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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Castandor - Das Land des Königs]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 15:56:00 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[I'll be there]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=570</link>
			<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 15:30:41 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Belisarius Caderitor</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=570</guid>
			<description><![CDATA[Fortsetzung aus: <a href="https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=302&amp;pid=2079#pid2079" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">windmills of your mind (die Reise)</a><br />
<br />
Belisarius konnte den Gedanken nicht verlieren, dass diese wunderbare junge Frau an Bestimmung glaubte. Sie glaubte wahrlich an etwas und sah sich selbst geführt durch manche Lebenslage. Der Kriegsherr war überrascht, denn er selbst glaubte nicht wirklich an etwas aus Überzeugung. Er war selten von etwas wirklich überzeugt und stritt nur für seine eigenen Interessen oder die Interessen, die er anderen vertraglich zusicherte. Selten hatte er wirklich eigene große Wünsche oder Ideale, die ihm wichtig genug waren, daran zu glauben. Umso wertvoller schien es ihm, dass dieser schützenswerte Mensch neben ihm, aus Überzeugung und einer verfolgbaren Erklärung, sich entschieden hatte, an Bestimmung zu glauben und damit den Dingen deutlich mehr Sinn gab, als bloße Existenz. Doch er wäre er nicht der Teufel, der er nun einmal war, wenn er diese Position nicht herausfordern würde. Nicht aus bösem Interessen, sondern viel mehr aus einem Gemüt des Zweifels heraus, das ihm nun einmal gegeben worden war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Menschen verändern sich selten vollständig, Prinzessin. Vielen ist die Gabe der Bestimmung fremd und mit ihr die Wandlungsfähigkeit mit der Zeit zu gehen,"</span> meinte er freundlich herausfordernd, als er der Prinzessin auf beim Aufstehen half, um die Reise fortzusetzen und das Gespräch gleichsam wieder aufzunehmen, obwohl er eine gewisse tiefe Müdigkeit spürte. Seine Knochen fühlten sich schwer an und so erahnte bereits, dass etwas nicht stimmte. Er fühlte sich krank, nicht auf seine gewohnt Art, sondern viel mehr anders krank. Belisarius war klug genug, zu wissen, dass es die Seuche sein konnte, die er anderen antun wollte. Eine gewisse Ironie lag darin, dass seine boshafte Idee auf ihn zurückfiel und jetzt Heimsuchung war. Das Schicksal war wahrlich ein Spieler und Komödiant. Belisarius wollte dennoch stark sein, um diesen Moment der gemeinsamen Gnade nicht zu verlieren. Elithea weckte in ihm einen Wunsch nach Vergebung. Nicht durch einen Gott oder eine höhere Person, sondern allein durch ihre Güte. Güte war so selten geworden, so denn Belisarius diesen Schatz sah, bewunderte und dessen Wärme nur schwerlich leugnen wollte. Elithea hatte eine Macht entfaltet, die ihm fremd schien und doch spürbar war. Ihre Worte und Fragen durchbrechen seinen Eispanzer aus Erfahrungen aus Niedertracht, menschlichem Versagen und Gewalt. Herrschaft schien in ihren Augen bedeutungslos, das weltliche Chaos erhielt einen Sinn und in ihren Augen lag Hoffnung, trotz ihrer geteilten Traurigkeit, dass es immer einen Weg gab, Güte zu finden und zu erhalten. Es war eine ferne Erinnerung, die sich aufraffte, sich mutig machte und tapfer in seinen Verstand drang. Elithea war eine Möglichkeit für diese Welt, eine Entscheidung für etwas Gutes und Bewahrenswertes, fern von allem, was hier schlecht war und schlecht bleiben würde. <br />
<br />
Belisarius nahm ihre Hand mit einer vorsichtigen Gnade entgegen, während er ihr weiter auf den Weg half. Sie fühlte sich richtig an, so warm und zutraulich, dass sein eigenes Vertrauen wuchs. Belisarius war kein Ritter, hatte nicht ansatzweise irgendein Ideal zur Schau gestellt, doch war er in diesem Augenblick mehr ritterlich als die vielen Ritter in Prunkrüstungen. Er bewahrte Güte vor dem Ungemach der Welt, gebot jemanden Schutz, der unschuldig war und hatte keinerlei Bedürfnis mehr zu wollen und zu dürfen, außer seiner eigenen Selbstaufgabe aus Mitgefühl für einen Menschen. Es war die Definition von Ritterlichkeit, die er zeigte, ohne es zu beabsichtigen. Es war ihm ein Bedürfnis geworden, dass diese junge Frau ihren Weg im Leben fand und vielleicht etwas Glück erlauben konnte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Aber manchem Menschen ist die Fähigkeit in einem besonderen Moment gegeben, so dass sie erkennen können, wer oder was sie sind. Manche Lebensnacht, die sich herabsenkt, hat schon manches Licht erlaubt, was darauf folgte,"</span> schränkte er sich selbst ein und erlaubte auch sich selbst an der Güte der Bestimmung teilzuhaben. Eine Teilhabe, die er nicht verdiente, noch erbeten hatte und doch war sie hier; Elithea war bei ihm und zeigte jenes Licht, welches er erst jetzt sehen konnte. Gnade war eine Option. Auch sich selbst gegenüber. Leider war das menschliche Herz fragil und sein eigenes Herz - so oft zerbrochen - nocht fragiler.  So viele zerbrochene Hoffnungen, so viele Enttäuschungen und auch der Verrat wogen schwer in ihm, und doch nahm sie ohne Absicht und ohne Erklärung seine zerbrochenen Ideen eines Menschen und fügte sie mit einer Berührung ihrer Hände zusammen. Nicht mehr. Elithea fügte die zersplitterte Seele zusammen, die stets unruhige Kreise zog und sich im Dunkeln verlor. Ein leiser Windhauch schob die Wolken bei Seite und gab den beiden Menschen in ihrer Gegenseitigkeit einen schwachen Lichtschein der untergehenden Sonne, die sich bereits mit dem Mond abwechselte. Das Licht fiel in sein Gesicht, zeigte eine göttliche Intervention von Wärme und ließ ihn fürsorglich-liebevoll Lächeln. Ihre liebgewonnene Hand wurde von seiner mit einer vergangenen Menschlichkeit umschlossen und eine Aura der Fürsorge und Verständnisses wogte zwischen beiden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Geht ruhig. Es macht keine Umstände. Ihr seid die Herrin eurer Wege, immer gewesen,"</span> meinte er antwortend als sie freundlich ihre Frage nach einem Weg zu Fuß stellte. Belisarius fiel es schwer sich von ihrer Hand zu trennen, aus jener Angst, sie für immer zu verlieren und sie in diese Welt des Chaos zu entlassen, was ihre Güte verdunkeln konnte. Der Kriegsherr kannte nun eine menschliche Sorge mehr. Sein Herzschlag hatte sich dem ihrigen angeglichen, wollte weiter kräftig schlagen, damit ihr Herz niemals vergaß, dass es gut war und gut bleiben konnte. <br />
<br />
Ein Teil wollte von ihm erinnert werden, gehalten werden und nicht einfach weggeworfen von der Zeit, wie so vieles von ihm bisher. Belisarius wollte mehr sein als der Teufel, der aus seinem Paradies verbannt worden war. Doch dieser Wunsch war einem Dämon, wie ihm, nahezu unerfüllbar. Selbst mit einem Engel an seiner Seite, der für kurze Zeit in seiner unsichtbaren Strahlkraft, alle Güte für ihn bereit hielt. Denn Belisarius vergaß einen wichtigen Grundsatz der Gnade. Sie musste erbeten und erwünscht sein. Der Teufel erbat keine Gnade und fand auch keine Absolution, denn er war sein eigener Henker und Richter. All seine Taten, die Elithea sicherlich verstören würden, verboten ihm - in der letzten Würde seiner menschlichen Erinnerung - eine Gnade und doch wusste er, was Güte war, denn Elithea hatte sie ihm mit einer winzigen Aussage und einer liebevollen Hand gezeigt. Er ließ sie ziehen, sie wollte ein Stück gehen und sich finden, so nahm er an. Belisarius sorgte sich in der Tat um ihre Sicherheit aber noch viel mehr um ihre Seele. Sie würde an einen Ort gelangen, der voller Fallen und Widersprüche war. Ein Ort, der fern von Vernunft und Liebe sein konnte. An jenen Ort, an dem er Zuhause war und auch er nur ein Höllenfürst unter vielen war. Elithea war nicht bereit dafür, sich diesen falschen Blicken, diesen Gedanken und diesen verstümmelten Seelen auszusetzen, die sich in Kings Portal um die Macht sammelten. Belisarius legte seinen Kopf leicht schief, um ihre Schritte zu beobachten, während er sich wieder nähe an den Wagen bewegte. Er bat zu allen unheiligen Mächten, dass er nicht ruhen würde, um sie zu schützen. Es war ihm egal, was er anbieten musste, von dem kümmerlichen Rest seiner Menschlichkeit, so lange Elithea glücklich leben konnte. Alle unheiligen Mächte beschwor in sich, ewige Verdammnis erwünschend, so dass diese Prinzessin ihre Wege finden konnte. Unbemerkt von seinen zornigen Stürmen, lag die Fontäne der Vergebung und sie sprudelte bereits hörbar und die fernen Gesänge einer geteilten Geschichte wurden hörbar. Belisarius blickte sich um, was war dort? Ein Windhauch, der sein Ohr streifte oder war es eine Aufforderung vom ewig Guten, sich zu stellen? Elithea war nun in seinem Leben und veränderte alles.<br />
<br />
Der Kriegsherr war unsicher, denn all seine dämonischen Mächte und alle Spiele, der er spielte, zerbrachen zu tausend Scherben, denn Elithea war einfach hier und sah ihn als Mensch an. Nicht als Kriegsherren, nicht als Teufel und nicht als nützlichen Willfährigen, sondern einfach als Mensch und gab ihm damit eine echte Seele. Der Teufel konnte damit nicht geeignet umgehen und war unsicher, was er fühlen und denken sollte, außer das er jene Güte spürte und sich etwas darstellte, was er nicht beschreiben konnte. Warum war sein Herz so furchtbar zerbrochen? Es fühlte sich in diesem Augenblick so unendlich schwer an, dass jeder Gedanken langsamer wurde. Es beschwerte nicht nur seine Sorgen. Belisarius fühlte das erste mal seit langem, dass es Möglichkeiten gab, die er immer wieder ausgeschlagen hatte, um seiner bösen Vernunft zu folgen. Ambition war ein schlechter Ersatz für Gnade. Die hereinbrechende Angst fürchtete er nun mehr, weil er nicht um sich fürchtete. Sein eigenes Leben kümmerte ihn weniger, da er sich immer um viele Gefahren gewunden hatte und viele Situationen gemeistert hatte aber jetzt galt es einen echten Menschen vor Unheil zu bewahren. <br />
<br />
Die Prinzessin beendete ihren kurzen Spaziergang und trat in die Nähe des Ochsens, nachdem Belisarius den Wagen vorbereitet hatte, um die letzte Strecke zu fahren. Ihr Bruder saß bereits etwas missmutig auf seinem Platz. Die Prinzesinn sprachen mit dem Tier mit einer mitfühlenden Art, die Belisarius sein Herz erwärmte. Auch ein Teufel war nicht zwingend ein reines Monster ohne jedweden Sinn. Belisarius vernahm. wie Elithea dem trägen Vieh zu sehr fürsorglich zu säuselte und es aufmunternd am Hals kraulte. Ein Schnauben kam als Antwort und dann setzte sich das Rindvieh mit dem Wagen gemächlich in Bewegung.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Wir dürften bald eintreffen,"</span> sagte er in vorgeblicher kühler Ruhe und deutete auf ein Licht in kurzer Entfernung, welches einen königlichen Posten markierte, welcher an der Fernstraße errichtet worden war, um Boten und anderen einen Pferdewechsel, Rast oder Versorgung zu gewähren. Noch dazu gab es einen kleinen Hufschmied und diverse Lagermöglichkeiten, nebst einer kleinen Zollstation mit zwei Bewaffneten als Vertreter des Königs. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Hopes End,"</span> murmelte Belisarius nüchtern den Namen des Postens und der Station in die Richtung von Elithea, während er selbst seine Gedanken antrieb, wachsam zu bleiben. Die Zügel hatte er nun fest umschlossen, obwohl es nicht nötig war, da der Ochse gemütlich und sehr zielsicher seinen Weg fand. Doch Belisarius wollte gewappnet sein, denn nun veränderte sich etwas und die Reise wandelte sich. Jetzt galt es die Wege zu verschleiern, die Familie zusammen zu führen und den letzten Teil der Mission anzutreten, nachdem man hier wenige Tage zugebracht hatte. Seine Pläne waren deutlich und klar. Er würde die Pläne umsetzen, sofern es ihm möglich war. Dieses aufkommende Unwohlsein machte sich deutlicher bemerkbar aber der Kriegsherr gestand sich noch keine Schwäche zu, bis zumindest eine grundlegende Sicherheit für die Mission und insbesondere Elithea hergestellt worden war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Das ist der Name der Station. Dort erhalten wir alles Notwendige und eure Famile wartet dort auf euch,"</span> meinte er und ließ dann seinen zeigenden Arm absinken, um sich ein wenig zu strecken, da auch sein Rücken durch die unbequeme Sitzpostion erste Anzeichen sandte. <br />
