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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Matariyya - Das Sommerland]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 08:50:52 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[For better or for worse, young bride]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=781</link>
			<pubDate>Thu, 10 Jul 2025 20:01:25 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ilyas El Mansouri</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=781</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">For better or for worse, young bride<br />
<div style="font-size:18px;">Amira & Ilyas schiffen wortwörtlich in den Hafen der Ehe</div>
</div>
<br />
Rauf und runter. Rauf und runter. Seit Tagen, nein gefühlt Jahren, nichts anderes als dieses monotone Rauf und Runter auf diesem Schiff. Ilyas war ein gelehrter Mann, belesen, klug, hatte schon so viel gesehen und erlebt, aber er wollte immer noch nicht begreifen warum Menschen auf Schiffe stiegen um über das Meer zu fahren. Wenn Gott das gewollt hätte, besäßen sie Schwimmhäute und könnten unter Wasser atmen! <br />
Und jener Mann mit einiger Lebenserfahrung befand sich auch nicht zum ersten Mal auf einem hölzernen Gefährt, das von den Wellen wie ein Blatt in einem Bachlauf umhergetrieben wurde, aber das änderte nichts an der Tatsache es zu verteufeln. Ilyas traute Schiffen einfach nicht und war damit ein typischer Sommerlandmann. Sie waren Männer der Wüste, Wasser schlossen ihre Herzen schon mit der Geburt kategorisch aus und so konnte er, trotz aller sonstigen körperlichen Begabung in Bewegung und Kampf, nicht wirklich gut schwimmen. Matariyya hatte gute Schiffsbauer in den Häfen, aber ein Mann der Dünen, der setzte höchstens auf Wüstenschiffe. Es war also eine Verkettung gleich mehrerer Faktoren, die ihm diese letzten Tage zur Hölle machten, denn neben der heimlichen und niemals laut ausgesprochenen Angst mit diesem Kahn unterzugehen und elendig zu ertrinken, war der gestandene Kommandant auch noch seekrank. Nachdem er die ersten beiden Tage in regelmäßigem Turnus die Fische gefüttert hatte, war er am dritten Tag heute gar nicht mehr gewillt überhaupt etwas zu sich zu nehmen. Stattdessen befand er sich in der Kajüte gegenüber der der Prinzessin, die er als wertvollste Ware, die je ein Schiff aus seiner Heimat bringen könnte, nach Kings Portal begleitete. In seiner Hand einen Becher beruhigenden Kamillentees, den er missmutig dabei beobachtete wie er sich dem Wiegen des Bootes anpasste. Rauf und runter. Rauf und runter. Alles hier drehte sich nur um rauf und runter, Wellen und ..ihm war so schlecht. <br />
Amira hatte ihm etwas Brot auf den Teller gelegt, der sich auf seinem Kopfkissen befand, weil kaum mehr als ein Bett, eine Truhe und gerade so ein Schreibtisch mit Stuhl hineinpasste und dabei sprach man schon von der zweitgrößten Kajüte, die das Schiff zu bieten hatte. Der Rest war beladen mit weiteren Lieferungen für das Heer und einigen Truhen voller Geschenke, die die Braut noch mit sich führte um dem Zweitgeborenen Castandors ihre Aufwartung vor der anstehenden Hochzeit zu machen. Diesem, seinem Vater, der Mutter…dem großen Bruder. Ilyas war immer noch persönlich beleidigt das Mädchen, das er so ins Herz geschlossen hatte, an einen Zweitgeborenen zu geben, aber wenn man sich das Elend von Thronfolger ansah und den Verlauf solcher Geschichten kannte, dann würde Naila hoffentlich irgendwann auf dem Thron sitzen, der ihr zustand. Das Brot war jedenfalls unberührt und wenn sie ihn noch einmal aufforderte doch wenigstens abzubeißen, war er gewillt sie gleich hinter Brot und Teller in die Wellen zu werfen. Dort, wo sein Mageninhalt eh landen würde! <br />
War Ilyas also verstimmt? Minimal. <br />
<br />
Mit dem Ellenbogen auf dem Oberschenkel abgestützt, lehnte sein Gesicht in seiner Hand indem er die Nasenwurzel gegen zwei Finger drückte und darauf hoffte einen Akupressurpunkt zu finden, der sich mit dem Kopfschmerz aufgrund der mangelnden Flüssigkeitsaufnahme und gerne gleichzeitig auch seiner Übelkeit befasste. Wahlweise war er auch einfach darum bemüht die Ruhe zu bewahren, die es brauchte auf dem umgebauten Baumstamm weiter gen Osten zu segeln und wiedermal war ihm klar, warum man von Geisteswahn im Zusammenhang mit Seefahrern sprach. <br />
Sich der Gewalt der Natur so ausgesetzt zu empfinden, war nichts für den Mann, dessen Leben einer stetigen, niemals abweichenden Kontrolle und Disziplin unterstand. Ilyas war dazu gemacht zu führen, weise Entscheidungen zu treffen und rational mit allen Lebenssituationen umzugehen.. nichts konnte ihn so schnell aus der Ruhe bringen, nichts bestimmte wirklich über sein Handeln außer ihm alleine..und diesem Schiff. Nur dieses Schiff, dass es schaffte ihn in die Knie zu zwingen und vor seiner frisch Angetrauten wie ein Haufen Elend zu wirken, der mit aller Macht versuchte mit soviel Würde zu kotzen, wie man nur aufbringen konnte. Die sonst gesunde, wettergegerbte Haut in goldenem Braun war beachtlich heller und fahl, die Augen müde, der Bart wirrer als gewöhnlich und der sonst stets akkurat gekleidete königliche Adjutant, hatte darauf verzichtet die Schnürung seines Hemdes bis oben zu schließen, denn alles was sich lockerer an ihm, und vor allem am Hals, befand, war eine Wohltat. Dreimal schon hatte er begonnen an seinen Aufzeichnungen, die er tagtäglich führte zu schreiben, aber wiedermal machte er just Pause auf dem Bett und starrte den Tee in seiner Hand zu Tode. Ungesüßt brannte selbst dieser in seiner angeschlagenen Kehle und der Geruch der eigentlich bekömmlichen Blütenblätter ließ ihn angewidert die Mundwinkel hinabziehen. Da konnte er sich noch so hinter seiner Hand verstecken, sein Leid war greifbar im Raum und er zählte bereits die Stunden bis sie endlich anlegen würden. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">For better or for worse, young bride<br />
<div style="font-size:18px;">Amira & Ilyas schiffen wortwörtlich in den Hafen der Ehe</div>
</div>
<br />
Rauf und runter. Rauf und runter. Seit Tagen, nein gefühlt Jahren, nichts anderes als dieses monotone Rauf und Runter auf diesem Schiff. Ilyas war ein gelehrter Mann, belesen, klug, hatte schon so viel gesehen und erlebt, aber er wollte immer noch nicht begreifen warum Menschen auf Schiffe stiegen um über das Meer zu fahren. Wenn Gott das gewollt hätte, besäßen sie Schwimmhäute und könnten unter Wasser atmen! <br />
Und jener Mann mit einiger Lebenserfahrung befand sich auch nicht zum ersten Mal auf einem hölzernen Gefährt, das von den Wellen wie ein Blatt in einem Bachlauf umhergetrieben wurde, aber das änderte nichts an der Tatsache es zu verteufeln. Ilyas traute Schiffen einfach nicht und war damit ein typischer Sommerlandmann. Sie waren Männer der Wüste, Wasser schlossen ihre Herzen schon mit der Geburt kategorisch aus und so konnte er, trotz aller sonstigen körperlichen Begabung in Bewegung und Kampf, nicht wirklich gut schwimmen. Matariyya hatte gute Schiffsbauer in den Häfen, aber ein Mann der Dünen, der setzte höchstens auf Wüstenschiffe. Es war also eine Verkettung gleich mehrerer Faktoren, die ihm diese letzten Tage zur Hölle machten, denn neben der heimlichen und niemals laut ausgesprochenen Angst mit diesem Kahn unterzugehen und elendig zu ertrinken, war der gestandene Kommandant auch noch seekrank. Nachdem er die ersten beiden Tage in regelmäßigem Turnus die Fische gefüttert hatte, war er am dritten Tag heute gar nicht mehr gewillt überhaupt etwas zu sich zu nehmen. Stattdessen befand er sich in der Kajüte gegenüber der der Prinzessin, die er als wertvollste Ware, die je ein Schiff aus seiner Heimat bringen könnte, nach Kings Portal begleitete. In seiner Hand einen Becher beruhigenden Kamillentees, den er missmutig dabei beobachtete wie er sich dem Wiegen des Bootes anpasste. Rauf und runter. Rauf und runter. Alles hier drehte sich nur um rauf und runter, Wellen und ..ihm war so schlecht. <br />
Amira hatte ihm etwas Brot auf den Teller gelegt, der sich auf seinem Kopfkissen befand, weil kaum mehr als ein Bett, eine Truhe und gerade so ein Schreibtisch mit Stuhl hineinpasste und dabei sprach man schon von der zweitgrößten Kajüte, die das Schiff zu bieten hatte. Der Rest war beladen mit weiteren Lieferungen für das Heer und einigen Truhen voller Geschenke, die die Braut noch mit sich führte um dem Zweitgeborenen Castandors ihre Aufwartung vor der anstehenden Hochzeit zu machen. Diesem, seinem Vater, der Mutter…dem großen Bruder. Ilyas war immer noch persönlich beleidigt das Mädchen, das er so ins Herz geschlossen hatte, an einen Zweitgeborenen zu geben, aber wenn man sich das Elend von Thronfolger ansah und den Verlauf solcher Geschichten kannte, dann würde Naila hoffentlich irgendwann auf dem Thron sitzen, der ihr zustand. Das Brot war jedenfalls unberührt und wenn sie ihn noch einmal aufforderte doch wenigstens abzubeißen, war er gewillt sie gleich hinter Brot und Teller in die Wellen zu werfen. Dort, wo sein Mageninhalt eh landen würde! <br />
War Ilyas also verstimmt? Minimal. <br />
<br />
Mit dem Ellenbogen auf dem Oberschenkel abgestützt, lehnte sein Gesicht in seiner Hand indem er die Nasenwurzel gegen zwei Finger drückte und darauf hoffte einen Akupressurpunkt zu finden, der sich mit dem Kopfschmerz aufgrund der mangelnden Flüssigkeitsaufnahme und gerne gleichzeitig auch seiner Übelkeit befasste. Wahlweise war er auch einfach darum bemüht die Ruhe zu bewahren, die es brauchte auf dem umgebauten Baumstamm weiter gen Osten zu segeln und wiedermal war ihm klar, warum man von Geisteswahn im Zusammenhang mit Seefahrern sprach. <br />
Sich der Gewalt der Natur so ausgesetzt zu empfinden, war nichts für den Mann, dessen Leben einer stetigen, niemals abweichenden Kontrolle und Disziplin unterstand. Ilyas war dazu gemacht zu führen, weise Entscheidungen zu treffen und rational mit allen Lebenssituationen umzugehen.. nichts konnte ihn so schnell aus der Ruhe bringen, nichts bestimmte wirklich über sein Handeln außer ihm alleine..und diesem Schiff. Nur dieses Schiff, dass es schaffte ihn in die Knie zu zwingen und vor seiner frisch Angetrauten wie ein Haufen Elend zu wirken, der mit aller Macht versuchte mit soviel Würde zu kotzen, wie man nur aufbringen konnte. Die sonst gesunde, wettergegerbte Haut in goldenem Braun war beachtlich heller und fahl, die Augen müde, der Bart wirrer als gewöhnlich und der sonst stets akkurat gekleidete königliche Adjutant, hatte darauf verzichtet die Schnürung seines Hemdes bis oben zu schließen, denn alles was sich lockerer an ihm, und vor allem am Hals, befand, war eine Wohltat. Dreimal schon hatte er begonnen an seinen Aufzeichnungen, die er tagtäglich führte zu schreiben, aber wiedermal machte er just Pause auf dem Bett und starrte den Tee in seiner Hand zu Tode. Ungesüßt brannte selbst dieser in seiner angeschlagenen Kehle und der Geruch der eigentlich bekömmlichen Blütenblätter ließ ihn angewidert die Mundwinkel hinabziehen. Da konnte er sich noch so hinter seiner Hand verstecken, sein Leid war greifbar im Raum und er zählte bereits die Stunden bis sie endlich anlegen würden. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Indescribable feeling]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=692</link>
