufgehört, ihren Blick nach oben zum Bergfried zu richten und auf irgendein Zeichen vom König oder von Heofader selbst zu warten. Da nahm sie ihr Leben lieber selbst in die Hand, und ihren Rockzipfel gleich dazu.<br />
<font color="#df97ab">„Wie viel?“ </font>„2 Kupfer“, brummte der Seemann und hielt seine kräftige Hand auf, in der kurz darauf zwei Münzen landeten. Aurelia befestigte den Beutel an ihrem Taillengürtel und stieg über einen kleinen Haufen Pferdeäpfel, prüfte die Riemen des Ochsengeschirrs nochmal und stieg dann selbst auf die Ladefläche. Es war eine Routineuntersuchung, wirklich, aber ihr Vater bestand selbst aus dem Krankenbett darauf, weshalb sie ihre Hand an das erste Fass legte und einmal kräftig rüttelte. Mit dem schwappenden Geräusch zufrieden, schlängelte sie sich an dem Fass vorbei und wiederholte die gleiche Aktion beim zweiten. Irgendwo in dem Prozess blieb sie mit ihrem Kleid an dem Holz hängen, was sie leise fluchen ließ. Es brachte ja doch nichts. Je schneller sie hier fertig war, desto schneller konnte sie — Moment. Noch einmal rüttelte sie an dem dritten Fass, und wieder war ein dumpfes Rumpeln zu hören. <i>Oh nein, nein nein nein nein…</i> Sie wusste schon, was sie erwartete, bevor sie energisch den Deckelstöpsel hob und ein paar dunkler Augen ihr durch den Lichtfall entgegen blickten. <font color="#df97ab">„Meinst du nicht ernst jetzt.“</font> es war halb direkt an den blinden Passagier gerichtet, halb an Heofader selbst, während sich ihre Augenbrauen in einer Mischung aus Qual und Genervtheit zusammenzogen. Im Nu hatte sie den ohnehin nicht fest sitzenden Deckel angehoben, da wurden auf einmal lange Finger sichtbar, die sich durch die Stöpselöffnung wanden und den Deckel wieder auf das Fass zogen. <font color="#df97ab">„Denk bloß nicht dass ich dich nicht gesehen habe!“</font> Aurelias Finger gruben sich in das Holz und zogen stärker — diesmal erschienen zwei dünne Hände, bevor der Deckel wieder zurück auf seinem Platz landete. <font color="#df97ab">„Hör auf damit! Komm jetzt raus, du mieser Dieb!!“</font> Immer lauter wurde ihre Stimme, die Augen ein reiner Sturm aus Braun, während so immer wieder an dem Deckel zog, ihre Füße gegen den Wagenboden stemmte und sich fragte, ob es diese Anstrengung wirklich wert war, die ihr Nerven und graue Haare kostete. Der Wein, der anstelle dieses Parasiten hätte transportiert werden sollen, war vermutlich bereits verkauft oder versoffen von diesem Idioten, der ihr das Leben einfach unnötig schwer machte. Sie hatte andere Dinge zutun. Was interessierte sie die potentielle Armut, die den Fremden in ein Fass getrieben haben könnte, wenn sie selbst ihr eigenes Misere ausbaden musste. Wenn du arm bist, geh doch ins Militär. Damit warben sie doch, oder nicht?<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(/images/banner/koenigsland.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Play with the Fire of your own Heart.<br />
<div style="font-size:18px;">Burn for the things you love.</div>
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Dieser Krieg bedeutete nur Ärger, aber das interessierte die hohen Herren auf ihrem Goldberg recht wenig. Was sollten sie auch auf die Frauen hier unten achten, die den Nachmittag nun endlich hinter sich lassen wollten, aber einfach nicht fertig wurden. Warum? Natürlich wegen dem Krieg, oder wegen der Katastrophe auf den Inseln, oder wegen falsch geplanter Logistik. Das alles machte keinen Unterschied für Aurelia, die heute ihren Vater dabei ersetzte, die Fässer aus den Zwillingsstädten in die Taverne zu transportieren.<br />
Ungeduldig tippte ihr Zeigefinger auf ihren nackten Unterarm, während sie auf ihren Fußballen hin und her wippte, immer wieder über die Schulter des kräftigen Seemannes lugend, der dabei war, die fünf schweren Fässer auf den gemieteten Wagen zu rollen. Ihre Hautfarbe war gesund, gebräunt sogar noch von der kräftigen Augustsonne — etwas, was ihre ganze Familie nicht von sich behaupten konnte. Wie die Seuche ausgerechnet Aurelia nicht erwischt hatte, obwohl sie doch genauso viel engen Kundenkontakt in der Schenke gehabt und aus Heofader weiß wessen Krug getrunken hatte, war sie bis dato von der Seuche verschont geblieben. Ob das ein Segen war? Zweifelhaft, wenn sie sich dafür mit Briefen, Ladungen und dem Schlimmsten von all dem — putzen der Taverne — beschäftigen durfte. Eigentlich sah man sie ständig hier, so oft sogar, dass sie die Hälfte der Tagelöhner grüßten und sie ihnen manchmal ein ganzes, manchmal ein halbes Lächeln zur Antwort schenkte. Oft genug, dass nur Fremde den Blick länger auf ihr ruhen ließen und sie sich einer gewissen Sicherheit von bekannten Gesichtern bewusst war, dass sie auf Unterstützung zählen konnte, sollte doch einer unbehaglich nahe kommen.<br />
Leider machten in letzter Zeit Gerüchte die Runde. Sommerländer, natürlich Sommerländer, drängten sich den Verkäuferinnen hier auf, fragten sie nach ihren Knöcheln und grinsten ihr zahnloses Grinsen. Aurelias Meinung nach klang das Verhalten nach jeder ungehobelten Schiffcrew unabhängig jeglicher Nationalität, aber das sprach doch nur wieder davon, wie sie alle die Nase voll hatten (passend dazu kräuselte Aurelia leicht ihre Nase). Wer hatte schon nach den Krankheiten und dem ganzen Chaos gefragt, welches die Sommerländer wie einen blinden Passagier mit sich gebracht hatten? Niemand wollte diese Unstimmigkeit im Alltag. Sie alle wollten nur ihr Geld, um es anschließend zu sparen oder zu versaufen — das war die Routine der Hauptstadt, wie sie atmete und lebte. Aber Aurelia hatte — wie so viele andere — aufgehört, ihren Blick nach oben zum Bergfried zu richten und auf irgendein Zeichen vom König oder von Heofader selbst zu warten. Da nahm sie ihr Leben lieber selbst in die Hand, und ihren Rockzipfel gleich dazu.<br />
<font color="#df97ab">„Wie viel?“ </font>„2 Kupfer“, brummte der Seemann und hielt seine kräftige Hand auf, in der kurz darauf zwei Münzen landeten. Aurelia befestigte den Beutel an ihrem Taillengürtel und stieg über einen kleinen Haufen Pferdeäpfel, prüfte die Riemen des Ochsengeschirrs nochmal und stieg dann selbst auf die Ladefläche. Es war eine Routineuntersuchung, wirklich, aber ihr Vater bestand selbst aus dem Krankenbett darauf, weshalb sie ihre Hand an das erste Fass legte und einmal kräftig rüttelte. Mit dem schwappenden Geräusch zufrieden, schlängelte sie sich an dem Fass vorbei und wiederholte die gleiche Aktion beim zweiten. Irgendwo in dem Prozess blieb sie mit ihrem Kleid an dem Holz hängen, was sie leise fluchen ließ. Es brachte ja doch nichts. Je schneller sie hier fertig war, desto schneller konnte sie — Moment. Noch einmal rüttelte sie an dem dritten Fass, und wieder war ein dumpfes Rumpeln zu hören. <i>Oh nein, nein nein nein nein…</i> Sie wusste schon, was sie erwartete, bevor sie energisch den Deckelstöpsel hob und ein paar dunkler Augen ihr durch den Lichtfall entgegen blickten. <font color="#df97ab">„Meinst du nicht ernst jetzt.“</font> es war halb direkt an den blinden Passagier gerichtet, halb an Heofader selbst, während sich ihre Augenbrauen in einer Mischung aus Qual und Genervtheit zusammenzogen. Im Nu hatte sie den ohnehin nicht fest sitzenden Deckel angehoben, da wurden auf einmal lange Finger sichtbar, die sich durch die Stöpselöffnung wanden und den Deckel wieder auf das Fass zogen. <font color="#df97ab">„Denk bloß nicht dass ich dich nicht gesehen habe!“</font> Aurelias Finger gruben sich in das Holz und zogen stärker — diesmal erschienen zwei dünne Hände, bevor der Deckel wieder zurück auf seinem Platz landete. <font color="#df97ab">„Hör auf damit! Komm jetzt raus, du mieser Dieb!!“</font> Immer lauter wurde ihre Stimme, die Augen ein reiner Sturm aus Braun, während so immer wieder an dem Deckel zog, ihre Füße gegen den Wagenboden stemmte und sich fragte, ob es diese Anstrengung wirklich wert war, die ihr Nerven und graue Haare kostete. Der Wein, der anstelle dieses Parasiten hätte transportiert werden sollen, war vermutlich bereits verkauft oder versoffen von diesem Idioten, der ihr das Leben einfach unnötig schwer machte. Sie hatte andere Dinge zutun. Was interessierte sie die potentielle Armut, die den Fremden in ein Fass getrieben haben könnte, wenn sie selbst ihr eigenes Misere ausbaden musste. Wenn du arm bist, geh doch ins Militär. Damit warben sie doch, oder nicht?<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Where the lights dance bright and the wild winds roam]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=562</link>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 17:13:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=88">Rajani Parikh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=562</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Where the lights dance bright and the wild winds roam</span><br />
<div style="font-size:18px;">Skadi & Rajani | 30.09.1016 | 14:00 Uhr </div>
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/UIGSHXE.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Unnachgiebig brannte die Sonne vom Himmel und schien das Feuer der sowieso schon leidenschaftlich verhandelden Standbesitzer  nur weiter zu entfachen. Das Treiben war bunt (natürlich nicht so bunt wie Rajani, aber normal bunt eben) und laut, überall versuchten sich Menschen über das allgemeine Gemurmel hinweg zu unterhalten, feilschten um die dargebotene Ware und versuchten irgendwie ihr spärliches Gold beisammen zu halten. Und mittendrin, wie ein Paradiesvogel, Rajani Parikh. Dass sie nicht hier her gehörte konnte man mit jeder Faser ihres Seins spüren. Vielleicht war auch das der Grund gewesen, weshalb Naila darauf bestanden hatte, dass Rajani mehr als nur eine Wache mitnahm, wenn sie den Palast der Castellanos verließ. Sie selbst war sich keiner Gefahr bewusst und wäre vermutlich einfach völlig alleine losspaziert, wenn sie da nicht schon mal drüber geredet hätten. Manchmal fühlte es sich so an, als würde Naila sie besser kennen, als jeder andere. Sie konnte etwaige Dummheiten schon voraussehen und wusste sie präventiv zu beheben. Immer wieder staunte die junge Gesellschafterin über den Weitsinn ihrer Prinzessin. <br />
<br />
Elegant wie eine Katze schlängelte sich die junge Frau durch die Menschenmassen und blieb hie und da an einem der Stände stehen und begutachtete die Waren. Sie hatte zwar nur wenige Stunden Zeit, die sie für sich selbst nutzen konnte, doch es war ihr Wunsch gewesen das Schloss endlich mal zu verlassen, weshalb sie sich nun hier im bunten Treiben des Markplatzes wieder fand. Und schon jetzt stand fest: sie liebte es! Die Menschen waren so... aufgeweckt und gar nicht so zurückhaltend und steif wie die Bediensteten es waren, die sie die meiste Zeit um sich hatte. Mit einem Lächeln auf den Lippen sog sie tief die etwas unangenehm riechende Luft ein und schlenderte zum nächsten Stand. Naila hatte sie gebeten ihr ein traditionell castandorisches Gewand vom Markt mitzubringen, doch wenn sich die junge Frau so die Stände voller Stoffe und Gewänder ansah, dann fühlte sie sich jetzt schon etwas erschlagen von der schieren Menge der Waren. Und dabei war sie gerade mal am Anfang des Marktes. Wobei sie sich noch nicht ganz sicher war, ob sie sich noch weiter vor kämpfen wollte, die Menschenmasse schien nach hinten immer dichter zu werden und so gerne sie das normale Volk auch hatte, sie verstand keinen Spaß mehr, wenn ihr jemand aufs Kleid oder auf die Füße trat. Dann war Schluss mit lustig. <br />