<br />
Der Posten war von einer kleinen Palisade umgeben, welche mit einem einfachen Holztor bewehrt war und dahinter lagen kreisförmig angeordnete Gebäude, die mit Lehm verkleidet waren. Der Lehm war weiß verputzt, die Bodenlinie rot abgesetzt und ein großes Holzschild am Eingang verwieß auf die Autorität des Königs und das dies ein königlicher Posten sei, der von der Familie Illios betrieben wurde. Daneben prankte der Name mit einem kreisrunden Symbol, welches das allgemeine Zeichen für Schutz und Posten für Analphabeten und Wortunkundige war. Diese Posten waren unter besonderen Schutz gestellt und sollten die Reisen für viele sicherer machen, so dass ein Angriff auf diesen Ort als ein Angriff, wie auf den König selbst galt. Insofern war der Ort sicherer als manche freie Nacht. Doch eine Nacht hier war etwas kostspieliger und kostete eine Gebühr, die beim Zollhaus entrichtet werden musste. Hinzukamen kosten für die Versorgung der Tiere, Speisen und Getränke und die Nacht in einem möglichen Zimmer der verbundenen Taverne. Unbenommen blieben auch die Zollkosten und Steuern auf manche Waren, die selbstverständlich geprüft werden würden. Der Wagen näherte sich bereits derart, dass die beiden Wachen heraustraten, um sich am Tor für die Zollkontrolle bereit zu machen und die Einreisegebühr zu verlangen, um den Posten betreten zu dürfen. Es war ihnen klar, dass der Ochse sicherlich nicht weiterfahren würde, da die Strecke bis Kings Portal dafür zu lang war und die Nacht bereits hereinbrach. Eine der beiden Wachen winkte freundlich und rief bereits: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Willkommen, ihr da!"</span> Belisarius hob die Hand zum Gruße und erwiderte den Gruß winkend. Er wollte sich freundlich geben, um kein Aufsehen zu machen. Mit aller Wahrscheinlichkeit würde die Familie Trakas, insbesondere Ariadne, die Mutter der beiden, mit der Schwester, dort warten. Wie die Stimmung der Familie war, konnte er nicht abschätzen aber er ging auf Basis seiner bisherigen Erfahrung davon aus, dass die Mutter in einer gewissen adeligen Arroganz unnötig viel verlangen würde und die Situation deutlich anders wahrnahm, als Belisarius und Elithea es derzeit taten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Fortsetzung aus: <a href="https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=302&amp;pid=2079#pid2079" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">windmills of your mind (die Reise)</a><br />
<br />
Belisarius konnte den Gedanken nicht verlieren, dass diese wunderbare junge Frau an Bestimmung glaubte. Sie glaubte wahrlich an etwas und sah sich selbst geführt durch manche Lebenslage. Der Kriegsherr war überrascht, denn er selbst glaubte nicht wirklich an etwas aus Überzeugung. Er war selten von etwas wirklich überzeugt und stritt nur für seine eigenen Interessen oder die Interessen, die er anderen vertraglich zusicherte. Selten hatte er wirklich eigene große Wünsche oder Ideale, die ihm wichtig genug waren, daran zu glauben. Umso wertvoller schien es ihm, dass dieser schützenswerte Mensch neben ihm, aus Überzeugung und einer verfolgbaren Erklärung, sich entschieden hatte, an Bestimmung zu glauben und damit den Dingen deutlich mehr Sinn gab, als bloße Existenz. Doch er wäre er nicht der Teufel, der er nun einmal war, wenn er diese Position nicht herausfordern würde. Nicht aus bösem Interessen, sondern viel mehr aus einem Gemüt des Zweifels heraus, das ihm nun einmal gegeben worden war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Menschen verändern sich selten vollständig, Prinzessin. Vielen ist die Gabe der Bestimmung fremd und mit ihr die Wandlungsfähigkeit mit der Zeit zu gehen,"</span> meinte er freundlich herausfordernd, als er der Prinzessin auf beim Aufstehen half, um die Reise fortzusetzen und das Gespräch gleichsam wieder aufzunehmen, obwohl er eine gewisse tiefe Müdigkeit spürte. Seine Knochen fühlten sich schwer an und so erahnte bereits, dass etwas nicht stimmte. Er fühlte sich krank, nicht auf seine gewohnt Art, sondern viel mehr anders krank. Belisarius war klug genug, zu wissen, dass es die Seuche sein konnte, die er anderen antun wollte. Eine gewisse Ironie lag darin, dass seine boshafte Idee auf ihn zurückfiel und jetzt Heimsuchung war. Das Schicksal war wahrlich ein Spieler und Komödiant. Belisarius wollte dennoch stark sein, um diesen Moment der gemeinsamen Gnade nicht zu verlieren. Elithea weckte in ihm einen Wunsch nach Vergebung. Nicht durch einen Gott oder eine höhere Person, sondern allein durch ihre Güte. Güte war so selten geworden, so denn Belisarius diesen Schatz sah, bewunderte und dessen Wärme nur schwerlich leugnen wollte. Elithea hatte eine Macht entfaltet, die ihm fremd schien und doch spürbar war. Ihre Worte und Fragen durchbrechen seinen Eispanzer aus Erfahrungen aus Niedertracht, menschlichem Versagen und Gewalt. Herrschaft schien in ihren Augen bedeutungslos, das weltliche Chaos erhielt einen Sinn und in ihren Augen lag Hoffnung, trotz ihrer geteilten Traurigkeit, dass es immer einen Weg gab, Güte zu finden und zu erhalten. Es war eine ferne Erinnerung, die sich aufraffte, sich mutig machte und tapfer in seinen Verstand drang. Elithea war eine Möglichkeit für diese Welt, eine Entscheidung für etwas Gutes und Bewahrenswertes, fern von allem, was hier schlecht war und schlecht bleiben würde. <br />
<br />
Belisarius nahm ihre Hand mit einer vorsichtigen Gnade entgegen, während er ihr weiter auf den Weg half. Sie fühlte sich richtig an, so warm und zutraulich, dass sein eigenes Vertrauen wuchs. Belisarius war kein Ritter, hatte nicht ansatzweise irgendein Ideal zur Schau gestellt, doch war er in diesem Augenblick mehr ritterlich als die vielen Ritter in Prunkrüstungen. Er bewahrte Güte vor dem Ungemach der Welt, gebot jemanden Schutz, der unschuldig war und hatte keinerlei Bedürfnis mehr zu wollen und zu dürfen, außer seiner eigenen Selbstaufgabe aus Mitgefühl für einen Menschen. Es war die Definition von Ritterlichkeit, die er zeigte, ohne es zu beabsichtigen. Es war ihm ein Bedürfnis geworden, dass diese junge Frau ihren Weg im Leben fand und vielleicht etwas Glück erlauben konnte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Aber manchem Menschen ist die Fähigkeit in einem besonderen Moment gegeben, so dass sie erkennen können, wer oder was sie sind. Manche Lebensnacht, die sich herabsenkt, hat schon manches Licht erlaubt, was darauf folgte,"</span> schränkte er sich selbst ein und erlaubte auch sich selbst an der Güte der Bestimmung teilzuhaben. Eine Teilhabe, die er nicht verdiente, noch erbeten hatte und doch war sie hier; Elithea war bei ihm und zeigte jenes Licht, welches er erst jetzt sehen konnte. Gnade war eine Option. Auch sich selbst gegenüber. Leider war das menschliche Herz fragil und sein eigenes Herz - so oft zerbrochen - nocht fragiler.  So viele zerbrochene Hoffnungen, so viele Enttäuschungen und auch der Verrat wogen schwer in ihm, und doch nahm sie ohne Absicht und ohne Erklärung seine zerbrochenen Ideen eines Menschen und fügte sie mit einer Berührung ihrer Hände zusammen. Nicht mehr. Elithea fügte die zersplitterte Seele zusammen, die stets unruhige Kreise zog und sich im Dunkeln verlor. Ein leiser Windhauch schob die Wolken bei Seite und gab den beiden Menschen in ihrer Gegenseitigkeit einen schwachen Lichtschein der untergehenden Sonne, die sich bereits mit dem Mond abwechselte. Das Licht fiel in sein Gesicht, zeigte eine göttliche Intervention von Wärme und ließ ihn fürsorglich-liebevoll Lächeln. Ihre liebgewonnene Hand wurde von seiner mit einer vergangenen Menschlichkeit umschlossen und eine Aura der Fürsorge und Verständnisses wogte zwischen beiden. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Geht ruhig. Es macht keine Umstände. Ihr seid die Herrin eurer Wege, immer gewesen,"</span> meinte er antwortend als sie freundlich ihre Frage nach einem Weg zu Fuß stellte. Belisarius fiel es schwer sich von ihrer Hand zu trennen, aus jener Angst, sie für immer zu verlieren und sie in diese Welt des Chaos zu entlassen, was ihre Güte verdunkeln konnte. Der Kriegsherr kannte nun eine menschliche Sorge mehr. Sein Herzschlag hatte sich dem ihrigen angeglichen, wollte weiter kräftig schlagen, damit ihr Herz niemals vergaß, dass es gut war und gut bleiben konnte. <br />
<br />
Ein Teil wollte von ihm erinnert werden, gehalten werden und nicht einfach weggeworfen von der Zeit, wie so vieles von ihm bisher. Belisarius wollte mehr sein als der Teufel, der aus seinem Paradies verbannt worden war. Doch dieser Wunsch war einem Dämon, wie ihm, nahezu unerfüllbar. Selbst mit einem Engel an seiner Seite, der für kurze Zeit in seiner unsichtbaren Strahlkraft, alle Güte für ihn bereit hielt. Denn Belisarius vergaß einen wichtigen Grundsatz der Gnade. Sie musste erbeten und erwünscht sein. Der Teufel erbat keine Gnade und fand auch keine Absolution, denn er war sein eigener Henker und Richter. All seine Taten, die Elithea sicherlich verstören würden, verboten ihm - in der letzten Würde seiner menschlichen Erinnerung - eine Gnade und doch wusste er, was Güte war, denn Elithea hatte sie ihm mit einer winzigen Aussage und einer liebevollen Hand gezeigt. Er ließ sie ziehen, sie wollte ein Stück gehen und sich finden, so nahm er an. Belisarius sorgte sich in der Tat um ihre Sicherheit aber noch viel mehr um ihre Seele. Sie würde an einen Ort gelangen, der voller Fallen und Widersprüche war. Ein Ort, der fern von Vernunft und Liebe sein konnte. An jenen Ort, an dem er Zuhause war und auch er nur ein Höllenfürst unter vielen war. Elithea war nicht bereit dafür, sich diesen falschen Blicken, diesen Gedanken und diesen verstümmelten Seelen auszusetzen, die sich in Kings Portal um die Macht sammelten. Belisarius legte seinen Kopf leicht schief, um ihre Schritte zu beobachten, während er sich wieder nähe an den Wagen bewegte. Er bat zu allen unheiligen Mächten, dass er nicht ruhen würde, um sie zu schützen. Es war ihm egal, was er anbieten musste, von dem kümmerlichen Rest seiner Menschlichkeit, so lange Elithea glücklich leben konnte. Alle unheiligen Mächte beschwor in sich, ewige Verdammnis erwünschend, so dass diese Prinzessin ihre Wege finden konnte. Unbemerkt von seinen zornigen Stürmen, lag die Fontäne der Vergebung und sie sprudelte bereits hörbar und die fernen Gesänge einer geteilten Geschichte wurden hörbar. Belisarius blickte sich um, was war dort? Ein Windhauch, der sein Ohr streifte oder war es eine Aufforderung vom ewig Guten, sich zu stellen? Elithea war nun in seinem Leben und veränderte alles.<br />
<br />
Der Kriegsherr war unsicher, denn all seine dämonischen Mächte und alle Spiele, der er spielte, zerbrachen zu tausend Scherben, denn Elithea war einfach hier und sah ihn als Mensch an. Nicht als Kriegsherren, nicht als Teufel und nicht als nützlichen Willfährigen, sondern einfach als Mensch und gab ihm damit eine echte Seele. Der Teufel konnte damit nicht geeignet umgehen und war unsicher, was er fühlen und denken sollte, außer das er jene Güte spürte und sich etwas darstellte, was er nicht beschreiben konnte. Warum war sein Herz so furchtbar zerbrochen? Es fühlte sich in diesem Augenblick so unendlich schwer an, dass jeder Gedanken langsamer wurde. Es beschwerte nicht nur seine Sorgen. Belisarius fühlte das erste mal seit langem, dass es Möglichkeiten gab, die er immer wieder ausgeschlagen hatte, um seiner bösen Vernunft zu folgen. Ambition war ein schlechter Ersatz für Gnade. Die hereinbrechende Angst fürchtete er nun mehr, weil er nicht um sich fürchtete. Sein eigenes Leben kümmerte ihn weniger, da er sich immer um viele Gefahren gewunden hatte und viele Situationen gemeistert hatte aber jetzt galt es einen echten Menschen vor Unheil zu bewahren. <br />
<br />