			<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 17:43:17 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=60">Yasirah ben Sahid</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=692</guid>
			<description><![CDATA[Der Kloß in ihrem Hals war von Tag zu Tag größer geworden. Die Angst schnürte ihr die Kehle zu und ließen sie kaum einen Moment an irgendetwas anderes denken, als an morgen. Morgen war der große Tage gekommen, an dem ihre Tochter ihre Flügel ausbreiten und ihre Heimat verlassen würde. Es gab keine Worte dafür, um auszudrücken, wie sie sich fühlte. Es waren so viele Emotionen, die um die Vorherrschaft ringen, dass sie selbst manchmal gar nicht wusste, ob sie sich im Moment todtraurig oder himmelhochjauchzend fühlte. Dass Naila nun endlich für ihre Hochzeit weiter reisen würde war eigentlich das Schönste, was hätte passieren können. Doch dass Yasirah damit gleichzeitig ihre Tochter verlor ließ ihr Herz unendlich schwer werden. Natürlich wussten sie beide, dass dieser Tag kommen würde. Schon als kleines Mädchen wurde die Prinzessin der Königsfamilie auf diese Aufgabe vorbereitet und insgeheim hoffte die Königin auch, dass sie dort die Freiheiten bekäme, die ihr hier verwehrt blieben, und trotzdem machte ihr dieser Schritt große Angst. Naila war ihre Erstgeborene. Das Kind, das sie zu einer Mutter gemacht hatte. Ihr erster Schrei war ihr in all' den Jahren sehr lebendig in Erinnerung geblieben. Schon damals hatte die kleine Prinzessin viel zu sagen, obwohl sie kein besonders lautes Organ hatte. Aber was zu erzählen, das hatte sie auf jeden Fall. <br />
<br />
In Gedanken verloren schritt die Königin durch die Gärten ihres Palastes. Sie wusste, dass sie ihre Tochter hier irgendwo finden würde. Die frische Luft hatte ihr schon als kleines Kind gut getan, wenn sie nicht schlafen konnte. Oft war sie mit ihr auf dem Arm mitten in der Nacht durch die Gärten gewandert. Für kein Gold der Welt hätte sie das an irgendein Kindermädchen abgeben wollen. Tagsüber, ja. Da hatte sie auch schon damals ihren Geschäften nachgehen müssen, doch die Bindung, die sie in den Nächten mit ihrer Tochter aufgebaut hat, konnte ihr heute keiner mehr nehmen. <br />
<br />
Ihr Weg führte sie zum künstlich angelegten Teich, der mit spiegelglatter Oberfläche den langsam aufgehenden Mond widerspiegelte. Und die Gestalt der Prinzessin. Beinahe erleichtert atmete Yasirah auf und beschleunigte ihre Schritte. Natürlich hatten sie sich tagsüber immer wieder gesehen, haben gemeinsam die letzten wichtigen Sachen besprochen, doch das waren alles ihre normalen Tagesgeschäfte gewesen. Es war kaum Zeit für Sentimentalitäten dazwischen gewesen. Doch so wie es damals, vor 19 Jahren, würde sich die Dunkelhaarige es sich nicht nehmen lassen den letzten Abend gemeinsam mit ihrer Tochter zu verbringen. Gar nicht mehr klein, gar nicht mehr schwach. Naila war zu einer fantastischen Frau herangewachsen, auch wenn ihnen beiden unausgesprochen klar war, dass Matariyya ihr nicht das bieten konnte, was sie brauchte. Dieser Umzug ins Großkönigsland war das größte Abenteuer, dass sie jemals antreten würde. Doch es würde sie zu einer so großartigen Frau machen, wie es das Sommerland niemals geschafft hätte.<br />
<br />
Stumm ließ sie sich neben ihre Tochter auf die marmorne Bank sinken, ganz nah. Ihre Lippen bebten, als sie Luft holte. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Keine Worte dieser Welt waren ausreichend, um ihre Liebe zu dieser Frau zu beschreiben. Keine Worten würden den Gefühlen gerecht werden, die sie das erste Mal in ihrem Leben spürte. <br />
<br />
Ohne etwas zu sagen nahm sie die Hand ihrer Tochter in ihre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Kloß in ihrem Hals war von Tag zu Tag größer geworden. Die Angst schnürte ihr die Kehle zu und ließen sie kaum einen Moment an irgendetwas anderes denken, als an morgen. Morgen war der große Tage gekommen, an dem ihre Tochter ihre Flügel ausbreiten und ihre Heimat verlassen würde. Es gab keine Worte dafür, um auszudrücken, wie sie sich fühlte. Es waren so viele Emotionen, die um die Vorherrschaft ringen, dass sie selbst manchmal gar nicht wusste, ob sie sich im Moment todtraurig oder himmelhochjauchzend fühlte. Dass Naila nun endlich für ihre Hochzeit weiter reisen würde war eigentlich das Schönste, was hätte passieren können. Doch dass Yasirah damit gleichzeitig ihre Tochter verlor ließ ihr Herz unendlich schwer werden. Natürlich wussten sie beide, dass dieser Tag kommen würde. Schon als kleines Mädchen wurde die Prinzessin der Königsfamilie auf diese Aufgabe vorbereitet und insgeheim hoffte die Königin auch, dass sie dort die Freiheiten bekäme, die ihr hier verwehrt blieben, und trotzdem machte ihr dieser Schritt große Angst. Naila war ihre Erstgeborene. Das Kind, das sie zu einer Mutter gemacht hatte. Ihr erster Schrei war ihr in all' den Jahren sehr lebendig in Erinnerung geblieben. Schon damals hatte die kleine Prinzessin viel zu sagen, obwohl sie kein besonders lautes Organ hatte. Aber was zu erzählen, das hatte sie auf jeden Fall. <br />
<br />
In Gedanken verloren schritt die Königin durch die Gärten ihres Palastes. Sie wusste, dass sie ihre Tochter hier irgendwo finden würde. Die frische Luft hatte ihr schon als kleines Kind gut getan, wenn sie nicht schlafen konnte. Oft war sie mit ihr auf dem Arm mitten in der Nacht durch die Gärten gewandert. Für kein Gold der Welt hätte sie das an irgendein Kindermädchen abgeben wollen. Tagsüber, ja. Da hatte sie auch schon damals ihren Geschäften nachgehen müssen, doch die Bindung, die sie in den Nächten mit ihrer Tochter aufgebaut hat, konnte ihr heute keiner mehr nehmen. <br />
<br />
Ihr Weg führte sie zum künstlich angelegten Teich, der mit spiegelglatter Oberfläche den langsam aufgehenden Mond widerspiegelte. Und die Gestalt der Prinzessin. Beinahe erleichtert atmete Yasirah auf und beschleunigte ihre Schritte. Natürlich hatten sie sich tagsüber immer wieder gesehen, haben gemeinsam die letzten wichtigen Sachen besprochen, doch das waren alles ihre normalen Tagesgeschäfte gewesen. Es war kaum Zeit für Sentimentalitäten dazwischen gewesen. Doch so wie es damals, vor 19 Jahren, würde sich die Dunkelhaarige es sich nicht nehmen lassen den letzten Abend gemeinsam mit ihrer Tochter zu verbringen. Gar nicht mehr klein, gar nicht mehr schwach. Naila war zu einer fantastischen Frau herangewachsen, auch wenn ihnen beiden unausgesprochen klar war, dass Matariyya ihr nicht das bieten konnte, was sie brauchte. Dieser Umzug ins Großkönigsland war das größte Abenteuer, dass sie jemals antreten würde. Doch es würde sie zu einer so großartigen Frau machen, wie es das Sommerland niemals geschafft hätte.<br />
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Stumm ließ sie sich neben ihre Tochter auf die marmorne Bank sinken, ganz nah. Ihre Lippen bebten, als sie Luft holte. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Keine Worte dieser Welt waren ausreichend, um ihre Liebe zu dieser Frau zu beschreiben. Keine Worten würden den Gefühlen gerecht werden, die sie das erste Mal in ihrem Leben spürte. <br />
<br />
Ohne etwas zu sagen nahm sie die Hand ihrer Tochter in ihre.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hello darkness, my old friend]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=605</link>
			<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 13:44:52 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Vanja Neshat</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=605</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/originals/1d/56/e3/1d56e3fa74efb1dc96c57053031b394f.gif); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Hello darkness, my old friend<br />
<div style="font-size:18px;">I've come to talk with you again</div>
</div>
Die Kerze war schon so weit heruntergebrannt, dass ihre Flammen scharf ums Überleben kämpfte und immer wieder bedrohlich flackerte, wenn auch nur der kleinste Windhauch durch das Zimmer fuhr. Der Wachsstumpfen der dort auf dem Tisch stand war bei weitem nicht die einzige kleine Flamme, die das Zimmer erhellte, doch ihre Zuschauerin hatte sich ihr Herunterbrennen als Ziel genannt, um ins Bett zu gehen. Mittlerweile war die Sonne schon lange hinterm Horizont verschwunden, die Kinder schliefen längst und die Müdigkeit breitete sich auch so langsam in ihren Knochen aus. Etwas fehlte jedoch: ihr Ehemann. Sicher war es keine Seltenheit, dass er spätabends länger wegblieb, auch nicht, dass er erst nach Hause kam, wenn Vanja schon längst einen unruhigen Schlaf gefunden hatte, doch heute war ihr Bedürfnis noch mit ihm zu reden so groß gewesen, dass sie wach bleiben wollte. Eine geöffnete Flasche Wein stand auf dem kantigen Holztisch und ein Opium-Stäbchen verteilte seinen nahezu penetranten Duft im Haus der Neshats. Bislang war die Flasche nicht angerührt worden. Vanja trank zwar Wein, sah jedoch keinen Zweck darin ihn alleine zu genießen. <br />
<br />
Blinzelnd warf sie einen kurzen Blick auf die noch immer unberührt daliegende Haustür. Die filigranen Buntgläser in ihr ließen Bewegungen dahinter erahnen, wenn sich jemand der Tür näherte, doch von Keeran war weit und breit keine Spur. Ein leises Seufzen benetzte ihre Lippen. Es gab nicht mal etwas zu bereden, das es wert wäre wach zu bleiben. Doch mittlerweile waren Tage vergangen, in denen sie kaum miteinander gesprochen hatten. Entweder waren die Kinder zugegen und forderten Vanjas Aufmerksamkeit (was sie zuletzt als äußerst lästig empfand!) oder Keeran war nicht zu Hause und ließ seine Ehefrau das Heim hüten. Nicht, dass sie tatsächlich große Notwendigkeit darin sah die ganze Zeit zu Hause zu bleiben, aber doch konnte man sagen, dass sie deutlich mehr Zeit in ihrem kleinen Anwesen in Dharan al-Bhar verbrachte, als es ihr Ehemann tat. <br />
<br />
Raubtierhaft schlug sie ihre Beine übereinander, deren Konturen man durch die farbigen Schleier, die die Frauen im Sommerland häufig trugen, bestens verfolgen konnte. Sie liebte das Land, in dem sie lebten. Zwar gehörte sie zu den wenigen 5% der gesamten Bevölkerung, die sich überhaupt ein solches Heim leisten konnten, doch das interessierte die Neshat herzlich wenig. Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft waren noch nie Charaktereigenschaften gewesen, die sie sonderlich ausgezeichnet hätten. Viel interessanter fand sie hier das unerbittlich hitzige Wetter, die luftige Kleidung, die nur wenig der Fantasie überließ und die starken Gewürze, die einem beizeiten Tränen in die Augen trieben. <br />
