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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Walleydor - Das Frühlingsland]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 08:50:52 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Trouble's knocking at your door]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=569</link>
			<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 00:11:19 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Elaine Beaufort</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div class="posttemplate3">
<img src="https://64.media.tumblr.com/8ee1e7ba1efc468a1e57eb89ad215a61/2bb6c0541d811cb5-a7/s400x600/74f48e273d14bdf6e02ec8f9a411cf5e580bd353.gif" style="max-width:200px;  float:left;">Nach der Zeit in Eastergold Meadow war das abgelegene Penwick Town ein Ort, den sie schon länger im Hinterkopf gehabt hatte. Distanz zu all der Hitze in der Grenzstadt zu bringen, war in jedem Falle sinnvoll. Elaine hatte einige Umwege auf sich genommen, um nicht direkt die Hauptstadt durchqueren zu müssen. Sicherlich wären die Unterkünfte dort luxuriöser gewesen, doch Spring’s Court barg immer die ein oder andere Gefahr. Tatsächlich war der ausgiebige Ritt durch die Wälder Walleydors außerdem eine willkommene Abwechslung für die Gedanken, die sie plagten und ihr seit Langem Kopfschmerzen bereiteten. Und wenn der Hintern vom schnellen Reiten schmerzte, hatte man viel weniger Kapazitäten über den Sinn des Lebens zu philosophieren. Sie war seit zwei Tagen in der Stadt, hatte das Pferd in einer der bekannteren Tavernen untergebracht und sich dort auch ein Zimmer genommen. Bereits auf der Reise hatte ein Kaufmann vom Fürsten und seiner jungen Frau gesprochen – und dass beide mit dem rebellischen Akt, Eastergold Meadow für sich zu beanspruchen, nicht direkt d’accord gingen. Elaine erinnerte sich noch daran, wie sich ein Bote in das Gespräch eingemischt und versichert hatte, dass die Fürstin, die Cousine des Königs, diesen vorher noch aufgesucht und an dessen Vernunft appeliert habe. Warum sollte sich eine junge Fürstin für derartige Politik interessieren? Der Händler hatte diesen Aspekt der Geschichte dann vehement abgestritten – eine Frau hätte sich sicherlich nicht getraut, mit dem König über Politik zu sprechen – und Elaine hatte sich daraufhin freundlich aus dem Gespräch entfernt, aus Angst, ihr Mageninhalt wäre diesen beiden Männern sonst versehentlich auf die Füße gekippt. <br />
<br />
Es war vollkommen egal, ob etwas Wahrheit an diesen Geschichten hafteten, oder ob sich die beiden nur für wichtiger hielten, als sie wahren – es war definitiv nicht verkehrt, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es der frühlingsländischen Bevölkerung damit ging. Mittlerweile waren einige lange Wochen seit dem Angriff vergangen und manchmal hatte man das Gefühl, die Leute hätten davon entweder nichts mitbekommen oder es war ihnen schlichtweg egal. Je nördlicher und ländlicher man kam, desto weniger schien das Interesse für die Politik aus Spring’s Court da zu sein und Elaine kam nicht umhin sich zu fragen, wie man sich mit so einem banalen Leben zufrieden geben konnte. Tag ein, Tag aus die Ernte einholen, sich abends mit der Familie betrinken, nachts einmal über seine Ehefrau zu rollen, nur um sich am nächsten Morgen wieder der Ernte zu widmen? Hätte sie ein Tagebuch, hätte sie geschrieben, dass DAS ihre absolut größte Angst war. Irgendwann eine gleichgültige Bäuerin zu werden, die am Ende noch Freude an so einem Leben empfand. <br />
<br />
Es war die Wirtin der Taverne in Penwick Town, in der sie untergekommen war, die in einem Nebensatz erwähnt hatte, dass die Fürstin sich auf einer Reise in die Heimat, nach Spring’s Court, zu befinden schien. Eigentlich plapperte diese Frau viel zu viel und trug nicht dazu bei, dass sich Elaine Kopfschmerzen auch nur irgendwann verabschiedeten, doch wenigstens empfahl sie ihr eine alte Heilerin am Rande der Stadt. Die hätte wohl was gegen solche Schmerzen. So lag es irgendwie auf der Hand, dass Elaine die besagte Frau am frühen Abend aufsuchte. Scheinbar war sie lange als Heilerin umher gereist und hatte sich nun wieder in ihrer Heimat niedergelassen, nachdem sie nicht mehr so mobil war. Ganz bei Sinnen schien die alte Dame auch nicht mehr zu sein, denn kaum hatte Elaine an die Tür geklopft, hatte sie sie schon mit ihrer Schwiegertochter verwechselt, welche wohl regelmäßig Kräuter an Stammkunden in der Stadt brachte. Eine dieser Stammkundin schien auch Alora Ashmore zu sein – die Mutter des Fürsten. Nach all dem Pech, welches ihr dieses Leben beschert hatte, musste Elaine ja auch mal etwas Glück haben. Sie versicherte der alten Dame, dass sie die Arznei rasch an Mann und Frau bringen würde und verschwand genau so schnell wie sie gekommen war – leider ohne Mittel gegen Kopfschmerzen, aber mit einer Eintrittskarte ins Fürstenhaus. <br />
<br />
Es dämmerte bereits deutlich als sie das doch etwas abgelegene Anwesen der Ashmores erreichte. Nicht besonders einladend, aber doch prunkvoll. Die raue See im Norden machten alles kühler und wilder. Sie erklärte den Wachmännern, dass sie die Kräuterlieferung für die Mutter des Fürstens habe – und dass eines der Kräuter neu aufbereitet war, was dringend eine persönliche Erklärung ihrerseits bedurfte – und folgten einem der Wachleute anschließend ins Anwesen. Dem jungen Bediensteten, der sie dort in Empfang nahm, erklärte sie dann in einer ausführlichen Rede, dass sie den Herrschaften die Einnahme der Kräuter ausführlich näher bringen musste, damit keine Nebenwirkungen auftraten. <br />
Gut, dass der junge Mann das Diskutieren begann - <i>“Aber es sind doch sonst immer dieselben Kräuter – sie weiß doch eigentlich, wie man die einnimmt – sonst bringt jemand anderes die“ … </i> Jetzt hatte Elaine die Gelegenheit, ihre pikierte, rigorose Stimme aufzusetzen und sofort nach „dem Herr des Hauses!“ zu verlangen. Ging ja nicht an, dass man ihrer Kräuterexpertise derart widersprach. Auch dagegen wehrte sich der junge Kerl noch kurz, ehe er jedoch irgendwann mit einem kleinlauten <i>“Jawohl, Miss.“</i> einknickte, um ebenjenen Herren des Hauses zu holen. <br />
<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate3">
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<br />
Es war vollkommen egal, ob etwas Wahrheit an diesen Geschichten hafteten, oder ob sich die beiden nur für wichtiger hielten, als sie wahren – es war definitiv nicht verkehrt, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es der frühlingsländischen Bevölkerung damit ging. Mittlerweile waren einige lange Wochen seit dem Angriff vergangen und manchmal hatte man das Gefühl, die Leute hätten davon entweder nichts mitbekommen oder es war ihnen schlichtweg egal. Je nördlicher und ländlicher man kam, desto weniger schien das Interesse für die Politik aus Spring’s Court da zu sein und Elaine kam nicht umhin sich zu fragen, wie man sich mit so einem banalen Leben zufrieden geben konnte. Tag ein, Tag aus die Ernte einholen, sich abends mit der Familie betrinken, nachts einmal über seine Ehefrau zu rollen, nur um sich am nächsten Morgen wieder der Ernte zu widmen? Hätte sie ein Tagebuch, hätte sie geschrieben, dass DAS ihre absolut größte Angst war. Irgendwann eine gleichgültige Bäuerin zu werden, die am Ende noch Freude an so einem Leben empfand. <br />
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Es war die Wirtin der Taverne in Penwick Town, in der sie untergekommen war, die in einem Nebensatz erwähnt hatte, dass die Fürstin sich auf einer Reise in die Heimat, nach Spring’s Court, zu befinden schien. Eigentlich plapperte diese Frau viel zu viel und trug nicht dazu bei, dass sich Elaine Kopfschmerzen auch nur irgendwann verabschiedeten, doch wenigstens empfahl sie ihr eine alte Heilerin am Rande der Stadt. Die hätte wohl was gegen solche Schmerzen. So lag es irgendwie auf der Hand, dass Elaine die besagte Frau am frühen Abend aufsuchte. Scheinbar war sie lange als Heilerin umher gereist und hatte sich nun wieder in ihrer Heimat niedergelassen, nachdem sie nicht mehr so mobil war. Ganz bei Sinnen schien die alte Dame auch nicht mehr zu sein, denn kaum hatte Elaine an die Tür geklopft, hatte sie sie schon mit ihrer Schwiegertochter verwechselt, welche wohl regelmäßig Kräuter an Stammkunden in der Stadt brachte. Eine dieser Stammkundin schien auch Alora Ashmore zu sein – die Mutter des Fürsten. Nach all dem Pech, welches ihr dieses Leben beschert hatte, musste Elaine ja auch mal etwas Glück haben. Sie versicherte der alten Dame, dass sie die Arznei rasch an Mann und Frau bringen würde und verschwand genau so schnell wie sie gekommen war – leider ohne Mittel gegen Kopfschmerzen, aber mit einer Eintrittskarte ins Fürstenhaus. <br />