Die Prinzessin beendete ihren kurzen Spaziergang und trat in die Nähe des Ochsens, nachdem Belisarius den Wagen vorbereitet hatte, um die letzte Strecke zu fahren. Ihr Bruder saß bereits etwas missmutig auf seinem Platz. Die Prinzesinn sprachen mit dem Tier mit einer mitfühlenden Art, die Belisarius sein Herz erwärmte. Auch ein Teufel war nicht zwingend ein reines Monster ohne jedweden Sinn. Belisarius vernahm. wie Elithea dem trägen Vieh zu sehr fürsorglich zu säuselte und es aufmunternd am Hals kraulte. Ein Schnauben kam als Antwort und dann setzte sich das Rindvieh mit dem Wagen gemächlich in Bewegung.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Wir dürften bald eintreffen,"</span> sagte er in vorgeblicher kühler Ruhe und deutete auf ein Licht in kurzer Entfernung, welches einen königlichen Posten markierte, welcher an der Fernstraße errichtet worden war, um Boten und anderen einen Pferdewechsel, Rast oder Versorgung zu gewähren. Noch dazu gab es einen kleinen Hufschmied und diverse Lagermöglichkeiten, nebst einer kleinen Zollstation mit zwei Bewaffneten als Vertreter des Königs. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Hopes End,"</span> murmelte Belisarius nüchtern den Namen des Postens und der Station in die Richtung von Elithea, während er selbst seine Gedanken antrieb, wachsam zu bleiben. Die Zügel hatte er nun fest umschlossen, obwohl es nicht nötig war, da der Ochse gemütlich und sehr zielsicher seinen Weg fand. Doch Belisarius wollte gewappnet sein, denn nun veränderte sich etwas und die Reise wandelte sich. Jetzt galt es die Wege zu verschleiern, die Familie zusammen zu führen und den letzten Teil der Mission anzutreten, nachdem man hier wenige Tage zugebracht hatte. Seine Pläne waren deutlich und klar. Er würde die Pläne umsetzen, sofern es ihm möglich war. Dieses aufkommende Unwohlsein machte sich deutlicher bemerkbar aber der Kriegsherr gestand sich noch keine Schwäche zu, bis zumindest eine grundlegende Sicherheit für die Mission und insbesondere Elithea hergestellt worden war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Das ist der Name der Station. Dort erhalten wir alles Notwendige und eure Famile wartet dort auf euch,"</span> meinte er und ließ dann seinen zeigenden Arm absinken, um sich ein wenig zu strecken, da auch sein Rücken durch die unbequeme Sitzpostion erste Anzeichen sandte. <br />
<br />
Der Posten war von einer kleinen Palisade umgeben, welche mit einem einfachen Holztor bewehrt war und dahinter lagen kreisförmig angeordnete Gebäude, die mit Lehm verkleidet waren. Der Lehm war weiß verputzt, die Bodenlinie rot abgesetzt und ein großes Holzschild am Eingang verwieß auf die Autorität des Königs und das dies ein königlicher Posten sei, der von der Familie Illios betrieben wurde. Daneben prankte der Name mit einem kreisrunden Symbol, welches das allgemeine Zeichen für Schutz und Posten für Analphabeten und Wortunkundige war. Diese Posten waren unter besonderen Schutz gestellt und sollten die Reisen für viele sicherer machen, so dass ein Angriff auf diesen Ort als ein Angriff, wie auf den König selbst galt. Insofern war der Ort sicherer als manche freie Nacht. Doch eine Nacht hier war etwas kostspieliger und kostete eine Gebühr, die beim Zollhaus entrichtet werden musste. Hinzukamen kosten für die Versorgung der Tiere, Speisen und Getränke und die Nacht in einem möglichen Zimmer der verbundenen Taverne. Unbenommen blieben auch die Zollkosten und Steuern auf manche Waren, die selbstverständlich geprüft werden würden. Der Wagen näherte sich bereits derart, dass die beiden Wachen heraustraten, um sich am Tor für die Zollkontrolle bereit zu machen und die Einreisegebühr zu verlangen, um den Posten betreten zu dürfen. Es war ihnen klar, dass der Ochse sicherlich nicht weiterfahren würde, da die Strecke bis Kings Portal dafür zu lang war und die Nacht bereits hereinbrach. Eine der beiden Wachen winkte freundlich und rief bereits: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Willkommen, ihr da!"</span> Belisarius hob die Hand zum Gruße und erwiderte den Gruß winkend. Er wollte sich freundlich geben, um kein Aufsehen zu machen. Mit aller Wahrscheinlichkeit würde die Familie Trakas, insbesondere Ariadne, die Mutter der beiden, mit der Schwester, dort warten. Wie die Stimmung der Familie war, konnte er nicht abschätzen aber er ging auf Basis seiner bisherigen Erfahrung davon aus, dass die Mutter in einer gewissen adeligen Arroganz unnötig viel verlangen würde und die Situation deutlich anders wahrnahm, als Belisarius und Elithea es derzeit taten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Together through the strange city]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=556</link>
			<pubDate>Sun, 08 Sep 2024 13:16:17 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=113">Ekene Harun</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=556</guid>
			<description><![CDATA[Seit ein paar Tagen waren sie nun hier in diesem völlig fremden Land. Eigentlich um in den Krieg zu ziehen und zu kämpfen. Als Ekene die Nachricht erhielt war er überaus erfreut gewesen. Bis zu dem Zeitpunkt an dem man ihm deutlich machte, dass er nicht kämpfen würde. Vielmehr sollte er also einen Aufpasse für die sommerländische Prinzessin machen. Ihre Leibwache. Für Ekene gab es nichts Schlimmeres als das. Denn er wollte nicht Stunden damit zubringen nichts zu tun während andere kämpften. Sein Bruder würde kämpfen. Er würde im Palast des Großkönigs vor sich hin vegetieren. <br />
<br />
Die Überfahrt hier her war alles andere als erholend gewesen. Ganz zu schweigen von den ersten Tagen hier. Es herrscht das offensichtliche Chaos und es dauerte einige Tage bis man halbwegs alles geregelt bekam. Zumindest soweit dass er entbehrlicher war. Diese Zeit nutzte er um die Stadt zu erkunden. Schließlich war es wichtig herauszufinden wo sie sich befanden und wo mögliche Gefahren herrschten. Dabei wurde er von Imani begleitet. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Ich bin froh dass du mich begleitest. Dann wird es wenigstens nicht so langweilig."</span><br />
Außerdem war es eine willkommene Abwechslung. <br />
<br />
Natürlich war er auch hier wieder auf den Beinen, aber er hatte diesen ganzen Druck nicht. Sein Blick glitt dennoch aufmerksam über den Platz während er sich langsam durch die Stadt bewegte. Ob es den Menschen hier besser ging? Sie kämpften einen Krieg von dem seine Heimat wohl weniger betroffen war und dennoch waren sie hier. Wegen Schwüren? Wegen Eiden? Ekene verschwendete seine Zeit nicht damit sich mit solcherlei Dinge mehr als nötig auseinander zu setzen. Wichtig war nur dass er seine Arbeit tat. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Mir gefällt dieser Ort nicht"</span>, gab er dann kund und sah für einen Moment zu Imani.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Seit ein paar Tagen waren sie nun hier in diesem völlig fremden Land. Eigentlich um in den Krieg zu ziehen und zu kämpfen. Als Ekene die Nachricht erhielt war er überaus erfreut gewesen. Bis zu dem Zeitpunkt an dem man ihm deutlich machte, dass er nicht kämpfen würde. Vielmehr sollte er also einen Aufpasse für die sommerländische Prinzessin machen. Ihre Leibwache. Für Ekene gab es nichts Schlimmeres als das. Denn er wollte nicht Stunden damit zubringen nichts zu tun während andere kämpften. Sein Bruder würde kämpfen. Er würde im Palast des Großkönigs vor sich hin vegetieren. <br />
<br />
Die Überfahrt hier her war alles andere als erholend gewesen. Ganz zu schweigen von den ersten Tagen hier. Es herrscht das offensichtliche Chaos und es dauerte einige Tage bis man halbwegs alles geregelt bekam. Zumindest soweit dass er entbehrlicher war. Diese Zeit nutzte er um die Stadt zu erkunden. Schließlich war es wichtig herauszufinden wo sie sich befanden und wo mögliche Gefahren herrschten. Dabei wurde er von Imani begleitet. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Ich bin froh dass du mich begleitest. Dann wird es wenigstens nicht so langweilig."</span><br />
Außerdem war es eine willkommene Abwechslung. <br />
<br />
Natürlich war er auch hier wieder auf den Beinen, aber er hatte diesen ganzen Druck nicht. Sein Blick glitt dennoch aufmerksam über den Platz während er sich langsam durch die Stadt bewegte. Ob es den Menschen hier besser ging? Sie kämpften einen Krieg von dem seine Heimat wohl weniger betroffen war und dennoch waren sie hier. Wegen Schwüren? Wegen Eiden? Ekene verschwendete seine Zeit nicht damit sich mit solcherlei Dinge mehr als nötig auseinander zu setzen. Wichtig war nur dass er seine Arbeit tat. <br />
<span style="color: #75446b;" class="mycode_color">"Mir gefällt dieser Ort nicht"</span>, gab er dann kund und sah für einen Moment zu Imani.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Stronger Together]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=535</link>
			<pubDate>Sun, 18 Aug 2024 21:02:58 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ariadne Trakas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=535</guid>
			<description><![CDATA[Nach den Strapazen auf der Straße erschien Ariadne die Taverne am Straßenrand, in der sie untergekommen waren, beinahe wie ein Palast. Dabei war sie selbst von einem bescheidenen Gutshof auf dem Lande noch weit entfernt. Aber das alles zählte nun nicht mehr, sie hatten immerhin ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und die Möglichkeit, sich zu waschen. Sie und ihre Kinder hatten ein eigenes Zimmer bekommen, der Rest schlief in einem großen Schlafsaal. Ob dies eine der besseren Tavernen war oder eine verrufene Absteige konnte sie natürlich nicht sagen, sie hatte nie die Gelegenheit, dahingehend Erfahrungen zu sammeln. Ihr Bild von Tavernen war bisher ein eher romantisches gewesen. In den alten Geschichten waren es immer Tavernen, in denen sich eine Gruppe Helden versammelte, um Geschichten über vergangene Abenteuer auszutauschen und zu neuen Abenteuern aufzubrechen. In dieser Taverne allerdings sah Niemand nach einem Abenteurer aus und sie bezweifelte auch, dass in der Realität eine nennenswerte Zahl an Leuten ihren Lebensunterhalt damit verdiente, Schätze aus Drachenhorten und tiefen Katakomben zu bergen. Vielleicht einmal in der Zeit vor Heofader, während der Herrschaft der Drachen. Statt von Abenteurern wurde diese Taverne jedenfalls hauptsächlich von übermüdeten Handelsreisenden bevölkert. Im Inneren war die Luft stickig, der Wein ungenießbar und zu Essen gab es Eintopf, bei dem sie nicht sagen konnte, was alles drin war. Es war vielleicht auch besser, es nicht zu wissen. <br />
<br />
Die ehemalige Fürstin machte sich aber wieder Gedanken um solche alltäglichen Nebensächlichkeiten und das kündigte schon eine Änderung ihrer Gemütsverfassung an. In der ganzen Zeit seit der Flucht kreisten ihre Gedanken ausschließlich um das Unglück, das sie heimgesucht hatte. Die Flucht aus ihrer Heimat und die Hinrichtung ihres Gemahls. Sie hatte sich komplett ins Gebet zurückgezogen und selbst ihren eigenen Kindern nur wenig Beachtung geschenkt. Sie schalt sich selbst für diesen Egoismus. War ihr Leiden etwa größer als das ihrer Kinder? Brauchten sie nicht gerade in diesen Zeiten jede Unterstützung ihrer Mutter? Was hatte aber dieses Umdenken veranlasst? Sie konnte es selbst nicht sagen. Vielleicht war es aber ein Zeichen Heofaders, dass sie von der Seuche, die derzeit in ihrem Zug grassierte, verschont blieb. Wollte Heofader ihr damit sagen, dass es an der Zeit sei, wieder eine aktive Rolle zu spielen und für die Anderen da zu sein? <br />
<br />