Vanja ließ ihre eigene Hand über ihren Hals gleiten. Sie sehnte sich nach etwas Gesellschaft und warf abermals einen sehnsüchtigen Blick zur Tür. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/originals/1d/56/e3/1d56e3fa74efb1dc96c57053031b394f.gif); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Hello darkness, my old friend<br />
<div style="font-size:18px;">I've come to talk with you again</div>
</div>
Die Kerze war schon so weit heruntergebrannt, dass ihre Flammen scharf ums Überleben kämpfte und immer wieder bedrohlich flackerte, wenn auch nur der kleinste Windhauch durch das Zimmer fuhr. Der Wachsstumpfen der dort auf dem Tisch stand war bei weitem nicht die einzige kleine Flamme, die das Zimmer erhellte, doch ihre Zuschauerin hatte sich ihr Herunterbrennen als Ziel genannt, um ins Bett zu gehen. Mittlerweile war die Sonne schon lange hinterm Horizont verschwunden, die Kinder schliefen längst und die Müdigkeit breitete sich auch so langsam in ihren Knochen aus. Etwas fehlte jedoch: ihr Ehemann. Sicher war es keine Seltenheit, dass er spätabends länger wegblieb, auch nicht, dass er erst nach Hause kam, wenn Vanja schon längst einen unruhigen Schlaf gefunden hatte, doch heute war ihr Bedürfnis noch mit ihm zu reden so groß gewesen, dass sie wach bleiben wollte. Eine geöffnete Flasche Wein stand auf dem kantigen Holztisch und ein Opium-Stäbchen verteilte seinen nahezu penetranten Duft im Haus der Neshats. Bislang war die Flasche nicht angerührt worden. Vanja trank zwar Wein, sah jedoch keinen Zweck darin ihn alleine zu genießen. <br />
<br />
Blinzelnd warf sie einen kurzen Blick auf die noch immer unberührt daliegende Haustür. Die filigranen Buntgläser in ihr ließen Bewegungen dahinter erahnen, wenn sich jemand der Tür näherte, doch von Keeran war weit und breit keine Spur. Ein leises Seufzen benetzte ihre Lippen. Es gab nicht mal etwas zu bereden, das es wert wäre wach zu bleiben. Doch mittlerweile waren Tage vergangen, in denen sie kaum miteinander gesprochen hatten. Entweder waren die Kinder zugegen und forderten Vanjas Aufmerksamkeit (was sie zuletzt als äußerst lästig empfand!) oder Keeran war nicht zu Hause und ließ seine Ehefrau das Heim hüten. Nicht, dass sie tatsächlich große Notwendigkeit darin sah die ganze Zeit zu Hause zu bleiben, aber doch konnte man sagen, dass sie deutlich mehr Zeit in ihrem kleinen Anwesen in Dharan al-Bhar verbrachte, als es ihr Ehemann tat. <br />
<br />
Raubtierhaft schlug sie ihre Beine übereinander, deren Konturen man durch die farbigen Schleier, die die Frauen im Sommerland häufig trugen, bestens verfolgen konnte. Sie liebte das Land, in dem sie lebten. Zwar gehörte sie zu den wenigen 5% der gesamten Bevölkerung, die sich überhaupt ein solches Heim leisten konnten, doch das interessierte die Neshat herzlich wenig. Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft waren noch nie Charaktereigenschaften gewesen, die sie sonderlich ausgezeichnet hätten. Viel interessanter fand sie hier das unerbittlich hitzige Wetter, die luftige Kleidung, die nur wenig der Fantasie überließ und die starken Gewürze, die einem beizeiten Tränen in die Augen trieben. <br />
Vanja ließ ihre eigene Hand über ihren Hals gleiten. Sie sehnte sich nach etwas Gesellschaft und warf abermals einen sehnsüchtigen Blick zur Tür. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[grey signs of redress]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=376</link>
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2024 07:11:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Latifa Salibi</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=376</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Dass ihr Wirken im Palast solch eine Auswirkung hätte, wäre von Latifa nie gedacht worden. Wenige Male war sie erst einberufen worden um gemeinsam mit anderen zur Unterhaltung zu dienen, bei der sie ihr akrobatisches Geschick beweisen konnte und manch einen Zuseher in Staunen versetzt hatte, wie leichtfertig und furchtlos sie an dem meterhohen Tuch gedreht und geklettert war. Doch abseits davon blieb sie unscheinbar, wortkarg und hatte eigentlich nicht den Eindruck gewonnen, dass sie jemanden besonders aufgefallen war. Nun gut, die <i>Einladung</i> galt auch nicht ihr im Speziellen, sondern einige hübsche Mädchen der Gruppe waren einberufen worden sich nach der Mittagshitze an der östlichen Stadtpforte wiederzufinden, von der aus der große Zug durch den zerstörten Bereich seinen Weg durch Dharan al-Bahr nehmen sollte. Doch auch hier trat Latifa isoliert aus, indem sie sich von ihren Kolleginnen abgesondert und stattdessen alleine zu dem Treffpunkt gekommen war. <br />
<br />
Die Sichtung all der Zerstörung, schon oft wahrgenommen und doch immer wieder erschütternd aufs Neue, ließ ihren Zorn erneut auflodern. Doch was sollte das hier nun werden? Eine Zuschaustellung der königlichen Macht oder doch wahrhafte Hilfe, längst überfällig und um Wochen zu spät, als dass sie noch an Güte hätte denken können. Vielleicht waren die Proteststimmen zu laut geworden und man fürchtete die verdiente Rebellion des Volkes, das sich irgendwann nicht mehr vernachlässigen lassen würde. Die feinen Herrschaften in ihren edlen Roben, mit ihren gefüllten Tellern, benebelt von Opium und Wein, glücklich in ihren unberührten Häusern und umsorgt von der Dienerschaft. Sie waren auszurotten, allesamt. Jeder einzelne von ihnen verdiente es- <br />
Latifas Gedanken brachen ebenso wie ihre Schritte ab, als sie schließlich auf dem weitläufigen Platz am Osttor angekommen war, der normalerweise mit Händlern voller eingekommener Waren war, Kamelen und Wägen, Tieren oder Sklaven. Doch nun würde dafür kein einziger Meter mehr reichen, denn riesige Elefanten standen teils geschmückt, teils in Geschirr auf dem unbefestigten Boden und schienen gar die niedrigen Häuser der ärmeren Bevölkerung weit überragen zu wollen. Sie hatte diese Tiere noch nie so nahe leibhaftig zu Gesicht bekommen und- einer war weiß. <br />
<br />
Ungelogen zu sagen, dass ihr der Mund vor Staunen offen stand, als ihr Blick über das ungewöhnliche Tier glitt und sie nicht wusste, ob sie entzückt oder furchtsam sein sollte. Vor dem Tier stand der Mann der Stunde und umringt von den anderen Mädchen und Frauen, die bei seiner Agenda hilfreich sein sollten, so dass sich Latifa einen Ruck gab. Ohne den Blick von den riesigen weißen Ohren des Tieres abzuwenden, trat sie näher heran und blieb dennoch in zweiter Reihe stehen. Kurz wandte sich ihre Aufmerksamkeit Ismeth zu, der wohl gerade die Einteilung vorgenommen hatte, und im Treffen des Blicks nickte sie zur Begrüßung, ohne ihn unterbrechen zu wollen. <br />
Devan musste zufrieden mit ihr sein, dass sie diese ungewöhnliche Aufgabe so souverän gedachte zu erfüllen. Ein schlichtes bodenlanges Kleid in dunkelblauer Farbe mit einer helleren Dupatta um die Schultern gewickelt, bot den rechten Anstand und ließ sie aber zugleich nicht mit einer der höhergestellten Damen verwechseln, die ihren prunkvollen Sari zur Schau stellten und ihre Handgelenke oder Ohren mit Schmuck zu akzentuieren wussten, den Prunk und den Luxus ihrer Herkunft lebend. Am liebsten würde Latifa ein jedes Schmuckstück einzeln von derer Körper reißen und es in die hungernde Menge werfen. Den Gedanken niederringend, nestelten ihre Hände vor ihrem Körper, bemüht um eine aufrechte und ruhige Körperhaltung, aber innerlich angespannt bis auf die letzte Körperfaser. <br />
<br />
Latifa hatte nicht zugehört. Ein wenig überfordert von der gesamten Situation und abgelenkt von ihren Gedanken und dem weißen Elefanten, sah sie überrascht, wie sich die Traube begann ein wenig aufzulösen und bereit das erste Tier sich in Bewegung setzte. Hektisch wechselte ihr Blick zwischen den verschiedenen Bewegungen hin und her, ehe sie die letzten wenigen Schritte auf Ismeth zu trat. „Herr- Berater Abd al-Azim“, stolperte sie über die Anrede und beschloss dennoch den möglichen Fauxpas zu ignorieren, indem sie einfach weiter sprach. „Ich habe Euch hinten nicht hören können. Wohin soll ich gehen?“ Sie wusste zwar um die Absicht hinter dieser Zusammenkunft, bei der der Palast oder genauer gesagt die Königin versuchen wollte sich selbst in eine besseres Licht zu rücken, als sie verdiente, aber welches der Tiere ihr zugedacht war, konnte sie noch nicht wissen. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Dass ihr Wirken im Palast solch eine Auswirkung hätte, wäre von Latifa nie gedacht worden. Wenige Male war sie erst einberufen worden um gemeinsam mit anderen zur Unterhaltung zu dienen, bei der sie ihr akrobatisches Geschick beweisen konnte und manch einen Zuseher in Staunen versetzt hatte, wie leichtfertig und furchtlos sie an dem meterhohen Tuch gedreht und geklettert war. Doch abseits davon blieb sie unscheinbar, wortkarg und hatte eigentlich nicht den Eindruck gewonnen, dass sie jemanden besonders aufgefallen war. Nun gut, die <i>Einladung</i> galt auch nicht ihr im Speziellen, sondern einige hübsche Mädchen der Gruppe waren einberufen worden sich nach der Mittagshitze an der östlichen Stadtpforte wiederzufinden, von der aus der große Zug durch den zerstörten Bereich seinen Weg durch Dharan al-Bahr nehmen sollte. Doch auch hier trat Latifa isoliert aus, indem sie sich von ihren Kolleginnen abgesondert und stattdessen alleine zu dem Treffpunkt gekommen war. <br />
<br />
Die Sichtung all der Zerstörung, schon oft wahrgenommen und doch immer wieder erschütternd aufs Neue, ließ ihren Zorn erneut auflodern. Doch was sollte das hier nun werden? Eine Zuschaustellung der königlichen Macht oder doch wahrhafte Hilfe, längst überfällig und um Wochen zu spät, als dass sie noch an Güte hätte denken können. Vielleicht waren die Proteststimmen zu laut geworden und man fürchtete die verdiente Rebellion des Volkes, das sich irgendwann nicht mehr vernachlässigen lassen würde. Die feinen Herrschaften in ihren edlen Roben, mit ihren gefüllten Tellern, benebelt von Opium und Wein, glücklich in ihren unberührten Häusern und umsorgt von der Dienerschaft. Sie waren auszurotten, allesamt. Jeder einzelne von ihnen verdiente es- <br />
Latifas Gedanken brachen ebenso wie ihre Schritte ab, als sie schließlich auf dem weitläufigen Platz am Osttor angekommen war, der normalerweise mit Händlern voller eingekommener Waren war, Kamelen und Wägen, Tieren oder Sklaven. Doch nun würde dafür kein einziger Meter mehr reichen, denn riesige Elefanten standen teils geschmückt, teils in Geschirr auf dem unbefestigten Boden und schienen gar die niedrigen Häuser der ärmeren Bevölkerung weit überragen zu wollen. Sie hatte diese Tiere noch nie so nahe leibhaftig zu Gesicht bekommen und- einer war weiß. <br />
<br />