Gebannt von den schönen Farben ließ sie ihre Finger über eine Stoffbahn gleiten und versuchte in den Gesprächen neben sich aufzuschanppen, über was für Preise sie hier redeten. Allerdings entging der jungen Frau auch nicht, dass viele der Besucher in regelmäßigen Abständen abschätzige Blicke auf ihre Wachen warfen, die vermutlich an jedem Ort in Castandor lieber gewesen wären, als hier... <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Where the lights dance bright and the wild winds roam</span><br />
<div style="font-size:18px;">Skadi & Rajani | 30.09.1016 | 14:00 Uhr </div>
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/UIGSHXE.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Unnachgiebig brannte die Sonne vom Himmel und schien das Feuer der sowieso schon leidenschaftlich verhandelden Standbesitzer  nur weiter zu entfachen. Das Treiben war bunt (natürlich nicht so bunt wie Rajani, aber normal bunt eben) und laut, überall versuchten sich Menschen über das allgemeine Gemurmel hinweg zu unterhalten, feilschten um die dargebotene Ware und versuchten irgendwie ihr spärliches Gold beisammen zu halten. Und mittendrin, wie ein Paradiesvogel, Rajani Parikh. Dass sie nicht hier her gehörte konnte man mit jeder Faser ihres Seins spüren. Vielleicht war auch das der Grund gewesen, weshalb Naila darauf bestanden hatte, dass Rajani mehr als nur eine Wache mitnahm, wenn sie den Palast der Castellanos verließ. Sie selbst war sich keiner Gefahr bewusst und wäre vermutlich einfach völlig alleine losspaziert, wenn sie da nicht schon mal drüber geredet hätten. Manchmal fühlte es sich so an, als würde Naila sie besser kennen, als jeder andere. Sie konnte etwaige Dummheiten schon voraussehen und wusste sie präventiv zu beheben. Immer wieder staunte die junge Gesellschafterin über den Weitsinn ihrer Prinzessin. <br />
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Elegant wie eine Katze schlängelte sich die junge Frau durch die Menschenmassen und blieb hie und da an einem der Stände stehen und begutachtete die Waren. Sie hatte zwar nur wenige Stunden Zeit, die sie für sich selbst nutzen konnte, doch es war ihr Wunsch gewesen das Schloss endlich mal zu verlassen, weshalb sie sich nun hier im bunten Treiben des Markplatzes wieder fand. Und schon jetzt stand fest: sie liebte es! Die Menschen waren so... aufgeweckt und gar nicht so zurückhaltend und steif wie die Bediensteten es waren, die sie die meiste Zeit um sich hatte. Mit einem Lächeln auf den Lippen sog sie tief die etwas unangenehm riechende Luft ein und schlenderte zum nächsten Stand. Naila hatte sie gebeten ihr ein traditionell castandorisches Gewand vom Markt mitzubringen, doch wenn sich die junge Frau so die Stände voller Stoffe und Gewänder ansah, dann fühlte sie sich jetzt schon etwas erschlagen von der schieren Menge der Waren. Und dabei war sie gerade mal am Anfang des Marktes. Wobei sie sich noch nicht ganz sicher war, ob sie sich noch weiter vor kämpfen wollte, die Menschenmasse schien nach hinten immer dichter zu werden und so gerne sie das normale Volk auch hatte, sie verstand keinen Spaß mehr, wenn ihr jemand aufs Kleid oder auf die Füße trat. Dann war Schluss mit lustig. <br />
Gebannt von den schönen Farben ließ sie ihre Finger über eine Stoffbahn gleiten und versuchte in den Gesprächen neben sich aufzuschanppen, über was für Preise sie hier redeten. Allerdings entging der jungen Frau auch nicht, dass viele der Besucher in regelmäßigen Abständen abschätzige Blicke auf ihre Wachen warfen, die vermutlich an jedem Ort in Castandor lieber gewesen wären, als hier... <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=559</link>
			<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 22:59:43 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Elithea Trakas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=559</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Aber warum hat er gerade <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dich</span> eingeladen und nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span>?"</span> hallte Larissas quengelige Stimme noch in Elitheas Gedanken nach, während sich die Sänfte in sanftem Auf und Ab durch die Straßen von King's Portal bewegte. Ja, die Frage konnte die junge Fürstentochter auch nicht beantworten, aber gestellt hatte sie sich diese selbst natürlich auch. Eigentlich wäre es doch viel anständiger, entweder Larissa - als Erstgeborene - oder zumindest sie beide gemeinsam anzusprechen. Warum nur sie einen Brief des Königsohns Orpheus erhalten hatte, konnte sie sich nicht erklären. Noch dazu so knapp vor der Hochzeit. Er musste doch sicherlich in den Vorbereitungen des prächtigen Festes ertrinken. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Wir sollten bald da sein."</span> schlug Iulia, die Dienerin, den Vorhang der Sänfte ein wenig zurück und vergewisserte sich mit einem kundigen Blick, dass das Aussehen ihrer Herrin keinen Schaden genommen hatte. Schließlich sollten die letzten Stunden des Ankleidens und die Mühen, die sie in die Hochsteckfrisur und die Befestigung des Schleiers gesteckt hatte, nicht umsonst gewesen sein. Natürlich gäbe es hie und da noch Verbesserungsmöglichkeiten, das erkannte Iulia sofort. Aber in der Kürze der Zeit war das einfärbige, waldgrüne Kleid mit den bestickten Borten in Safrangelb und Herbstrot an den Säumen und die um den Leib geschlungene Stola aus tintenblauem Stoff mit eingewebtem Muster das einzige, das auf die Schnelle für den Besuch im Palast zu besorgen war. Es sah ganz annehmbar aus, das Gesamtbild, auch wenn die Familie noch an standesgemäßem Schmuck sparen musste. Iulia war zufrieden. So konnte sie den Trakassprössling präsentieren. <br />
<br />
Elithea schwieg, lächelte nur und machte sich schon jetzt vermutlich viel zu viele Gedanken, welchen Grund und welche Folgen die Einladung zum Tee wohl haben könnten. Auch wenn die Worte in dem Brief freundlich klangen und beinahe unbeschwert, war es doch kaum ein reiner Höflichkeitsbesuch, ein auffrischen entfernter Bekanntschaften, wie man sie im Adel unter ungefähr Gleichaltrigen pflegte. Natürlich hatte sie Orpheus schon ein paar Mal getroffen, wenn man sich zu Festen oder Hoftagen in der Hauptstadt einfinden sollte oder der Großkönig samt Familie zu Besuch in Eastergold Meadow war, um zu sehen, wie es denn in den Städten der Königreiche so zuging. Selten, aber doch. Nut ehrlich gesagt, viele Worte hatte sie mit dem Königssohn nicht gewechselt. Larissa war mehr die gesprächige und anmutige von ihnen beiden. Elithea hatte sich im Hintergrund gehalten und hatte den jungen Castellanos von der Ferne beobachtet. Ein attraktiver Bursch, das war er schon immer gewesen, eine Partie, nach der sich alle Jungfrauen des Landes die Finger abschleckten. Und so manche Fürstenmutter war nicht gerade damit einverstanden, dass eine Sommerländerin der eigenen Tochter vorgezogen wurde. <br />
<br />
Endlich machte die Sänfte Halt und die Männer, deren Körperbau deutlich davon zeugte, dass sie es gewohnt waren das schwere Gefährt samt Inhalt durch die Straßen zu schleppen, setzten selbige vorsichtig ab. Iulia half Elithea beim Aussteigen, gut so, denn ein wenig war ihr der Hintern eingeschlafen vom Unbequemen sitzen. Elithea hatte nicht gewagt viel hin und her zu rutschen, einerseits um die Sänfte nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, andererseits um Iulias Ärger nicht auf sich zu ziehen, wenn sie ungewollte Falten im Gewand entdecken würde. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Durchatmen“</span> nahm Iulia Elitheas Hände und bannte ihren Blick in ihren Augen. Konzentration. Ruhe. Das würde hoffentlich gegen die Nervosität helfen. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Er ist ein höflicher, anständiger junger Mann, der sich vermutlich nur nach dem Wohlergehen eurer Familie erkundigen will, nicht wahr?“</span> schmunzelte die Dienerin. Und Elithea nickte. <span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">"Trotzdem wünschte ich mir, Larissa wäre an meiner Stelle. Sie hat eindeutig mehr Übung darin Konversation zu betreiben.“</span> - <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Unfug, eure Schwester ist ein Plappermaul. Die würde nur von sich erzählen und maßlos übertreiben.“</span> auf diese doch sehr treffende Aussage hin mussten beide herzhaft kichern. <span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">"Nun dann, wir sollten den Königssohn nicht warten lassen.“</span> strich sich Elithea das Gewand gerade und straffte die Schultern. Iulia nahm ihren Platz zwei Schritte hinter ihrer Herrin ein. <br />
<br />
Die Wachen am Tor waren natürlich darüber informiert, dass Orpheus Castellanos Besuch erwartete, und so wurden die beiden jungen Frauen von einem Palastdiener durch die verwinkelten Gänge und Wege des herrschaftlichen Gebäudes in die weitläufigen Gärten geführt. Augenblicklich erfasste Elithea ein Gefühl von Ruhe, umgeben von den buntblühenden Herbstblumen, deren zarter Duft von der sanften Brise getragen wurde begleitet vom gleichmäßigen Rascheln der lebhaft wogenden Blätter. Hie und da flatterte ein Schmetterling hungrig über die Pflanzen, ließ sich nieder und war im nächsten Augenblick auch wieder davon. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wenn ihr wünscht, so seid ihr eingeladen hier Platz zu nehmen“</span> deutete der Diener mit einer höflichen Verbeugung auf ein Tischchen unter einem aufgespannten Sonnenschirm, an dem links und rechts ein gepolsteter Hocker stand. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich gebe seiner Majestät Bescheid, dass ihr eingetroffen seid.“</span> und immer noch in der Verbeugung verhaftet, tat der Diener ein paar Schritte zurück, ehe er sich des Weges machte. Interessanterweise behielt Iulia den jungen Mann länger als nötig im Auge. Und selbst Elithea war der verträumte Blick der Dienerin nicht entgangen. <span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">"Gefällt er dir etwa?“</span> neckte Elithea, was Iulia nur ein Schnauffen entlockte. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Na wenigstens beim Gebäck haben sie sich nicht lumpen lassen.“</span> wechselte sie das Thema und deutete mit einem Nicken auf das Tablett an kleinen Küchlein, süßem Gebäck und anderen Naschereien auf dem Tischchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Aber warum hat er gerade <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dich</span> eingeladen und nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span>?"