Sie betrat das Zimmer, in dem sie mit ihren Kindern untergekommen war und traf Elithea dort alleine an. Ihre jüngere Tochter hatte sich als die Stärkste von ihnen allen erwiesen und kümmerte sich um Alle so gut es ging. Es war Zeit, ihr einen Teil dieser Verantwortung abzunehmen. Sie ging auf Elithea zu und bereitete sich innerlich darauf vor, mit ihr offen und ehrlich zu reden, das hatte sie verdient. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Meine liebe Tochter"</span>, begann sie in einem ernsten, beinahe feierlichen Ton, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"du bist alt genug, dass ich dir gegenüber offen und ehrlich reden kann."</span> Sie machte eine kurze Pause und fuhr dann fort mit dem, was sie sagen wollte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Heofader hat uns alle vor unsere härteste Prüfung gestellt. Ich weiss, dass ich mich dieser Prüfung bisher nicht so gestellt habe, wie es meine Aufgabe als Fürstin und als Mutter gewesen wäre. Ich habe gesehen wie sehr du dich um alle kümmerst und welche Stärke du trotz allem Unglück zeigst und es erfüllt mich mit Stolz. Zugleich bricht es mir das Herz, dass das Schicksal von dir verlangt hat, diese Rolle zu spielen." </span> Der sonst so kühlen und beherrschten Fürstin läuft bei diesen Worten eine Träne die Wange herunter. Sie schämte sich dafür nicht, sich ihrer Tochter so zu zeigen, denn sie hatte es verdient, ihre Mutter als Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen zu sehen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir können weder unser Schicksal ändern, noch Heofaders Willen ergründen, doch wir können uns entscheiden, zu kapitulieren oder zu kämpfen. Ich habe mich entschieden, zu kämpfen.Gemeinsam mit dir, Larissa und Endymion.</span> Sie ließ diese Worte wirken und wartete Elitheas Reaktion ab. Sie wusste nicht was sie zu erwarten hatte. In dieser Offenheit hat sie bisher nie mit ihrer Tochter gesprochen. Die Katastrophe, die über ihre Familie hereingebrochen ist, hat alles verändert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach den Strapazen auf der Straße erschien Ariadne die Taverne am Straßenrand, in der sie untergekommen waren, beinahe wie ein Palast. Dabei war sie selbst von einem bescheidenen Gutshof auf dem Lande noch weit entfernt. Aber das alles zählte nun nicht mehr, sie hatten immerhin ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und die Möglichkeit, sich zu waschen. Sie und ihre Kinder hatten ein eigenes Zimmer bekommen, der Rest schlief in einem großen Schlafsaal. Ob dies eine der besseren Tavernen war oder eine verrufene Absteige konnte sie natürlich nicht sagen, sie hatte nie die Gelegenheit, dahingehend Erfahrungen zu sammeln. Ihr Bild von Tavernen war bisher ein eher romantisches gewesen. In den alten Geschichten waren es immer Tavernen, in denen sich eine Gruppe Helden versammelte, um Geschichten über vergangene Abenteuer auszutauschen und zu neuen Abenteuern aufzubrechen. In dieser Taverne allerdings sah Niemand nach einem Abenteurer aus und sie bezweifelte auch, dass in der Realität eine nennenswerte Zahl an Leuten ihren Lebensunterhalt damit verdiente, Schätze aus Drachenhorten und tiefen Katakomben zu bergen. Vielleicht einmal in der Zeit vor Heofader, während der Herrschaft der Drachen. Statt von Abenteurern wurde diese Taverne jedenfalls hauptsächlich von übermüdeten Handelsreisenden bevölkert. Im Inneren war die Luft stickig, der Wein ungenießbar und zu Essen gab es Eintopf, bei dem sie nicht sagen konnte, was alles drin war. Es war vielleicht auch besser, es nicht zu wissen. <br />
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Die ehemalige Fürstin machte sich aber wieder Gedanken um solche alltäglichen Nebensächlichkeiten und das kündigte schon eine Änderung ihrer Gemütsverfassung an. In der ganzen Zeit seit der Flucht kreisten ihre Gedanken ausschließlich um das Unglück, das sie heimgesucht hatte. Die Flucht aus ihrer Heimat und die Hinrichtung ihres Gemahls. Sie hatte sich komplett ins Gebet zurückgezogen und selbst ihren eigenen Kindern nur wenig Beachtung geschenkt. Sie schalt sich selbst für diesen Egoismus. War ihr Leiden etwa größer als das ihrer Kinder? Brauchten sie nicht gerade in diesen Zeiten jede Unterstützung ihrer Mutter? Was hatte aber dieses Umdenken veranlasst? Sie konnte es selbst nicht sagen. Vielleicht war es aber ein Zeichen Heofaders, dass sie von der Seuche, die derzeit in ihrem Zug grassierte, verschont blieb. Wollte Heofader ihr damit sagen, dass es an der Zeit sei, wieder eine aktive Rolle zu spielen und für die Anderen da zu sein? <br />
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Sie betrat das Zimmer, in dem sie mit ihren Kindern untergekommen war und traf Elithea dort alleine an. Ihre jüngere Tochter hatte sich als die Stärkste von ihnen allen erwiesen und kümmerte sich um Alle so gut es ging. Es war Zeit, ihr einen Teil dieser Verantwortung abzunehmen. Sie ging auf Elithea zu und bereitete sich innerlich darauf vor, mit ihr offen und ehrlich zu reden, das hatte sie verdient. <br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Meine liebe Tochter"</span>, begann sie in einem ernsten, beinahe feierlichen Ton, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"du bist alt genug, dass ich dir gegenüber offen und ehrlich reden kann."</span> Sie machte eine kurze Pause und fuhr dann fort mit dem, was sie sagen wollte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Heofader hat uns alle vor unsere härteste Prüfung gestellt. Ich weiss, dass ich mich dieser Prüfung bisher nicht so gestellt habe, wie es meine Aufgabe als Fürstin und als Mutter gewesen wäre. Ich habe gesehen wie sehr du dich um alle kümmerst und welche Stärke du trotz allem Unglück zeigst und es erfüllt mich mit Stolz. Zugleich bricht es mir das Herz, dass das Schicksal von dir verlangt hat, diese Rolle zu spielen." </span> Der sonst so kühlen und beherrschten Fürstin läuft bei diesen Worten eine Träne die Wange herunter. Sie schämte sich dafür nicht, sich ihrer Tochter so zu zeigen, denn sie hatte es verdient, ihre Mutter als Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen zu sehen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir können weder unser Schicksal ändern, noch Heofaders Willen ergründen, doch wir können uns entscheiden, zu kapitulieren oder zu kämpfen. Ich habe mich entschieden, zu kämpfen.Gemeinsam mit dir, Larissa und Endymion.</span> Sie ließ diese Worte wirken und wartete Elitheas Reaktion ab. Sie wusste nicht was sie zu erwarten hatte. In dieser Offenheit hat sie bisher nie mit ihrer Tochter gesprochen. Die Katastrophe, die über ihre Familie hereingebrochen ist, hat alles verändert.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[the world is wrong side up]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=504</link>
			<pubDate>Sun, 21 Jul 2024 18:34:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Helias Winters</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=504</guid>
			<description><![CDATA[<center><div style="width: 550px; text-align: justify;"><img width=245px src=https://64.media.tumblr.com/ed4e4b3dcd8be44868c604a7be58e106/100bbffb9d53f502-12/s250x400/4cb5dd35e53649d88257af38f72b282004f8e203.gifv align="left" />Es hatte etwas Beruhigendes, sich langsam der Stadt zu nähern, die seit einigen Tagen sein Ziel darstellte. Nachdem er früh los geritten war, kam er zum späten Vormittag an und wollte - bevor er den Trubel der Stadt aufsuchte - noch einen Moment der Ruhe genießen. Er mochte Großstädte nicht besonders, und im Gegensatz zu Penwick, war Castandor wohl nochmal eine andere Art von Stadt. Und zugleich sah er doch das Potenzial, sich dort Informationen zu beschaffen und seine Begierde auszuleben, Menschen von ihren kostbarsten Trophäen zu befreien. Es war keine Emotionalität darüber vorhanden, dass er Penwick verlassen hatte, vielmehr war da ein kaltes Pflichtbewusstsein, eines Tages - erneut - nach Hause zu kommen. Vielmehr schätzte er es jedoch, nicht mehr im Käfig der Hafenstadt zu leben und das Leben frei zu genießen, denn als er los ritt, merkte er, dass er trotz seiner Pflicht frei war. Anders frei als noch vor einigen Tagen, wenngleich er im Gegensatz zu seinem Ziehbruder tatsächlich wohl schon immer vergleichsweise frei lebte. Doch Helias war nie wie sie - und deshalb befand er sich auch zahlreiche Kilometer von seiner Heimat entfernt, wenn man sie denn so nennen könnte.<br />
<br />
Dass er bald etwas alte Heimat wieder entdecken würde, damit rechnete er nicht; er rechnete auch nicht damit, dass er auf diese Art und Weise passierte. Insgesamt rechnete er mit wenig davon, was in den nächsten Minuten passieren sollte. In jedem Fall entschloss er sich dazu, auf die letzten Kilometer hin noch einmal eine Pause einzulegen. Etwas abseits der Wege band er sein Ross an und trat dann mit zögernden Schritten über den Boden des Waldes. Grundsätzlich würde er sich als geschickt und vorsichtig bezeichnen, nicht umsonst hatte er seinen Ruf, doch irgendetwas ließ ihn unvorsichtig werden; er wusste nur nicht gänzlich, was es war. Glaubte er, sicher zu sein? Oder fühlte er sich draußen schon immer sicherer als in der Stadt, was zugleich zur Fehleinschätzung der Situation führte.<br />
<br />
Wälder hatten etwas Beruhigendes. Zwischen Blätterrascheln und zwitschernden Vögeln gab es jedoch auch Menschen, die vorsichtiger waren. Das war jedenfalls sein erster Gedanke, der ihm in den Kopf schoss, als ein Seil ihn am Bein hochzog und er plötzlich die Welt aus einer Perspektive sah, die ihm unbekannt war: Kopfüber. Der Schreck war schnell vorüber; nicht jedoch die Sorge, wer ihn eingefangen hatte und wie er hier wieder rauskommen sollte. Mit einer ziemlichen Muskelkraft schaffte er zwar, das Seil zu erreichen, nachdem er seinen Dolch aus der Scheide zog, doch das durchzutrennen, würde vermutlich Stunden dauern. Obwohl er kurz überlegte, nach dem Verantwortlichen zu rufen, tat er es nicht. Faktisch wäre dies genauso unvorsichtig, oder nicht? Noch hatte er eine Chance, zu entfliehen - wie auch immer er das schaffen wollte.<br />
</div></center>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><div style="width: 550px; text-align: justify;"><img width=245px src=https://64.media.tumblr.com/ed4e4b3dcd8be44868c604a7be58e106/100bbffb9d53f502-12/s250x400/4cb5dd35e53649d88257af38f72b282004f8e203.gifv align="left" />Es hatte etwas Beruhigendes, sich langsam der Stadt zu nähern, die seit einigen Tagen sein Ziel darstellte. Nachdem er früh los geritten war, kam er zum späten Vormittag an und wollte - bevor er den Trubel der Stadt aufsuchte - noch einen Moment der Ruhe genießen. Er mochte Großstädte nicht besonders, und im Gegensatz zu Penwick, war Castandor wohl nochmal eine andere Art von Stadt. Und zugleich sah er doch das Potenzial, sich dort Informationen zu beschaffen und seine Begierde auszuleben, Menschen von ihren kostbarsten Trophäen zu befreien. Es war keine Emotionalität darüber vorhanden, dass er Penwick verlassen hatte, vielmehr war da ein kaltes Pflichtbewusstsein, eines Tages - erneut - nach Hause zu kommen. Vielmehr schätzte er es jedoch, nicht mehr im Käfig der Hafenstadt zu leben und das Leben frei zu genießen, denn als er los ritt, merkte er, dass er trotz seiner Pflicht frei war. Anders frei als noch vor einigen Tagen, wenngleich er im Gegensatz zu seinem Ziehbruder tatsächlich wohl schon immer vergleichsweise frei lebte. Doch Helias war nie wie sie - und deshalb befand er sich auch zahlreiche Kilometer von seiner Heimat entfernt, wenn man sie denn so nennen könnte.<br />
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Dass er bald etwas alte Heimat wieder entdecken würde, damit rechnete er nicht; er rechnete auch nicht damit, dass er auf diese Art und Weise passierte. Insgesamt rechnete er mit wenig davon, was in den nächsten Minuten passieren sollte. In jedem Fall entschloss er sich dazu, auf die letzten Kilometer hin noch einmal eine Pause einzulegen. Etwas abseits der Wege band er sein Ross an und trat dann mit zögernden Schritten über den Boden des Waldes. Grundsätzlich würde er sich als geschickt und vorsichtig bezeichnen, nicht umsonst hatte er seinen Ruf, doch irgendetwas ließ ihn unvorsichtig werden; er wusste nur nicht gänzlich, was es war. Glaubte er, sicher zu sein? Oder fühlte er sich draußen schon immer sicherer als in der Stadt, was zugleich zur Fehleinschätzung der Situation führte.<br />
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Wälder hatten etwas Beruhigendes. Zwischen Blätterrascheln und zwitschernden Vögeln gab es jedoch auch Menschen, die vorsichtiger waren. Das war jedenfalls sein erster Gedanke, der ihm in den Kopf schoss, als ein Seil ihn am Bein hochzog und er plötzlich die Welt aus einer Perspektive sah, die ihm unbekannt war: Kopfüber. Der Schreck war schnell vorüber; nicht jedoch die Sorge, wer ihn eingefangen hatte und wie er hier wieder rauskommen sollte. Mit einer ziemlichen Muskelkraft schaffte er zwar, das Seil zu erreichen, nachdem er seinen Dolch aus der Scheide zog, doch das durchzutrennen, würde vermutlich Stunden dauern. Obwohl er kurz überlegte, nach dem Verantwortlichen zu rufen, tat er es nicht. Faktisch wäre dies genauso unvorsichtig, oder nicht? Noch hatte er eine Chance, zu entfliehen - wie auch immer er das schaffen wollte.<br />
</div></center>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Heerlager]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=434</link>
			<pubDate>Thu, 04 Jul 2024 15:10:13 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Belisarius Caderitor</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=434</guid>