Ungelogen zu sagen, dass ihr der Mund vor Staunen offen stand, als ihr Blick über das ungewöhnliche Tier glitt und sie nicht wusste, ob sie entzückt oder furchtsam sein sollte. Vor dem Tier stand der Mann der Stunde und umringt von den anderen Mädchen und Frauen, die bei seiner Agenda hilfreich sein sollten, so dass sich Latifa einen Ruck gab. Ohne den Blick von den riesigen weißen Ohren des Tieres abzuwenden, trat sie näher heran und blieb dennoch in zweiter Reihe stehen. Kurz wandte sich ihre Aufmerksamkeit Ismeth zu, der wohl gerade die Einteilung vorgenommen hatte, und im Treffen des Blicks nickte sie zur Begrüßung, ohne ihn unterbrechen zu wollen. <br />
Devan musste zufrieden mit ihr sein, dass sie diese ungewöhnliche Aufgabe so souverän gedachte zu erfüllen. Ein schlichtes bodenlanges Kleid in dunkelblauer Farbe mit einer helleren Dupatta um die Schultern gewickelt, bot den rechten Anstand und ließ sie aber zugleich nicht mit einer der höhergestellten Damen verwechseln, die ihren prunkvollen Sari zur Schau stellten und ihre Handgelenke oder Ohren mit Schmuck zu akzentuieren wussten, den Prunk und den Luxus ihrer Herkunft lebend. Am liebsten würde Latifa ein jedes Schmuckstück einzeln von derer Körper reißen und es in die hungernde Menge werfen. Den Gedanken niederringend, nestelten ihre Hände vor ihrem Körper, bemüht um eine aufrechte und ruhige Körperhaltung, aber innerlich angespannt bis auf die letzte Körperfaser. <br />
<br />
Latifa hatte nicht zugehört. Ein wenig überfordert von der gesamten Situation und abgelenkt von ihren Gedanken und dem weißen Elefanten, sah sie überrascht, wie sich die Traube begann ein wenig aufzulösen und bereit das erste Tier sich in Bewegung setzte. Hektisch wechselte ihr Blick zwischen den verschiedenen Bewegungen hin und her, ehe sie die letzten wenigen Schritte auf Ismeth zu trat. „Herr- Berater Abd al-Azim“, stolperte sie über die Anrede und beschloss dennoch den möglichen Fauxpas zu ignorieren, indem sie einfach weiter sprach. „Ich habe Euch hinten nicht hören können. Wohin soll ich gehen?“ Sie wusste zwar um die Absicht hinter dieser Zusammenkunft, bei der der Palast oder genauer gesagt die Königin versuchen wollte sich selbst in eine besseres Licht zu rücken, als sie verdiente, aber welches der Tiere ihr zugedacht war, konnte sie noch nicht wissen. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Say what you want and I'll keep it a secret]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=370</link>
			<pubDate>Tue, 04 Jun 2024 19:52:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ismeth Abd al-Azim</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=370</guid>
			<description><![CDATA[Das elegante Fellbündel streckte sich in der Mittagssonne und suchte sich ein Platz im Schatten, die Mittagssonne auch mit ihrem weißen Fell viel zu brennend heiß und ihre kleinen, blauen Augen hielten jetzt aus einer Nische nahe einem der königlichen Brunnen Ausschau nach Beute. Ismeths dunkle Augen taten es ihr gleich, auch wenn er bezweifelte nach derselben Leckerei Ausschau zu halten wie die edle Katze. Nein, seinen Sinnen stand es mehr danach, sich an den weiblichen Rundungen einer ganz bestimmten Dame satt zu sehen. Auch wenn dies so unmöglich war wie den Mond einzufangen und ihn ihr als Geschenk zu präsentieren. Der Händler seufzte und spielte, noch in Gedanken vertieft, mit einem der goldenen Ringe an seinem Finger. Yasirah war eher wie die Sonne, so wunderschön, es tat weh sie zu lange anzuschauen. Und genau da lag das größte Problem des heutigen Tages, denn egal wie sehr er sich nach ihr verzehrte, es gab zu viele Besprechungen und Sitzungen und Treffen und sonstige Diskussionen, die es ihnen kaum ermöglichten mehr, als nur ein kurzes Nicken auszutauschen und die Aufmerksamkeit der Königin in Beschlag nahmen und ihn zurückließen. Er hätte sein Augenlicht gegeben, für einen Moment ihrer Zuneigung. Doch wie die Sonne und der Mond schienen sie sich immerzu an gegensätzlichen Orten aufzuhalten und der junge Berater gab sich missmutig geschlagen. Vielleicht morgen. Morgen ganz bestimmt.<br />
<br />
Mit einem weiteren Seufzen erhob er sich von der steinernen Bank, die von grazil geschwungenen Bäumen gesäumt und im Windschatten eines Brunnens eine gelungene Abkühlung dargestellt hatte und streckte seine alten Knochen. Nun gut, heute fühlte er sich alt. Alt und unnütz. Etwas, mit dem er nun wirklich nichts anfangen konnte und sein genervter Blick tat sein Übriges, um die Bediensteten und anderen Besucher aus dem Weg zu scheuchen, als er sich ins Vestibül begab. Die Luft stagnierte hier, doch es war deutlich kühler und vor allem gab es Getränke für die Gäste, an denen sich Ismeth jetzt gütlich tat. Da er Alkohol nicht viel abgewinnen konnte, griff er lieber zu einem Gläschen gesüßtem Tee und verlagerte seine Aufmerksamkeit zu den anderen Menschen, die hier durch die Gänge und Räume gingen. Manche schlenderten als würden sie nur der kunstvollen Architektur wegen hier sein, manche schienen schnellen Schrittes am liebsten ungesehen bleiben zu wollen, andere marschierten mit wehenden Umhängen dramatisch an ihm vorbei – sicherlich auf dem Weg zu einem unglaublich wichtigen Termin. Ismeth schnaufte, schüttelte den Kopf und überlegte sich bereits in seine eigenen Gemächer zurückzuziehen, als ihm Ilyas auffiel.<br />
<br />
Endlich. Endlich jemand der seinen Geist anregen würde und es wert war seine schlechte Laune für den Augenblick zur Seite zu schieben. Ismeth behagte es nicht das Wort Mentor zu nutzen um den königlichen Berater zu beschreiben, auch wenn dieser älter war, die Position bereits viel länger inne hatte und ihm gerade zu anfangs enorm half sich zurechtzufinden im Palast. Lieber bezeichnete er ihn, mittlerweile, als einen Freund, einen intelligenten Gesprächspartner, dessen Stolz und Entschlossenheit definitiv Eindruck hinterließen, bei Freund und Feind gleichermaßen. Nur beim Thema der lieben Stubentiger waren sie nie einer Meinung, aber niemand konnte perfekt sein. Abgesehen von seiner Königin natürlich.<br />
<br />
<span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Ilyas.”</span> Mit einem freundlichen Kopfnicken, dem der Oberkörper zu einer angedeuteten Verbeugung folgte, begrüßte er den Mann und legte ihm seine freie Hand auf die Schulter. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Leiste mir Gesellschaft.”</span> Es war ebenso sehr eine strikte Aufforderung wie eine sanfte Bitte, irgendwo zwischen seinem Kampf gegen die Sehnsucht und seinem Bedürfnis nach Ablenkung. Wenn er einwilligte, könnten sie sich einen Happen zu essen bringen lassen und den neuesten Klatsch und Tratsch teilen. Oder eine Runde durch die königlichen Gärten laufen, wenn es pikantere Details gab, die nicht in alle Ohren dringen sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das elegante Fellbündel streckte sich in der Mittagssonne und suchte sich ein Platz im Schatten, die Mittagssonne auch mit ihrem weißen Fell viel zu brennend heiß und ihre kleinen, blauen Augen hielten jetzt aus einer Nische nahe einem der königlichen Brunnen Ausschau nach Beute. Ismeths dunkle Augen taten es ihr gleich, auch wenn er bezweifelte nach derselben Leckerei Ausschau zu halten wie die edle Katze. Nein, seinen Sinnen stand es mehr danach, sich an den weiblichen Rundungen einer ganz bestimmten Dame satt zu sehen. Auch wenn dies so unmöglich war wie den Mond einzufangen und ihn ihr als Geschenk zu präsentieren. Der Händler seufzte und spielte, noch in Gedanken vertieft, mit einem der goldenen Ringe an seinem Finger. Yasirah war eher wie die Sonne, so wunderschön, es tat weh sie zu lange anzuschauen. Und genau da lag das größte Problem des heutigen Tages, denn egal wie sehr er sich nach ihr verzehrte, es gab zu viele Besprechungen und Sitzungen und Treffen und sonstige Diskussionen, die es ihnen kaum ermöglichten mehr, als nur ein kurzes Nicken auszutauschen und die Aufmerksamkeit der Königin in Beschlag nahmen und ihn zurückließen. Er hätte sein Augenlicht gegeben, für einen Moment ihrer Zuneigung. Doch wie die Sonne und der Mond schienen sie sich immerzu an gegensätzlichen Orten aufzuhalten und der junge Berater gab sich missmutig geschlagen. Vielleicht morgen. Morgen ganz bestimmt.<br />
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Mit einem weiteren Seufzen erhob er sich von der steinernen Bank, die von grazil geschwungenen Bäumen gesäumt und im Windschatten eines Brunnens eine gelungene Abkühlung dargestellt hatte und streckte seine alten Knochen. Nun gut, heute fühlte er sich alt. Alt und unnütz. Etwas, mit dem er nun wirklich nichts anfangen konnte und sein genervter Blick tat sein Übriges, um die Bediensteten und anderen Besucher aus dem Weg zu scheuchen, als er sich ins Vestibül begab. Die Luft stagnierte hier, doch es war deutlich kühler und vor allem gab es Getränke für die Gäste, an denen sich Ismeth jetzt gütlich tat. Da er Alkohol nicht viel abgewinnen konnte, griff er lieber zu einem Gläschen gesüßtem Tee und verlagerte seine Aufmerksamkeit zu den anderen Menschen, die hier durch die Gänge und Räume gingen. Manche schlenderten als würden sie nur der kunstvollen Architektur wegen hier sein, manche schienen schnellen Schrittes am liebsten ungesehen bleiben zu wollen, andere marschierten mit wehenden Umhängen dramatisch an ihm vorbei – sicherlich auf dem Weg zu einem unglaublich wichtigen Termin. Ismeth schnaufte, schüttelte den Kopf und überlegte sich bereits in seine eigenen Gemächer zurückzuziehen, als ihm Ilyas auffiel.<br />
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Endlich. Endlich jemand der seinen Geist anregen würde und es wert war seine schlechte Laune für den Augenblick zur Seite zu schieben. Ismeth behagte es nicht das Wort Mentor zu nutzen um den königlichen Berater zu beschreiben, auch wenn dieser älter war, die Position bereits viel länger inne hatte und ihm gerade zu anfangs enorm half sich zurechtzufinden im Palast. Lieber bezeichnete er ihn, mittlerweile, als einen Freund, einen intelligenten Gesprächspartner, dessen Stolz und Entschlossenheit definitiv Eindruck hinterließen, bei Freund und Feind gleichermaßen. Nur beim Thema der lieben Stubentiger waren sie nie einer Meinung, aber niemand konnte perfekt sein. Abgesehen von seiner Königin natürlich.<br />
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<span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Ilyas.”</span> Mit einem freundlichen Kopfnicken, dem der Oberkörper zu einer angedeuteten Verbeugung folgte, begrüßte er den Mann und legte ihm seine freie Hand auf die Schulter. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Leiste mir Gesellschaft.”</span> Es war ebenso sehr eine strikte Aufforderung wie eine sanfte Bitte, irgendwo zwischen seinem Kampf gegen die Sehnsucht und seinem Bedürfnis nach Ablenkung. Wenn er einwilligte, könnten sie sich einen Happen zu essen bringen lassen und den neuesten Klatsch und Tratsch teilen. Oder eine Runde durch die königlichen Gärten laufen, wenn es pikantere Details gab, die nicht in alle Ohren dringen sollte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[You're the first thing my heart wants to see]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=350</link>