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Es dämmerte bereits deutlich als sie das doch etwas abgelegene Anwesen der Ashmores erreichte. Nicht besonders einladend, aber doch prunkvoll. Die raue See im Norden machten alles kühler und wilder. Sie erklärte den Wachmännern, dass sie die Kräuterlieferung für die Mutter des Fürstens habe – und dass eines der Kräuter neu aufbereitet war, was dringend eine persönliche Erklärung ihrerseits bedurfte – und folgten einem der Wachleute anschließend ins Anwesen. Dem jungen Bediensteten, der sie dort in Empfang nahm, erklärte sie dann in einer ausführlichen Rede, dass sie den Herrschaften die Einnahme der Kräuter ausführlich näher bringen musste, damit keine Nebenwirkungen auftraten. <br />
Gut, dass der junge Mann das Diskutieren begann - <i>“Aber es sind doch sonst immer dieselben Kräuter – sie weiß doch eigentlich, wie man die einnimmt – sonst bringt jemand anderes die“ … </i> Jetzt hatte Elaine die Gelegenheit, ihre pikierte, rigorose Stimme aufzusetzen und sofort nach „dem Herr des Hauses!“ zu verlangen. Ging ja nicht an, dass man ihrer Kräuterexpertise derart widersprach. Auch dagegen wehrte sich der junge Kerl noch kurz, ehe er jedoch irgendwann mit einem kleinlauten <i>“Jawohl, Miss.“</i> einknickte, um ebenjenen Herren des Hauses zu holen. <br />
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</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Our hearts, oh how wild they are]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=567</link>
			<pubDate>Sun, 15 Sep 2024 18:30:23 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Alden Sutherland</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">
<img src="https://s1.gifyu.com/images/S1PW6.png" loading="lazy"  alt="[Bild: S1PW6.png]" class="mycode_img" /><img src="https://s10.gifyu.com/images/SD0bE.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: SD0bE.gif]" class="mycode_img" /></div>
<br />
Alden lehnte sich gegen den Stamm eines der mächtigen Haselnussbäume, die das Anwesen Hazelbrook umrahmten und ihm seinen Namen gegeben hatten. Die Sonne stand hoch am klaren Herbsthimmel und tauchte die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Es war ein herrlicher Tag – einer dieser seltenen, perfekten Herbsttage, an denen der Himmel so blau war, dass es schien, als würde er endlos reichen. Die Luft war frisch, doch nicht zu kühl, und ein sanfter Wind trug den Duft von feuchtem Laub und reifen Nüssen heran. Die Blätter der Haselbäume, goldgelb und kupferrot, flüsterten leise im Wind und fielen vereinzelt in den kleinen Bach, der leise vor sich hinplätscherte. Hier wartete er auf Grace.<br />
<br />
Sein Pferd Hercules stand ruhig neben ihm, den Kopf leicht gesenkt, und schnaubte gelegentlich, während es mit dem Huf auf dem Boden scharrte und mit seinen weichen Lippen die restlichen Grashalme abrupfte, die noch wuchsen. Alden warf einen prüfenden Blick auf den kleinen Pfad, der durch die Bäume führte und zu dem Bach hinunterging. Er konnte spüren, dass sein Herz schneller schlug, je näher die Zeit kam, zu der Grace ihn hier treffen sollte. Gestern hatte er ihr mit einem Augenzwinkern zugeflüstert, sie solle zur Mittagszeit hierherkommen, hinter das Haus, an den Bach, wo sie sich ungestört treffen konnten.<br />
<br />
Der gestrige Tag war ein Ereignis für das gesamte Rittergut und das kleine Dorf, das um das Anwesen herum lag, gewesen. Grace’ Ankunft hatte eine seltene Aufregung nach Hazelbrook gebracht. Sein Vater, der trotz seiner Gicht und gesundheitlichen Beschwerden darauf bestanden hatte, die Fürstin persönlich zu begrüßen, hatte sich mit aller Kraft aus seinem Bett erhoben. In seinem alten Waffenrock, der an vielen Stellen schon abgetragen war, aber immer noch von seinem Stolz zeugte, das Wappen des Königshauses Stafford zu tragen, hatte er Grace mit einer Würde empfangen, die Alden tief bewegte. Sein Vater war schwach, doch der Anblick der Cousine seines Königs hatte ihm für einen Moment seine alte Kraft zurückgegeben. Alle waren verzaubert von der Ankunft der Fürstin.  Besonders Aldens Mutter und Schwester zeigten sich tief beeindruckt von Grace' Anmut und Herzlichkeit. Ihre freundliche Art und ihre natürliche Würde hatten im Handumdrehen die Herzen der gesamten Familie erobert.<br />
<br />
Die Dorfbewohner hatten sich zahlreich an den Straßen versammelt. Männer und Frauen standen in ihrer besten Kleidung Spalier, während Kinder aufgeregt winkten und riefen, als Grace mit ihrer Kutsche vorfuhr. Sie hatte jedem ein Lächeln geschenkt, was die Herzen der einfachen Leute höherschlagen ließ. Es war ein Moment, der Alden zeigte, wie sehr sich Grace nicht nur von ihrem Adel, sondern auch von ihrem Herzen abhob.<br />
<br />
Seine Mutter hatte die gesamte Szene mit wachsamen Augen beobachtet. Sie hatte nichts gesagt, doch Alden war nicht entgangen, wie aufmerksam sie das Zusammenspiel zwischen ihm und Grace verfolgt hatte. Ihre Blicke waren ruhig gewesen, aber sie kannte ihn ja lange genug, um die subtile Vertrautheit zwischen den beiden zu bemerken. Er wusste, dass sie spürte, dass da mehr war als nur das übliche höfische Protokoll. Sie hatte ihn nicht darauf angesprochen – noch nicht – aber die stumme Frage hing in der Luft.<br />
<br />
Heute jedoch wollte Alden einen Moment abseits der offiziellen Anlässe schaffen. Einen Tag, an dem Grace wieder Grace sein konnte und nicht die Rolle der Fürstin spielen musste. Er hatte früh am Morgen alles vorbereitet. Seine Mutter hatte ihm bereitwillig ein paar dicke Decken gegeben, und er war zur Köchin gegangen, um Proviant für das kleine Picknick zu holen. Diese liebte Alden wie ihren eigenen Sohn, schließlich kannte sie ihn seit er ein kleiner Junge mit wilden, dunklen Locken gewesen war. Sie hatte ihm immer wieder über die Jahre kleine Leckereien zugesteckt und über manch kindlichen Unfug hinweggesehen. Für das Picknick hatte sie ihm einen Korb mit Brot, Käse, kaltem Braten und frischem Obst mitgegeben, dazu noch einen Krug Apfelwein und natürlich den umwerfenden Apfelkuchen seiner Mutter.<br />
<br />
Er hatte die Sachen schon am frühen Vormittag zum See gebracht – ein Ort, der abseits vom Dorf und dem Anwesen lag und von dichten Bäumen umringt war. Es war der perfekte Platz, um sich zurückzuziehen und einfach den Moment zu genießen. Für Grace sollte es eine Überraschung sein.<br />
<br />
Alden strich sich durch das Haar und nahm einen tiefen Atemzug, während er gedankenverloren seine Handschuhe in den Händen drehte. Der Herbsttag war perfekt, als ob die Natur selbst ihn und Grace in diesem Moment unterstützen wollte. Er lauschte dem Rauschen des Baches und dem leisen Knistern der Blätter und es überkam ihn ein Gefühl von Frieden. Hazelbrook war einer der wenigen Orte, an denen er wirklich zur Ruhe kommen konnte, fernab vom Hof, vom Adel und den vielen Pflichten. Heute aber hoffte er, dass dieser Ort nicht nur für ihn eine besondere Bedeutung haben würde, sondern auch für Grace.<br />
Ein wenig nervös strich der Ritter Hercules über den Hals, eher mehr um sich selbst zu beruhigen, als den tiefentspannten Hengst. Bald würde Grace hier sein, und er konnte den leisen Nervenkitzel nicht leugnen, der sich in seinem Magen ausbreitete. Dieser Tag würde besonders werden – er konnte es fühlen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align">
<img src="https://s1.gifyu.com/images/S1PW6.png" loading="lazy"  alt="[Bild: S1PW6.png]" class="mycode_img" /><img src="https://s10.gifyu.com/images/SD0bE.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: SD0bE.gif]" class="mycode_img" /></div>
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Alden lehnte sich gegen den Stamm eines der mächtigen Haselnussbäume, die das Anwesen Hazelbrook umrahmten und ihm seinen Namen gegeben hatten. Die Sonne stand hoch am klaren Herbsthimmel und tauchte die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Es war ein herrlicher Tag – einer dieser seltenen, perfekten Herbsttage, an denen der Himmel so blau war, dass es schien, als würde er endlos reichen. Die Luft war frisch, doch nicht zu kühl, und ein sanfter Wind trug den Duft von feuchtem Laub und reifen Nüssen heran. Die Blätter der Haselbäume, goldgelb und kupferrot, flüsterten leise im Wind und fielen vereinzelt in den kleinen Bach, der leise vor sich hinplätscherte. Hier wartete er auf Grace.<br />
<br />
Sein Pferd Hercules stand ruhig neben ihm, den Kopf leicht gesenkt, und schnaubte gelegentlich, während es mit dem Huf auf dem Boden scharrte und mit seinen weichen Lippen die restlichen Grashalme abrupfte, die noch wuchsen. Alden warf einen prüfenden Blick auf den kleinen Pfad, der durch die Bäume führte und zu dem Bach hinunterging. Er konnte spüren, dass sein Herz schneller schlug, je näher die Zeit kam, zu der Grace ihn hier treffen sollte. Gestern hatte er ihr mit einem Augenzwinkern zugeflüstert, sie solle zur Mittagszeit hierherkommen, hinter das Haus, an den Bach, wo sie sich ungestört treffen konnten.<br />