			<description><![CDATA[Einsam trat der Heermeister über die neu angelegte Straßen zum großen Heerlager von King's Portal. Er ritt nicht auf einem Pferd, hatte sich Zeit genommen und war zu diesem Ort gewandert. Tief in Gedanken lauschte er einer Melodie aus seiner Kindheit, die er in einsamen Stunden bewahrte und stets eine beruhigende Begleitung war. Musik war etwas, was in den tragischen Stunden seines Lebens nicht zwingend Erlösung war aber genügend Erleichterung verschaffen konnte, etwas das Tragfähigkeit besaß und Belisarius etwas gab, was ihn weitermachen ließ. Wenige Dinge in seinem Leben erfüllten ihn wirklich, hinterließen eine Zufriedenheit, so dass er als Mensch ständig getrieben und unbeständig war. All die Gewalt um ihn herum, brach jeden Frieden mit sich selbst. Er gab nur vor, ruhig zu sein, spielte eine Rolle, dass er wahrlich kaltherzig war und doch war es nicht. Er hatte nur ein zerbrochenes Herz, welches unfähig war, zu heilen. Die Liebe zu Skadi war die einzige Wärme, die jene Menschlichkeit in diesem Herzen bewahrte und auch für andere zugänglich machte. Diese Liebe erlaubte zwar keine Heilung aber Linderung seines einsamen Schmerzes. Denn er wusste, dass er eigentlich nur Mensch war, weil er sich entschieden hatte, Mensch zu bleiben, weil es Menschen, wie Skadi in seinem Leben gab. Sie war die Gewissheit, dass auch ihm ein Moment des Glücks möglich war. Doch die Schatten wurden länger und überdeckten bereits jene kleine Hoffnung, dass er auch ein gutes Leben führen konnte. Dieser Spaziergang, diese winzige Wanderung, zu seinem Heerlager erlaubte Gedanken, tiefsinnige Träume und auch einen Moment des Innehaltens. Belisarius wollte nachdenken, musste vieles überdenken und würde sich doch wieder für den grausamen Weg entscheiden. Denn im Gegensatz zu seiner Hoffnung, war seine Wirklichkeit abgekommen, verdammt und gezeichnet von jenen Taten, die er im Namen anderer Mächte getan hatte. <br />
<br />
Vor ihm begannen sich die Palisaden des Lagers abzuzeichnen, die wie scharfe Zähne in den Himmel ragten. Schwarzer Rauch stieg aus vielen Öfen und Feuern auf, verdunkelte Teile des Himmels und auch der krachende Lärm vieler Stimmen, von schlagenden Waffen sowie lautem Getier drang bereits in leiser Vorahnung zu ihm durch. Seine innere Melodie verstummte dezent, auch in der Gewissheit, dass im Lärm des Lagers keinerlei Musik wirklich Eigenständigkeit besaß. Belisarius trat voran, immer wieder Schritt um Schritt. Er trug seinen silbernen Harnisch, jedoch nur als Halbharnisch, indem er keinen Beinpanzer trug. Auch auf einen Helm hatte er verzichtet, doch seine Klingen und das Schwert trug er bei sich, wie gewohnt am schweren Waffengurt aus breitem Leder. Über seinem Harnisch war ein farbiges Band gelegt, welches in den Farben seines Hauses gehalten war. An diesem Band hing zudem ein kleine Falkenfigur aus Silber. Er war klar als Offizier und Obrist des Heeres zu erkennen. Nur wenige konnten sich derartigen hochwertigen Panzer leisten und auch die Veredelung mit Silber hob ihn deutlich ab. Dies war durchaus gewollt, da er im Schlachtengetümmel gesehen werden wollte, um seinem Truppen als Anführer erkenntlich zu sein. Es galt manche Schlacht direkt zu führen und als Heermeister war es auch seine Aufgabe, dass Schicksal seines Heeres zu teilen. Daran verdiente er gut und er ließ sich bereitwillig auf dieses Geschäft ein, so tödlich und brutal es für viele sein mochte. Das Lager kam immer näher und die erste Passanten und Menschen drängten sich in Reihen an ihm vorbei. Darunter auch Handkarren mit Warren, wie Wein oder Obst aber auch große Karren mit geschmiedeten Waffen oder langen Speeren, die als Erstbewaffnung verwendet wurden. Belisarius betrachtete aufmerksam die Menschenketten und Warenwege zu seinem Lager, die sicherlich dankbar für die angelegte und befestigten Straße waren. Der Heermeister und Kriegsherr wusste um die Bedeutung von Infrastruktur und hatte bereits Handwerker aber auch Straßenbauer beauftragt, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Neben Straßen und Palisaden hatten sie auch kleinere Hütten, Großzelte oder auch Behelfsschmieden angelegt, um dem Heerlager notwendige Ausstattung zu verschaffen. Auch Küchen waren geschaffen worden, um die wachsende Armee zu versorgen. Die beiden großen Banner vor dem großen Portal des Lagers kamen in Sicht. Eines stand für sein Haus und das andere für Castandor mit den Castellanos. Beide Banner wehten weit empor und waren gut sichtbar. Belisarius kurz hinauf, nahm seinen breiten Federhut ab, um seinen Respekt zu bezeugen. Jeder Offizier war dazu verpflichtet. Niemand sollte sich unwissend zeigen, ob der Banner und ihrer Wirkung. Dies war ein Ort der Macht und der Hoheit, wenn auch die Anmutung durch Scharen an Menschen, dem Getümmel aber auch dem Gestank wenig anderes vermuten ließen. Doch Belisarius erkannte den Wert dieses Ortes; auch seinen tragischen Wert. Hier entschieden sich bald viele Leben und hatten sich bereits viele Leben entschieden. Belisarius schickte sich an behutsam und vernünftig mit diesen Leben umzugehen, damit sie ihren Preis in Soldat auch wert sein konnten.<br />
<br />
Zwei Wachen mit einem einfachen aber wertigen Halbharnisch und einem Helm standen mit ihren großen Hellebarden am Eingang des Lagers, diszipliniert und wachsam. Auch sie trugen ein Band über dem Harnisch in den Farben des Heeres von Castandor. Ein Offizier trat auf Belisarius zu. Auch dieser trug einen silbernen Harnisch und einen Federhut. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Mein Herr,"</span> grüßte er und reihte sich in den Schritt von Belisarius ein. Belisarius hingegen setzte seinen Hut wieder auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir haben euch noch gar nicht erwartet. Eine Inspektion?"</span> - fragte der Offizier, während die beiden an drei Soldaten vorbeigingen, die zwar keine Rüstung trugen, aber mit Waffen gegürtet waren. Diese Drei kontrollierten die Wagen vor dem Einlass und prüften die Einlassberechtigung oder Gründe vor einen Übertritt ins Lager. Weiter hinten ihnen standen zwei Offiziere, welche von jeweils zwei Hellebardenträgern begleitet wurden. Sie standen vor der Reihe an Werbungswilligen und möglichen Rekruten. Die zwei Offiziere notierten sich Namen, erfragten Interesse und Begehren der möglichen neuen Söldner und wiesen sie dann auf den Musterplatz ein, der unlängst hinter dem Tor lag und von diversen kleineren Fahnen geziert wurde. Hier stand jede Fahne für ein eigenes Regiment, dessen man sich anschließen konnte. Einige der Musterwilligen brachten bereits einfache Waffen selbst mit oder begehrten den Status eines Doppelsöldners, weil sie bereits als Söldner gedient hatten. Doch in der Regel mussten die Musterwilligen nach Anwerbung gegen das erste Handgeld eigene Waffen und Rüstung vom Zeugmeister des Lagers erwerben. Dieser stand unmittelbar am Musterplatz mit seinem riesigen Zelt und diversen Wagen mit Rüstungsteilen, Speeren, Schwertern und anderem Gerät, was für einen Söldner als Werkzeug notwendig war. Belisarius hatte dafür gesorgt, dass die Standardausrüstung gegen das erste Handgeld günstig zu erwerben war und weitere Waffen und Ausrüstung auch gegen den sogenannten Anschrieb - also einem Einbehalt vom Sold - erworben werden konnte. Die Standardausrüstung war ein geschmiedeter Halbharnisch, schwere Lederhandschuhe und kniehohe beschlagene Stiefel sowie ein knielanger stark gefütterter dunkelblauer Gambeson. Dazu gesellten sich ein Kurzschwert, welches in Masse gefertigt worden war und ein Speer. Den Abschluss bildete in der Regel ein sogenannter Vollhelm als Backenhelm-Variante. Dieser ließ die Nase, die Augen und das Kinn frei, so dass der Soldat gut atmen und sehen konnte. Als kleines Geschenk erhielten die Gemusterten eine Band in den Heeres- und Regimentsfarben, damit sie sich gegenseitig erkennen konnten. Nachdem sie ausgerüstet waren, wurden sie zum Eidbanner geführt und mussten vor einem Prediger und einem Offizier ihren Eid leisten, sich in das Eidbuch eintragen und waren damit offiziell Söldner des großen Heeres von Castandor. Danach wurden sie nach ihren Fähigkeiten zugewiesen, weiter ausgebildet oder direkt verwendet. Drill war Belisarius wichtig, so dass bereits in der Ferne riesige Linien an Soldaten in Speerformationen erkenntlich wurden, die verschiedene Varianten von ihren Formationen einübten und laut marschierten. Belisarius war in soweit zufrieden, ließ sich kurz Zeit mit seiner Antwort und nickte dann. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Eine unangemeldete Inspektion, Obrist."</span> - war die knappe Antwort. Der hohe Offizier schluckte schnell und deutete in das Lager. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Seid Willkommen, Heermeister."</span> - sagte dieser und deutete eine dezente Verbeugung mit seinem Haupt an. Belisarius tat dies ebenfalls. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich kenne den Weg. Geht eurer Wache nach,"</span> befahl er knapp und ließ den Offizier achtsam stehen, da er sich selbst ein Bild machen wollte.<br />
<br />
Doch da fiel ihm etwas auf, als er weiter trat. Eine kleine Kolonne an Reitern ritt mit Lanzen und schwerem Harnisch an ihm vorbei. Sie würden die Ställe aufsuchen. Die Reiter waren bunt geschmückt und hatten große Federbüsche auf ihren Helmen. Sie gehörten zu den Panzerreitern, einer der Elite-Regimenter seines Heeres und waren nicht nur teuer im Unterhalt, sondern auch wertvoll in der Schlacht. Aber diese Kolonne war nicht sein Interesse, sondern das kleine Schreibzelt mit einem großen Holztisch davor, vor denen mehrere Frauen wehklagend standen und einen Schreiber belagerten, der mit Inventarisierung des Personals betraut war. Die Frauen klagten laut, teilweise unter Tränen, ihr Leid. Sie vermissten ihre Männer, Söhne und Väter. Belisarius trat mit einem großen Schritt heran, um den armen Schreiber zu entlasten. Dieser blickte auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Mein Herr,"</span> grüßte dieser vorbildlich und Belisarius hob die Hand zur Besänftigung der Frauenkolonne. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wo sind unsere Kinder? Unsere Männer?"</span> - raunten sie mit tragischer Klage. "Im Zweifel hier," sagte er der Heermeister nüchtern, während der Schreiber hektisch seine Tafeln sortierte. Wieder ritt eine Zug an Reitern vorbei. Das Getrampel übertönte kurz die Wehklage. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Gebt sie uns zurück!"</span> - war die lautstarke Forderung der Frauen, die nicht ihre Männer im Schlachtgeschehen verloren wissen wollten. Belisarius seufzte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Wenn sie sich gemeldet haben, ist es ihr freier Wille. Ich kann niemanden aus dem Dienst entlassen,"</span> donnerte er kalte Worte hinab und war auch nicht willens diesen Frauen ihre Männer oder Söhne zurückzugeben. Es würde jedwede Disziplin gefährden, wenn er jetzt nachgab. Dennoch musste er die Lage lösen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ihr könnt euch aber dem Tross anschließen und mit ihnen reisen. Wir brauchen auch immer Köchinnen oder Mägde,"</span> erklärte er und versuchte damit auch den Personalbedarf an Dienstleistung mit abzudecken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir wollen, dass sie das Heer verlassen,"</span> war die nächste Forderung und Belisarius rollte mit den Augen. Es war ihm gleichgültig, was diese Frauen wollten und doch bot diese Lage ein gewisses politisches Potenzial. Eine kleine Kolonne an Armbrustschützen in ihren Kettenrüstungen zog vorbei, so dass das Gespräch kurz unterbrochen wurde, bevor es wieder aufgenommen wurde. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Sie können es nicht verlassen. Wer das Handgeld nimmt, stimmt einer Verwendung im vereinbarten Zeitraum zu. Der Zeitraum kann nur durch Kriegsunfähigkeit oder Tod verkürzt werden. Der Dienst ist verpflichtend und wurde jedem Werbungswilligen vollends erklärt. Ihre Zustimmung war freiwillig,"</span> erklärte er. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Der Tross steht euch jederzeit frei,"</span> wiederholte er und deutete hinter sich zu einem Trosszelt mit Ofen und Herd, welches als Küche diente. Dort taten in der Tat einige Frauen Dienst und schnitten riesige Mengen an Gemüse und einer geringeren Menge an Fleisch für einen übergroßen Eintopf, dessen Wasser bereits köchelte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Eure Männer und Söhne erhalten Sold. Einen guten Sold und erhalten noch dazu wertvolle Ausrüstung. Wenn sie zurückkehren, werden sie gemachte Männer sein. Seid dankbar für diese Gelegenheit," </span>formulierte er eine behelfsmäßige Idee, die selbst ihm nicht ganz passte. Niemand wurde im Krieg gemacht, sondern eher zerstört. Denn niemand zog in den Krieg und kehrte als der Mensch zurück, als der er gegangen war. <br />