			<pubDate>Tue, 21 May 2024 20:56:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ismeth Abd al-Azim</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=350</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.imgur.com/qtjcsZH.jpeg); background-size:100%;background-position:50% 50%;text-shadow: black 1px 1px">You're the first thing my heart wants to see<br />
<div style="font-size:18px;text-shadow: black 1px 1px">Yasirah & Ismeth</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/Ykd0Npd/42.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div><br>Die Schwere in der Luft hatte nicht nur mit den Gewürzen zu tun, die in einer Räucher Schale nicht unweit des imposanten Schreibtisches einen langjährigen Platz gefunden hatte. Die vielen Kerzen, die trotz den gerade erst einsetzenden Abenddämmerung bereits von fleißigen Bediensteten angezündet wurden, sorgten weiterhin für ein träges Gefühl in den Köpfen der Berater. Aber vielleicht lag das auch nur an der stundenlangen Diskussion, welche erst jetzt ein Ende zu finden schien, als Hunger die meisten von Ihnen antrieb, eine Lösung zu finden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wie ich bereits mit dem hochgeschätzten Ilyas besprochen habe, stellt meine Familie selbstverständlich Arbeitstiere zur Verfügung. Fünfzehn meiner erfahrensten Elefanten und ihre Trainer erreichen die Stadt morgen und werden, ausgehend vom Palast, sich einem Stadtteil nach dem anderen annehmen.”</span> Ismeth sah noch einmal in die Runde, seine Worte ermüdeten ihn, er hatte sich schon so oft wiederholen müssen. Wieso war es ein Problem seinen Elefanten Heu und Wasser bereitzustellen, wenn er doch alle anderen Kosten übernahm. Diese Halsabschneider und Tunightgute. Sorgten sich mehr um ihren Geldbeutel als darum, mit ihm zusammen Großartiges zu erreichen. Im Namen der Königin, verständlicherweise, denn auf den König waren derzeit nur wenig wirklich gut zu sprechen. Jedenfalls hatte man ihm das so zugetragen, denn im Allgemeinen kümmerte er sich eher weniger um die Meinung der einfachen Leute – doch all die tatkräftigen Männer in einen Krieg zu schicken, mit dem hier keiner wirklich etwas anfangen konnte, beraubte die Bürger der Manneskraft die für den Wiederaufbau benötigt wurde. Immerhin das sollte doch gut zu verstehen sein. Er seufzte und griff nach einer der kunstvoll drapierten Datteln, bevor er einen verstohlenen Blick zu Yasirah warf.<br />
<br />
Er sollte sie wohl eher, auch in Gedanken, seine Königin nennen, ganz egal wie entspannt er war, wenn seine dunklen Augen auf ihr ruhten. Sie schien ebenso genervt wie er und sah von einem Berater zum Nächsten. Ismeth musste handeln, musste sie erlösen von den kräftezehrenden Gesprächen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nun denn, meine werten Kollegen, ich lasse jeden Elefanten von einer Frau begleiten, die jeder anderen der geholfen wird, dankbar erzählt, welcher Gönner so selbstlos für den Unterhalt der Elefanten aufkommt.”</span> Ein dunkler Blick aus ebenso dunklen Augen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Oder man erwähnt nur den Namen unserer geschätzten Königsfamilie.”</span> Den Rest des Satzes '<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">und meinen eigenen</span>', verkniff er sich. Besonders als das erste Kopfnicken zu sehen war und dann weitere. Gut, blieb er also nicht allein auf den Kosten sitzen. So konnte er es verschmerzen, zumal die Tiere diese Situation sicherlich gut verkraften würden und ein wenig mehr Erfahrung sammeln würden. Er klatschte in die Hände, klaubte noch eine Dattel und sprach, während diese seine Wange aushöhlte und seinen gepflegten Bart ganz schief aussehen ließ. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wunderbar. Dann wünsche ich allen noch einen guten Abend.”</span> Er erhob sich, ein weiteren Blick zu Yasirah werfend, wobei er ganz genau lauschte ob die anderen sich endlich zurückziehen würden.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Meine Königin...”</span> ergriff er das Wort, bevor es zu auffallend wurde, wie er hier herumstand und sich nicht bewegte, obwohl er genau das ja angekündigt hatte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Erweist ihr mir die Ehre mit mir zu speisen? Ich habe Nachrichten eurer Schwester Nadira und sie bat mich einige Geschenke zu überreichen.”</span> Eine Lüge, aber eine sehr gelungene. Wobei, Geschenke hatte er sehr wohl und überreichen würde er sie auch, aber sie stammten nicht von seiner Schwägerin. Die Lippen betont lockernd, damit niemand seine Anspannung wahrnahm, wartete er geduldig auf ihre Antwort. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.imgur.com/qtjcsZH.jpeg); background-size:100%;background-position:50% 50%;text-shadow: black 1px 1px">You're the first thing my heart wants to see<br />
<div style="font-size:18px;text-shadow: black 1px 1px">Yasirah & Ismeth</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.ibb.co/Ykd0Npd/42.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div><br>Die Schwere in der Luft hatte nicht nur mit den Gewürzen zu tun, die in einer Räucher Schale nicht unweit des imposanten Schreibtisches einen langjährigen Platz gefunden hatte. Die vielen Kerzen, die trotz den gerade erst einsetzenden Abenddämmerung bereits von fleißigen Bediensteten angezündet wurden, sorgten weiterhin für ein träges Gefühl in den Köpfen der Berater. Aber vielleicht lag das auch nur an der stundenlangen Diskussion, welche erst jetzt ein Ende zu finden schien, als Hunger die meisten von Ihnen antrieb, eine Lösung zu finden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wie ich bereits mit dem hochgeschätzten Ilyas besprochen habe, stellt meine Familie selbstverständlich Arbeitstiere zur Verfügung. Fünfzehn meiner erfahrensten Elefanten und ihre Trainer erreichen die Stadt morgen und werden, ausgehend vom Palast, sich einem Stadtteil nach dem anderen annehmen.”</span> Ismeth sah noch einmal in die Runde, seine Worte ermüdeten ihn, er hatte sich schon so oft wiederholen müssen. Wieso war es ein Problem seinen Elefanten Heu und Wasser bereitzustellen, wenn er doch alle anderen Kosten übernahm. Diese Halsabschneider und Tunightgute. Sorgten sich mehr um ihren Geldbeutel als darum, mit ihm zusammen Großartiges zu erreichen. Im Namen der Königin, verständlicherweise, denn auf den König waren derzeit nur wenig wirklich gut zu sprechen. Jedenfalls hatte man ihm das so zugetragen, denn im Allgemeinen kümmerte er sich eher weniger um die Meinung der einfachen Leute – doch all die tatkräftigen Männer in einen Krieg zu schicken, mit dem hier keiner wirklich etwas anfangen konnte, beraubte die Bürger der Manneskraft die für den Wiederaufbau benötigt wurde. Immerhin das sollte doch gut zu verstehen sein. Er seufzte und griff nach einer der kunstvoll drapierten Datteln, bevor er einen verstohlenen Blick zu Yasirah warf.<br />
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Er sollte sie wohl eher, auch in Gedanken, seine Königin nennen, ganz egal wie entspannt er war, wenn seine dunklen Augen auf ihr ruhten. Sie schien ebenso genervt wie er und sah von einem Berater zum Nächsten. Ismeth musste handeln, musste sie erlösen von den kräftezehrenden Gesprächen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Nun denn, meine werten Kollegen, ich lasse jeden Elefanten von einer Frau begleiten, die jeder anderen der geholfen wird, dankbar erzählt, welcher Gönner so selbstlos für den Unterhalt der Elefanten aufkommt.”</span> Ein dunkler Blick aus ebenso dunklen Augen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Oder man erwähnt nur den Namen unserer geschätzten Königsfamilie.”</span> Den Rest des Satzes '<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">und meinen eigenen</span>', verkniff er sich. Besonders als das erste Kopfnicken zu sehen war und dann weitere. Gut, blieb er also nicht allein auf den Kosten sitzen. So konnte er es verschmerzen, zumal die Tiere diese Situation sicherlich gut verkraften würden und ein wenig mehr Erfahrung sammeln würden. Er klatschte in die Hände, klaubte noch eine Dattel und sprach, während diese seine Wange aushöhlte und seinen gepflegten Bart ganz schief aussehen ließ. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wunderbar. Dann wünsche ich allen noch einen guten Abend.”</span> Er erhob sich, ein weiteren Blick zu Yasirah werfend, wobei er ganz genau lauschte ob die anderen sich endlich zurückziehen würden.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Meine Königin...”</span> ergriff er das Wort, bevor es zu auffallend wurde, wie er hier herumstand und sich nicht bewegte, obwohl er genau das ja angekündigt hatte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Erweist ihr mir die Ehre mit mir zu speisen? Ich habe Nachrichten eurer Schwester Nadira und sie bat mich einige Geschenke zu überreichen.”</span> Eine Lüge, aber eine sehr gelungene. Wobei, Geschenke hatte er sehr wohl und überreichen würde er sie auch, aber sie stammten nicht von seiner Schwägerin. Die Lippen betont lockernd, damit niemand seine Anspannung wahrnahm, wartete er geduldig auf ihre Antwort. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An Ember in the Ashes]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=339</link>
			<pubDate>Sat, 11 May 2024 10:15:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=26">Devan Naharis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=339</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/75/3b/34/753b348589f0cae44696f5205b35478f.jpg); background-size:100%;background-position:center 53%;color:black;">An Ember in the Ashes<br />
<div style="font-size:18px;">A light that never goes out</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/c74e015883559121e27c78f9c6df20ba/1c1fa32c892fd992-97/s540x810/e919ff03c6eb46cb6b14f261d49fc79f55600312.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;object-position:80% 80%;"></div> Heute ging es nicht um ihn.<br />
Ein Vogel landete auf der Dachkante und legte seine Flügel an. Ein paar Meter weiter, durch das offene Dach hindurch, riefen sich zwei Kinder zu und rannten mit ihren Sandalen die mittlerweile fast vollständig aufgeräumte Gasse hinunter, die an den Haupteingang von Rabias Haus grenzte. In unmittelbarer Nähe erreichte ihn kein Geräusch, was darauf schließen ließ, dass seine Schülerin begonnen hatte. Kein Geruch, der sie verriet, kein Atmen, nur die Präsenz, die irgendwo in Devans Umkreis lauerte und seine Nackenhaare alarmiert aufstellte. Als er sich heute dazu entschieden hatte, das Training mit einer Augenbinde zu erschweren, hatte er selbstverständlich nicht erwartet, nur Latifa durch dieses Training laufen zu lassen, denn schon längst waren sie über den Punkt hinaus, wo nur er sie trainierte und ihre Fehlhaltungen mit einem Stockschlag korrigierte. Genauso, wie ihre Fähigkeiten wuchsen, stagnierten seine eigenen Fähigkeiten, wenn er sich nicht genau auf die gleiche Weise herausforderte. Meister und Schülerin bedeutete nichts, wenn er die Leinenbinde um seine Augen festigte und Latifas aufmerksames, geschultes Gesicht das Letzte war, was er sich erlaubte zu sehen.<br />