<br />
Der gestrige Tag war ein Ereignis für das gesamte Rittergut und das kleine Dorf, das um das Anwesen herum lag, gewesen. Grace’ Ankunft hatte eine seltene Aufregung nach Hazelbrook gebracht. Sein Vater, der trotz seiner Gicht und gesundheitlichen Beschwerden darauf bestanden hatte, die Fürstin persönlich zu begrüßen, hatte sich mit aller Kraft aus seinem Bett erhoben. In seinem alten Waffenrock, der an vielen Stellen schon abgetragen war, aber immer noch von seinem Stolz zeugte, das Wappen des Königshauses Stafford zu tragen, hatte er Grace mit einer Würde empfangen, die Alden tief bewegte. Sein Vater war schwach, doch der Anblick der Cousine seines Königs hatte ihm für einen Moment seine alte Kraft zurückgegeben. Alle waren verzaubert von der Ankunft der Fürstin.  Besonders Aldens Mutter und Schwester zeigten sich tief beeindruckt von Grace' Anmut und Herzlichkeit. Ihre freundliche Art und ihre natürliche Würde hatten im Handumdrehen die Herzen der gesamten Familie erobert.<br />
<br />
Die Dorfbewohner hatten sich zahlreich an den Straßen versammelt. Männer und Frauen standen in ihrer besten Kleidung Spalier, während Kinder aufgeregt winkten und riefen, als Grace mit ihrer Kutsche vorfuhr. Sie hatte jedem ein Lächeln geschenkt, was die Herzen der einfachen Leute höherschlagen ließ. Es war ein Moment, der Alden zeigte, wie sehr sich Grace nicht nur von ihrem Adel, sondern auch von ihrem Herzen abhob.<br />
<br />
Seine Mutter hatte die gesamte Szene mit wachsamen Augen beobachtet. Sie hatte nichts gesagt, doch Alden war nicht entgangen, wie aufmerksam sie das Zusammenspiel zwischen ihm und Grace verfolgt hatte. Ihre Blicke waren ruhig gewesen, aber sie kannte ihn ja lange genug, um die subtile Vertrautheit zwischen den beiden zu bemerken. Er wusste, dass sie spürte, dass da mehr war als nur das übliche höfische Protokoll. Sie hatte ihn nicht darauf angesprochen – noch nicht – aber die stumme Frage hing in der Luft.<br />
<br />
Heute jedoch wollte Alden einen Moment abseits der offiziellen Anlässe schaffen. Einen Tag, an dem Grace wieder Grace sein konnte und nicht die Rolle der Fürstin spielen musste. Er hatte früh am Morgen alles vorbereitet. Seine Mutter hatte ihm bereitwillig ein paar dicke Decken gegeben, und er war zur Köchin gegangen, um Proviant für das kleine Picknick zu holen. Diese liebte Alden wie ihren eigenen Sohn, schließlich kannte sie ihn seit er ein kleiner Junge mit wilden, dunklen Locken gewesen war. Sie hatte ihm immer wieder über die Jahre kleine Leckereien zugesteckt und über manch kindlichen Unfug hinweggesehen. Für das Picknick hatte sie ihm einen Korb mit Brot, Käse, kaltem Braten und frischem Obst mitgegeben, dazu noch einen Krug Apfelwein und natürlich den umwerfenden Apfelkuchen seiner Mutter.<br />
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Er hatte die Sachen schon am frühen Vormittag zum See gebracht – ein Ort, der abseits vom Dorf und dem Anwesen lag und von dichten Bäumen umringt war. Es war der perfekte Platz, um sich zurückzuziehen und einfach den Moment zu genießen. Für Grace sollte es eine Überraschung sein.<br />
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Alden strich sich durch das Haar und nahm einen tiefen Atemzug, während er gedankenverloren seine Handschuhe in den Händen drehte. Der Herbsttag war perfekt, als ob die Natur selbst ihn und Grace in diesem Moment unterstützen wollte. Er lauschte dem Rauschen des Baches und dem leisen Knistern der Blätter und es überkam ihn ein Gefühl von Frieden. Hazelbrook war einer der wenigen Orte, an denen er wirklich zur Ruhe kommen konnte, fernab vom Hof, vom Adel und den vielen Pflichten. Heute aber hoffte er, dass dieser Ort nicht nur für ihn eine besondere Bedeutung haben würde, sondern auch für Grace.<br />
Ein wenig nervös strich der Ritter Hercules über den Hals, eher mehr um sich selbst zu beruhigen, als den tiefentspannten Hengst. Bald würde Grace hier sein, und er konnte den leisen Nervenkitzel nicht leugnen, der sich in seinem Magen ausbreitete. Dieser Tag würde besonders werden – er konnte es fühlen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[life can be such overdose]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=536</link>
			<pubDate>Wed, 21 Aug 2024 11:03:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Valeria Lucini</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=536</guid>
			<description><![CDATA[Eine Heirat. <br />
Eine wahrlich königliche Heirat. Sie fand statt in King’s Portal und, wenn man ersten Berichten glauben wollte, war sie rauschend. Ein Fest, wie man noch in hundert Jahren davon berichten würde. Serviert wurden die feinsten Speisen, getrunken der erlesenste Wein. Die ganze Stadt war gefüllt mit Gauklern und Schauspielern, Feuerkünstlern, Tänzern, Artisten. Nicht bloß, um das Brautpaar zu würdigen, sondern auch die Familie, die dahinterstand. Castellanos. Ein Name, der in diesen Tagen in Eastergold Meadow wenn, dann nur flüsternd zu vernehmen war. Und während das übrige Castandor in seinen wichtigsten Städten die Verbindung von Orpheus Castellanos und Naila ben Sahid in fast schon ekstatischen Wogen von ergebenen Untertanen honorierte, war es in Eastergold Meadow still.<br />
Valeria spürte den Stich in ihrem Herzen. Er war fundamental, er war lauernd, weil er sich nicht vertreiben ließ, und er war vernichtend. Alles hatte sich verändert. Unter der fremden Herrschaft würde niemand die glückliche Verbindung des zweiten Sohnes Castandor so frei und ungezwungen feiern, wie es Orpheus und seine Braut verdient hätten. Die Straßen blieben leer und die wenigen Gaukler, die sich in ihnen tummelten, waren nicht eingeladen worden, die Einwohner Castandors zu unterhalten und das ihrige zu dieser einmaligen Stimmung beizutragen. <br />
Valeria fühlte sich fremd. Sie fühlte sich fremd unter den wenigen Menschen, die nach dem brutalen Überfall noch in Eastergold Meadow geblieben waren. Es waren nicht viele. Die meisten waren geflüchtet, hatten ihre Häuser, ihre Felder, ihre Werkstätten im Stich gelassen. Vielleicht hätte dies auch Valeria getan. Wäre da nicht Zosia gewesen, und die Taverne, und der Vater, der von den Feinden sträfliche misshandelt worden war. <br />
Sie war wütend. Aber, wie sie da so stand, am Fenster ihres Zimmers, und ihren Blick über die leeren, freudlosen Gassen schweifen ließ, wurde ihr auch bewusst, dass sie sich ohnmächtig fühlte. Sie war dazu verdammt, es zu ertragen, denn sie verfügte weder über Macht noch den notwendigen Einfluss, etwas an ihrer Situation verändern zu können. Hätte sie gekonnt, sie hätte den giftigen Atem Walleydors aus ihrer Heimat vertrieben. <br />
Und so war das rauschende Fest einer traumhaften Hochzeit an ihr, an ihnen allen, vorbeigegangen.<br />
<br />
Valeria selbst passierte gerade die Theke der Taverne, an der spät abends keine Lieder aus Castandor mehr gesungen, sondern Hymnen Walleydors angestimmt wurden. Lobpreisungen und Jubelrufe auf König Charles ließen das Bier, wenn Krug an Krug gestoßen wurde, überschwappen. Ergeben wischte Valeria das Bier weg, demütig wrang sie den Lappen aus. Aber sie war so unglaublich wütend. <br />
Ihr Weg führte zu dem kleinen Pferch außerhalb der Taverne, in der zwei Ziegen weilten und ein paar Hühner. Zunächst sammelte sie die gelegten Eier in einen Korb und streute dann das Futter aus, die Hühner wetzten mit ihren dürren Beinchen gierig darauf zu und begannen, die Körner eifrig zwischen der Streu herauszupicken, aber auch die Ziegen hießen ihr Abendessen hungrig willkommen. Nacheinander molk Valeria die Ziegen und kehrte anschließend mit dem Korb Eiern und dem Eimer warmer, frischer Milch in die Gaststube zurück. Sie würde bald voll werden, würde sich füllen mit so vielen, fremden Gesichtern. <br />
Zwei davon traten just in dem Moment, in welchem Valeria den Eimer und den Korb auf der Theke abgestellt hatte, durch die Tür. Ein Mann und eine Frau (seine Frau?), die beide eines Lächelns entbehrten. Auch das hatte sich verändert. Stille war eingekehrt in Eastergold Meadows Straßen und die Fröhlichkeit… Vermutlich war sie mit den meisten Bewohnern geflohen. Valeria rang sich zu einem kurzen Nicken durch, ehe sie sich erneut zur Theke umdrehte.<br />
„Ich habe frische Milch. Ein Glas, je?“, fragte sie, ging um die Theke herum, wobei sie ihren Blick starr auf die noch saubere Oberfläche gerichtet hielt, und bückte sich dann nach den Bechern. Es widerstrebte ihr, ihr Tonfall ließ es erkennen, aber für Zosia und die Taverne, bemühte sich Valeria zu verkaufen, an den Mann und an die Frau zu bringen, was sie sonst auch angeboten hatten. Nur ihre Freundlichkeit bot sie nicht derart billig feil.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eine Heirat. <br />