</span> hallte Larissas quengelige Stimme noch in Elitheas Gedanken nach, während sich die Sänfte in sanftem Auf und Ab durch die Straßen von King's Portal bewegte. Ja, die Frage konnte die junge Fürstentochter auch nicht beantworten, aber gestellt hatte sie sich diese selbst natürlich auch. Eigentlich wäre es doch viel anständiger, entweder Larissa - als Erstgeborene - oder zumindest sie beide gemeinsam anzusprechen. Warum nur sie einen Brief des Königsohns Orpheus erhalten hatte, konnte sie sich nicht erklären. Noch dazu so knapp vor der Hochzeit. Er musste doch sicherlich in den Vorbereitungen des prächtigen Festes ertrinken. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Wir sollten bald da sein."</span> schlug Iulia, die Dienerin, den Vorhang der Sänfte ein wenig zurück und vergewisserte sich mit einem kundigen Blick, dass das Aussehen ihrer Herrin keinen Schaden genommen hatte. Schließlich sollten die letzten Stunden des Ankleidens und die Mühen, die sie in die Hochsteckfrisur und die Befestigung des Schleiers gesteckt hatte, nicht umsonst gewesen sein. Natürlich gäbe es hie und da noch Verbesserungsmöglichkeiten, das erkannte Iulia sofort. Aber in der Kürze der Zeit war das einfärbige, waldgrüne Kleid mit den bestickten Borten in Safrangelb und Herbstrot an den Säumen und die um den Leib geschlungene Stola aus tintenblauem Stoff mit eingewebtem Muster das einzige, das auf die Schnelle für den Besuch im Palast zu besorgen war. Es sah ganz annehmbar aus, das Gesamtbild, auch wenn die Familie noch an standesgemäßem Schmuck sparen musste. Iulia war zufrieden. So konnte sie den Trakassprössling präsentieren. <br />
<br />
Elithea schwieg, lächelte nur und machte sich schon jetzt vermutlich viel zu viele Gedanken, welchen Grund und welche Folgen die Einladung zum Tee wohl haben könnten. Auch wenn die Worte in dem Brief freundlich klangen und beinahe unbeschwert, war es doch kaum ein reiner Höflichkeitsbesuch, ein auffrischen entfernter Bekanntschaften, wie man sie im Adel unter ungefähr Gleichaltrigen pflegte. Natürlich hatte sie Orpheus schon ein paar Mal getroffen, wenn man sich zu Festen oder Hoftagen in der Hauptstadt einfinden sollte oder der Großkönig samt Familie zu Besuch in Eastergold Meadow war, um zu sehen, wie es denn in den Städten der Königreiche so zuging. Selten, aber doch. Nut ehrlich gesagt, viele Worte hatte sie mit dem Königssohn nicht gewechselt. Larissa war mehr die gesprächige und anmutige von ihnen beiden. Elithea hatte sich im Hintergrund gehalten und hatte den jungen Castellanos von der Ferne beobachtet. Ein attraktiver Bursch, das war er schon immer gewesen, eine Partie, nach der sich alle Jungfrauen des Landes die Finger abschleckten. Und so manche Fürstenmutter war nicht gerade damit einverstanden, dass eine Sommerländerin der eigenen Tochter vorgezogen wurde. <br />
<br />
Endlich machte die Sänfte Halt und die Männer, deren Körperbau deutlich davon zeugte, dass sie es gewohnt waren das schwere Gefährt samt Inhalt durch die Straßen zu schleppen, setzten selbige vorsichtig ab. Iulia half Elithea beim Aussteigen, gut so, denn ein wenig war ihr der Hintern eingeschlafen vom Unbequemen sitzen. Elithea hatte nicht gewagt viel hin und her zu rutschen, einerseits um die Sänfte nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, andererseits um Iulias Ärger nicht auf sich zu ziehen, wenn sie ungewollte Falten im Gewand entdecken würde. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Durchatmen“</span> nahm Iulia Elitheas Hände und bannte ihren Blick in ihren Augen. Konzentration. Ruhe. Das würde hoffentlich gegen die Nervosität helfen. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Er ist ein höflicher, anständiger junger Mann, der sich vermutlich nur nach dem Wohlergehen eurer Familie erkundigen will, nicht wahr?“</span> schmunzelte die Dienerin. Und Elithea nickte. <span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">"Trotzdem wünschte ich mir, Larissa wäre an meiner Stelle. Sie hat eindeutig mehr Übung darin Konversation zu betreiben.“</span> - <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Unfug, eure Schwester ist ein Plappermaul. Die würde nur von sich erzählen und maßlos übertreiben.“</span> auf diese doch sehr treffende Aussage hin mussten beide herzhaft kichern. <span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">"Nun dann, wir sollten den Königssohn nicht warten lassen.“</span> strich sich Elithea das Gewand gerade und straffte die Schultern. Iulia nahm ihren Platz zwei Schritte hinter ihrer Herrin ein. <br />
<br />
Die Wachen am Tor waren natürlich darüber informiert, dass Orpheus Castellanos Besuch erwartete, und so wurden die beiden jungen Frauen von einem Palastdiener durch die verwinkelten Gänge und Wege des herrschaftlichen Gebäudes in die weitläufigen Gärten geführt. Augenblicklich erfasste Elithea ein Gefühl von Ruhe, umgeben von den buntblühenden Herbstblumen, deren zarter Duft von der sanften Brise getragen wurde begleitet vom gleichmäßigen Rascheln der lebhaft wogenden Blätter. Hie und da flatterte ein Schmetterling hungrig über die Pflanzen, ließ sich nieder und war im nächsten Augenblick auch wieder davon. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wenn ihr wünscht, so seid ihr eingeladen hier Platz zu nehmen“</span> deutete der Diener mit einer höflichen Verbeugung auf ein Tischchen unter einem aufgespannten Sonnenschirm, an dem links und rechts ein gepolsteter Hocker stand. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich gebe seiner Majestät Bescheid, dass ihr eingetroffen seid.“</span> und immer noch in der Verbeugung verhaftet, tat der Diener ein paar Schritte zurück, ehe er sich des Weges machte. Interessanterweise behielt Iulia den jungen Mann länger als nötig im Auge. Und selbst Elithea war der verträumte Blick der Dienerin nicht entgangen. <span style="color: #FF857A;" class="mycode_color">"Gefällt er dir etwa?“</span> neckte Elithea, was Iulia nur ein Schnauffen entlockte. <span style="color: #87cefa;" class="mycode_color">"Na wenigstens beim Gebäck haben sie sich nicht lumpen lassen.“</span> wechselte sie das Thema und deutete mit einem Nicken auf das Tablett an kleinen Küchlein, süßem Gebäck und anderen Naschereien auf dem Tischchen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Conditio humana]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=545</link>
			<pubDate>Sun, 25 Aug 2024 20:55:23 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ariadne Trakas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=545</guid>
			<description><![CDATA[Die Mitternachtsstunde war schon lange verstrichen, bald würde ein neuer Morgen anbrechen. Wie spät genau es war, das konnte Ariadne nicht sagen, sie hatte völlig die Zeit vergessen. Nachdem sich das Brautpaar kurz vor Mitternacht von den Feierlichkeiten zurückzog, verabschiedete sie sich ebenfalls von den Anwesenden. Sie hatte mit allen Gästen höflich Konversation getrieben, genau wie es von ihr erwartet wurde. Sie war nicht unbedingt jemand, dem gesellschaftliche Verpflichtungen übermäßig lästig waren, im Gegenteil, sie waren in diesen Zeiten eine willkommene Abwechslung. Doch bis ins Morgengrauen feiern, das war dann doch eher etwas für die jungen Leute. Da fühlte sie sich in ihrem Alter fehl am Platze. Schlafen gehen konnte sie allerdings auch noch lange nicht, also entschied sie sich, der Palastbibliothek einen Besuch abzustatten, die dürfte sie zu dieser Zeit mit Sicherheit ganz für sich alleine haben. Den Freuden des Lesens konnte sie seit ihrer Flucht aus Eastergold Meadow kaum noch nachgehen, was sie sehr bedauerte. Seit ihrer Kindheit war nämlich kaum ein Tag vergangen, an dem sie nicht irgendetwas gelesen hatte. Zunächst waren es vor allem alte Abenteuergeschichten, im Erwachsenenalter eher gelehrte Abhandlungen. <br />
Nach Letzterem durchsuchte sie, mit einer Laterne in der Hand, nun die Regale der Bibliothek, in denen unzählige Schriftrollen und schwere Foliante lagerten. Im schwachen Lichtschein konnte sie kaum die Titel und Namen der Autoren erkennen, doch irgendwann stieß sie auf einen ihr bekannten alten Gelehrten, den Philosophen Aristomachos. Ein Gelehrter der fernen Vergangenheit, er lebte in der dunklen Zeit vor der Stiftung der Neuen Religion. Seine Lehren schienen aber durchaus mit der Lehre Heofaders kompatibel zu sein, was man daran erkannte, dass seine Schriften von Mönchen unzählige Male abgeschrieben wurden und so bis in die heutige Zeit erhalten blieben. Wie viele Gelehrte dagegen dem endgültigen Vergessen überantwortet wurden, darüber konnte man nur spekulieren.<br />
<br />
Sie stellte ihre Laterne auf einem Tisch in unmittelbarer Nähe ab und versuchte, den schweren Folianten aus dem Regal zu wuchten, was kein sehr einfaches Unterfangen war. Sie war nie besonders kräftig gewesen und deshalb brauchte es mehrere Versuche, bis sie den Folianten so zu fassen bekam, dass sie ihn den kurzen Weg zum Tisch tragen konnte. Sie nahm auf einem der Sessel Platz und verschaffte sich einen ersten Überblick über den Folianten. Er deckte mehrere Wissensgebiete ab, darunter die Naturphilosophie, die Staatsphilosophie und die Ökonomie. Sie widmete sich zunächst der Staatsphilosophie und vertiefte sich mit der Zeit so sehr in die Ausführungen des Aristomachos zur Entstehung von Staaten und ihren Zielen, dass sie gar nicht bemerkte, wie jemand die Bibliothek betrat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Mitternachtsstunde war schon lange verstrichen, bald würde ein neuer Morgen anbrechen. Wie spät genau es war, das konnte Ariadne nicht sagen, sie hatte völlig die Zeit vergessen. Nachdem sich das Brautpaar kurz vor Mitternacht von den Feierlichkeiten zurückzog, verabschiedete sie sich ebenfalls von den Anwesenden. Sie hatte mit allen Gästen höflich Konversation getrieben, genau wie es von ihr erwartet wurde. Sie war nicht unbedingt jemand, dem gesellschaftliche Verpflichtungen übermäßig lästig waren, im Gegenteil, sie waren in diesen Zeiten eine willkommene Abwechslung. Doch bis ins Morgengrauen feiern, das war dann doch eher etwas für die jungen Leute. Da fühlte sie sich in ihrem Alter fehl am Platze. Schlafen gehen konnte sie allerdings auch noch lange nicht, also entschied sie sich, der Palastbibliothek einen Besuch abzustatten, die dürfte sie zu dieser Zeit mit Sicherheit ganz für sich alleine haben. Den Freuden des Lesens konnte sie seit ihrer Flucht aus Eastergold Meadow kaum noch nachgehen, was sie sehr bedauerte. Seit ihrer Kindheit war nämlich kaum ein Tag vergangen, an dem sie nicht irgendetwas gelesen hatte. Zunächst waren es vor allem alte Abenteuergeschichten, im Erwachsenenalter eher gelehrte Abhandlungen. <br />