Erst hatte Devan die Haushälfte repariert, in die das halbe Dach gestürzt war, während Rabia sich um die Spuren der Flut im unteren Geschoss gekümmert hatte. Dann hatte er selbiges mit den Nachbarhäusern getan. Die Gebäude standen wieder, oft durch Kinder- und Frauenhände repariert, und Devans eigene Hände wiesen Schlieren, Blasen und Hornhaut auf den Fingerkuppen an, aber er beschwerte sich nicht. Ruhig hob er die Hände vor seiner Brust in einer verteidigenden Ausgangsstellung, während er sich auf seine Sinne und seine jahrelang antrainierte, geschliffene Intuition verließ. Aber etwas fühlte sich nicht richtig an, als wäre seine Welt nicht in dem Gleichgewicht, das er kannte. Nur Latifa um sich zu haben, war beruhigend, aber es fehlte etwas. Ein anderer Atem fehlte. Eine Präsenz fehlte im unmittelbaren Umfeld und Devan konnte nicht umhin, sein eigenes Ungleichgewicht zu registrieren. Nur weil er äußerlich die Ruhe bewahrte, hieß das nicht, dass er innerlich nicht mit sich zu kämpfen hatte und es machte ihn vorsichtig, aber auch neugierig, warum er so fühlte. Es war genug Ablenkung, um den Schlag aus seinem toten Winkel kaum kommen zu hören.<br />
Dennoch bewegte sich Devan so geschmeidig wie die Katze, die auf der Fensterbank saß und den beiden Kämpfenden mit wackelndem Schwanz zusah. Auf den Luftzug in seinem Nacken reagierend, passte er sich der Richtung des Schlags an und wich ihm minimal in Stromlinie aus, wobei er nicht einmal sein Gewicht verlagern musste. Der Tanz ging so weiter und fühlte sich natürlicher an, jetzt, wo Latifa seine volle Aufmerksamkeit hatte. Im richtigen Moment blockte er ihren Angriff mit gekreuzten Handgelenken und horchte auf das Scharren, wenn sie ihre Füße über den sandigen Stein schob. In der Hitze der untergehenden Sonne bildeten sich Schweißperlen auf den nackten Oberarmen und unter der Schärpe, das sein ärmelloses Hemd an der Taille zusammenhielt, doch sein Gesicht verriet keine Anstrengung, keine Überraschung, nur ungefilterte Aufmerksamkeit und Fokus. Es mochte vielleicht aussehen wie <i>sein</i> Training, und doch ging es dabei nicht um ihn. Überhaupt ging es nie um ihn. Während Ilyas im Zimmer von Rabia saß und heilte, war es an Latifa, einen Weg zu finden, wie sie dieses Training um sich gehen lassen konnte. Devan gab ihr keinen Schubs in eine Richtung, wenn es bedeutete, dass sie selbst kreativ werden musste, um ihren blinden Meister aus dem Gleichgewicht zu bringen.<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/75/3b/34/753b348589f0cae44696f5205b35478f.jpg); background-size:100%;background-position:center 53%;color:black;">An Ember in the Ashes<br />
<div style="font-size:18px;">A light that never goes out</div>
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/c74e015883559121e27c78f9c6df20ba/1c1fa32c892fd992-97/s540x810/e919ff03c6eb46cb6b14f261d49fc79f55600312.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;object-position:80% 80%;"></div> Heute ging es nicht um ihn.<br />
Ein Vogel landete auf der Dachkante und legte seine Flügel an. Ein paar Meter weiter, durch das offene Dach hindurch, riefen sich zwei Kinder zu und rannten mit ihren Sandalen die mittlerweile fast vollständig aufgeräumte Gasse hinunter, die an den Haupteingang von Rabias Haus grenzte. In unmittelbarer Nähe erreichte ihn kein Geräusch, was darauf schließen ließ, dass seine Schülerin begonnen hatte. Kein Geruch, der sie verriet, kein Atmen, nur die Präsenz, die irgendwo in Devans Umkreis lauerte und seine Nackenhaare alarmiert aufstellte. Als er sich heute dazu entschieden hatte, das Training mit einer Augenbinde zu erschweren, hatte er selbstverständlich nicht erwartet, nur Latifa durch dieses Training laufen zu lassen, denn schon längst waren sie über den Punkt hinaus, wo nur er sie trainierte und ihre Fehlhaltungen mit einem Stockschlag korrigierte. Genauso, wie ihre Fähigkeiten wuchsen, stagnierten seine eigenen Fähigkeiten, wenn er sich nicht genau auf die gleiche Weise herausforderte. Meister und Schülerin bedeutete nichts, wenn er die Leinenbinde um seine Augen festigte und Latifas aufmerksames, geschultes Gesicht das Letzte war, was er sich erlaubte zu sehen.<br />
Erst hatte Devan die Haushälfte repariert, in die das halbe Dach gestürzt war, während Rabia sich um die Spuren der Flut im unteren Geschoss gekümmert hatte. Dann hatte er selbiges mit den Nachbarhäusern getan. Die Gebäude standen wieder, oft durch Kinder- und Frauenhände repariert, und Devans eigene Hände wiesen Schlieren, Blasen und Hornhaut auf den Fingerkuppen an, aber er beschwerte sich nicht. Ruhig hob er die Hände vor seiner Brust in einer verteidigenden Ausgangsstellung, während er sich auf seine Sinne und seine jahrelang antrainierte, geschliffene Intuition verließ. Aber etwas fühlte sich nicht richtig an, als wäre seine Welt nicht in dem Gleichgewicht, das er kannte. Nur Latifa um sich zu haben, war beruhigend, aber es fehlte etwas. Ein anderer Atem fehlte. Eine Präsenz fehlte im unmittelbaren Umfeld und Devan konnte nicht umhin, sein eigenes Ungleichgewicht zu registrieren. Nur weil er äußerlich die Ruhe bewahrte, hieß das nicht, dass er innerlich nicht mit sich zu kämpfen hatte und es machte ihn vorsichtig, aber auch neugierig, warum er so fühlte. Es war genug Ablenkung, um den Schlag aus seinem toten Winkel kaum kommen zu hören.<br />
Dennoch bewegte sich Devan so geschmeidig wie die Katze, die auf der Fensterbank saß und den beiden Kämpfenden mit wackelndem Schwanz zusah. Auf den Luftzug in seinem Nacken reagierend, passte er sich der Richtung des Schlags an und wich ihm minimal in Stromlinie aus, wobei er nicht einmal sein Gewicht verlagern musste. Der Tanz ging so weiter und fühlte sich natürlicher an, jetzt, wo Latifa seine volle Aufmerksamkeit hatte. Im richtigen Moment blockte er ihren Angriff mit gekreuzten Handgelenken und horchte auf das Scharren, wenn sie ihre Füße über den sandigen Stein schob. In der Hitze der untergehenden Sonne bildeten sich Schweißperlen auf den nackten Oberarmen und unter der Schärpe, das sein ärmelloses Hemd an der Taille zusammenhielt, doch sein Gesicht verriet keine Anstrengung, keine Überraschung, nur ungefilterte Aufmerksamkeit und Fokus. Es mochte vielleicht aussehen wie <i>sein</i> Training, und doch ging es dabei nicht um ihn. Überhaupt ging es nie um ihn. Während Ilyas im Zimmer von Rabia saß und heilte, war es an Latifa, einen Weg zu finden, wie sie dieses Training um sich gehen lassen konnte. Devan gab ihr keinen Schubs in eine Richtung, wenn es bedeutete, dass sie selbst kreativ werden musste, um ihren blinden Meister aus dem Gleichgewicht zu bringen.<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Salt in our Lungs]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=241</link>
			<pubDate>Wed, 10 Apr 2024 13:22:49 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=16">Naila Castellanos</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=241</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/02/35/3d/02353d73111280e81aa07aa722254f1e.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Salt in our Lungs<br />
<div style="font-size:18px;">We see everything. That is our curse.</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/2230a91a756af1ece9ddf03036ec6724/428986f4587906be-e0/s400x600/13a6e7efbe6cc88fdb6f9ca1d216e2e2ffa517dd.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Seemänner behaupteten, die Luft auf See sei mit so vielen Nährstoffen gesättigt, dass man problemlos ein paar Tage nur durchs Atmen überleben könne. Naila hegte da ihre Zweifel, aber sie verstand, woher die Überzeugung kam. Nach all den Tagen in der Wüste hatte es etwas Erfrischendes, den Wind auf den Wangen zu spüren und durch das vielschichtige, aber luftige Gewand willkommen zu heißen. Es tat gut, etwas anderes auf der Zunge zu schmecken als nur trockene Staubkörner und die Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf in dem Versuch, die winzigen feuchten Perlen in der Meeresluft einzufangen. Dem Tuch zu Dank, das fest und kunstvoll um ihr Haar geschnürt war, hatte sie nicht mit einzelnen Strähnen im Gesicht zu kämpfen, sondern konnte ihr Gesicht gen Sonne ausrichten und ihre Augen schließen, um die angenehme Wärme zu empfangen. Es waren die kleinen Freuden im Leben, die sie noch lächeln ließen, obwohl es so viele Sorgen gab, die unter dem Tuch in ihrem Kopf brüteten. Nur, weil Naila eine letzte, endgültige Reise als <i>Prinzessin von Matariyya</i> antrat, hieß das nicht, dass sie sich von all den Ängsten und Problemen lossagen konnten, die ihr nachts den Schlaf raubten. Wäre es doch nur möglich, hinter geschlossenen Lidern einmal nicht das eingefallene, von Wahnsinn zermürbte Gesicht ihres Vaters zu sehen.<br />
Ruhig, fast beruhigend strichen Nailas Hände über das Holz der Reling, während sie dem Rauschen der Wellen und dem geschäftigen Treiben auf Deck lauschte. Ob es nun dem Ausblenden aller anderen Sinne oder ihrer angeborenen Aufmerksamkeit geschuldet war, filterte sie schnell die schweren Schritte heraus und tippte richtig, als sie ihre Augen wieder öffnete und einen Blick über ihre Schulter warf. <i>Ilyas.</i> Ein leichtes, freundliches Lächeln zierte ihre Lippen. Natürlich. Seit der letzten Reise hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, ihn erst an seinem Auftreten, dann an seinem Gang und zuletzt an der Textur seiner Schritte zu erkennen. Ganz zu schweigen von der Stimme, die sie vermutlich unter Hunderten unterscheiden konnte. <font color="#f4a997">„Guten Tag, Ilyas“</font>, begrüßte sie ihren Begleiter, ihre Haltung bereits so ausgelegt, dass er ohne Probleme Platz neben ihr an der Reling nehmen konnte. Ihr Blick lag noch immer auf ihm, während sie sein Erscheinungsbild neugierig aufnahm – fast so, als würde sie sich seines Wohlergehens versichern wollen. <font color="#f4a997">„Ich hoffe, die Reise bekommt dir. Wir hätten uns kein besseres Wetter von Heofader wünschen können.“</font> Mit ehrlichen, gut gelaunten Worten voran richtete sich ihr Braun wieder in die Ferne, in das ewige Nichts aus Meer und Himmel. Kaum vorstellbar, dass jede See ein Ende hatte, wenn man sich die schiere Größe und Wucht der Wassermassen besah. Ob man wirklich jemals den Horizont erreichen konnte, nur um dann von der Welt hinabzufallen? Welche Kreaturen verbargen sich in den unerforschten, wilden Gebieten, wenn kein Mann es jemals gewagt hatte, so weit zu segeln – oder besagte Männer einfach nicht mehr zurückgekommen waren, um zu berichten? <br />