Eine wahrlich königliche Heirat. Sie fand statt in King’s Portal und, wenn man ersten Berichten glauben wollte, war sie rauschend. Ein Fest, wie man noch in hundert Jahren davon berichten würde. Serviert wurden die feinsten Speisen, getrunken der erlesenste Wein. Die ganze Stadt war gefüllt mit Gauklern und Schauspielern, Feuerkünstlern, Tänzern, Artisten. Nicht bloß, um das Brautpaar zu würdigen, sondern auch die Familie, die dahinterstand. Castellanos. Ein Name, der in diesen Tagen in Eastergold Meadow wenn, dann nur flüsternd zu vernehmen war. Und während das übrige Castandor in seinen wichtigsten Städten die Verbindung von Orpheus Castellanos und Naila ben Sahid in fast schon ekstatischen Wogen von ergebenen Untertanen honorierte, war es in Eastergold Meadow still.<br />
Valeria spürte den Stich in ihrem Herzen. Er war fundamental, er war lauernd, weil er sich nicht vertreiben ließ, und er war vernichtend. Alles hatte sich verändert. Unter der fremden Herrschaft würde niemand die glückliche Verbindung des zweiten Sohnes Castandor so frei und ungezwungen feiern, wie es Orpheus und seine Braut verdient hätten. Die Straßen blieben leer und die wenigen Gaukler, die sich in ihnen tummelten, waren nicht eingeladen worden, die Einwohner Castandors zu unterhalten und das ihrige zu dieser einmaligen Stimmung beizutragen. <br />
Valeria fühlte sich fremd. Sie fühlte sich fremd unter den wenigen Menschen, die nach dem brutalen Überfall noch in Eastergold Meadow geblieben waren. Es waren nicht viele. Die meisten waren geflüchtet, hatten ihre Häuser, ihre Felder, ihre Werkstätten im Stich gelassen. Vielleicht hätte dies auch Valeria getan. Wäre da nicht Zosia gewesen, und die Taverne, und der Vater, der von den Feinden sträfliche misshandelt worden war. <br />
Sie war wütend. Aber, wie sie da so stand, am Fenster ihres Zimmers, und ihren Blick über die leeren, freudlosen Gassen schweifen ließ, wurde ihr auch bewusst, dass sie sich ohnmächtig fühlte. Sie war dazu verdammt, es zu ertragen, denn sie verfügte weder über Macht noch den notwendigen Einfluss, etwas an ihrer Situation verändern zu können. Hätte sie gekonnt, sie hätte den giftigen Atem Walleydors aus ihrer Heimat vertrieben. <br />
Und so war das rauschende Fest einer traumhaften Hochzeit an ihr, an ihnen allen, vorbeigegangen.<br />
<br />
Valeria selbst passierte gerade die Theke der Taverne, an der spät abends keine Lieder aus Castandor mehr gesungen, sondern Hymnen Walleydors angestimmt wurden. Lobpreisungen und Jubelrufe auf König Charles ließen das Bier, wenn Krug an Krug gestoßen wurde, überschwappen. Ergeben wischte Valeria das Bier weg, demütig wrang sie den Lappen aus. Aber sie war so unglaublich wütend. <br />
Ihr Weg führte zu dem kleinen Pferch außerhalb der Taverne, in der zwei Ziegen weilten und ein paar Hühner. Zunächst sammelte sie die gelegten Eier in einen Korb und streute dann das Futter aus, die Hühner wetzten mit ihren dürren Beinchen gierig darauf zu und begannen, die Körner eifrig zwischen der Streu herauszupicken, aber auch die Ziegen hießen ihr Abendessen hungrig willkommen. Nacheinander molk Valeria die Ziegen und kehrte anschließend mit dem Korb Eiern und dem Eimer warmer, frischer Milch in die Gaststube zurück. Sie würde bald voll werden, würde sich füllen mit so vielen, fremden Gesichtern. <br />
Zwei davon traten just in dem Moment, in welchem Valeria den Eimer und den Korb auf der Theke abgestellt hatte, durch die Tür. Ein Mann und eine Frau (seine Frau?), die beide eines Lächelns entbehrten. Auch das hatte sich verändert. Stille war eingekehrt in Eastergold Meadows Straßen und die Fröhlichkeit… Vermutlich war sie mit den meisten Bewohnern geflohen. Valeria rang sich zu einem kurzen Nicken durch, ehe sie sich erneut zur Theke umdrehte.<br />
„Ich habe frische Milch. Ein Glas, je?“, fragte sie, ging um die Theke herum, wobei sie ihren Blick starr auf die noch saubere Oberfläche gerichtet hielt, und bückte sich dann nach den Bechern. Es widerstrebte ihr, ihr Tonfall ließ es erkennen, aber für Zosia und die Taverne, bemühte sich Valeria zu verkaufen, an den Mann und an die Frau zu bringen, was sie sonst auch angeboten hatten. Nur ihre Freundlichkeit bot sie nicht derart billig feil.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[you put a spell on me]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=529</link>
			<pubDate>Mon, 12 Aug 2024 20:38:14 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Grace Ashmore</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=529</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://64.media.tumblr.com/5911ca50a6ddaa3a025f99cc9bc4f1a6/tumblr_n2ymwi0RHm1qd8tz1o4_r1_250.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: tumblr_n2ymwi0RHm1qd8tz1o4_r1_250.gif]" class="mycode_img" /></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Seit vorgestern war Grace nun in der Hauptstadt des Frühlingslandes angekommen, nur mit einem kleinen, kurzen Zwischenstopp bei ihrem Vater. Die Unterbrechung hatte ihr Herz glücklich gestimmt, denn ihr Vater erfreute sich weiterhin bester Gesundheit. Nach dem Tod ihrer Mutter war er in ein Tief gefallen, doch es schien, als hätten die grünen Hügel und der Weinanbau sein Herz wieder ein wenig geheilt. Er hatte sie fest in den Arm genommen, ihr Haar geküsst und sie die nächsten beiden Tagen über alles ausgefragt; zudem hatte er sie zu seinen geliebten Weinreben mitgenommen und all seinen Arbeitern vom Eintreffen seiner geliebten Tochter erzählt. Natürlich hatte er sich auch über Thomas erkundigt, und sie hatte in seiner Stimme gehört, dass er ihn wirklich gerne hatte. Immer noch glaubte ihr Vater, dass der Fürst von Penwick Town der beste Kandidat für seine Tochter gewesen war; und ja, vielleicht war das tatsächlich auch so, doch ihr Herz war da ab und an anderer Meinung. Es schlug viel zu kräftig, viel zu laut und leidenschaftlich, und manchmal fühlte sich Grace, als würde sie in einem zwar privilegierten, aber trotzdem goldenen Käfig leben. Es hatte Tränen gegeben, als sie sich von ihrem Vater verabschiedet hatte, doch er hatte ihr einen Brief für Charles mitgegeben und einige schöne Andenken von zuhause, speziell aus dem ehemaligen Besitz ihrer Mutter. Die Haarspange, die Grace am heutigen Abend trug, war aus genau diesem Besitz, und sie trug sie mit Stolz. Die letzten beiden Tage hatte sie also mit dem großen Wiedersehen ihrer Familie zu tun gehabt: Charles, seiner Frau und ihrem geliebten Neffen. Mit ihm hatte sie gelesen, getobt und gespielt, und mit Charles und seiner Frau jeden Abend zu Abend gegessen und lange über Heofader und die Welt gesprochen. Sie fühlte sich in der sogenannten Weißen Stadt heimelig, und Charles hatte ihr ein überaus großzügiges und schönes Gemach zugeteilt; sie könnte sich wirklich nicht besser oder gar willkommener fühlen.<br />
<br />
Doch heute Abend hatte Grace nicht vor, früh schlafen zu gehen, einen Brief zu schreiben oder lange zu lesen. Eleonor würde sie noch besuchen, einen Brief an ihren Mann hatte sie schon gestern abgeschickt und Charles und seine Frau befanden sich schon in ihrem Teil des Anwesens. So gab es nur noch sie, und sie löste die Spange in ihren Haaren, sodass diese nun wallend und weich ihren Rücken hinab fielen. Ihr Kleid, etwas weniger pompös und schlicht hellblau, schlang sich dankbar um ihren Körper. Sie besah sich im Spiegel, bevor sie in ihre Schuhe schlüpfte, sich dann doch noch einmal umentschied und mit der hübschen, goldenen Spange ihre Haare nur zu einem kleinen Teil zusammenband. Der Rest ihrer hellen Haare fiel weiterhin hinab, und sie war mit sich zufrieden. Fröhlich summend schloss sie die Türe ihres Schlafgemachs hinter sich, sagte der Zofe, dass sie noch einen Spaziergang mache und sie nicht auf sie warten solle; diese schien etwas verwirrt zu sein, nickte aber geflissentlich und Grace dankte ihr herzlich. Glücklicherweise hatte Heofader ihr eine Art geschenkt, die es ihr erlaubte, nach vielem zu fragen und sich zu erkundigen - niemand würde sich dabei je etwas Böses denken. Man sah in Grace nur eine tugendhafte, liebevolle und gütige Frau, und deshalb hatte man ihr auch generös davon berichtet, wie ihr Cousin bewacht wurde und dass er eine eigene, königliche Garde hatte. Gewisse Ritter, die sich in diesem und jenen Teil der Stadt befanden, und zu genau diesem machte sich Grace nun auf. <br />
<br />