<br />
Die Frauen weinten, klagten erneut und dieses mal sehr wirr und durcheinander. Forderungen und Klagen gingen ineinander über. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich bin dessen überdrüssig,"</span> murmelte er und hob seine beiden Arme und machte eine Faustgeste. Ein optisches Signal für die Wachtmeister des Lagers eine Wachgruppe an den Heermeister zu schicken. Jedes Heer hatte seine Zeichen und Befehle. Mehrere Wachen strömten herbei, teilweise mit Hellebarden bewaffnet. Die Hellebarde war ein Erkennungszeichen für höherstehende Soldaten und auch eine Waffe mit Disziplinierungsautorität. Sie war ein Erkennungszeichen für Wachhabende und Soldaten mit entsprechende Wachaufgabe.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Diese Frauen werden das Lager verlassen. Wenn sie sich dem Tross als Mägde oder Köchinnen anschließen wollen, sollen sie dies tun. Bis dahin dürfen sie das Lager nicht betreten,"</span> beschloss der Kriegsherr und deutete auf den Kreis an Frauen, die nun zum Teil auf ihre Knie fielen. Doch die Wachen nickten willfährig und begannen die Frauen unsanft zu packen oder mit quergestellten Hellebarden aus dem Lager zu treiben. Belisarius seufzte abermals. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Sie haben Recht. Ich stehle ihnen Generationen,"</span> sagte er zum Schreiber, der müde aufblicke. Sein Gambeson trug ein spezielles Zeichen, was ihn als Schreiber und Beamten des Heeres auszeichnete. Dies schützte ihn vor körperlicher Gewalt, wenn sie nicht entsprechend angeordnet war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Mein Herr, das tun wir alle. Doch es ist notwendig," </span>versuchte der Schreiber seinen obersten Herren zu beruhigen, da er merkte, dass diese Lage Belisarius doch sichtlich beunruhigt hatte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir werden sehen,"</span> meinte der Heermeister und setzte seinen Weg fort. Belisarius war sich des Umstandes bewusst, dass er sicherlich eine Art Lebensdieb war. - Und nicht jeder, der sich hier im Lager als Söldner meldete, wirklich ganz freiwillig dienen wollte. Aus seiner Sicht gab es jedoch keine alternativen Möglichkeiten. Ein Heer musste gemacht werden, wie ein Soldat auch durch Drill abgerichtet wurde.<br />
<br />
Er gelangte an einem Teil des Lagers vorbei, wo die sogenannten Werbungswilligen aus Matarriya verwahrt wurden. Belisarius ließ sie strikt vom regulären Heer trennen, da sie nicht freiwillig eingetreten waren oder nicht die notwendige Gewähr boten, einen disziplinierten Dienst abzuleisten. Belisarius wusste darum, dass dies Zwangsrekrutierte waren und zu Tausenden verschifft worden waren. So leid es ihm war, so musste er sie nur in ihr Funktion als militärisches Auffüllmaterial betrachten. König Ridvan hatte sie nun mal in den Dienst pressen lassen. Sie konnten Masse schaffen aber waren in ihrer Struktur nicht für disziplinierte Manöver zu gebrauchen. Teile von ihnen hatten bereits einen Fluchtversuch unternommen und lagen nun in Ketten in kleineren Zelten, wo sie auf ihr Schicksal warteten. Belisarius würde über deren Schicksal noch befinden müssen und wie er sie verwendbar machen konnte. Der Teil der Sommerländer, welche nicht fliehen wollten, war motivationslos oder zum Teil kränklich. Er gedachte diese in einer einfachen Linientaktik auszubilden und ihnen schlicht Speere und einen Gambeson sowie Helm zu geben, damit sie als Frontlinienfußvolk erste Linien des Feindes brechen konnten. Sofern sie hierbei ihren Dienst verrichten konnten, war dies gut genug. Wenn sie sich danach auflösten oder verfielen, war dies gleichgültig, da das reguläre Heer nun handlungsfähig wäre. Belisarius blickte dezent angewidert auf das Schauspiel mit diesen Leuten, da sie sich wenig geordnet bewegten, mehr herumlungerten und durch die Offiziere und Wachtmeister streng beaufsichtigt werden mussten. Immer wieder drang wütendes Gebrüll hinüber, weil ein Offizier einen unwilligen Sommerländer ermahnen musste. Das war kein Heer in den Augen von Belisarius, sondern viel mehr eine Ansammlung von Notwendigkeiten. Der Heermeister wandte seinen Blick ab und machte sich auf, zu seinem Hauptzelt und Hauptquartier, um weitere Entschlüsse zu fassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Einsam trat der Heermeister über die neu angelegte Straßen zum großen Heerlager von King's Portal. Er ritt nicht auf einem Pferd, hatte sich Zeit genommen und war zu diesem Ort gewandert. Tief in Gedanken lauschte er einer Melodie aus seiner Kindheit, die er in einsamen Stunden bewahrte und stets eine beruhigende Begleitung war. Musik war etwas, was in den tragischen Stunden seines Lebens nicht zwingend Erlösung war aber genügend Erleichterung verschaffen konnte, etwas das Tragfähigkeit besaß und Belisarius etwas gab, was ihn weitermachen ließ. Wenige Dinge in seinem Leben erfüllten ihn wirklich, hinterließen eine Zufriedenheit, so dass er als Mensch ständig getrieben und unbeständig war. All die Gewalt um ihn herum, brach jeden Frieden mit sich selbst. Er gab nur vor, ruhig zu sein, spielte eine Rolle, dass er wahrlich kaltherzig war und doch war es nicht. Er hatte nur ein zerbrochenes Herz, welches unfähig war, zu heilen. Die Liebe zu Skadi war die einzige Wärme, die jene Menschlichkeit in diesem Herzen bewahrte und auch für andere zugänglich machte. Diese Liebe erlaubte zwar keine Heilung aber Linderung seines einsamen Schmerzes. Denn er wusste, dass er eigentlich nur Mensch war, weil er sich entschieden hatte, Mensch zu bleiben, weil es Menschen, wie Skadi in seinem Leben gab. Sie war die Gewissheit, dass auch ihm ein Moment des Glücks möglich war. Doch die Schatten wurden länger und überdeckten bereits jene kleine Hoffnung, dass er auch ein gutes Leben führen konnte. Dieser Spaziergang, diese winzige Wanderung, zu seinem Heerlager erlaubte Gedanken, tiefsinnige Träume und auch einen Moment des Innehaltens. Belisarius wollte nachdenken, musste vieles überdenken und würde sich doch wieder für den grausamen Weg entscheiden. Denn im Gegensatz zu seiner Hoffnung, war seine Wirklichkeit abgekommen, verdammt und gezeichnet von jenen Taten, die er im Namen anderer Mächte getan hatte. <br />
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Vor ihm begannen sich die Palisaden des Lagers abzuzeichnen, die wie scharfe Zähne in den Himmel ragten. Schwarzer Rauch stieg aus vielen Öfen und Feuern auf, verdunkelte Teile des Himmels und auch der krachende Lärm vieler Stimmen, von schlagenden Waffen sowie lautem Getier drang bereits in leiser Vorahnung zu ihm durch. Seine innere Melodie verstummte dezent, auch in der Gewissheit, dass im Lärm des Lagers keinerlei Musik wirklich Eigenständigkeit besaß. Belisarius trat voran, immer wieder Schritt um Schritt. Er trug seinen silbernen Harnisch, jedoch nur als Halbharnisch, indem er keinen Beinpanzer trug. Auch auf einen Helm hatte er verzichtet, doch seine Klingen und das Schwert trug er bei sich, wie gewohnt am schweren Waffengurt aus breitem Leder. Über seinem Harnisch war ein farbiges Band gelegt, welches in den Farben seines Hauses gehalten war. An diesem Band hing zudem ein kleine Falkenfigur aus Silber. Er war klar als Offizier und Obrist des Heeres zu erkennen. Nur wenige konnten sich derartigen hochwertigen Panzer leisten und auch die Veredelung mit Silber hob ihn deutlich ab. Dies war durchaus gewollt, da er im Schlachtengetümmel gesehen werden wollte, um seinem Truppen als Anführer erkenntlich zu sein. Es galt manche Schlacht direkt zu führen und als Heermeister war es auch seine Aufgabe, dass Schicksal seines Heeres zu teilen. Daran verdiente er gut und er ließ sich bereitwillig auf dieses Geschäft ein, so tödlich und brutal es für viele sein mochte. Das Lager kam immer näher und die erste Passanten und Menschen drängten sich in Reihen an ihm vorbei. Darunter auch Handkarren mit Warren, wie Wein oder Obst aber auch große Karren mit geschmiedeten Waffen oder langen Speeren, die als Erstbewaffnung verwendet wurden. Belisarius betrachtete aufmerksam die Menschenketten und Warenwege zu seinem Lager, die sicherlich dankbar für die angelegte und befestigten Straße waren. Der Heermeister und Kriegsherr wusste um die Bedeutung von Infrastruktur und hatte bereits Handwerker aber auch Straßenbauer beauftragt, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Neben Straßen und Palisaden hatten sie auch kleinere Hütten, Großzelte oder auch Behelfsschmieden angelegt, um dem Heerlager notwendige Ausstattung zu verschaffen. Auch Küchen waren geschaffen worden, um die wachsende Armee zu versorgen. Die beiden großen Banner vor dem großen Portal des Lagers kamen in Sicht. Eines stand für sein Haus und das andere für Castandor mit den Castellanos. Beide Banner wehten weit empor und waren gut sichtbar. Belisarius kurz hinauf, nahm seinen breiten Federhut ab, um seinen Respekt zu bezeugen. Jeder Offizier war dazu verpflichtet. Niemand sollte sich unwissend zeigen, ob der Banner und ihrer Wirkung. Dies war ein Ort der Macht und der Hoheit, wenn auch die Anmutung durch Scharen an Menschen, dem Getümmel aber auch dem Gestank wenig anderes vermuten ließen. Doch Belisarius erkannte den Wert dieses Ortes; auch seinen tragischen Wert. Hier entschieden sich bald viele Leben und hatten sich bereits viele Leben entschieden. Belisarius schickte sich an behutsam und vernünftig mit diesen Leben umzugehen, damit sie ihren Preis in Soldat auch wert sein konnten.<br />
<br />
Zwei Wachen mit einem einfachen aber wertigen Halbharnisch und einem Helm standen mit ihren großen Hellebarden am Eingang des Lagers, diszipliniert und wachsam. Auch sie trugen ein Band über dem Harnisch in den Farben des Heeres von Castandor. Ein Offizier trat auf Belisarius zu. Auch dieser trug einen silbernen Harnisch und einen Federhut. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Mein Herr,"</span> grüßte er und reihte sich in den Schritt von Belisarius ein. Belisarius hingegen setzte seinen Hut wieder auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir haben euch noch gar nicht erwartet. Eine Inspektion?"</span> - fragte der Offizier, während die beiden an drei Soldaten vorbeigingen, die zwar keine Rüstung trugen, aber mit Waffen gegürtet waren. Diese Drei kontrollierten die Wagen vor dem Einlass und prüften die Einlassberechtigung oder Gründe vor einen Übertritt ins Lager. Weiter hinten ihnen standen zwei Offiziere, welche von jeweils zwei Hellebardenträgern begleitet wurden. Sie standen vor der Reihe an Werbungswilligen und möglichen Rekruten. Die zwei Offiziere notierten sich Namen, erfragten Interesse und Begehren der möglichen neuen Söldner und wiesen sie dann auf den Musterplatz ein, der unlängst hinter dem Tor lag und von diversen kleineren Fahnen geziert wurde. Hier stand jede Fahne für ein eigenes Regiment, dessen man sich anschließen konnte. Einige der Musterwilligen brachten bereits einfache Waffen selbst mit oder begehrten den Status eines Doppelsöldners, weil sie bereits als Söldner gedient hatten. Doch in der Regel mussten die Musterwilligen nach Anwerbung gegen das erste Handgeld eigene Waffen und Rüstung vom Zeugmeister des Lagers erwerben. Dieser stand unmittelbar am Musterplatz mit seinem riesigen Zelt und diversen Wagen mit Rüstungsteilen, Speeren, Schwertern und anderem Gerät, was für einen Söldner als Werkzeug notwendig war. Belisarius hatte dafür gesorgt, dass die Standardausrüstung gegen das erste Handgeld günstig zu erwerben war und weitere Waffen und Ausrüstung auch gegen den sogenannten Anschrieb - also einem Einbehalt vom Sold - erworben werden konnte. Die Standardausrüstung war ein geschmiedeter Halbharnisch, schwere Lederhandschuhe und kniehohe beschlagene Stiefel sowie ein knielanger stark gefütterter dunkelblauer Gambeson. Dazu gesellten sich ein Kurzschwert, welches in Masse gefertigt worden war und ein Speer. Den Abschluss bildete in der Regel ein sogenannter Vollhelm als Backenhelm-Variante. Dieser ließ die Nase, die Augen und das Kinn frei, so dass der Soldat gut atmen und sehen konnte. Als kleines Geschenk erhielten die Gemusterten eine Band in den Heeres- und Regimentsfarben, damit sie sich gegenseitig erkennen konnten. Nachdem sie ausgerüstet waren, wurden sie zum Eidbanner geführt und mussten vor einem Prediger und einem Offizier ihren Eid leisten, sich in das Eidbuch eintragen und waren damit offiziell Söldner des großen Heeres von Castandor. Danach wurden sie nach ihren Fähigkeiten zugewiesen, weiter ausgebildet oder direkt verwendet. Drill war Belisarius wichtig, so dass bereits in der Ferne riesige Linien an Soldaten in Speerformationen erkenntlich wurden, die verschiedene Varianten von ihren Formationen einübten und laut marschierten. Belisarius war in soweit zufrieden, ließ sich kurz Zeit mit seiner Antwort und nickte dann. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Eine unangemeldete Inspektion, Obrist."</span> - war die knappe Antwort. Der hohe Offizier schluckte schnell und deutete in das Lager. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Seid Willkommen, Heermeister."</span> - sagte dieser und deutete eine dezente Verbeugung mit seinem Haupt an. Belisarius tat dies ebenfalls. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich kenne den Weg. Geht eurer Wache nach,"</span> befahl er knapp und ließ den Offizier achtsam stehen, da er sich selbst ein Bild machen wollte.<br />