Solche Fragen waren eine angenehme Abwechslung zu solchen, die sich Naila täglich stellte, und für einen Moment verschwand die Leichtigkeit aus ihrem Gesicht. Unbewusst strich sie mit dem Daumen über eine Stelle des Holzes, das besonders rau war und vermutlich bald splittern würde. Es brauchte seine Zeit und eine gewisse Überwindung Nailas, bis sie sich noch einmal zu Wort meldete und die höflichen, oberflächlichen Floskeln gegen ein Thema tauschte, das ihr auf dem Herzen lag. Eines, das sie nur mit Ilyas besprechen konnte, jetzt, wo sie mehr oder minder gegenseitig auf ihre Gesellschaft angewiesen waren. <font color="#f4a997">„…darf ich dir eine Frage stellen?“</font> Jederzeit konnte er Nein sagen und sie ausschließen. Wie jeder andere im Palast könnte er ihr Informationen verweigern und sie außen vor lassen, obwohl sie schon längst erwachsen genug war, um zu verstehen, dass ihr Land krank war. Dass <i>ihre Familie</i> kurz davor stand, sich selbst zu sabotieren und ihr Volk zwangsläufig mit in den Abgrund zu reißen. Wenn man ihr nicht vertraute, als Frau und Tochter, dann waren ihr allerdings auch die Hände gebunden. Hier an Deck fühlte sich Freiheit anders an als in ihrem trauten, sicheren Zuhause mit den hohen Mauern, die nicht nur Gefahren von außen abschirmten, sondern die Insassen auch in dem falschen Glauben ließen, dort draußen wäre die Welt in Ordnung. Vielleicht verstand Ilyas, dass man ihr nicht alle Informationen vorenthalten sollte. <font color="#f4a997">„Was wird mit den Männern geschehen, denen mein Vater befohlen hat, sich den Streitkräften des Großkönigs anzuschließen?“</font><br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/736x/02/35/3d/02353d73111280e81aa07aa722254f1e.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Salt in our Lungs<br />
<div style="font-size:18px;">We see everything. That is our curse.</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/2230a91a756af1ece9ddf03036ec6724/428986f4587906be-e0/s400x600/13a6e7efbe6cc88fdb6f9ca1d216e2e2ffa517dd.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> Seemänner behaupteten, die Luft auf See sei mit so vielen Nährstoffen gesättigt, dass man problemlos ein paar Tage nur durchs Atmen überleben könne. Naila hegte da ihre Zweifel, aber sie verstand, woher die Überzeugung kam. Nach all den Tagen in der Wüste hatte es etwas Erfrischendes, den Wind auf den Wangen zu spüren und durch das vielschichtige, aber luftige Gewand willkommen zu heißen. Es tat gut, etwas anderes auf der Zunge zu schmecken als nur trockene Staubkörner und die Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf in dem Versuch, die winzigen feuchten Perlen in der Meeresluft einzufangen. Dem Tuch zu Dank, das fest und kunstvoll um ihr Haar geschnürt war, hatte sie nicht mit einzelnen Strähnen im Gesicht zu kämpfen, sondern konnte ihr Gesicht gen Sonne ausrichten und ihre Augen schließen, um die angenehme Wärme zu empfangen. Es waren die kleinen Freuden im Leben, die sie noch lächeln ließen, obwohl es so viele Sorgen gab, die unter dem Tuch in ihrem Kopf brüteten. Nur, weil Naila eine letzte, endgültige Reise als <i>Prinzessin von Matariyya</i> antrat, hieß das nicht, dass sie sich von all den Ängsten und Problemen lossagen konnten, die ihr nachts den Schlaf raubten. Wäre es doch nur möglich, hinter geschlossenen Lidern einmal nicht das eingefallene, von Wahnsinn zermürbte Gesicht ihres Vaters zu sehen.<br />
Ruhig, fast beruhigend strichen Nailas Hände über das Holz der Reling, während sie dem Rauschen der Wellen und dem geschäftigen Treiben auf Deck lauschte. Ob es nun dem Ausblenden aller anderen Sinne oder ihrer angeborenen Aufmerksamkeit geschuldet war, filterte sie schnell die schweren Schritte heraus und tippte richtig, als sie ihre Augen wieder öffnete und einen Blick über ihre Schulter warf. <i>Ilyas.</i> Ein leichtes, freundliches Lächeln zierte ihre Lippen. Natürlich. Seit der letzten Reise hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, ihn erst an seinem Auftreten, dann an seinem Gang und zuletzt an der Textur seiner Schritte zu erkennen. Ganz zu schweigen von der Stimme, die sie vermutlich unter Hunderten unterscheiden konnte. <font color="#f4a997">„Guten Tag, Ilyas“</font>, begrüßte sie ihren Begleiter, ihre Haltung bereits so ausgelegt, dass er ohne Probleme Platz neben ihr an der Reling nehmen konnte. Ihr Blick lag noch immer auf ihm, während sie sein Erscheinungsbild neugierig aufnahm – fast so, als würde sie sich seines Wohlergehens versichern wollen. <font color="#f4a997">„Ich hoffe, die Reise bekommt dir. Wir hätten uns kein besseres Wetter von Heofader wünschen können.“</font> Mit ehrlichen, gut gelaunten Worten voran richtete sich ihr Braun wieder in die Ferne, in das ewige Nichts aus Meer und Himmel. Kaum vorstellbar, dass jede See ein Ende hatte, wenn man sich die schiere Größe und Wucht der Wassermassen besah. Ob man wirklich jemals den Horizont erreichen konnte, nur um dann von der Welt hinabzufallen? Welche Kreaturen verbargen sich in den unerforschten, wilden Gebieten, wenn kein Mann es jemals gewagt hatte, so weit zu segeln – oder besagte Männer einfach nicht mehr zurückgekommen waren, um zu berichten? <br />
Solche Fragen waren eine angenehme Abwechslung zu solchen, die sich Naila täglich stellte, und für einen Moment verschwand die Leichtigkeit aus ihrem Gesicht. Unbewusst strich sie mit dem Daumen über eine Stelle des Holzes, das besonders rau war und vermutlich bald splittern würde. Es brauchte seine Zeit und eine gewisse Überwindung Nailas, bis sie sich noch einmal zu Wort meldete und die höflichen, oberflächlichen Floskeln gegen ein Thema tauschte, das ihr auf dem Herzen lag. Eines, das sie nur mit Ilyas besprechen konnte, jetzt, wo sie mehr oder minder gegenseitig auf ihre Gesellschaft angewiesen waren. <font color="#f4a997">„…darf ich dir eine Frage stellen?“</font> Jederzeit konnte er Nein sagen und sie ausschließen. Wie jeder andere im Palast könnte er ihr Informationen verweigern und sie außen vor lassen, obwohl sie schon längst erwachsen genug war, um zu verstehen, dass ihr Land krank war. Dass <i>ihre Familie</i> kurz davor stand, sich selbst zu sabotieren und ihr Volk zwangsläufig mit in den Abgrund zu reißen. Wenn man ihr nicht vertraute, als Frau und Tochter, dann waren ihr allerdings auch die Hände gebunden. Hier an Deck fühlte sich Freiheit anders an als in ihrem trauten, sicheren Zuhause mit den hohen Mauern, die nicht nur Gefahren von außen abschirmten, sondern die Insassen auch in dem falschen Glauben ließen, dort draußen wäre die Welt in Ordnung. Vielleicht verstand Ilyas, dass man ihr nicht alle Informationen vorenthalten sollte. <font color="#f4a997">„Was wird mit den Männern geschehen, denen mein Vater befohlen hat, sich den Streitkräften des Großkönigs anzuschließen?“</font><br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Pick your poison]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=226</link>
			<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 05:12:19 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=26">Devan Naharis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=226</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/57/5a/1d/575a1dfc38ebce528ec06e90c599ab51.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Pick your Poison<br />
<div style="font-size:18px;">Scorpion or Snake?</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/d3a0b8ce080319c0a086a79116b7cdbb/6ce16ab85685d77e-20/s400x600/bfd1f7aac8aa342980a3309b4bfffa91da7cf313.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Staub zersetzte die Lunge dort, wo er sich festsetzen konnte, die Sonne nur ein unbarmherziger Zuschausteller von der Zerstörung, die noch immer in der Hauptstadt wütete. Brocken von Häuserwänden lagen auf den Straßen verteilt, schmutzige Stoffe lagen darunter begraben, die Stöcke von Baldachinen wurden dafür verwendet, um in dem Schutt nach etwas Essbarem zu stochern. Es gab keine Menschen mehr, die sich auf den Straßen tummelten und Marktangebote schrien, zu trocken waren ihre Kehlen von dem rationierten Wasser, was gerade so reichte, um Kind und Frau überleben zu lassen. Statt Augen blickten einem Höhlen aus zu großen Köpfen entgegen, Knochen bildeten sich unter der Haut ab, keiner hatte mehr Ressourcen, um Tränen fließen zu lassen. Und weit und breit kein Mann zu sehen. Dharan al-Bahr war nichts weiter als der inhaftierte Bruder dessen, was es einmal gewesen war. <br />
Selbst wenn die Häuser wieder als Häuser identifizierbar waren, dort, wo man die Straßen leergeräumt und die Stoffe wieder aufgehängt hatte, wo Wäsche aus den Fenstern hing und man sogar wieder angefangen hatte, die Gärten zu pflegen – selbst dort trug das Viertel nur eine Maske, um die innere Zerstörung zu verbergen. Es gab keine Marktschreier auf dem sonnigen, kahlen Platz um den Brunnen herum, hatte man in der Not doch alle Mühen darauf fokussiert, mehr Wasser zutage zu fördern. Männer in ihren Tunika blickten hier verstohlen, als würde ihnen doch jemand die Sicherheit des Reichtums nehmen und sie genauso auf ein Schiff in ein fremdes Land zwingen. Selten gab es hier einen Grund, das Haus zu verlassen, wenn doch an jeder Ecke ein verzweifelter Dieb lauern konnte, der alles dafür in Kauf nehmen würde, auch nur einen Laib trockenes Brot unter sich und den Straßenkindern aufzuteilen. Die Kunst darin war, sich das Leid mit ihnen zu teilen. In seinem Blick Verständnis auszudrücken und Wissen zu vermitteln, so wie sie wussten, dass man <i>einer von ihnen</i> war. Jemand, der genau wie sie auf der Straße gesessen und gehungert hatte. Jemand, der überlebt hatte. Jemand, der nun einen Namen trug, der nur von Schatten gesprochen werden konnte. Ein Amra zu sein bedeutete, die Sprache des Volkes zu sprechen, selbst, wenn man teure Gewänder trug.<br />
Es bedeutete auch, seinen Blick vom Leid auf den Straßen abzuwenden und sich auf den Weg zu fokussieren, der vor einem lag. Devan beschritt seinen Weg mit dem breiten, sicheren Gang eines Reichen, seine Tunika in einem schlichten, aber edlen Rot gehalten, sein Bart gepflegt, die obere Hälfte der Haare glatt zurückgebunden, während die andere Hälfte auf seine Schulter fiel. Von der schwangeren Frau, die mit ihrem Kind an der Hand die Straße überquerte, erntete er keinen zweiten Blick, so mühelos schien er sich in das Bild dieses Viertels einzufügen. Das war gut so. Er wollte nicht auffallen. Sein Vorhaben sollte nicht auffallen. Es sollte normal sein, einen alten Bekannten zu besuchen und mit ihm bei Tee und Brot den frühen Abend zu verbringen. Es war auch normal, dass Devan an der Tür klopfte und lächelte, wie man einen Freund anlächelte, sobald man ihm aufmachte. <font color="#c32915">„Hallo, Ilyas. Schön, dich unter den Lebenden zu sehen.“</font><br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/57/5a/1d/575a1dfc38ebce528ec06e90c599ab51.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Pick your Poison<br />