Doch so weit kam sie nicht, denn gerade, als sie um eine Ecke bog, vor sich hin summend, in Gedanken schon viel weiter, stieß sie in eine männliche Person. Sofort erkannte sie in dieser Alden Sutherland, genau den Ritter, den sie gesucht hatte. Ihre Augen funkelten, als sie ihn schließlich erkannte, und eine weitere Strähne löste sich aus ihrem einfachen Knoten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Mylord Sutherland”</span>, grüßte sie ihn förmlich und knickste kurz, bevor sie ihm ihre Hand hinstreckte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ihr seid der Mann, den ich gerade besuchen wollte. Ein zuvorkommender Diener hatte mir erzählt, wo Ihr Euch mit Euren Freunden zumeist aufhält, und dorthin war ich gerade unterwegs.”</span> Ihn zu sehen ließ ihr Herz schneller schlagen, und ihr Blick glitt unauffällig und doch sehr eindeutig über seine Gestalt. Er hatte sich die letzten Wochen nicht viel verändert, und doch entdeckte sie so viel Neues an ihm. Seine Weste schien gepflegter zu sein, sein überraschter Blick schien tiefer zu gehen. Grace atmete tief ein und aus. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich habe Euer Versprechen und unsere Verabredung nicht vergessen, wie Ihr seht. Den ganzen Abend habe ich deshalb nur für Euch reserviert, Mylord, und ich hoffe zutiefst, dass Ihr heute Zeit für mich findet.”</span></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://64.media.tumblr.com/5911ca50a6ddaa3a025f99cc9bc4f1a6/tumblr_n2ymwi0RHm1qd8tz1o4_r1_250.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: tumblr_n2ymwi0RHm1qd8tz1o4_r1_250.gif]" class="mycode_img" /></div>
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<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Seit vorgestern war Grace nun in der Hauptstadt des Frühlingslandes angekommen, nur mit einem kleinen, kurzen Zwischenstopp bei ihrem Vater. Die Unterbrechung hatte ihr Herz glücklich gestimmt, denn ihr Vater erfreute sich weiterhin bester Gesundheit. Nach dem Tod ihrer Mutter war er in ein Tief gefallen, doch es schien, als hätten die grünen Hügel und der Weinanbau sein Herz wieder ein wenig geheilt. Er hatte sie fest in den Arm genommen, ihr Haar geküsst und sie die nächsten beiden Tagen über alles ausgefragt; zudem hatte er sie zu seinen geliebten Weinreben mitgenommen und all seinen Arbeitern vom Eintreffen seiner geliebten Tochter erzählt. Natürlich hatte er sich auch über Thomas erkundigt, und sie hatte in seiner Stimme gehört, dass er ihn wirklich gerne hatte. Immer noch glaubte ihr Vater, dass der Fürst von Penwick Town der beste Kandidat für seine Tochter gewesen war; und ja, vielleicht war das tatsächlich auch so, doch ihr Herz war da ab und an anderer Meinung. Es schlug viel zu kräftig, viel zu laut und leidenschaftlich, und manchmal fühlte sich Grace, als würde sie in einem zwar privilegierten, aber trotzdem goldenen Käfig leben. Es hatte Tränen gegeben, als sie sich von ihrem Vater verabschiedet hatte, doch er hatte ihr einen Brief für Charles mitgegeben und einige schöne Andenken von zuhause, speziell aus dem ehemaligen Besitz ihrer Mutter. Die Haarspange, die Grace am heutigen Abend trug, war aus genau diesem Besitz, und sie trug sie mit Stolz. Die letzten beiden Tage hatte sie also mit dem großen Wiedersehen ihrer Familie zu tun gehabt: Charles, seiner Frau und ihrem geliebten Neffen. Mit ihm hatte sie gelesen, getobt und gespielt, und mit Charles und seiner Frau jeden Abend zu Abend gegessen und lange über Heofader und die Welt gesprochen. Sie fühlte sich in der sogenannten Weißen Stadt heimelig, und Charles hatte ihr ein überaus großzügiges und schönes Gemach zugeteilt; sie könnte sich wirklich nicht besser oder gar willkommener fühlen.<br />
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Doch heute Abend hatte Grace nicht vor, früh schlafen zu gehen, einen Brief zu schreiben oder lange zu lesen. Eleonor würde sie noch besuchen, einen Brief an ihren Mann hatte sie schon gestern abgeschickt und Charles und seine Frau befanden sich schon in ihrem Teil des Anwesens. So gab es nur noch sie, und sie löste die Spange in ihren Haaren, sodass diese nun wallend und weich ihren Rücken hinab fielen. Ihr Kleid, etwas weniger pompös und schlicht hellblau, schlang sich dankbar um ihren Körper. Sie besah sich im Spiegel, bevor sie in ihre Schuhe schlüpfte, sich dann doch noch einmal umentschied und mit der hübschen, goldenen Spange ihre Haare nur zu einem kleinen Teil zusammenband. Der Rest ihrer hellen Haare fiel weiterhin hinab, und sie war mit sich zufrieden. Fröhlich summend schloss sie die Türe ihres Schlafgemachs hinter sich, sagte der Zofe, dass sie noch einen Spaziergang mache und sie nicht auf sie warten solle; diese schien etwas verwirrt zu sein, nickte aber geflissentlich und Grace dankte ihr herzlich. Glücklicherweise hatte Heofader ihr eine Art geschenkt, die es ihr erlaubte, nach vielem zu fragen und sich zu erkundigen - niemand würde sich dabei je etwas Böses denken. Man sah in Grace nur eine tugendhafte, liebevolle und gütige Frau, und deshalb hatte man ihr auch generös davon berichtet, wie ihr Cousin bewacht wurde und dass er eine eigene, königliche Garde hatte. Gewisse Ritter, die sich in diesem und jenen Teil der Stadt befanden, und zu genau diesem machte sich Grace nun auf. <br />
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Doch so weit kam sie nicht, denn gerade, als sie um eine Ecke bog, vor sich hin summend, in Gedanken schon viel weiter, stieß sie in eine männliche Person. Sofort erkannte sie in dieser Alden Sutherland, genau den Ritter, den sie gesucht hatte. Ihre Augen funkelten, als sie ihn schließlich erkannte, und eine weitere Strähne löste sich aus ihrem einfachen Knoten. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Mylord Sutherland”</span>, grüßte sie ihn förmlich und knickste kurz, bevor sie ihm ihre Hand hinstreckte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ihr seid der Mann, den ich gerade besuchen wollte. Ein zuvorkommender Diener hatte mir erzählt, wo Ihr Euch mit Euren Freunden zumeist aufhält, und dorthin war ich gerade unterwegs.”</span> Ihn zu sehen ließ ihr Herz schneller schlagen, und ihr Blick glitt unauffällig und doch sehr eindeutig über seine Gestalt. Er hatte sich die letzten Wochen nicht viel verändert, und doch entdeckte sie so viel Neues an ihm. Seine Weste schien gepflegter zu sein, sein überraschter Blick schien tiefer zu gehen. Grace atmete tief ein und aus. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Ich habe Euer Versprechen und unsere Verabredung nicht vergessen, wie Ihr seht. Den ganzen Abend habe ich deshalb nur für Euch reserviert, Mylord, und ich hoffe zutiefst, dass Ihr heute Zeit für mich findet.”</span></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I fear, I need a healer]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=308</link>
			<pubDate>Fri, 03 May 2024 18:29:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Asleif Sjöberg</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=308</guid>
			<description><![CDATA[Der Wald war eine wahre Schatzkammer, wenn man wusste, wonach man suchen muss. Was für manchen einfaches Blattwerk war, war für den Kenner viel mehr. Es war genau jenes Wissen, was unter anderem die Wanderheilerinnen erlernten, sodass sie stets die Möglichkeit hatten, Medizin, Tränke oder Salben herzustellen. Vor allem war es kostenlos. Und auch wenn Asleif einen etwas besseren Lebensstandard mittlerweile genoss als zu ihren Wanderzeiten, versuchte sie weiterhin nur das Nötigste zu kaufen. Ihre Materialien fand sie hier, im Wald und nicht auf einem Marktplatz.<br />
<br />
Sie war früh aufgestanden an diesem Tag, um spätestens am Mittag wieder an ihrer Hütte anzukommen, die Fundstücke zu sortieren und weiterzuverarbeiten. Je nach Kraut musste es getrocknet oder direkt gemahlen werden, um gut gelagert werden zu können. Mache legte sie auch in Essig oder schlichtem Wasser ein. Es war eine vielfältige Arbeit, die stets abwechslungsreich blieb und nie langweilig war. Selbst ohne den Wanderungen, die einst ebenso zum Tagesgeschäft gehört hatten.<br />
Der Vorteil, an einem Ort zu leben war eindeutig, dass Asleif mit der Zeit gelernt hatte, wo sie nach welchen Pflanzen zu suchen hatte. Es gab schattige Plätze für Moose und einige Sonnenplätze, an denen sie manch Beerenstrauch fand. Pilze und Farne an etwas feuchteren Böden und das ein oder andere Kraut bei den Wiesenbereichen. Nach und nach erschloss sie sich die Areale, doch es würde sicher noch ein weiteres Jahr brauchen, bis sie den Wald vollends kannte. Er war nunmal verdammt groß.<br />
<br />