Nach Letzterem durchsuchte sie, mit einer Laterne in der Hand, nun die Regale der Bibliothek, in denen unzählige Schriftrollen und schwere Foliante lagerten. Im schwachen Lichtschein konnte sie kaum die Titel und Namen der Autoren erkennen, doch irgendwann stieß sie auf einen ihr bekannten alten Gelehrten, den Philosophen Aristomachos. Ein Gelehrter der fernen Vergangenheit, er lebte in der dunklen Zeit vor der Stiftung der Neuen Religion. Seine Lehren schienen aber durchaus mit der Lehre Heofaders kompatibel zu sein, was man daran erkannte, dass seine Schriften von Mönchen unzählige Male abgeschrieben wurden und so bis in die heutige Zeit erhalten blieben. Wie viele Gelehrte dagegen dem endgültigen Vergessen überantwortet wurden, darüber konnte man nur spekulieren.<br />
<br />
Sie stellte ihre Laterne auf einem Tisch in unmittelbarer Nähe ab und versuchte, den schweren Folianten aus dem Regal zu wuchten, was kein sehr einfaches Unterfangen war. Sie war nie besonders kräftig gewesen und deshalb brauchte es mehrere Versuche, bis sie den Folianten so zu fassen bekam, dass sie ihn den kurzen Weg zum Tisch tragen konnte. Sie nahm auf einem der Sessel Platz und verschaffte sich einen ersten Überblick über den Folianten. Er deckte mehrere Wissensgebiete ab, darunter die Naturphilosophie, die Staatsphilosophie und die Ökonomie. Sie widmete sich zunächst der Staatsphilosophie und vertiefte sich mit der Zeit so sehr in die Ausführungen des Aristomachos zur Entstehung von Staaten und ihren Zielen, dass sie gar nicht bemerkte, wie jemand die Bibliothek betrat.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[We’re no thieves.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=502</link>
			<pubDate>Sun, 21 Jul 2024 10:33:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=59">Aurelia Marsili</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=502</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/46/cb/64/46cb6456b1cd95334f29e9aba59a7571.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">We’re no thieves<br />
<div style="font-size:18px;">We’re just really good at acquiring things that aren’t ours.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/8e055f54807f473611f9c4a70f3bc808/tumblr_inline_ocyh8qmaGE1sei9q3_250.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Es gab viele Entscheidungen, die Aurelia im Nachhinein zwar bereute, im Vorhinein waren sie aber sehr verlockend gewesen. Da gab es zum Beispiel diesen einen Vorfall, als sie sich vor ein paar Jahren mit Antonius dazu hatte hinreißen lassen, mitten in einer stürmischen Nacht den Leuchtturm zu erklimmen, um den Wolken über dem Ozean beim Tanzen und kämpfen zuzusehen; im Endeffekt hatte sie sich davon die Erkältung des Jahres zugezogen und tagelang das Bett gehütet. Dann klang es immer unglaublich verlockend, ihrer Schwester ins Wort zu fallen, wenn sie — ihrer Meinung nach — völlig falsche Ansichten vertrat, aber das endete meist darin, dass sie sich von der Mutter anhören durften, wie unreif sie für ihr Alter waren. Was teilweise auch stimmte, wohlgemerkt, bemessen an der schieren Menge von dummen Entscheidungen, und gestern reihte sich ganz hervorragend ein in die lange Liste, die die bereute. Könnte sie sich doch wenigstens daran erinnern, ob die Nacht es wert gewesen war, aber stattdessen war Aurelia neben einem fremden Mann in einem fremden Bett aufgewacht. <i>Ups</i>, war ihr nur über die Lippen gekommen. Ja, <I>ups</I>, während sie hastig ihre Toga um die Schulter festklemmte und aus dem Anwesen floh, das — Heofader bewahre — Frau und Kinder beherbergte dem Geschrei aus dem Innenhof nach zu urteilen. Sie kannte die hetzenden Münder der Stadt und vor allem die ihrer Nachbarschaft nur zu gut, um sich aufs kleinste Wort genau vorzustellen, was für Geschichten und Gerüchte durch die Straßen getragen werden würden. <i>Die Marsili-Tochter ist wieder ausschweifend geworden.</i> <i>Sie hat nun endgültig ihre Berufung gefunden.</i> <i>Kein Wunder, dass sie keiner mehr haben will.</i> Nun, das war nun auch nichts Neues mehr und Aurelia konnte getrost von sich behaupten, dass sie sich mehr darum sorgte, wie sie ihr Haar heute bändigen sollte, bis es ihr wie Schuppen von den Augen fiel: Scheiße, sie war doch heute verabredet.<br />
Hier saß sie also auf dem Marktplatz in der Nähe der Kathedrale, den Kopfschmerzen zum Trotz, die sie weniger wie sanfte Wellen und mehr wie die Holzräder eines Viehwagens an einen lustigen, chaotischen, desaströsen Abend erinnerten. Während sie ihre dunklen, heute etwas tiefer eingesunkenen Augen über die große Fläche schweifen ließ, konnte sie wenigstens mittlerweile behaupten, dass sie die Nacht nicht mehr bereute — nur den Morgen danach und den bitteren Beigeschmack, vermutlich einem Ehebruch beigesteuert zu haben. Natürlich hatte sie nicht nachgefragt und Händler Markus, an dessen Namen sie sich sogar wieder erinnern konnte, ließ sich besser nicht mehr in der Taverne sehen. Aurelias Blick blieb am Horizont kleben, den man von hier aus ganz wunderbar beobachten konnte. Sie saß auf der weiten, weißen Treppe und vorhin noch hatte sie sich für die 400 Stufen verflucht, die sie hatte nehmen müssen, um zu. Treffpunkt zu kommen, aber jetzt war sie ganz froh drum. Trotz der Mittagshitze wehte eine frische Meeresbrise über den Platz und machte die Sonne angenehm auf der nackten Haut ihrer Schultern. Nachdem sie zu Hause beim Fertigmachen fast wieder eingeschlafen war, hatte sie sich entschieden, nur das Minimum an Haarpflege zu betreiben und die schweren Locken mit einer Klammer dürfte nach oben zu stecken, dass ihr jetzt schon einige Strähnen in den Nacken fielen, aber das war in Ordnung. In der Taverne war es merkwürdig, aber nicht ungewöhnlich still gewesen, nachdem sie gestern alle Hände voll zutun gehabt hatten mit dem ganzen Zulauf, den King‘s Portal in den letzten Tagen hatte erfahren dürfen. Und wofür? Für die Hochzeit einer sommerländischen, stinkreichen Prinzessin mit dem Jüngeren der zwei Königssöhne. Für den Krieg. Für die Gerüchte, die sich um Drachensichtungen und Seegespenster drehten. Nur für die Kranken schien sich keiner zu interessieren, während sie die Straßenporen vollsiechten, war ja mal wieder typisch. <br />
Dass Aurelia sich von ihren eigenen Gedanken hatte ablenken lassen, würde sie stark abstreiten, aber es ließ sie leider nicht leugnen, dass sie ihre Verabredung erst bemerkte, als diese sich neben sie setzte. Ein kurzer Blick in Richtung der Bewegung schien sie nichtmal zu registrieren, dafür zuckte sie umso heftiger zusammen, als die Information endlich bis zu ihrem Gehirn durchdrang. <font color="#df97ab">„Heofader, musst du dich immer so anschleichen??“</font>, legte sie ihre Hand ergriffen über ihr Herz. Auch wenn Aurelia heute nicht die Aufmerksamste war, Skadi hatte irgendwas an sich, das sie in der Menge verschwinden ließ — wenn sie denn wollte. Dass ihre Freundin heute wieder aussah, als hätte sie in Heiliger Milch gebadet, während Aurelia frisch aus einem Pferdeheuhaufen gekrochen kam, ließ sie kurz missmutig mit der Nase wackeln. Dann übernahm doch die Vorfreude Überhand, sie heute überhaupt zu sehen, und auf Aurelias Lippen breitete sich ein Lächeln aus. <font color="#df97ab">„Morgen.“</font> Genau genommen war es Mittag, aber in Tavernen-Zeitrechnung war es eigentlich gerade erst Zeit zum Aufstehen. Das konnte man wunderbar mit einem ersten Kaffee feiern, den Aurelia sich vorher frisch am Marktplatz hatte aufgießen lassen und den dampfenden Tonbecher jetzt zufrieden in der Hand hielt. <font color="#df97ab">„Willst du auch? Ich kann’s echt kaum glauben, dass Matariyya so lange an diesen verdammten Zauberbohnen festgehalten hat. Fantastische Magie ist das. Besser als Wein, und definitiv besser als Sex.“</font></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/46/cb/64/46cb6456b1cd95334f29e9aba59a7571.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">We’re no thieves<br />
<div style="font-size:18px;">We’re just really good at acquiring things that aren’t ours.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/8e055f54807f473611f9c4a70f3bc808/tumblr_inline_ocyh8qmaGE1sei9q3_250.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Es gab viele Entscheidungen, die Aurelia im Nachhinein zwar bereute, im Vorhinein waren sie aber sehr verlockend gewesen. Da gab es zum Beispiel diesen einen Vorfall, als sie sich vor ein paar Jahren mit Antonius dazu hatte hinreißen lassen, mitten in einer stürmischen Nacht den Leuchtturm zu erklimmen, um den Wolken über dem Ozean beim Tanzen und kämpfen zuzusehen; im Endeffekt hatte sie sich davon die Erkältung des Jahres zugezogen und tagelang das Bett gehütet. Dann klang es immer unglaublich verlockend, ihrer Schwester ins Wort zu fallen, wenn sie — ihrer Meinung nach — völlig falsche Ansichten vertrat, aber das endete meist darin, dass sie sich von der Mutter anhören durften, wie unreif sie für ihr Alter waren. Was teilweise auch stimmte, wohlgemerkt, bemessen an der schieren Menge von dummen Entscheidungen, und gestern reihte sich ganz hervorragend ein in die lange Liste, die die bereute. Könnte sie sich doch wenigstens daran erinnern, ob die Nacht es wert gewesen war, aber stattdessen war Aurelia neben einem fremden Mann in einem fremden Bett aufgewacht. <i>Ups</i>, war ihr nur über die Lippen gekommen. Ja, <I>ups</I>, während sie hastig ihre Toga um die Schulter festklemmte und aus dem Anwesen floh, das — Heofader bewahre — Frau und Kinder beherbergte dem Geschrei aus dem Innenhof nach zu urteilen. Sie kannte die hetzenden Münder der Stadt und vor allem die ihrer Nachbarschaft nur zu gut, um sich aufs kleinste Wort genau vorzustellen, was für Geschichten und Gerüchte durch die Straßen getragen werden würden. <i>Die Marsili-Tochter ist wieder ausschweifend geworden.</i> <i>Sie hat nun endgültig ihre Berufung gefunden.</i> <i>Kein Wunder, dass sie keiner mehr haben will.</i> Nun, das war nun auch nichts Neues mehr und Aurelia konnte getrost von sich behaupten, dass sie sich mehr darum sorgte, wie sie ihr Haar heute bändigen sollte, bis es ihr wie Schuppen von den Augen fiel: Scheiße, sie war doch heute verabredet.<br />
Hier saß sie also auf dem Marktplatz in der Nähe der Kathedrale, den Kopfschmerzen zum Trotz, die sie weniger wie sanfte Wellen und mehr wie die Holzräder eines Viehwagens an einen lustigen, chaotischen, desaströsen Abend erinnerten. Während sie ihre dunklen, heute etwas tiefer eingesunkenen Augen über die große Fläche schweifen ließ, konnte sie wenigstens mittlerweile behaupten, dass sie die Nacht nicht mehr bereute — nur den Morgen danach und den bitteren Beigeschmack, vermutlich einem Ehebruch beigesteuert zu haben. Natürlich hatte sie nicht nachgefragt und Händler Markus, an dessen Namen sie sich sogar wieder erinnern konnte, ließ sich besser nicht mehr in der Taverne sehen. Aurelias Blick blieb am Horizont kleben, den man von hier aus ganz wunderbar beobachten konnte. Sie saß auf der weiten, weißen Treppe und vorhin noch hatte sie sich für die 400 Stufen verflucht, die sie hatte nehmen müssen, um zu. Treffpunkt zu kommen, aber jetzt war sie ganz froh drum. Trotz der Mittagshitze wehte eine frische Meeresbrise über den Platz und machte die Sonne angenehm auf der nackten Haut ihrer Schultern. Nachdem sie zu Hause beim Fertigmachen fast wieder eingeschlafen war, hatte sie sich entschieden, nur das Minimum an Haarpflege zu betreiben und die schweren Locken mit einer Klammer dürfte nach oben zu stecken, dass ihr jetzt schon einige Strähnen in den Nacken fielen, aber das war in Ordnung. In der Taverne war es merkwürdig, aber nicht ungewöhnlich still gewesen, nachdem sie gestern alle Hände voll zutun gehabt hatten mit dem ganzen Zulauf, den King‘s Portal in den letzten Tagen hatte erfahren dürfen. Und wofür? Für die Hochzeit einer sommerländischen, stinkreichen Prinzessin mit dem Jüngeren der zwei Königssöhne. Für den Krieg. Für die Gerüchte, die sich um Drachensichtungen und Seegespenster drehten. Nur für die Kranken schien sich keiner zu interessieren, während sie die Straßenporen vollsiechten, war ja mal wieder typisch. <br />