<br />
Doch da fiel ihm etwas auf, als er weiter trat. Eine kleine Kolonne an Reitern ritt mit Lanzen und schwerem Harnisch an ihm vorbei. Sie würden die Ställe aufsuchen. Die Reiter waren bunt geschmückt und hatten große Federbüsche auf ihren Helmen. Sie gehörten zu den Panzerreitern, einer der Elite-Regimenter seines Heeres und waren nicht nur teuer im Unterhalt, sondern auch wertvoll in der Schlacht. Aber diese Kolonne war nicht sein Interesse, sondern das kleine Schreibzelt mit einem großen Holztisch davor, vor denen mehrere Frauen wehklagend standen und einen Schreiber belagerten, der mit Inventarisierung des Personals betraut war. Die Frauen klagten laut, teilweise unter Tränen, ihr Leid. Sie vermissten ihre Männer, Söhne und Väter. Belisarius trat mit einem großen Schritt heran, um den armen Schreiber zu entlasten. Dieser blickte auf. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Mein Herr,"</span> grüßte dieser vorbildlich und Belisarius hob die Hand zur Besänftigung der Frauenkolonne. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wo sind unsere Kinder? Unsere Männer?"</span> - raunten sie mit tragischer Klage. "Im Zweifel hier," sagte er der Heermeister nüchtern, während der Schreiber hektisch seine Tafeln sortierte. Wieder ritt eine Zug an Reitern vorbei. Das Getrampel übertönte kurz die Wehklage. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Gebt sie uns zurück!"</span> - war die lautstarke Forderung der Frauen, die nicht ihre Männer im Schlachtgeschehen verloren wissen wollten. Belisarius seufzte.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Wenn sie sich gemeldet haben, ist es ihr freier Wille. Ich kann niemanden aus dem Dienst entlassen,"</span> donnerte er kalte Worte hinab und war auch nicht willens diesen Frauen ihre Männer oder Söhne zurückzugeben. Es würde jedwede Disziplin gefährden, wenn er jetzt nachgab. Dennoch musste er die Lage lösen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ihr könnt euch aber dem Tross anschließen und mit ihnen reisen. Wir brauchen auch immer Köchinnen oder Mägde,"</span> erklärte er und versuchte damit auch den Personalbedarf an Dienstleistung mit abzudecken. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir wollen, dass sie das Heer verlassen,"</span> war die nächste Forderung und Belisarius rollte mit den Augen. Es war ihm gleichgültig, was diese Frauen wollten und doch bot diese Lage ein gewisses politisches Potenzial. Eine kleine Kolonne an Armbrustschützen in ihren Kettenrüstungen zog vorbei, so dass das Gespräch kurz unterbrochen wurde, bevor es wieder aufgenommen wurde. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Sie können es nicht verlassen. Wer das Handgeld nimmt, stimmt einer Verwendung im vereinbarten Zeitraum zu. Der Zeitraum kann nur durch Kriegsunfähigkeit oder Tod verkürzt werden. Der Dienst ist verpflichtend und wurde jedem Werbungswilligen vollends erklärt. Ihre Zustimmung war freiwillig,"</span> erklärte er. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Der Tross steht euch jederzeit frei,"</span> wiederholte er und deutete hinter sich zu einem Trosszelt mit Ofen und Herd, welches als Küche diente. Dort taten in der Tat einige Frauen Dienst und schnitten riesige Mengen an Gemüse und einer geringeren Menge an Fleisch für einen übergroßen Eintopf, dessen Wasser bereits köchelte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Eure Männer und Söhne erhalten Sold. Einen guten Sold und erhalten noch dazu wertvolle Ausrüstung. Wenn sie zurückkehren, werden sie gemachte Männer sein. Seid dankbar für diese Gelegenheit," </span>formulierte er eine behelfsmäßige Idee, die selbst ihm nicht ganz passte. Niemand wurde im Krieg gemacht, sondern eher zerstört. Denn niemand zog in den Krieg und kehrte als der Mensch zurück, als der er gegangen war. <br />
<br />
Die Frauen weinten, klagten erneut und dieses mal sehr wirr und durcheinander. Forderungen und Klagen gingen ineinander über. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich bin dessen überdrüssig,"</span> murmelte er und hob seine beiden Arme und machte eine Faustgeste. Ein optisches Signal für die Wachtmeister des Lagers eine Wachgruppe an den Heermeister zu schicken. Jedes Heer hatte seine Zeichen und Befehle. Mehrere Wachen strömten herbei, teilweise mit Hellebarden bewaffnet. Die Hellebarde war ein Erkennungszeichen für höherstehende Soldaten und auch eine Waffe mit Disziplinierungsautorität. Sie war ein Erkennungszeichen für Wachhabende und Soldaten mit entsprechende Wachaufgabe.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Diese Frauen werden das Lager verlassen. Wenn sie sich dem Tross als Mägde oder Köchinnen anschließen wollen, sollen sie dies tun. Bis dahin dürfen sie das Lager nicht betreten,"</span> beschloss der Kriegsherr und deutete auf den Kreis an Frauen, die nun zum Teil auf ihre Knie fielen. Doch die Wachen nickten willfährig und begannen die Frauen unsanft zu packen oder mit quergestellten Hellebarden aus dem Lager zu treiben. Belisarius seufzte abermals. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Sie haben Recht. Ich stehle ihnen Generationen,"</span> sagte er zum Schreiber, der müde aufblicke. Sein Gambeson trug ein spezielles Zeichen, was ihn als Schreiber und Beamten des Heeres auszeichnete. Dies schützte ihn vor körperlicher Gewalt, wenn sie nicht entsprechend angeordnet war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Mein Herr, das tun wir alle. Doch es ist notwendig," </span>versuchte der Schreiber seinen obersten Herren zu beruhigen, da er merkte, dass diese Lage Belisarius doch sichtlich beunruhigt hatte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wir werden sehen,"</span> meinte der Heermeister und setzte seinen Weg fort. Belisarius war sich des Umstandes bewusst, dass er sicherlich eine Art Lebensdieb war. - Und nicht jeder, der sich hier im Lager als Söldner meldete, wirklich ganz freiwillig dienen wollte. Aus seiner Sicht gab es jedoch keine alternativen Möglichkeiten. Ein Heer musste gemacht werden, wie ein Soldat auch durch Drill abgerichtet wurde.<br />
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Er gelangte an einem Teil des Lagers vorbei, wo die sogenannten Werbungswilligen aus Matarriya verwahrt wurden. Belisarius ließ sie strikt vom regulären Heer trennen, da sie nicht freiwillig eingetreten waren oder nicht die notwendige Gewähr boten, einen disziplinierten Dienst abzuleisten. Belisarius wusste darum, dass dies Zwangsrekrutierte waren und zu Tausenden verschifft worden waren. So leid es ihm war, so musste er sie nur in ihr Funktion als militärisches Auffüllmaterial betrachten. König Ridvan hatte sie nun mal in den Dienst pressen lassen. Sie konnten Masse schaffen aber waren in ihrer Struktur nicht für disziplinierte Manöver zu gebrauchen. Teile von ihnen hatten bereits einen Fluchtversuch unternommen und lagen nun in Ketten in kleineren Zelten, wo sie auf ihr Schicksal warteten. Belisarius würde über deren Schicksal noch befinden müssen und wie er sie verwendbar machen konnte. Der Teil der Sommerländer, welche nicht fliehen wollten, war motivationslos oder zum Teil kränklich. Er gedachte diese in einer einfachen Linientaktik auszubilden und ihnen schlicht Speere und einen Gambeson sowie Helm zu geben, damit sie als Frontlinienfußvolk erste Linien des Feindes brechen konnten. Sofern sie hierbei ihren Dienst verrichten konnten, war dies gut genug. Wenn sie sich danach auflösten oder verfielen, war dies gleichgültig, da das reguläre Heer nun handlungsfähig wäre. Belisarius blickte dezent angewidert auf das Schauspiel mit diesen Leuten, da sie sich wenig geordnet bewegten, mehr herumlungerten und durch die Offiziere und Wachtmeister streng beaufsichtigt werden mussten. Immer wieder drang wütendes Gebrüll hinüber, weil ein Offizier einen unwilligen Sommerländer ermahnen musste. Das war kein Heer in den Augen von Belisarius, sondern viel mehr eine Ansammlung von Notwendigkeiten. Der Heermeister wandte seinen Blick ab und machte sich auf, zu seinem Hauptzelt und Hauptquartier, um weitere Entschlüsse zu fassen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Spruce yourself up, little birdie]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=349</link>
			<pubDate>Tue, 21 May 2024 20:20:11 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ronan Mag Mell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=349</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">Ronan hatte kein Glück in den letzten Tagen. Er würde es nicht per se eine Pechsträhne nennen, sowas lag ihm fern…manchmal wollte das Leben eben, dass man mal wieder wachgerüttelt wurde und aufhörte sich permanent die Eier zu schaukeln. Letzteres tat er zwar grundsätzlich lieber, wer nicht… aber nun war es offensichtlich mal wieder an der Zeit den faulen Hintern zu bewegen und ein paar Geschäften den nötigen Fluß zu verpassen, denn er konnte schon kaum ertragen selber die Seele baumeln zu lassen (oder eben die Eier), aber von anderen ertrug er das noch sehr viel weniger. Erstrecht wenn es sich dabei um seine Geschäftspartner handelte oder die, die für ihn jene Geschäfte im Laufen hielten. Trägheit verabscheute der Mag Mell auf Tiefste und mit jener Faulheit, die nichts anderes bewirkte als zu nichts zu kommen..nicht zu Erfolg, zu Geld oder einfach nur einem Weiterkommen, war er definitiv nicht einverstanden. <br />
<br />
Nun war es so gewesen, dass die kleine Hübsche des Gerbers als Druckmittel hatte fungieren sollen, war dieser doch über beide Ohren in die Rothaarige verliebt gewesen und für eine vielversprechende Romanze mit der Kleinen, wäre er sicher bereit gewesen so einiges zu tun.. <br />
Seine einzige Aufgabe dabei war die Schulden, die er bei Mag Mell hatte zu begleichen, denn er stand nicht nur tief in der Kreide, er war auch aufmüpfig genug zu glauben, Ronans Aufforderungen die Schulden zu begleichen, könnten ihm wenig anhaben. Es verlange nach einer Klarstellung, die Ronan eigentlich damit hatte unterstreichen wollen, dass er die süße kleine Rote in sein Bett lockte und breitbeinig wieder in den stinkenden Teil des Hafens zurückschickte. Unglücklicherweise hatten Maeve und ihre liebreizende Eifersucht dafür gesorgt, dass die gute Flora Opfer eines der verfluchten Gebräue der Hexe wurde und dem Hünen noch mitten in seiner Stube auf den Dielen krepiert war. Ärgerlich. Unnötig. Ronan war not amused gewesen und auch wenn er Maeve angedroht hatte sie höchstpersönlich zu dem müffelnden Kadaverschänder zu schicken, hatte er es am Ende nicht umgesetzt und griff statt auf die dunkle Hexe, auf die lichtdurchflutete, reine Seele von Rina zurück. Ronan wusste, er musste den Kerl ködern und seine giftspritzende Schwester war für vieles eine gute Wahl, aber sicher nicht dafür jemandem schöne Augen zu machen, den sie mit aller Macht ablehnte. Ihr Gesicht war ein offenes Buch und ihre Eignung daher mehr als mangelhaft. <br />
Rina dagegen war sanft, bildschön und mit einer derart lieblichen Naivität gesegnet, dass der gute Reginald anbeissen würde noch bevor der Köder richtig ausgeworfen war - zumindest nahm der Mag Mell das an und hatte die Blondine daher zu sich in sein Haus bestellt. <br />
<br />