Mit einem großen Beutel, den sie an einem langen Riemen über der Schulter quer trug, hatte sie diesen schon ein wenig füllen können über den Morgen. Mit einem gesummten Lied auf den Lippen füllte sie die Einsamkeit um sich herum, die nur unterbrochen wurde von manch Vogel, der einzustimmen schien in die Melodie. Sie schätzte die Ruhe um sich herum. Den Ausgleich fand sie oft genug bei den Besuchen in Spring's Court, wenn sie Vorräte kaufen musste, die sie hier nicht fand oder selbst einige Salben oder Tränke verkaufte. Aber hier war ihr Zuhause; ihr selbst erwähltes Heim. Und in diesem bewegte sie sich von Tag zu Tag sicherer durch den Wald. Sie wusste auch, dass sie die kleine Schneise von einer Baumreihe noch entlanggehen musste, um auf einen der etwas größeren Wege zu gelangen, die durch das Gebiet gingen. Händler nutzten ihn oft als Weg zwischen den Orten. Sie wollte den Sonnenstand abschätzen, um in etwa zu wissen, wie lange sie schon unterwegs war und dann eben entweder zurückzugehen oder noch kurz an den Tümpel, um nach Algen zu suchen. Ohne verborgen bleiben zu wollen schritt sie durch die Baumreihen, trat hier und da auf ein Ästchen, berührte mit der Tasche oder ihrem Kleidsaum einen Busch, der raschelnd antwortete. Das Summen trug sie weiterhin auf den Lippen, als sie schließlich auf den Weg trat. Links und rechts bog er sich jeweils zu verschiedenen Seiten ab, doch das kurze Stück der Strecke, das Asleif in den Blick bekam, war ruhig und leer. Das Summen war weiterhin auf ihren Lippen, auch als sie innehielt, kurz den Weg absuchte und dann hinaufsah, um im Himmel nach dem Sonnenstand zu suchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Wald war eine wahre Schatzkammer, wenn man wusste, wonach man suchen muss. Was für manchen einfaches Blattwerk war, war für den Kenner viel mehr. Es war genau jenes Wissen, was unter anderem die Wanderheilerinnen erlernten, sodass sie stets die Möglichkeit hatten, Medizin, Tränke oder Salben herzustellen. Vor allem war es kostenlos. Und auch wenn Asleif einen etwas besseren Lebensstandard mittlerweile genoss als zu ihren Wanderzeiten, versuchte sie weiterhin nur das Nötigste zu kaufen. Ihre Materialien fand sie hier, im Wald und nicht auf einem Marktplatz.<br />
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Sie war früh aufgestanden an diesem Tag, um spätestens am Mittag wieder an ihrer Hütte anzukommen, die Fundstücke zu sortieren und weiterzuverarbeiten. Je nach Kraut musste es getrocknet oder direkt gemahlen werden, um gut gelagert werden zu können. Mache legte sie auch in Essig oder schlichtem Wasser ein. Es war eine vielfältige Arbeit, die stets abwechslungsreich blieb und nie langweilig war. Selbst ohne den Wanderungen, die einst ebenso zum Tagesgeschäft gehört hatten.<br />
Der Vorteil, an einem Ort zu leben war eindeutig, dass Asleif mit der Zeit gelernt hatte, wo sie nach welchen Pflanzen zu suchen hatte. Es gab schattige Plätze für Moose und einige Sonnenplätze, an denen sie manch Beerenstrauch fand. Pilze und Farne an etwas feuchteren Böden und das ein oder andere Kraut bei den Wiesenbereichen. Nach und nach erschloss sie sich die Areale, doch es würde sicher noch ein weiteres Jahr brauchen, bis sie den Wald vollends kannte. Er war nunmal verdammt groß.<br />
<br />
Mit einem großen Beutel, den sie an einem langen Riemen über der Schulter quer trug, hatte sie diesen schon ein wenig füllen können über den Morgen. Mit einem gesummten Lied auf den Lippen füllte sie die Einsamkeit um sich herum, die nur unterbrochen wurde von manch Vogel, der einzustimmen schien in die Melodie. Sie schätzte die Ruhe um sich herum. Den Ausgleich fand sie oft genug bei den Besuchen in Spring's Court, wenn sie Vorräte kaufen musste, die sie hier nicht fand oder selbst einige Salben oder Tränke verkaufte. Aber hier war ihr Zuhause; ihr selbst erwähltes Heim. Und in diesem bewegte sie sich von Tag zu Tag sicherer durch den Wald. Sie wusste auch, dass sie die kleine Schneise von einer Baumreihe noch entlanggehen musste, um auf einen der etwas größeren Wege zu gelangen, die durch das Gebiet gingen. Händler nutzten ihn oft als Weg zwischen den Orten. Sie wollte den Sonnenstand abschätzen, um in etwa zu wissen, wie lange sie schon unterwegs war und dann eben entweder zurückzugehen oder noch kurz an den Tümpel, um nach Algen zu suchen. Ohne verborgen bleiben zu wollen schritt sie durch die Baumreihen, trat hier und da auf ein Ästchen, berührte mit der Tasche oder ihrem Kleidsaum einen Busch, der raschelnd antwortete. Das Summen trug sie weiterhin auf den Lippen, als sie schließlich auf den Weg trat. Links und rechts bog er sich jeweils zu verschiedenen Seiten ab, doch das kurze Stück der Strecke, das Asleif in den Blick bekam, war ruhig und leer. Das Summen war weiterhin auf ihren Lippen, auch als sie innehielt, kurz den Weg absuchte und dann hinaufsah, um im Himmel nach dem Sonnenstand zu suchen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Someone planed the unplanned]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=305</link>
			<pubDate>Thu, 02 May 2024 23:07:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Lester Stafford</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=305</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Someone planed the unplanned<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Heute ist für Lester wieder einer der wunderbaren Tage, an denen er gemeinsam mit Alden an den See reitet. Geplant ist dabei heute noch nicht mal etwas besonderes und Lester ist schon gespannt, was Alden heute für ihn vorbereitet hat. Dabei weiß er noch nicht, dass es heute mal wieder sehr herausfordernd werden könnte. Denn er soll Schwimmen lernen.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/DG3bxrr/ariane179254-gameofthrones-1x08-thepointyend-0778-edit.jpg" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"><br />
</div> Die regelmäßigen und lehrreichen Ausritte, die Alden mit Lester unternahm waren herrlich, oftmals sogar die schönsten Stunden des jeweiligen Tages. Zu aller erst lag das natürlich daran, dass es auf jenen Ausflügen stets etwas Neues zu sehen gab. Jetzt im August waren es die Nebelbänke, die sie am Morgen in der Natur begrüßten. Das war besonders praktisch, wenn man sich den Ritt durch ein Spinnennetz ersparen wollte, in dem man schlichtweg nach den kleinen Tautropfen an den Webwerken der Insektenjäger Ausschau hielt. Diese sah man aber nur, wenn man sich nicht von den Greifvögeln ablenken ließ, die majestätisch ihre Bahnen hoch oben über den Wiesen zogen. Fliegen wie ein Vogel, das würde er auch gern beherrschen, auch wenn Lester sowohl im ganz großen als auch im ganz kleinen schon das Glück hatte, in einem behüteten, kuschelig warmen Nest aufzuwachsen und noch weit entfernt davon war, flügge zu werden. Dabei wäre ihm ein ganz kleines Vögelchen zu sein völlig ausreichend, denn auch ein Spatz kann die Welt von den Dachgiebeln beobachten und dem Trubel entweichen. Das ist der zweite Grund, wieso Lester diese Ausritte liebte, es gab nur ihn, Alden und ihre Pferde und niemanden anderes, der etwas von ihm wollte, mit dem er reden musste oder der ihn beobachtete. Wobei sowohl Artus als auch Alden, egal wo sie waren, zwei gute Gründe darstellten, wieso er etwas schön fand.  Und zu guter Letzt war es bekannt, dass Lester Aktivitäten mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Struktur bevorzugte. Ein weiterer Grund, weshalb er diese Unterrichtseinheiten so sehr mochte, denn sie waren regelmäßig und besaßen einen Ablauf, der im Grunde immer derselbe war und nicht von Unregelmäßigkeiten gestört werden konnte, die man vorher nicht hätte absprechen können.<br />
<br />
Jene Absprachen wurden in der Regel bei dem gemeinsamen Frühstück getroffen. Dort hatte jeder die Möglichkeit Wünsche, Ideen und Pläne zu äußeren. Da störte es Lester auch nur wenig, dass er sich den Entscheidungen die Alden und seine Mama schlussendlich trafen, zu unterwerfen hatte. Allgemein fand er sich seit jeher gut damit ab, dass er seinen Willen nicht immer bekam und profitierte unterbewusst sogar davon, dass die Erwachsen auch eine klare Richtung vorgaben, der er wie einer Schnur nur zu folgen hatte, wobei er Wert darauflegte, einen großen Teil dieser Schnur überblicken zu können. Hin und wieder war es aber auch Absicht der Erwachsenen, ihm einen Teil des Planes nicht zu verraten, wussten sie doch, wie Lester so etwas aus der Ruhe bringen konnte und er daran zu arbeiten hatte, mit Unerwartetem besser fertig zu werden. Da musste er durch und da half ihm auch lautstarker Protest nur selten. <br />
<br />
Nach dem gemeinsamen Start in den Tag ging es zu den Pferden. Seines vorbereitet und die Reitkappe aufgesetzt, verließ Lester als erster die Stallungen und dann ging es etwas später auf Aldens Signal hinaus in Wald, Wiese und Feld. Letztere versprachen eine reiche Ernte, so wie sie zu jener Jahreszeit in prächtig goldener Pracht einen ebenso eindrucksvollen wie idyllischen Eindruck boten. Für den ungewöhnlich kleinen Kronprinzen war das bloße Reiten schon lange keine Herausforderung mehr, denn auch wenn Artus für einen Reiter von seinem Alter und vor allem Größe eigentlich noch viel zu groß war, waren die beiden mehr wie Geschwister, die sich jeweils in und auswendig kannten und stets wussten, was der eine vom anderen wollte oder brauchte. Da spielte es keine Rolle, dass Lester noch eine Zeitlang eine Aufstiegshilfe brauchen würde, um auf seinen Artus zu kommen. Felder beobachten, anschließend den Waldbewohnern zuhören oder gemütlich dahinreiten war aber natürlich nicht das Ziel dieser Ausritte. Diese Ausritte beruhigten Lester, ließen seine Flut an Gedanken abebben und brachten ihn in eine Stimmung, in der Alden besser oder erst so richtig mit ihm an einigen Dingen arbeiten konnte.<br />