Dass Aurelia sich von ihren eigenen Gedanken hatte ablenken lassen, würde sie stark abstreiten, aber es ließ sie leider nicht leugnen, dass sie ihre Verabredung erst bemerkte, als diese sich neben sie setzte. Ein kurzer Blick in Richtung der Bewegung schien sie nichtmal zu registrieren, dafür zuckte sie umso heftiger zusammen, als die Information endlich bis zu ihrem Gehirn durchdrang. <font color="#df97ab">„Heofader, musst du dich immer so anschleichen??“</font>, legte sie ihre Hand ergriffen über ihr Herz. Auch wenn Aurelia heute nicht die Aufmerksamste war, Skadi hatte irgendwas an sich, das sie in der Menge verschwinden ließ — wenn sie denn wollte. Dass ihre Freundin heute wieder aussah, als hätte sie in Heiliger Milch gebadet, während Aurelia frisch aus einem Pferdeheuhaufen gekrochen kam, ließ sie kurz missmutig mit der Nase wackeln. Dann übernahm doch die Vorfreude Überhand, sie heute überhaupt zu sehen, und auf Aurelias Lippen breitete sich ein Lächeln aus. <font color="#df97ab">„Morgen.“</font> Genau genommen war es Mittag, aber in Tavernen-Zeitrechnung war es eigentlich gerade erst Zeit zum Aufstehen. Das konnte man wunderbar mit einem ersten Kaffee feiern, den Aurelia sich vorher frisch am Marktplatz hatte aufgießen lassen und den dampfenden Tonbecher jetzt zufrieden in der Hand hielt. <font color="#df97ab">„Willst du auch? Ich kann’s echt kaum glauben, dass Matariyya so lange an diesen verdammten Zauberbohnen festgehalten hat. Fantastische Magie ist das. Besser als Wein, und definitiv besser als Sex.“</font></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I'll Make a Man Out of You]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=492</link>
			<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 00:44:04 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Belisarius Caderitor</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=492</guid>
			<description><![CDATA[Es war an der Zeit. Nicht nur, dass er zum Heermeister und damit Kriegsherren dieses neuen Konfliktes ernannt wurde, sondern er musste sich um alle Belange des Konflikts sorgen und folglich kümmern. Die Castellanos waren in einem nicht kriegstüchtigen Zustand, nicht nur lag ihr Fokus auf den falschen Dingen, sondern sie waren noch dazu nicht einmal nennenswert vorbereitet. Ihnen fehlte schlicht das Bewusstsein und auch die Fähigkeiten für einen echten Kampf, außerhalb ritualisierter Standesveranstaltungen und viel zu sanfter Turniere. In den letzten Jahrzehnten waren die Turniere durch diverse Regeln, einer sprichwörtlichen Entwaffnung, nahezu bedeutungslos geworden. Die meisten Kriegswaffen waren aus dem Alltag der meisten Leute und auch das Adels fast verschwunden. Belisarius würde dies ändern müssen. Auch da sich Augusto wenig direkt schickte, ein Schwert anzuheben und seine einzige Lieblingswaffe war derzeit die Armbrust bei der Jagd. Leandros eiferte seinem Vater nach, führte zwar ein Schwert aber war in Saufgelagen und Hurenhäusern anzutreffen. Doch wenigstens hatte er eine ausgeprägte brutale Ader, die es ihm erlauben konnte, zumindest Kriegswaffen beherrschen zu wollen. Leider war dieser wieder einmal in einem Hurenhaus abhanden gekommen, trieb sich mit seinen diversen Freunden umher und verweigerte erneut seine Pflichten. Insofern fiel die Wahl schlicht auf den einzigen Sohn dieser Familie, der zur Verfügung stand. Orpheus musste es richten. <br />
<br />
Nicht nur, weil er keine Frau heranziehen konnte, obwohl Kosma sicherlich deutlich interessierter daran wäre, ihre Familie auch aktiv zu schützen oder Desdemona, die im richtigen Alter für einen guten Drill war, sondern auch weil es an der Zeit war diese friedliche Stille des Palastes zu durchbrechen. Der Krieg würde brutal und blutig werden, so dass diese Gewissheit auch endlich in diesen Mauern ankommen sollte. Zwar hatte er die Prinzen schon früher gelegentlich in Waffenhandhabung unterwiesen aber deutlich ausgebremster, weil die akute Bedrohung nie eine Rolle spielte. Noch dazu hatten die Castellanos jedwede brutale Handlung an Belisarius und seine Söldner ausgelagert, so dass keinerlei Notwendigkeit bestanden hatte, sich mit dem Handwerk als solchen über das übliche Maß hinaus auseinander zu setzen. Doch das änderte sich nun. In seiner Funktion als Heermeister hatte er Orpheus Castellanos und zur Ergänzung Stavros Castellanos, der sich derzeit im Palast aufhielt, angefordert. Er hatte sie schlicht zu einer einfachen und - aus Sicht eines Prinzen - einer regulären Waffenausbildung einbestellt; und doch lag eine Eiseskälte und ein fester Ernst in der Luft. Stavros sollte Konkurrenz für Orpheus schaffen, einen gleichrangigen Partner schaffen, dem es im Duell zu schlagen galt. Noch dazu schadete es nicht, einen weiteren Castellanos an die aktive Waffenhandhabung zu schieben. Einen kleinen Hintergedanken hatte Belisarius noch dazu, denn er wollte Stavros als Offizier für das Heer rekrutieren, um die Familie enger mit seinen Söldnern zu verzahnen. <br />
<br />
Also wartete Belisarius ruhig im kleinen Innenhof, der an den kleinen Nebengarten, unmittelbar an der Palastmauer grenzte. Zwei Tische waren errichtet worden, auf denen diverse Waffen lagen. Darunter auch Kriegskeulen und Kriegshämmer, neben diversen Schwertern, Klingen und Dolchen. Am Tisch lehnten auf einem Gestell akkurate Hellebarden und Speere, bereit für den Zugriff. Direkt daneben standen schwere Turmschilder. Belisarius trug einen Gambeson mit Kettenhemd. Seine Handschuhe und seinen Helm hatte er noch nicht angelegt. Sie standen auf einem kleinen Beistelltischen, auf dem auch eine Karaffe mit Essigwasser stand. Die neuen Kämpfer sollten ihren Durst nicht mit Wein stillen, sondern mit Essigwasser, wie es die Soldaten und Söldner taten. Für den Geschmack waren jedoch Kräuter beigemischt, so dass der Essig weniger dominant war. Der Ernst stand auch im eisigen Gesicht des Heermeister, der sein Farbband mit dem Adlersymbol richtete. Zwei Palastwachen gesellten sich zu ihm und nahmen eine Wachposition an einer leicht beschädigten Säule neben einem Brunnen in kurzer Entfernung ein. Mit den Füßen testete Belisarius den Boden, in dem er etwas Staub bei Seite trat. Es war genug Platz geschaffen worden, indem man einige Pflanzen hinausgerissen hatte. Diese waren achtlos entsorgt worden und der Boden mit festem Küstenstand aufgefüllt worden, so dass eine kleine Arenafläche entstanden war, auf der man festen Stand finden konnte und bei einem Sturz nur in den Staub fallen würde. Belisarius war nicht ungeduldig, doch er hatte keine Zeit für lange Warteminuten oder auch nur schlichte freundliche Einleitungen. Hier ging es um alles, denn er wusste schlicht darum, dass Krieg immer gleich blieb. Mit wachsamen Auge richtete er nun seinen Blick auf das Portal, welches über eine kleine Treppe den Nebengarten mit einem Korridor in den Palast verband. Orpheus und Stavros sollten bald eintreffen, wenn ihre Dienstboten nicht eingeschlafen waren oder sonst wie abhanden gekommen waren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war an der Zeit. Nicht nur, dass er zum Heermeister und damit Kriegsherren dieses neuen Konfliktes ernannt wurde, sondern er musste sich um alle Belange des Konflikts sorgen und folglich kümmern. Die Castellanos waren in einem nicht kriegstüchtigen Zustand, nicht nur lag ihr Fokus auf den falschen Dingen, sondern sie waren noch dazu nicht einmal nennenswert vorbereitet. Ihnen fehlte schlicht das Bewusstsein und auch die Fähigkeiten für einen echten Kampf, außerhalb ritualisierter Standesveranstaltungen und viel zu sanfter Turniere. In den letzten Jahrzehnten waren die Turniere durch diverse Regeln, einer sprichwörtlichen Entwaffnung, nahezu bedeutungslos geworden. Die meisten Kriegswaffen waren aus dem Alltag der meisten Leute und auch das Adels fast verschwunden. Belisarius würde dies ändern müssen. Auch da sich Augusto wenig direkt schickte, ein Schwert anzuheben und seine einzige Lieblingswaffe war derzeit die Armbrust bei der Jagd. Leandros eiferte seinem Vater nach, führte zwar ein Schwert aber war in Saufgelagen und Hurenhäusern anzutreffen. Doch wenigstens hatte er eine ausgeprägte brutale Ader, die es ihm erlauben konnte, zumindest Kriegswaffen beherrschen zu wollen. Leider war dieser wieder einmal in einem Hurenhaus abhanden gekommen, trieb sich mit seinen diversen Freunden umher und verweigerte erneut seine Pflichten. Insofern fiel die Wahl schlicht auf den einzigen Sohn dieser Familie, der zur Verfügung stand. Orpheus musste es richten. <br />
<br />
Nicht nur, weil er keine Frau heranziehen konnte, obwohl Kosma sicherlich deutlich interessierter daran wäre, ihre Familie auch aktiv zu schützen oder Desdemona, die im richtigen Alter für einen guten Drill war, sondern auch weil es an der Zeit war diese friedliche Stille des Palastes zu durchbrechen. Der Krieg würde brutal und blutig werden, so dass diese Gewissheit auch endlich in diesen Mauern ankommen sollte. Zwar hatte er die Prinzen schon früher gelegentlich in Waffenhandhabung unterwiesen aber deutlich ausgebremster, weil die akute Bedrohung nie eine Rolle spielte. Noch dazu hatten die Castellanos jedwede brutale Handlung an Belisarius und seine Söldner ausgelagert, so dass keinerlei Notwendigkeit bestanden hatte, sich mit dem Handwerk als solchen über das übliche Maß hinaus auseinander zu setzen. Doch das änderte sich nun. In seiner Funktion als Heermeister hatte er Orpheus Castellanos und zur Ergänzung Stavros Castellanos, der sich derzeit im Palast aufhielt, angefordert. Er hatte sie schlicht zu einer einfachen und - aus Sicht eines Prinzen - einer regulären Waffenausbildung einbestellt; und doch lag eine Eiseskälte und ein fester Ernst in der Luft. Stavros sollte Konkurrenz für Orpheus schaffen, einen gleichrangigen Partner schaffen, dem es im Duell zu schlagen galt. Noch dazu schadete es nicht, einen weiteren Castellanos an die aktive Waffenhandhabung zu schieben. Einen kleinen Hintergedanken hatte Belisarius noch dazu, denn er wollte Stavros als Offizier für das Heer rekrutieren, um die Familie enger mit seinen Söldnern zu verzahnen. <br />
<br />