<div style="font-size:18px;">Scorpion or Snake?</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/d3a0b8ce080319c0a086a79116b7cdbb/6ce16ab85685d77e-20/s400x600/bfd1f7aac8aa342980a3309b4bfffa91da7cf313.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Staub zersetzte die Lunge dort, wo er sich festsetzen konnte, die Sonne nur ein unbarmherziger Zuschausteller von der Zerstörung, die noch immer in der Hauptstadt wütete. Brocken von Häuserwänden lagen auf den Straßen verteilt, schmutzige Stoffe lagen darunter begraben, die Stöcke von Baldachinen wurden dafür verwendet, um in dem Schutt nach etwas Essbarem zu stochern. Es gab keine Menschen mehr, die sich auf den Straßen tummelten und Marktangebote schrien, zu trocken waren ihre Kehlen von dem rationierten Wasser, was gerade so reichte, um Kind und Frau überleben zu lassen. Statt Augen blickten einem Höhlen aus zu großen Köpfen entgegen, Knochen bildeten sich unter der Haut ab, keiner hatte mehr Ressourcen, um Tränen fließen zu lassen. Und weit und breit kein Mann zu sehen. Dharan al-Bahr war nichts weiter als der inhaftierte Bruder dessen, was es einmal gewesen war. <br />
Selbst wenn die Häuser wieder als Häuser identifizierbar waren, dort, wo man die Straßen leergeräumt und die Stoffe wieder aufgehängt hatte, wo Wäsche aus den Fenstern hing und man sogar wieder angefangen hatte, die Gärten zu pflegen – selbst dort trug das Viertel nur eine Maske, um die innere Zerstörung zu verbergen. Es gab keine Marktschreier auf dem sonnigen, kahlen Platz um den Brunnen herum, hatte man in der Not doch alle Mühen darauf fokussiert, mehr Wasser zutage zu fördern. Männer in ihren Tunika blickten hier verstohlen, als würde ihnen doch jemand die Sicherheit des Reichtums nehmen und sie genauso auf ein Schiff in ein fremdes Land zwingen. Selten gab es hier einen Grund, das Haus zu verlassen, wenn doch an jeder Ecke ein verzweifelter Dieb lauern konnte, der alles dafür in Kauf nehmen würde, auch nur einen Laib trockenes Brot unter sich und den Straßenkindern aufzuteilen. Die Kunst darin war, sich das Leid mit ihnen zu teilen. In seinem Blick Verständnis auszudrücken und Wissen zu vermitteln, so wie sie wussten, dass man <i>einer von ihnen</i> war. Jemand, der genau wie sie auf der Straße gesessen und gehungert hatte. Jemand, der überlebt hatte. Jemand, der nun einen Namen trug, der nur von Schatten gesprochen werden konnte. Ein Amra zu sein bedeutete, die Sprache des Volkes zu sprechen, selbst, wenn man teure Gewänder trug.<br />
Es bedeutete auch, seinen Blick vom Leid auf den Straßen abzuwenden und sich auf den Weg zu fokussieren, der vor einem lag. Devan beschritt seinen Weg mit dem breiten, sicheren Gang eines Reichen, seine Tunika in einem schlichten, aber edlen Rot gehalten, sein Bart gepflegt, die obere Hälfte der Haare glatt zurückgebunden, während die andere Hälfte auf seine Schulter fiel. Von der schwangeren Frau, die mit ihrem Kind an der Hand die Straße überquerte, erntete er keinen zweiten Blick, so mühelos schien er sich in das Bild dieses Viertels einzufügen. Das war gut so. Er wollte nicht auffallen. Sein Vorhaben sollte nicht auffallen. Es sollte normal sein, einen alten Bekannten zu besuchen und mit ihm bei Tee und Brot den frühen Abend zu verbringen. Es war auch normal, dass Devan an der Tür klopfte und lächelte, wie man einen Freund anlächelte, sobald man ihm aufmachte. <font color="#c32915">„Hallo, Ilyas. Schön, dich unter den Lebenden zu sehen.“</font><br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[sands of time]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=225</link>
			<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 14:08:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Amira El Mansouri</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=225</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">Gestern hatte Amira den heutigen Tage noch anders in Erwartung gehabt, denn die Gesandtschaft der königlichen Familie war gemeinsam mit Prinzessin Naila zu ihrer Vermählung in das Land des Königs abgereist, und sie war daran beteiligt gewesen dafür zu sorgen, dass die Koffer und Säcke mit der persönlichen Habe auf die richtigen Wägen und Kamele geladen und nicht womöglich unbeachtet in einer Ecke des Atriums zurückgelassen wurden. Aber bereits in den Morgenstunden hatte Ilyas sie unerwartet aufgesucht, um ihr mitzuteilen, dass sie heute nicht nur ihre eigene Zeremonie vollziehen, sondern ebenso morgen gemeinsam der Gesellschaft nach Castandor nachreisen würden. <br />
<br />
Und somit waren die gefühlt wenigen Stunden seit der Abreise der Prinzessin dafür genutzt worden Vorbereitungen für den Abend zu treffen und nicht zuletzt selbst diesem Schicksal in die Augen zu sehen. Für Gedanken blieb erstmals kurz vor der Trauung Zeit, nachdem sie die rituelle Waschung durchgeführt hatte und die feinen Hennazeichnungen Hände, Arme und andere Stellen ihres Körpers schmückten. Amira war wortkarg geworden, lächelte aber um niemanden zu beunruhigen und kleidete sich in die feine rotgefärbte Seide, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Achtsam legte eine ältere Hofdame das feine Kettchen um ihr Handgelenk, von dem sich ein weiteres Glied teilte, an dem später der Ring befestigt werden würde. Nur kurz war ihr ein Moment alleine gegönnt, in dem sie sich im Spiegel betrachten konnte und mit Blick in ihre Augen fragte, ob sie diesen Tag in der Zukunft wohlwollend oder trauend gedenken würde. <br />
<br />
Zugegebenermaßen war dieser Mann eine imposante Gestalt. Die festliche Uniform der Garde mitsamt der rituellen Schärpe, um ihn als Bräutigam zu verdeutlichen, machte ihn noch stattlicher und unterstrich seine würdevolle Präsenz. Doch da waren die müden Falten um die Augen, die weißen Haare im gekämmten Bart und die rauen Hände, die ihr Bild von ihm verstärkten: vielleicht war er grob, jedoch aber unnachgiebig und kalt. In all der Zeit, seitdem ihre Vermählung bekannt gegeben worden war, hatte er sie nicht einmal aufgesucht oder versucht Kontakt zu ihr herzustellen. Vermutlich erfreute er sich einfach nur an ihrer Jugend und Schönheit wie so viele andere Männer, denen sie früher begegnet war. Er war nicht anders. <br />
<br />
Jetzt war das Glas gehoben, die Musik spielte feierlich zu dieser Festlichkeit und das Kettchen hatte den Ring gefunden, der an ihrem Finger platziert war. <i>Auf das Brautpaar</i>, schallte es durch den kleinen Raum, in dem sich reichgedeckte Tische befanden, und ihr Blick suchte den seinigen. Mit einem angedeuteten Nicken stieß ihr Glas leicht gegen seines, bevor sie einen Schluck des Rosenwassers nahm. Der Takt der Musik veränderte sich und der freie Raum zwischen den im Kreis arrangierten Tischen sollte nun ihnen beiden zum Tanz gehören. Es war beinahe schon faszinierend festzustellen, wie sie bis zu diesem Moment geschafft hatten so wenige Worte miteinander zu wechseln. Da stand Ilyas, dem sie soeben lebenslange Liebe und Treue geschworen hatte, an ihrer Seite und würde ihr später das rote Gürtelband von der Hüfte entfernen, und sie fühlte das Unbehagen aufsteigen. Er war kein Hausgast, dem sie einige Stunden unterhalten und betören konnte, um ihn dann nie wieder zu sehen, sondern sie war ihm auf vielerlei Ebenen verpflichtet und an ihn gebunden. Er war jetzt ihr Leben. Ein tiefer Atemzug vertrieb sorgenvolle Gedanken für den Moment, als Amira seine dargebotene Hand ergriff um ihm zur Tanzfläche zu folgen. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">Gestern hatte Amira den heutigen Tage noch anders in Erwartung gehabt, denn die Gesandtschaft der königlichen Familie war gemeinsam mit Prinzessin Naila zu ihrer Vermählung in das Land des Königs abgereist, und sie war daran beteiligt gewesen dafür zu sorgen, dass die Koffer und Säcke mit der persönlichen Habe auf die richtigen Wägen und Kamele geladen und nicht womöglich unbeachtet in einer Ecke des Atriums zurückgelassen wurden. Aber bereits in den Morgenstunden hatte Ilyas sie unerwartet aufgesucht, um ihr mitzuteilen, dass sie heute nicht nur ihre eigene Zeremonie vollziehen, sondern ebenso morgen gemeinsam der Gesellschaft nach Castandor nachreisen würden. <br />
<br />
Und somit waren die gefühlt wenigen Stunden seit der Abreise der Prinzessin dafür genutzt worden Vorbereitungen für den Abend zu treffen und nicht zuletzt selbst diesem Schicksal in die Augen zu sehen. Für Gedanken blieb erstmals kurz vor der Trauung Zeit, nachdem sie die rituelle Waschung durchgeführt hatte und die feinen Hennazeichnungen Hände, Arme und andere Stellen ihres Körpers schmückten. Amira war wortkarg geworden, lächelte aber um niemanden zu beunruhigen und kleidete sich in die feine rotgefärbte Seide, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Achtsam legte eine ältere Hofdame das feine Kettchen um ihr Handgelenk, von dem sich ein weiteres Glied teilte, an dem später der Ring befestigt werden würde. Nur kurz war ihr ein Moment alleine gegönnt, in dem sie sich im Spiegel betrachten konnte und mit Blick in ihre Augen fragte, ob sie diesen Tag in der Zukunft wohlwollend oder trauend gedenken würde. <br />
<br />
Zugegebenermaßen war dieser Mann eine imposante Gestalt. Die festliche Uniform der Garde mitsamt der rituellen Schärpe, um ihn als Bräutigam zu verdeutlichen, machte ihn noch stattlicher und unterstrich seine würdevolle Präsenz. Doch da waren die müden Falten um die Augen, die weißen Haare im gekämmten Bart und die rauen Hände, die ihr Bild von ihm verstärkten: vielleicht war er grob, jedoch aber unnachgiebig und kalt. In all der Zeit, seitdem ihre Vermählung bekannt gegeben worden war, hatte er sie nicht einmal aufgesucht oder versucht Kontakt zu ihr herzustellen. Vermutlich erfreute er sich einfach nur an ihrer Jugend und Schönheit wie so viele andere Männer, denen sie früher begegnet war. Er war nicht anders. <br />
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Jetzt war das Glas gehoben, die Musik spielte feierlich zu dieser Festlichkeit und das Kettchen hatte den Ring gefunden, der an ihrem Finger platziert war. <i>Auf das Brautpaar</i>, schallte es durch den kleinen Raum, in dem sich reichgedeckte Tische befanden, und ihr Blick suchte den seinigen. Mit einem angedeuteten Nicken stieß ihr Glas leicht gegen seines, bevor sie einen Schluck des Rosenwassers nahm. Der Takt der Musik veränderte sich und der freie Raum zwischen den im Kreis arrangierten Tischen sollte nun ihnen beiden zum Tanz gehören. Es war beinahe schon faszinierend festzustellen, wie sie bis zu diesem Moment geschafft hatten so wenige Worte miteinander zu wechseln. Da stand Ilyas, dem sie soeben lebenslange Liebe und Treue geschworen hatte, an ihrer Seite und würde ihr später das rote Gürtelband von der Hüfte entfernen, und sie fühlte das Unbehagen aufsteigen. Er war kein Hausgast, dem sie einige Stunden unterhalten und betören konnte, um ihn dann nie wieder zu sehen, sondern sie war ihm auf vielerlei Ebenen verpflichtet und an ihn gebunden. Er war jetzt ihr Leben. Ein tiefer Atemzug vertrieb sorgenvolle Gedanken für den Moment, als Amira seine dargebotene Hand ergriff um ihm zur Tanzfläche zu folgen. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
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