 <br />
Dafür ging es stets an einen See, der Teil einer kleinen Waldlichtung war und sie auch heute mit seinem klaren Wasser empfing. Kleine und größere Findlinge eigneten sich zum Klettern, eine beschauliche Wiese lud zu Fechtübungen ein und bot einen sanften Übergang ins Wasser. Man konnte sogar einen Bach sehen, der den See speiste und im Frühling konnte man den Schwänen beim Brüten zuschauen. Die Ankunft am See bedeutete stets erstmal eine kleine oder größere Pause für Mensch und Tier. Während der eine seine Umarmung erhielt, während er ihn herunterhob, bekam auch Artus noch einmal ein Streicheln, nachdem Lester von Alden die Tasche mit dem Kartenwerkzeug bekommen hatte. Während er nach der Ankunft am See erstmal immer gut beschäftigt war, hoffte er darauf, dass Alden sich niederließ und entspannte. Nicht etwa, weil Lester faul war, das war er nämlich kein wenig, aber dadurch konnte er für sich in Ruhe arbeiten und etwas später gemeinsam mit dem Mann, den er – noch immer mit weitem Abstand - nach seinem Papa am liebsten hatte, kuscheln oder einfach nur ein paar Trauben oder Apfelstücke essen konnte. Zunächst war er jedoch ganz für sich und hatte wie so oft auf einem größeren Findling am Wasser Platz genommen, der einerseits ohne Mühe zu erklimmen war und außerdem eine recht flache Arbeitsfläche bot. Dabei störte es ihn noch nicht mal, dass er noch immer seine Reitkappe trug. <br />
<br />
Lester traute sich eigentlich nicht ohne einen Erwachsenen auch nur irgendwo hin, doch im Frühling konnte es durchaus mal passieren, dass er Gedankenversunken aufstand und um den See watschelte, um die Vögel mit ihren Jungtieren zu beobachten. Aktuell war aber August und es gab keine Jungtiere mehr zu sehen, seine Umgebung hatte er aber anscheinend dennoch vergessen. Das Werkzeug und die schon vorhandene Karte ausgebreitet, hatte er damit begonnen ganz bedächtig über den See und an den Himmel zu sehen. Dabei dauerte es heute tatsächlich nicht lange, bis auf einmal ein Lächeln über seine Lippen kam, nachdem er den Inhalt des großen Papierstückes mit der Realität abgeglichen hatte. Anschließend setze er mit Stift und Winkelmesser ganz achtsam eine Markierung, stach dort die Zirkelspitze ein und zeichnete einen Kreis, in den er dann wieder mit dem Stift etwas herein schrieb. Dabei achtet er akribisch darauf, dass alles, was er gerade nicht brauchte, ordentlich an seinem jeweiligen Platz im Mäppchen festgemacht war. Man sah also nie, wie beispielsweise ein Zirkel unbenutzt einfach irgendwo lag, alles musste dort sein, wo es hingehörte. Ebenso sah übrigens auch sein Spielzimmer aus.<br />
 <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wie vermutet. Etwas tiefer und weiter südlich als letzte Woche.“</span>, kommentierte er sein Ergebnis wie ein kleiner Wissenschaftler, der seine Hypothese bestätigt. Genau das hatte er ja auch gerade getan.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">Someone planed the unplanned<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Heute ist für Lester wieder einer der wunderbaren Tage, an denen er gemeinsam mit Alden an den See reitet. Geplant ist dabei heute noch nicht mal etwas besonderes und Lester ist schon gespannt, was Alden heute für ihn vorbereitet hat. Dabei weiß er noch nicht, dass es heute mal wieder sehr herausfordernd werden könnte. Denn er soll Schwimmen lernen.</div>
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/DG3bxrr/ariane179254-gameofthrones-1x08-thepointyend-0778-edit.jpg" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"><br />
</div> Die regelmäßigen und lehrreichen Ausritte, die Alden mit Lester unternahm waren herrlich, oftmals sogar die schönsten Stunden des jeweiligen Tages. Zu aller erst lag das natürlich daran, dass es auf jenen Ausflügen stets etwas Neues zu sehen gab. Jetzt im August waren es die Nebelbänke, die sie am Morgen in der Natur begrüßten. Das war besonders praktisch, wenn man sich den Ritt durch ein Spinnennetz ersparen wollte, in dem man schlichtweg nach den kleinen Tautropfen an den Webwerken der Insektenjäger Ausschau hielt. Diese sah man aber nur, wenn man sich nicht von den Greifvögeln ablenken ließ, die majestätisch ihre Bahnen hoch oben über den Wiesen zogen. Fliegen wie ein Vogel, das würde er auch gern beherrschen, auch wenn Lester sowohl im ganz großen als auch im ganz kleinen schon das Glück hatte, in einem behüteten, kuschelig warmen Nest aufzuwachsen und noch weit entfernt davon war, flügge zu werden. Dabei wäre ihm ein ganz kleines Vögelchen zu sein völlig ausreichend, denn auch ein Spatz kann die Welt von den Dachgiebeln beobachten und dem Trubel entweichen. Das ist der zweite Grund, wieso Lester diese Ausritte liebte, es gab nur ihn, Alden und ihre Pferde und niemanden anderes, der etwas von ihm wollte, mit dem er reden musste oder der ihn beobachtete. Wobei sowohl Artus als auch Alden, egal wo sie waren, zwei gute Gründe darstellten, wieso er etwas schön fand.  Und zu guter Letzt war es bekannt, dass Lester Aktivitäten mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Struktur bevorzugte. Ein weiterer Grund, weshalb er diese Unterrichtseinheiten so sehr mochte, denn sie waren regelmäßig und besaßen einen Ablauf, der im Grunde immer derselbe war und nicht von Unregelmäßigkeiten gestört werden konnte, die man vorher nicht hätte absprechen können.<br />
<br />
Jene Absprachen wurden in der Regel bei dem gemeinsamen Frühstück getroffen. Dort hatte jeder die Möglichkeit Wünsche, Ideen und Pläne zu äußeren. Da störte es Lester auch nur wenig, dass er sich den Entscheidungen die Alden und seine Mama schlussendlich trafen, zu unterwerfen hatte. Allgemein fand er sich seit jeher gut damit ab, dass er seinen Willen nicht immer bekam und profitierte unterbewusst sogar davon, dass die Erwachsen auch eine klare Richtung vorgaben, der er wie einer Schnur nur zu folgen hatte, wobei er Wert darauflegte, einen großen Teil dieser Schnur überblicken zu können. Hin und wieder war es aber auch Absicht der Erwachsenen, ihm einen Teil des Planes nicht zu verraten, wussten sie doch, wie Lester so etwas aus der Ruhe bringen konnte und er daran zu arbeiten hatte, mit Unerwartetem besser fertig zu werden. Da musste er durch und da half ihm auch lautstarker Protest nur selten. <br />
<br />
Nach dem gemeinsamen Start in den Tag ging es zu den Pferden. Seines vorbereitet und die Reitkappe aufgesetzt, verließ Lester als erster die Stallungen und dann ging es etwas später auf Aldens Signal hinaus in Wald, Wiese und Feld. Letztere versprachen eine reiche Ernte, so wie sie zu jener Jahreszeit in prächtig goldener Pracht einen ebenso eindrucksvollen wie idyllischen Eindruck boten. Für den ungewöhnlich kleinen Kronprinzen war das bloße Reiten schon lange keine Herausforderung mehr, denn auch wenn Artus für einen Reiter von seinem Alter und vor allem Größe eigentlich noch viel zu groß war, waren die beiden mehr wie Geschwister, die sich jeweils in und auswendig kannten und stets wussten, was der eine vom anderen wollte oder brauchte. Da spielte es keine Rolle, dass Lester noch eine Zeitlang eine Aufstiegshilfe brauchen würde, um auf seinen Artus zu kommen. Felder beobachten, anschließend den Waldbewohnern zuhören oder gemütlich dahinreiten war aber natürlich nicht das Ziel dieser Ausritte. Diese Ausritte beruhigten Lester, ließen seine Flut an Gedanken abebben und brachten ihn in eine Stimmung, in der Alden besser oder erst so richtig mit ihm an einigen Dingen arbeiten konnte.<br />
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Dafür ging es stets an einen See, der Teil einer kleinen Waldlichtung war und sie auch heute mit seinem klaren Wasser empfing. Kleine und größere Findlinge eigneten sich zum Klettern, eine beschauliche Wiese lud zu Fechtübungen ein und bot einen sanften Übergang ins Wasser. Man konnte sogar einen Bach sehen, der den See speiste und im Frühling konnte man den Schwänen beim Brüten zuschauen. Die Ankunft am See bedeutete stets erstmal eine kleine oder größere Pause für Mensch und Tier. Während der eine seine Umarmung erhielt, während er ihn herunterhob, bekam auch Artus noch einmal ein Streicheln, nachdem Lester von Alden die Tasche mit dem Kartenwerkzeug bekommen hatte. Während er nach der Ankunft am See erstmal immer gut beschäftigt war, hoffte er darauf, dass Alden sich niederließ und entspannte. Nicht etwa, weil Lester faul war, das war er nämlich kein wenig, aber dadurch konnte er für sich in Ruhe arbeiten und etwas später gemeinsam mit dem Mann, den er – noch immer mit weitem Abstand - nach seinem Papa am liebsten hatte, kuscheln oder einfach nur ein paar Trauben oder Apfelstücke essen konnte. Zunächst war er jedoch ganz für sich und hatte wie so oft auf einem größeren Findling am Wasser Platz genommen, der einerseits ohne Mühe zu erklimmen war und außerdem eine recht flache Arbeitsfläche bot. Dabei störte es ihn noch nicht mal, dass er noch immer seine Reitkappe trug. <br />