Also wartete Belisarius ruhig im kleinen Innenhof, der an den kleinen Nebengarten, unmittelbar an der Palastmauer grenzte. Zwei Tische waren errichtet worden, auf denen diverse Waffen lagen. Darunter auch Kriegskeulen und Kriegshämmer, neben diversen Schwertern, Klingen und Dolchen. Am Tisch lehnten auf einem Gestell akkurate Hellebarden und Speere, bereit für den Zugriff. Direkt daneben standen schwere Turmschilder. Belisarius trug einen Gambeson mit Kettenhemd. Seine Handschuhe und seinen Helm hatte er noch nicht angelegt. Sie standen auf einem kleinen Beistelltischen, auf dem auch eine Karaffe mit Essigwasser stand. Die neuen Kämpfer sollten ihren Durst nicht mit Wein stillen, sondern mit Essigwasser, wie es die Soldaten und Söldner taten. Für den Geschmack waren jedoch Kräuter beigemischt, so dass der Essig weniger dominant war. Der Ernst stand auch im eisigen Gesicht des Heermeister, der sein Farbband mit dem Adlersymbol richtete. Zwei Palastwachen gesellten sich zu ihm und nahmen eine Wachposition an einer leicht beschädigten Säule neben einem Brunnen in kurzer Entfernung ein. Mit den Füßen testete Belisarius den Boden, in dem er etwas Staub bei Seite trat. Es war genug Platz geschaffen worden, indem man einige Pflanzen hinausgerissen hatte. Diese waren achtlos entsorgt worden und der Boden mit festem Küstenstand aufgefüllt worden, so dass eine kleine Arenafläche entstanden war, auf der man festen Stand finden konnte und bei einem Sturz nur in den Staub fallen würde. Belisarius war nicht ungeduldig, doch er hatte keine Zeit für lange Warteminuten oder auch nur schlichte freundliche Einleitungen. Hier ging es um alles, denn er wusste schlicht darum, dass Krieg immer gleich blieb. Mit wachsamen Auge richtete er nun seinen Blick auf das Portal, welches über eine kleine Treppe den Nebengarten mit einem Korridor in den Palast verband. Orpheus und Stavros sollten bald eintreffen, wenn ihre Dienstboten nicht eingeschlafen waren oder sonst wie abhanden gekommen waren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[caught in the eye of the storm]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=427</link>
			<pubDate>Wed, 03 Jul 2024 20:17:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=88">Rajani Parikh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=427</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">caught in the eye of the storm<br />
<div style="font-size:18px;">shared the laughter, shared the tears</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/tvsRHRV.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Man sollte meinen, dass die braunen runden Augen der jungen Frau kaum noch größer werden könnten, während sie in ihrem pinkem Gewand durch das Schloss tapste, doch nach jeder Ecke, die sie nahm, belehrte sie die Umstehenden eines Besseren. Sie war absolut hin und weg von dem riesigen Schloss der Castellanos, in dem sie von nun an wohnen würden. Dieses Gemäuer als ihre neue Heimat anzunehmen fiel ihr zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas schwer, immerhin waren sie erst seit einigen Tagen im Großkönigsland, doch sie sah sich hier schon in einigen Jahren fröhlich durch die Gänge hüpfen, wohl wissend welche Abbiegung sie nehmen musste, um dahin zu kommen, wo sie hin wollte - ganz im Gegensatz zu jetzt. Auch wenn sie absolut fasziniert von jedem Gemälde, jeder Statue, jeder Vitrine mit kostbaren Gegenständen war, so hatte sie sich trotzdem verlaufen. Kein Wunder in diesem riesigen Palast. Stören tat sie das keineswegs, immerhin lernte man seine Umgebung so immer noch am besten kennen! Dumm war nur, dass sie eigentlich losgelaufen war, um sich eine Kleinigkeit zu Essen aus der Küche zu besorgen. Sie würde so schnell zwar nicht vom Fleisch fallen, aber mit leerem Magen konnte sie auch nicht ins Bett gehen. Falls sie ihre eigenen Gemächer überhaupt jemals wieder finden würde. Manchmal verfluchte sie sich selbst, wenn es darum ging ein kleines bisschen besser aufzupassen. Sie war so in ihren eigenen Gedanken versunken, dass ihr auch erst viel zu spät aufgefallen war, dass sie nicht dort ausgekommen war, wo sie es eigentlich geplant hatte. <br />
<br />
Ohne sich weiter den Kopf darüber zu zerbrechen entschied sie sich dazu den kleinen Abendspaziergang einfach zu genießen. Ihr eigenes leises Pfeifen, mit dem sie versuchte - mehr schlecht als recht - eine Melodie eines alten sommerländischen Kinderliedes zu summen, war lange das einzige Geräusch das sie begleitete. Ehrfürchtig ließ sie die Hände über den nackten Stein gleiten und begutachtete jede Verzierung sehr ausgiebig. Sie war fest entschlossen sich innerhalb nur weniger Tage so sehr mit ihrer neuen Heimat angefreundet zu haben, dass sie nächste Woche schon das Gefühl hatte nie woanders gelebt zu haben. Natürlich würde es ein paar Kleinigkeiten geben, die sie aus ihrer Heimat vermissen würde, aber sie war felsenfest davon überzeugt, dass das Königsland auch so seine Vorzüge hatte. Großer Pluspunkt war auf jeden Fall das deutlich mediterranere Klima, als in ihrer Heimat. Hier konnte man auch mittags problemlos einen Spaziergang durch die Sonne wagen ohne fürchten zu müssen sich einen Sonnenstich zu holen. <br />
<br />
Mit federnden Schritten bog sie um die nächste Ecke und wurde langsamer. Wirklich viele Bedienstete waren um diese Uhrzeit schon nicht mehr unterwegs, sodass sie seit einigen Minuten auch niemandem mehr über den Weg gelaufen war, den sie hätte fragen können. Mit einem skeptischen Blick über ihre Schulter entschied sie, dass es keine besonders gute Idee war wieder zurück zu laufen - dabei würde sie sich bestimmt noch mehr verlaufen, als wenn sie einfach weiter in die gleiche Richtung lief wie die letzten paar Minuten. Irgendwann würde sie bestimmt wieder in einen etwas belebteren Teil des Schlosses kommen! Rajani Parikh kannte so etwas wie Angst nicht. Nur Neugierde und völliges Vertrauen in... einfach Alles. So war sie schon auf die Welt gekommen, hatte ihre Mutter des Öfteren gescherzt. Ein wenig zu vertrauensvoll und gutgläubig.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">caught in the eye of the storm<br />
<div style="font-size:18px;">shared the laughter, shared the tears</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/tvsRHRV.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Man sollte meinen, dass die braunen runden Augen der jungen Frau kaum noch größer werden könnten, während sie in ihrem pinkem Gewand durch das Schloss tapste, doch nach jeder Ecke, die sie nahm, belehrte sie die Umstehenden eines Besseren. Sie war absolut hin und weg von dem riesigen Schloss der Castellanos, in dem sie von nun an wohnen würden. Dieses Gemäuer als ihre neue Heimat anzunehmen fiel ihr zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas schwer, immerhin waren sie erst seit einigen Tagen im Großkönigsland, doch sie sah sich hier schon in einigen Jahren fröhlich durch die Gänge hüpfen, wohl wissend welche Abbiegung sie nehmen musste, um dahin zu kommen, wo sie hin wollte - ganz im Gegensatz zu jetzt. Auch wenn sie absolut fasziniert von jedem Gemälde, jeder Statue, jeder Vitrine mit kostbaren Gegenständen war, so hatte sie sich trotzdem verlaufen. Kein Wunder in diesem riesigen Palast. Stören tat sie das keineswegs, immerhin lernte man seine Umgebung so immer noch am besten kennen! Dumm war nur, dass sie eigentlich losgelaufen war, um sich eine Kleinigkeit zu Essen aus der Küche zu besorgen. Sie würde so schnell zwar nicht vom Fleisch fallen, aber mit leerem Magen konnte sie auch nicht ins Bett gehen. Falls sie ihre eigenen Gemächer überhaupt jemals wieder finden würde. Manchmal verfluchte sie sich selbst, wenn es darum ging ein kleines bisschen besser aufzupassen. Sie war so in ihren eigenen Gedanken versunken, dass ihr auch erst viel zu spät aufgefallen war, dass sie nicht dort ausgekommen war, wo sie es eigentlich geplant hatte. <br />
<br />
Ohne sich weiter den Kopf darüber zu zerbrechen entschied sie sich dazu den kleinen Abendspaziergang einfach zu genießen. Ihr eigenes leises Pfeifen, mit dem sie versuchte - mehr schlecht als recht - eine Melodie eines alten sommerländischen Kinderliedes zu summen, war lange das einzige Geräusch das sie begleitete. Ehrfürchtig ließ sie die Hände über den nackten Stein gleiten und begutachtete jede Verzierung sehr ausgiebig. Sie war fest entschlossen sich innerhalb nur weniger Tage so sehr mit ihrer neuen Heimat angefreundet zu haben, dass sie nächste Woche schon das Gefühl hatte nie woanders gelebt zu haben. Natürlich würde es ein paar Kleinigkeiten geben, die sie aus ihrer Heimat vermissen würde, aber sie war felsenfest davon überzeugt, dass das Königsland auch so seine Vorzüge hatte. Großer Pluspunkt war auf jeden Fall das deutlich mediterranere Klima, als in ihrer Heimat. Hier konnte man auch mittags problemlos einen Spaziergang durch die Sonne wagen ohne fürchten zu müssen sich einen Sonnenstich zu holen. <br />
<br />
Mit federnden Schritten bog sie um die nächste Ecke und wurde langsamer. Wirklich viele Bedienstete waren um diese Uhrzeit schon nicht mehr unterwegs, sodass sie seit einigen Minuten auch niemandem mehr über den Weg gelaufen war, den sie hätte fragen können. Mit einem skeptischen Blick über ihre Schulter entschied sie, dass es keine besonders gute Idee war wieder zurück zu laufen - dabei würde sie sich bestimmt noch mehr verlaufen, als wenn sie einfach weiter in die gleiche Richtung lief wie die letzten paar Minuten. Irgendwann würde sie bestimmt wieder in einen etwas belebteren Teil des Schlosses kommen! Rajani Parikh kannte so etwas wie Angst nicht. Nur Neugierde und völliges Vertrauen in... einfach Alles. So war sie schon auf die Welt gekommen, hatte ihre Mutter des Öfteren gescherzt. Ein wenig zu vertrauensvoll und gutgläubig.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[freedom is your new master]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=407</link>
			<pubDate>Sun, 23 Jun 2024 10:05:13 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=25">*Zephyr Athanas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=407</guid>
			<description><![CDATA[Zugegebenermaßen war ihm das Mädchen erst überhaupt nicht aufgefallen. Sie hatte eine Art an sich, die sie mit dem Hintergrund verschmelzen ließ. Doch irgendwann hatte Zephyr es doch aufgeschnappt. Zwei seiner eigenen Bediensteten hatten sich angeregt darüber unterhalten, was für eine Skandal-Prinzessin nach King's Portal gekommen war. Natürlich hatte Zephyr da genau hingehört. <i>Skandal-Prinzessin</i>? Das interessierte ihn brennend. Doch die Befragung seines Mundschenks und der Dienstbotin ergaben, dass sich die Gerüchte weniger um die Prinzessin drehten, als vielmehr ihren bunten Hofstaat, der Zephyr ebenfalls bereits aufgefallen war. Man zerriss sich natürlich die Mäuler über die vielen bunten Farben und das weniger bescheidene Auftreten der fremdländischen Gäste. Doch der wahre Zankapfel schien dieses Sklavenmädchen zu sein. Nun... Zankapfel war möglicherweise ein arg hochgegriffenes Wort für das Mädchen. Zephyr hatte von da an ein Auge auf das Ding gehabt. Zugegeben recht hübsch, doch ganz deutlich für die meisten Augen unsichtbar. <br />
<br />
Zephyr hatte beschlossen, sich des armen Dings anzunehmen. Nicht, weil er so ein großzügiger Mensch war, sondern weil er neugierig war. Er wollte mit ihr sprechen und ihr erklären, dass sie hier in Castandor nicht in Sklaverei zu leben hatte. Ehrlicherweise hätte er darüber mit der Prinzessin sprechen müssen... das würde er auch noch tun. Zunächst allerdings wollte er herausfinden, was weiter in dieser Angelegenheit geplant war. <br />
<br />
Sklaverei war auf dem kompletten Kontinent von Arcandas vollkommen verpönt - und somit würde Naila ihre Dienstmagd künftig in ordentlichen Dienst nehmen - und bezahlen. Und Zephyr interessierte sich eigentlich nur dafür, ob dies bereits in Angriff genommen worden war. Es interessierte ihn weniger wegen des Mädchens selbst - es war ihm letztendlich vollkommen egal, wie sie lebte. Doch es würde Rückschlüsse auf ihre Herrin zulassen, die sich ihm gegenüber bisher als Perfektion in Person dargestellt hatte. Natürlich... dahingegen war sie wohlerzogen gewesen. <br />
<br />
Um die Sklavin persönlich anzusprechen, wollte Zephyr natürlich die Hochzeit von Naila und Orpheus abwarten. Vermutlich würde Naila im Vorfeld oder während der Feiertage keine wirkliche Zeit haben, um sich um die weiteren Angelegenheiten ihrer Dienerschaft zu kümmern. Doch danach... <br />
Natürlich schickte Zephyr eine seiner eigenen Bediensteten vor, um Imani anzusprechen. Es schickte sich für ihn nicht, sie einfach irgendwo abzufangen und möglicherweise in eine dunkle Ecke zu ziehen. Da bereits erste zarte Bande der Freundschaft zwischen der hiesigen Dienerschaft und der Gruppe um Naila Castellanos entstanden waren, sollte das doch nicht weiter schwer sein. <i>Mein Herr will Dich sprechen, Imani. Ich nehme an, er hat eine Botschaft für deine Prinzessin!"</i>, hatte das Mädchen sich schließlich an die Sklavin gewandt um sie zum Mitkommen zu bewegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zugegebenermaßen war ihm das Mädchen erst überhaupt nicht aufgefallen. Sie hatte eine Art an sich, die sie mit dem Hintergrund verschmelzen ließ. Doch irgendwann hatte Zephyr es doch aufgeschnappt. Zwei seiner eigenen Bediensteten hatten sich angeregt darüber unterhalten, was für eine Skandal-Prinzessin nach King's Portal gekommen war. Natürlich hatte Zephyr da genau hingehört. <i>Skandal-Prinzessin</i>? Das interessierte ihn brennend. Doch die Befragung seines Mundschenks und der Dienstbotin ergaben, dass sich die Gerüchte weniger um die Prinzessin drehten, als vielmehr ihren bunten Hofstaat, der Zephyr ebenfalls bereits aufgefallen war. Man zerriss sich natürlich die Mäuler über die vielen bunten Farben und das weniger bescheidene Auftreten der fremdländischen Gäste. Doch der wahre Zankapfel schien dieses Sklavenmädchen zu sein. Nun... Zankapfel war möglicherweise ein arg hochgegriffenes Wort für das Mädchen. Zephyr hatte von da an ein Auge auf das Ding gehabt. Zugegeben recht hübsch, doch ganz deutlich für die meisten Augen unsichtbar. <br />
<br />
Zephyr hatte beschlossen, sich des armen Dings anzunehmen. Nicht, weil er so ein großzügiger Mensch war, sondern weil er neugierig war. Er wollte mit ihr sprechen und ihr erklären, dass sie hier in Castandor nicht in Sklaverei zu leben hatte. Ehrlicherweise hätte er darüber mit der Prinzessin sprechen müssen... das würde er auch noch tun. Zunächst allerdings wollte er herausfinden, was weiter in dieser Angelegenheit geplant war. <br />
<br />
Sklaverei war auf dem kompletten Kontinent von Arcandas vollkommen verpönt - und somit würde Naila ihre Dienstmagd künftig in ordentlichen Dienst nehmen - und bezahlen. Und Zephyr interessierte sich eigentlich nur dafür, ob dies bereits in Angriff genommen worden war. Es interessierte ihn weniger wegen des Mädchens selbst - es war ihm letztendlich vollkommen egal, wie sie lebte. Doch es würde Rückschlüsse auf ihre Herrin zulassen, die sich ihm gegenüber bisher als Perfektion in Person dargestellt hatte. Natürlich... dahingegen war sie wohlerzogen gewesen. <br />
<br />
Um die Sklavin persönlich anzusprechen, wollte Zephyr natürlich die Hochzeit von Naila und Orpheus abwarten. Vermutlich würde Naila im Vorfeld oder während der Feiertage keine wirkliche Zeit haben, um sich um die weiteren Angelegenheiten ihrer Dienerschaft zu kümmern. Doch danach... <br />
Natürlich schickte Zephyr eine seiner eigenen Bediensteten vor, um Imani anzusprechen. Es schickte sich für ihn nicht, sie einfach irgendwo abzufangen und möglicherweise in eine dunkle Ecke zu ziehen. Da bereits erste zarte Bande der Freundschaft zwischen der hiesigen Dienerschaft und der Gruppe um Naila Castellanos entstanden waren, sollte das doch nicht weiter schwer sein. <i>Mein Herr will Dich sprechen, Imani. Ich nehme an, er hat eine Botschaft für deine Prinzessin!"</i>, hatte das Mädchen sich schließlich an die Sklavin gewandt um sie zum Mitkommen zu bewegen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Your voice could calm the oceans.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=401</link>
			<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 14:46:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=16">Naila Castellanos</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=401</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/7a/5d/82/7a5d82251cb96da864b64ab083209914.jpg); background-size:100%;background-position:50% 60%;">I see magic in her<br />
<div style="font-size:18px;">Even though she denies it</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/aa60e445ff7a76066a0521b27a81f1be/tumblr_inline_qri5xbYKTQ1rjo696_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Man sollte einem Abend nicht so viel Bedeutung beimessen; selbst wenn es der letzte sein würde, an dem Naila ben Sahid ihren Familiennamen trug. Im Grunde genommen würde er ganz routiniert ablaufen. Nachdem die Frauen, die mit ihr gereist waren und sie auf diesem Weg begleitet haben, sich von ihr mit einem Lächeln und Zuspruch verabschiedet hatten, lag es an ihr, sich aus dem schillernden Gewand zu befreien, die Nadeln aus ihrem Haar zu lösen und die Anstrengung des Tages von sich zu waschen. Oft war Naila an einem langen Tag froh, sich in vertraute Hände zu begeben und im Beisein einer Freundin, die sie schon fast ihr halbes Leben kannte, Energie aufzuladen. Manchmal konnte sie es gar kaum erwarten, endlich die einstudierte Maske fallen zu lassen und sich wohl in ihrer Haut zu fühlen, jetzt, wo sie nicht mehr spielen und <i>vor</i>spielen musste, wo sie nicht böse Miene zum guten Spiel machen musste und sie nicht in den höchsten Tönen von ihrer Zukunft sprechen musste. Selten war sie es, die aufgekratzt war und ihre Energie in trauter Zweisamkeit mit ihrer Sklavin - Leibdienerin - raus lassen musste. Heute stand sie in dem durch Fackeln beleuchteten Raum, der ihr temporär zugeteilt worden war, und wusste nicht, wohin mit sich.<br />
Ihr Lächeln war verblasst, als auch die letzte ihrer Gesellschafterinnen die Tür hinter sich geschlossen hatte und sie mit Imani, ihrem Schatten, allein ließ. Mit den sich entfernenden Schritten hinter der Tür entfernte sich auch die Freude, die Naila bis eben noch empfunden hatte. Sie wusste gar nicht, woher das auf einmal kam und warum ihr der Gedanke auf einmal so zusetzte. <i>Der letzte Abend</i>. Es war beinahe so, als unterschreibe sie das Unvermeidliche. Vieles würde sich nicht einmal ändern, weder ihre Rituale noch die Menschen, mit denen sie sich am liebsten umgab. Wenn man es so wollte, dann hatte sie einfach ein Stück Heimat mit in ein fremdes Land genommen, und doch… Und doch fühlte es sich so an, als würden diese bekannten Kleinigkeiten ab morgen in einem anderen Licht stehen. Als würde sie heute zum letzten Mal ihre Haare gebürstet bekommen als sommerländische Prinzessin. Als würde sie den Schmuck zum letzten Mal im Zeichen ihrer Heimat tragen. Als würde sie zum letzten Mal denken wie eine Sommerländerin, bevor sie sich ihrer neuen Heimat und ihrem Ehemann anzupassen hatte. Geistesabwesend strich Naila über die trockene Farbe der Hennabemalung auf ihrem Arm, während ihr Blick noch immer auf der Tür lag, lange nachdem man sie mit ihrer Leibdienerin allein gelassen hatte.<br />
Erst nach einer ganzen Weile schien sich ihr Blick zu klären und es war das erste Mal, dass sie Imani wirklich wahrzunehmen schien, nachdem sie sich von der Tür abwandte und aus der Mitte des Raumes in Richtung des Raumteilers lief. Das Lächeln, das sie ihr schenkte, war dafür ehrlich. Ein wenig zögerlich und ausgelaugt, aber ehrlich. <font color="#f4a997">“Heute war ein langer Tag”</font>, fing sie an und zog sich das einseitig platzierte Tuch von der Schulter. Geduldig wartete Naila, dass Imani ihr die Ösen am Rücken öffnen würde, damit sie sich aus dem sommerländischen, fliederfarbenen Festtagsgewand schälen konnte. <font color="#f4a997">“Wenn ich morgen umziehe, dann hast du es nur noch halb so weit zu deiner Schlafkammer.”</font> Es sollte aufheiternd gemeint sein, aber sie beide machten sich etwas vor, wenn sie behaupteten, Nailas Stimme klänge auch nur annähernd amüsiert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis aus ihr herausplatzen würde, in was für einem Ausmaß sie die vergangenen und noch folgenden Tage eigentlich beschäftigten. Bestimmt lag es daran, dass sie nicht so gerne im Mittelpunkt stand und allein der heutige Tag sie schon viele Nerven gekostet hatte. Oder weil sie seit einer Woche nicht mehr richtig hatte schlafen können. Ja, bestimmt lag das nicht an dem selben Grund, der sie dazu veranlasste, den Stoff unruhig zwischen ihren Fingern zu reiben. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
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<div style="font-size:18px;">Even though she denies it</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/aa60e445ff7a76066a0521b27a81f1be/tumblr_inline_qri5xbYKTQ1rjo696_500.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Man sollte einem Abend nicht so viel Bedeutung beimessen; selbst wenn es der letzte sein würde, an dem Naila ben Sahid ihren Familiennamen trug. Im Grunde genommen würde er ganz routiniert ablaufen. Nachdem die Frauen, die mit ihr gereist waren und sie auf diesem Weg begleitet haben, sich von ihr mit einem Lächeln und Zuspruch verabschiedet hatten, lag es an ihr, sich aus dem schillernden Gewand zu befreien, die Nadeln aus ihrem Haar zu lösen und die Anstrengung des Tages von sich zu waschen. Oft war Naila an einem langen Tag froh, sich in vertraute Hände zu begeben und im Beisein einer Freundin, die sie schon fast ihr halbes Leben kannte, Energie aufzuladen. Manchmal konnte sie es gar kaum erwarten, endlich die einstudierte Maske fallen zu lassen und sich wohl in ihrer Haut zu fühlen, jetzt, wo sie nicht mehr spielen und <i>vor</i>spielen musste, wo sie nicht böse Miene zum guten Spiel machen musste und sie nicht in den höchsten Tönen von ihrer Zukunft sprechen musste. Selten war sie es, die aufgekratzt war und ihre Energie in trauter Zweisamkeit mit ihrer Sklavin - Leibdienerin - raus lassen musste. Heute stand sie in dem durch Fackeln beleuchteten Raum, der ihr temporär zugeteilt worden war, und wusste nicht, wohin mit sich.<br />