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Lester traute sich eigentlich nicht ohne einen Erwachsenen auch nur irgendwo hin, doch im Frühling konnte es durchaus mal passieren, dass er Gedankenversunken aufstand und um den See watschelte, um die Vögel mit ihren Jungtieren zu beobachten. Aktuell war aber August und es gab keine Jungtiere mehr zu sehen, seine Umgebung hatte er aber anscheinend dennoch vergessen. Das Werkzeug und die schon vorhandene Karte ausgebreitet, hatte er damit begonnen ganz bedächtig über den See und an den Himmel zu sehen. Dabei dauerte es heute tatsächlich nicht lange, bis auf einmal ein Lächeln über seine Lippen kam, nachdem er den Inhalt des großen Papierstückes mit der Realität abgeglichen hatte. Anschließend setze er mit Stift und Winkelmesser ganz achtsam eine Markierung, stach dort die Zirkelspitze ein und zeichnete einen Kreis, in den er dann wieder mit dem Stift etwas herein schrieb. Dabei achtet er akribisch darauf, dass alles, was er gerade nicht brauchte, ordentlich an seinem jeweiligen Platz im Mäppchen festgemacht war. Man sah also nie, wie beispielsweise ein Zirkel unbenutzt einfach irgendwo lag, alles musste dort sein, wo es hingehörte. Ebenso sah übrigens auch sein Spielzimmer aus.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wie vermutet. Etwas tiefer und weiter südlich als letzte Woche.“</span>, kommentierte er sein Ergebnis wie ein kleiner Wissenschaftler, der seine Hypothese bestätigt. Genau das hatte er ja auch gerade getan.<br />
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			<title><![CDATA[a daughter's heart beats with her mother's]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=280</link>
			<pubDate>Mon, 22 Apr 2024 17:37:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Lovis Winters</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=280</guid>
			<description><![CDATA[Obwohl Lovis definitiv ein Kind des Winterlandes war, wusste sie der Schönheit des Frühlingslandes doch sehr viel abzugewinnen. Asleif hätte sich wirklich keinen schöneren Ort für ihr Zuhause aussuchen können. <br />
Obwohl sie noch mindestens eine halbe Wegstunde vor sich hatte, atmete Lovis den feucht-warmen Duft des Waldes ein, während sie mit dem letzten Licht des Tages marschierten. Die letzten Sonnenstrahlen drangen durch das dichte Blätterdach und warf ein sanftes, grünes Licht auf den vor ihr liegenden Pfad. Der Duft von Moosen und wilden Blumen umhüllte sie genauso wie das Brummen der dicken Honigbienen, die emsig überall unterwegs waren. Der Frühling endete hier nie und vermutlich trug er mit zu dem Zauber bei, den Lovis gerade verspürte. Asleif lebte noch nicht allzu lange hier, doch Lovis fühlte sich jedes Mal, als wäre sie den Weg schon hunderte Male gegangen. Einfach nur, weil sie so viel mit der Frau verband, die hier lebte. <br />
<br />
Zwischen den alten Bäumen glitzerten vereinzelte Wassertropfen auf den Blättern und das Abendlied der Vögel machte ihr das Herz so leicht, wie es schon seit Wochen nicht mehr gewesen war. Ein angenehmer Wind strich durch ihr Haar und trug das leise Murmeln eines nahen Baches zu ihr herüber. <br />
Als Lovis und ihr Schützling Hailey die Lichtung erreichten, auf der die Hütte Asleifs stand, sahen sie den Rauch, der aus dem Schornstein aufstieg und hörten das leise Knistern des Feuers. Die Tür stand nur einen kleinen Spalt weit offen, doch Lovis konnte jetzt schon den vertrauten Geruch von Kräutern und Harz wahrnehmen, der sie an die Zeit erinnerte, in der sie gemeinsam mit Asleif immer unterwegs gewesen war. Lovis hoffte inständig, dass ihre Ziehmutter während ihrer Abwesenheit fleißig gewesen war. Ihr Vorrat an Heilkräutern, Tränken, Salben und Mischungen war fast vollkommen aufgebraucht - bevor sie sich dem Krieg von Castandor stellte, mussten diese Vorräte wieder aufgefüllt werden. Auch ihre Seele wollte aufgefüllt werden und für ein paar Stunden alle Verantwortung an Asleif abgeben um selbst wieder ein Kind sein zu können. <br />
<br />
<b>"Asleif!"</b>, rief Lovis, während sie näher kam und Hailey stimmte sogleich mit ein. <i>"Wir sind da!"</i>, ergänzte die junge, angehende Wanderheilerin, streifte sich die schweren Ledergurte von den Schultern, ließ ihr Holzreff ins weiche Gras sinken und rannte auf Asleif zu. Lovis kam hinterher getrottet. Und sicherlich konnte Asleif ihr auf den ersten Blick ansehen, dass das Reisen für sie sehr anstrengend gewesen war. Wie ungleich wohltuend das Heimkommen war, hätte Lovis nicht im Ansatz in Worte fassen können. <br />
Nachdem Hailey und Asleif sich umarmt hatten, hatte auch Lovis zu den beiden Frauen aufgeschlossen und ließ sich von ihrer Ziehmutter in die Arme nehmen. <b>"Wir haben Dich sehr, sehr vermisst. Und beinah täglich von Dir gesprochen. Ich hoffe, das hat Dich nicht allzu unangenehm an der Nase gekitzelt!"</b>, grinste Lovis und spielte auf das Necken an, das sie schon früher immer verbunden hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Obwohl Lovis definitiv ein Kind des Winterlandes war, wusste sie der Schönheit des Frühlingslandes doch sehr viel abzugewinnen. Asleif hätte sich wirklich keinen schöneren Ort für ihr Zuhause aussuchen können. <br />
Obwohl sie noch mindestens eine halbe Wegstunde vor sich hatte, atmete Lovis den feucht-warmen Duft des Waldes ein, während sie mit dem letzten Licht des Tages marschierten. Die letzten Sonnenstrahlen drangen durch das dichte Blätterdach und warf ein sanftes, grünes Licht auf den vor ihr liegenden Pfad. Der Duft von Moosen und wilden Blumen umhüllte sie genauso wie das Brummen der dicken Honigbienen, die emsig überall unterwegs waren. Der Frühling endete hier nie und vermutlich trug er mit zu dem Zauber bei, den Lovis gerade verspürte. Asleif lebte noch nicht allzu lange hier, doch Lovis fühlte sich jedes Mal, als wäre sie den Weg schon hunderte Male gegangen. Einfach nur, weil sie so viel mit der Frau verband, die hier lebte. <br />
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Zwischen den alten Bäumen glitzerten vereinzelte Wassertropfen auf den Blättern und das Abendlied der Vögel machte ihr das Herz so leicht, wie es schon seit Wochen nicht mehr gewesen war. Ein angenehmer Wind strich durch ihr Haar und trug das leise Murmeln eines nahen Baches zu ihr herüber. <br />
Als Lovis und ihr Schützling Hailey die Lichtung erreichten, auf der die Hütte Asleifs stand, sahen sie den Rauch, der aus dem Schornstein aufstieg und hörten das leise Knistern des Feuers. Die Tür stand nur einen kleinen Spalt weit offen, doch Lovis konnte jetzt schon den vertrauten Geruch von Kräutern und Harz wahrnehmen, der sie an die Zeit erinnerte, in der sie gemeinsam mit Asleif immer unterwegs gewesen war. Lovis hoffte inständig, dass ihre Ziehmutter während ihrer Abwesenheit fleißig gewesen war. Ihr Vorrat an Heilkräutern, Tränken, Salben und Mischungen war fast vollkommen aufgebraucht - bevor sie sich dem Krieg von Castandor stellte, mussten diese Vorräte wieder aufgefüllt werden. Auch ihre Seele wollte aufgefüllt werden und für ein paar Stunden alle Verantwortung an Asleif abgeben um selbst wieder ein Kind sein zu können. <br />
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<b>"Asleif!"</b>, rief Lovis, während sie näher kam und Hailey stimmte sogleich mit ein. <i>"Wir sind da!"</i>, ergänzte die junge, angehende Wanderheilerin, streifte sich die schweren Ledergurte von den Schultern, ließ ihr Holzreff ins weiche Gras sinken und rannte auf Asleif zu. Lovis kam hinterher getrottet. Und sicherlich konnte Asleif ihr auf den ersten Blick ansehen, dass das Reisen für sie sehr anstrengend gewesen war. Wie ungleich wohltuend das Heimkommen war, hätte Lovis nicht im Ansatz in Worte fassen können. <br />
Nachdem Hailey und Asleif sich umarmt hatten, hatte auch Lovis zu den beiden Frauen aufgeschlossen und ließ sich von ihrer Ziehmutter in die Arme nehmen. <b>"Wir haben Dich sehr, sehr vermisst. Und beinah täglich von Dir gesprochen. Ich hoffe, das hat Dich nicht allzu unangenehm an der Nase gekitzelt!"</b>, grinste Lovis und spielte auf das Necken an, das sie schon früher immer verbunden hatte.]]></content:encoded>
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