Ihr Lächeln war verblasst, als auch die letzte ihrer Gesellschafterinnen die Tür hinter sich geschlossen hatte und sie mit Imani, ihrem Schatten, allein ließ. Mit den sich entfernenden Schritten hinter der Tür entfernte sich auch die Freude, die Naila bis eben noch empfunden hatte. Sie wusste gar nicht, woher das auf einmal kam und warum ihr der Gedanke auf einmal so zusetzte. <i>Der letzte Abend</i>. Es war beinahe so, als unterschreibe sie das Unvermeidliche. Vieles würde sich nicht einmal ändern, weder ihre Rituale noch die Menschen, mit denen sie sich am liebsten umgab. Wenn man es so wollte, dann hatte sie einfach ein Stück Heimat mit in ein fremdes Land genommen, und doch… Und doch fühlte es sich so an, als würden diese bekannten Kleinigkeiten ab morgen in einem anderen Licht stehen. Als würde sie heute zum letzten Mal ihre Haare gebürstet bekommen als sommerländische Prinzessin. Als würde sie den Schmuck zum letzten Mal im Zeichen ihrer Heimat tragen. Als würde sie zum letzten Mal denken wie eine Sommerländerin, bevor sie sich ihrer neuen Heimat und ihrem Ehemann anzupassen hatte. Geistesabwesend strich Naila über die trockene Farbe der Hennabemalung auf ihrem Arm, während ihr Blick noch immer auf der Tür lag, lange nachdem man sie mit ihrer Leibdienerin allein gelassen hatte.<br />
Erst nach einer ganzen Weile schien sich ihr Blick zu klären und es war das erste Mal, dass sie Imani wirklich wahrzunehmen schien, nachdem sie sich von der Tür abwandte und aus der Mitte des Raumes in Richtung des Raumteilers lief. Das Lächeln, das sie ihr schenkte, war dafür ehrlich. Ein wenig zögerlich und ausgelaugt, aber ehrlich. <font color="#f4a997">“Heute war ein langer Tag”</font>, fing sie an und zog sich das einseitig platzierte Tuch von der Schulter. Geduldig wartete Naila, dass Imani ihr die Ösen am Rücken öffnen würde, damit sie sich aus dem sommerländischen, fliederfarbenen Festtagsgewand schälen konnte. <font color="#f4a997">“Wenn ich morgen umziehe, dann hast du es nur noch halb so weit zu deiner Schlafkammer.”</font> Es sollte aufheiternd gemeint sein, aber sie beide machten sich etwas vor, wenn sie behaupteten, Nailas Stimme klänge auch nur annähernd amüsiert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis aus ihr herausplatzen würde, in was für einem Ausmaß sie die vergangenen und noch folgenden Tage eigentlich beschäftigten. Bestimmt lag es daran, dass sie nicht so gerne im Mittelpunkt stand und allein der heutige Tag sie schon viele Nerven gekostet hatte. Oder weil sie seit einer Woche nicht mehr richtig hatte schlafen können. Ja, bestimmt lag das nicht an dem selben Grund, der sie dazu veranlasste, den Stoff unruhig zwischen ihren Fingern zu reiben. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[forgiveness is my weapon, kindness is my shield]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=292</link>
			<pubDate>Sun, 28 Apr 2024 16:30:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Lovis Winters</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=292</guid>
			<description><![CDATA[Lovis war erschöpft. Das war sie in letzter Zeit - zugegebenermaßen - häufig. Es waren harte Zeiten, die ihr alles abverlangten. Zuerst den Angriff des Frühlingslandes, den sie begleitet hatten, dann hatten sie allerhand im Herbstland erlebt und nach einem kurzen Krafttanken waren Hailey und sie wieder gen Süden nach Castandor gereist. Das dortige warme Wetter bekam Lovis ohnehin nicht sonderlich, doch es gab unheimlich viel zu tun. Selbstverständlich war sie bereit, auch diesen Heereszug als Wanderheilerin zu begleiten - denn sicherlich würde es auch bei der kommenden Auseinandersetzung wieder zu Verletzten kommen. Doch daran war aktuell noch nicht zu denken - in King's Portal hatte sich in der Zwischenzeit nämlich der <i>Schwarze Schauer</i> ausgebreitet. <br />
Überall wo sie hin kamen, zerrte man an ihren Ärmeln und Röcken um sie dazu zu bewegen, irgendein Haus zu besuchen, in dem jemand erkrankt war. Zeitweise hatten sie sich sogar für wenige Stunden aufgeteilt, um der bittenden Masse an Menschen Herr werden zu können. <br />
Doch Lovis war wie immer hauptsächlich daran gelegen, Hailey nicht aus den Augen zu verlieren oder ihr das Gefühl zu geben, alleine zu sein. Auch wenn das Mädchen oft an ihrer Profession zweifelte, so glaubte Lovis doch auch zu erkennen, dass sie für dieses Handwerk geboren war. Sie war so unglaublich sanft und liebevoll im Umgang mit den Kranken und Schwachen, dass Lovis jedes Mal das Herz aufging, wenn sie ihre Ziehtochter so betrachtete. <br />
<br />
Für die heutige Nacht war Hailey bei guten Leuten untergekommen, die ihr auch Essen und ein schönes Bett anbieten konnten, dafür dass man ihrem kleinen Sohn etwas Linderung hatte verschaffen können. Und nachdem Lovis auch nach weiteren Krankenbesuchen immer noch keinen Ort gefunden hatte, wo sie die Nacht verbringen konnte, kehrte sie eben doch in ein Gasthaus ein - Dragon's Den. Sie war zuvor noch nie in diesem Haus gewesen, doch da auch zu so später Stunde immer noch Lichter brannten - auch in den oberen Stockwerken - würde es schon gehen. Lovis war immer eher beunruhigt, wenn ein Gasthaus des Nachts KEINE Gäste hatte. <br />
<br />
Als sie müde die schwere Tür zu der Taverne öffnete, schlug ihr direkt ein Schwall heißer Luft entgegen. Die Winterländerin hielt kurz inne und betrat dann erst den Schankraum - natürlich bepackt mit ihrem riesigen, schweren Holzreff, dessen lederne Tragegurte sich tief in ihre Schultern eingruben. Um den Hals trug sie ein Zeichen Heofaders, doch sie war dennoch ohne Zweifel als Wanderheilerin erkennbar - trotz (oder vielleicht auch mit) ihrem winterländischen, abgekämpften Aussehen. Die Mühen des Tages und die für sie fast schon unerträgliche Hitze zeichneten sich deutlich auf ihrem jungen, aber müden und eingefallenen Gesicht ab. Dennoch schritt sie mutig und beherzt in Richtung des Tresens, der jedoch aktuell vollkommen verwaist war. Anscheinend stritten die Töchter des Wirtes - oder zumindest hielt sie die beiden jungen Frauen dafür - mit einigen Betrunkenen. Natürlich hatte Lovis nicht die geringste Lust, sich in irgendwelchen Zwist einzumischen, daher sah sie sich in dem wirklich sehr gut besuchten Gastraum um. Es gab wirklich keinen einzigen freien Tisch mehr - und auch kaum noch freie Stühle. Da sie aber unbedingt Platz nehmen und noch etwas zu sich nehmen wollte, ging sie schwer beladen durch die Tischreihen und stellte sich in angemessenem Abstand neben einen Tisch, an dem nur ein Mann saß - ein großer, breiter Kerl mit einem wilden Bart. <b>"Guten Abend - ist es gestattet, Platz zu nehmen? Leider gibt es keine freien Tische mehr..."</b>, sprach sie den ihr vollkommen unbekannten Mann an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Lovis war erschöpft. Das war sie in letzter Zeit - zugegebenermaßen - häufig. Es waren harte Zeiten, die ihr alles abverlangten. Zuerst den Angriff des Frühlingslandes, den sie begleitet hatten, dann hatten sie allerhand im Herbstland erlebt und nach einem kurzen Krafttanken waren Hailey und sie wieder gen Süden nach Castandor gereist. Das dortige warme Wetter bekam Lovis ohnehin nicht sonderlich, doch es gab unheimlich viel zu tun. Selbstverständlich war sie bereit, auch diesen Heereszug als Wanderheilerin zu begleiten - denn sicherlich würde es auch bei der kommenden Auseinandersetzung wieder zu Verletzten kommen. Doch daran war aktuell noch nicht zu denken - in King's Portal hatte sich in der Zwischenzeit nämlich der <i>Schwarze Schauer</i> ausgebreitet. <br />
Überall wo sie hin kamen, zerrte man an ihren Ärmeln und Röcken um sie dazu zu bewegen, irgendein Haus zu besuchen, in dem jemand erkrankt war. Zeitweise hatten sie sich sogar für wenige Stunden aufgeteilt, um der bittenden Masse an Menschen Herr werden zu können. <br />
Doch Lovis war wie immer hauptsächlich daran gelegen, Hailey nicht aus den Augen zu verlieren oder ihr das Gefühl zu geben, alleine zu sein. Auch wenn das Mädchen oft an ihrer Profession zweifelte, so glaubte Lovis doch auch zu erkennen, dass sie für dieses Handwerk geboren war. Sie war so unglaublich sanft und liebevoll im Umgang mit den Kranken und Schwachen, dass Lovis jedes Mal das Herz aufging, wenn sie ihre Ziehtochter so betrachtete. <br />
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Für die heutige Nacht war Hailey bei guten Leuten untergekommen, die ihr auch Essen und ein schönes Bett anbieten konnten, dafür dass man ihrem kleinen Sohn etwas Linderung hatte verschaffen können. Und nachdem Lovis auch nach weiteren Krankenbesuchen immer noch keinen Ort gefunden hatte, wo sie die Nacht verbringen konnte, kehrte sie eben doch in ein Gasthaus ein - Dragon's Den. Sie war zuvor noch nie in diesem Haus gewesen, doch da auch zu so später Stunde immer noch Lichter brannten - auch in den oberen Stockwerken - würde es schon gehen. Lovis war immer eher beunruhigt, wenn ein Gasthaus des Nachts KEINE Gäste hatte. <br />
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Als sie müde die schwere Tür zu der Taverne öffnete, schlug ihr direkt ein Schwall heißer Luft entgegen. Die Winterländerin hielt kurz inne und betrat dann erst den Schankraum - natürlich bepackt mit ihrem riesigen, schweren Holzreff, dessen lederne Tragegurte sich tief in ihre Schultern eingruben. Um den Hals trug sie ein Zeichen Heofaders, doch sie war dennoch ohne Zweifel als Wanderheilerin erkennbar - trotz (oder vielleicht auch mit) ihrem winterländischen, abgekämpften Aussehen. Die Mühen des Tages und die für sie fast schon unerträgliche Hitze zeichneten sich deutlich auf ihrem jungen, aber müden und eingefallenen Gesicht ab. Dennoch schritt sie mutig und beherzt in Richtung des Tresens, der jedoch aktuell vollkommen verwaist war. Anscheinend stritten die Töchter des Wirtes - oder zumindest hielt sie die beiden jungen Frauen dafür - mit einigen Betrunkenen. Natürlich hatte Lovis nicht die geringste Lust, sich in irgendwelchen Zwist einzumischen, daher sah sie sich in dem wirklich sehr gut besuchten Gastraum um. Es gab wirklich keinen einzigen freien Tisch mehr - und auch kaum noch freie Stühle. Da sie aber unbedingt Platz nehmen und noch etwas zu sich nehmen wollte, ging sie schwer beladen durch die Tischreihen und stellte sich in angemessenem Abstand neben einen Tisch, an dem nur ein Mann saß - ein großer, breiter Kerl mit einem wilden Bart. <b>"Guten Abend - ist es gestattet, Platz zu nehmen? Leider gibt es keine freien Tische mehr..."</b>, sprach sie den ihr vollkommen unbekannten Mann an.]]></content:encoded>
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