Als er ihr nun die Türe öffnete, bot sich im Innern der immer wiederkehrende Effekt. Es duftete nach gutem Essen, war verhältnismäßig wohlig temperiert, aber der verfickte Spätsommer war nunmal heiss und nichtmal der König der Unterwelt konnte etwas daran ändern. Immerhin hatte er feuchte Handtücher an die Fenster gehängt und eine angenehme Frisch wehte hinein und verwandelte die staubtrockene Luft der Stadt, die man kaum runterschlucken konnte, in eine angenehmere. „Rina!“, stieß er aus und legte ein zufriedenes Gesicht auf als er ihr die Tür gänzlich aufzog um sie hineinzulassen. „Hast du schon gegessen?“, es war Ronans Manier seine Leute, Gäste und andere Besucher mit gutem Wein und köstlichem Essen zu empfangen. Liebe ging durch den Magen und wenngleich er zwar keine Liebe von all diesen Menschen wollte, wusste er eines sehr genau..die wenigsten hatten genug zu fressen und Essen machte nicht nur selig und zufrieden, sondern glättete auch die größten Antipathien ein Stück weit. Es war seine Masche - und die lief richtig gut! „Setz dich, setz dich…hab eh zu viel. Nimm dir ´nen Teller, weisst ja wo sie stehn."</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">Ronan hatte kein Glück in den letzten Tagen. Er würde es nicht per se eine Pechsträhne nennen, sowas lag ihm fern…manchmal wollte das Leben eben, dass man mal wieder wachgerüttelt wurde und aufhörte sich permanent die Eier zu schaukeln. Letzteres tat er zwar grundsätzlich lieber, wer nicht… aber nun war es offensichtlich mal wieder an der Zeit den faulen Hintern zu bewegen und ein paar Geschäften den nötigen Fluß zu verpassen, denn er konnte schon kaum ertragen selber die Seele baumeln zu lassen (oder eben die Eier), aber von anderen ertrug er das noch sehr viel weniger. Erstrecht wenn es sich dabei um seine Geschäftspartner handelte oder die, die für ihn jene Geschäfte im Laufen hielten. Trägheit verabscheute der Mag Mell auf Tiefste und mit jener Faulheit, die nichts anderes bewirkte als zu nichts zu kommen..nicht zu Erfolg, zu Geld oder einfach nur einem Weiterkommen, war er definitiv nicht einverstanden. <br />
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Nun war es so gewesen, dass die kleine Hübsche des Gerbers als Druckmittel hatte fungieren sollen, war dieser doch über beide Ohren in die Rothaarige verliebt gewesen und für eine vielversprechende Romanze mit der Kleinen, wäre er sicher bereit gewesen so einiges zu tun.. <br />
Seine einzige Aufgabe dabei war die Schulden, die er bei Mag Mell hatte zu begleichen, denn er stand nicht nur tief in der Kreide, er war auch aufmüpfig genug zu glauben, Ronans Aufforderungen die Schulden zu begleichen, könnten ihm wenig anhaben. Es verlange nach einer Klarstellung, die Ronan eigentlich damit hatte unterstreichen wollen, dass er die süße kleine Rote in sein Bett lockte und breitbeinig wieder in den stinkenden Teil des Hafens zurückschickte. Unglücklicherweise hatten Maeve und ihre liebreizende Eifersucht dafür gesorgt, dass die gute Flora Opfer eines der verfluchten Gebräue der Hexe wurde und dem Hünen noch mitten in seiner Stube auf den Dielen krepiert war. Ärgerlich. Unnötig. Ronan war not amused gewesen und auch wenn er Maeve angedroht hatte sie höchstpersönlich zu dem müffelnden Kadaverschänder zu schicken, hatte er es am Ende nicht umgesetzt und griff statt auf die dunkle Hexe, auf die lichtdurchflutete, reine Seele von Rina zurück. Ronan wusste, er musste den Kerl ködern und seine giftspritzende Schwester war für vieles eine gute Wahl, aber sicher nicht dafür jemandem schöne Augen zu machen, den sie mit aller Macht ablehnte. Ihr Gesicht war ein offenes Buch und ihre Eignung daher mehr als mangelhaft. <br />
Rina dagegen war sanft, bildschön und mit einer derart lieblichen Naivität gesegnet, dass der gute Reginald anbeissen würde noch bevor der Köder richtig ausgeworfen war - zumindest nahm der Mag Mell das an und hatte die Blondine daher zu sich in sein Haus bestellt. <br />
<br />
Als er ihr nun die Türe öffnete, bot sich im Innern der immer wiederkehrende Effekt. Es duftete nach gutem Essen, war verhältnismäßig wohlig temperiert, aber der verfickte Spätsommer war nunmal heiss und nichtmal der König der Unterwelt konnte etwas daran ändern. Immerhin hatte er feuchte Handtücher an die Fenster gehängt und eine angenehme Frisch wehte hinein und verwandelte die staubtrockene Luft der Stadt, die man kaum runterschlucken konnte, in eine angenehmere. „Rina!“, stieß er aus und legte ein zufriedenes Gesicht auf als er ihr die Tür gänzlich aufzog um sie hineinzulassen. „Hast du schon gegessen?“, es war Ronans Manier seine Leute, Gäste und andere Besucher mit gutem Wein und köstlichem Essen zu empfangen. Liebe ging durch den Magen und wenngleich er zwar keine Liebe von all diesen Menschen wollte, wusste er eines sehr genau..die wenigsten hatten genug zu fressen und Essen machte nicht nur selig und zufrieden, sondern glättete auch die größten Antipathien ein Stück weit. Es war seine Masche - und die lief richtig gut! „Setz dich, setz dich…hab eh zu viel. Nimm dir ´nen Teller, weisst ja wo sie stehn."</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Real deals are sealed with spit!]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=343</link>
			<pubDate>Tue, 14 May 2024 10:27:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ronan Mag Mell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=343</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">„Sssscht!“, zischte Ronan und schüttelte den Kopf als der Bote einmal mehr ansetzte seine Erklärung an den Mag Mell loszuwerden. Und als er abermals Luft holte und der Hüne Laute des Missfallens damit kombinierte seinem Gegenüber den dreckigen Finger auf die Lippen zu legen, war die Geduld gefährlich weit aufgebraucht. <br />
„Ich weiß, du hältst mich gerade für schwer von Begriff, aber ich sage dir, mein Freund… und das nun zum dritten Mal: Geh durch diese Tür und zurück zu deinem Herrn und wenn du dort angekommen bist, malst du Caderitor eine Karte der Strassen auf, die zu meinem Haus führen….wir wollen nicht, dass er sich verläuft wenn er sich nicht auskennt“, Ronan zuckte die Schultern und fuhr sich mit der Hand durch den Bart am Kinn als dachte er darüber nach was er dem Boten des Heerführers aufgetragen hatte. „Ich fass es vorsichtshalber nochmal zusammen. Ich möchte nicht mit dir sprechen, weil…ich kenn deine hübsche Visage gar nicht und du siehst auch gar nicht aus, als hättest du irgendwas zu sagen und mit Leuten, die nichts zu sagen haben, mach ich keine Geschäfte…weisst du?! Kannst du vielleicht verstehen, denn ich hab ja auch Bedingungen…verstehste auch, oder?“ Der Bote nickte nur und wollte es vermutlich einfach bald hinter sich bringen. Ronan nickte im Gleichtakt. „Siehst du. Und wenn ich dir nun meine Bedingungen mitteile, dann weisst du gar nicht, ob dein Herr die gut findet und du rennst hin und du rennst her und klopfst hier ständig und gehst mir auf die Eier und stiehlst meine Zeit. Bin ein schwer beschäftigter Zimmermann, weisste aber sicher auch schon. Also…wenn jemand Geschäfte will, schwingt er seinen Arsch hierher. Ich hab guten Wein und bequeme Stühle…bin ja schließlich Zimmermann“, sinnierte er in seinem kleinen Schauspiel und klopfte sich auf die Brust als ihm das Abendessen just hoch kam. „Verzeihung“, ein Räuspern später und deutete er gen der Tür, zu der er den Boten des Caderitors nun brachte und durch die hindurch er ihn auch ziemlich bestimmt wieder auf die Strasse schob. <br />
<br />
Das Schmunzeln, das dem Gauner im Mundwinkel hing verriet die pure Erheiterung. Soso… interessant. Sein Blick schwenkte durch die Strassen, die einiges davon besaßen was der gute Belisarius also so dringend brauchte. Das hier waren seine Strassen und Ronan würde nichtmal eine der Kakerlaken in den Arsch des Königs stecken ohne sie vorher zu Geld gemacht zu haben. So ein Angebot wie dieses, bot viele Vorteile….man musste eben nur nochmal über den Preis sprechen..</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">„Sssscht!“, zischte Ronan und schüttelte den Kopf als der Bote einmal mehr ansetzte seine Erklärung an den Mag Mell loszuwerden. Und als er abermals Luft holte und der Hüne Laute des Missfallens damit kombinierte seinem Gegenüber den dreckigen Finger auf die Lippen zu legen, war die Geduld gefährlich weit aufgebraucht. <br />
„Ich weiß, du hältst mich gerade für schwer von Begriff, aber ich sage dir, mein Freund… und das nun zum dritten Mal: Geh durch diese Tür und zurück zu deinem Herrn und wenn du dort angekommen bist, malst du Caderitor eine Karte der Strassen auf, die zu meinem Haus führen….wir wollen nicht, dass er sich verläuft wenn er sich nicht auskennt“, Ronan zuckte die Schultern und fuhr sich mit der Hand durch den Bart am Kinn als dachte er darüber nach was er dem Boten des Heerführers aufgetragen hatte. „Ich fass es vorsichtshalber nochmal zusammen. Ich möchte nicht mit dir sprechen, weil…ich kenn deine hübsche Visage gar nicht und du siehst auch gar nicht aus, als hättest du irgendwas zu sagen und mit Leuten, die nichts zu sagen haben, mach ich keine Geschäfte…weisst du?! Kannst du vielleicht verstehen, denn ich hab ja auch Bedingungen…verstehste auch, oder?“ Der Bote nickte nur und wollte es vermutlich einfach bald hinter sich bringen. Ronan nickte im Gleichtakt. „Siehst du. Und wenn ich dir nun meine Bedingungen mitteile, dann weisst du gar nicht, ob dein Herr die gut findet und du rennst hin und du rennst her und klopfst hier ständig und gehst mir auf die Eier und stiehlst meine Zeit. Bin ein schwer beschäftigter Zimmermann, weisste aber sicher auch schon. Also…wenn jemand Geschäfte will, schwingt er seinen Arsch hierher. Ich hab guten Wein und bequeme Stühle…bin ja schließlich Zimmermann“, sinnierte er in seinem kleinen Schauspiel und klopfte sich auf die Brust als ihm das Abendessen just hoch kam. „Verzeihung“, ein Räuspern später und deutete er gen der Tür, zu der er den Boten des Caderitors nun brachte und durch die hindurch er ihn auch ziemlich bestimmt wieder auf die Strasse schob. <br />
<br />
Das Schmunzeln, das dem Gauner im Mundwinkel hing verriet die pure Erheiterung. Soso… interessant. Sein Blick schwenkte durch die Strassen, die einiges davon besaßen was der gute Belisarius also so dringend brauchte. Das hier waren seine Strassen und Ronan würde nichtmal eine der Kakerlaken in den Arsch des Königs stecken ohne sie vorher zu Geld gemacht zu haben. So ein Angebot wie dieses, bot viele Vorteile….man musste eben nur nochmal über den Preis sprechen..</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dangerous Words dipped in Honey]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=320</link>
			<pubDate>Sun, 05 May 2024 18:16:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=59">Aurelia Marsili</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=320</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/5f/29/32/5f29323d379f8bf72c3799559cc2329a.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Push and Pull<br />
<div style="font-size:18px;">Is not the romantic trope we should be going for</div>
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/d8/54/8a/d8548af612fbedee955a99af9c1e7d1a.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> <font color="#df97ab">„Zur Seite“</font>, murrte Aurelia, als sie sich an einem Viehkarren vorbeischob. Zischend zog sie den Saum ihres olivfarbenen Peplos unter dem klobigen Fuß des zugehörigen, teilnahmslosen und scheinbar unter Rauschmitteln stehenden Bauern hervor und fast hätte sie ihn geschubst, besann sich aber im letzten Moment noch ihrer Manieren. Dabei machte das hier unten eigentlich auch keinen Unterschied mehr. Hier in dem „Loch“, wie sie diesen östlichen Rand der Stadt liebevoll nannte, war sich jeder selbst der nächste und wenn man nicht auf seinen eigenen Geldsack an der Hüfte aufpasste, dann war man ihn schneller los, als man um Hilfe rufen konnte. Sie beneidete die Schankmägde nicht, die sich tagein, tagaus mit dem zwielichtigen Klientel herumschlagen mussten und eigentlich gut beraten wären, selbst mit einem Messer neben dem Geldsäckchen herumzulaufen. Da war ihr der südliche, nach Fisch und Algen stinkende südliche Hafenbereich tausendmal lieber, denn dort konnte man solche Idioten wenigstens ins Meer schubsen und dabei zusehen, wie sie an ihrem Ego ertranken. Es war kein Zufall, dass dieses Loch von Stadtteil noch zwielichtiger geworden zu sein schien, seit diese elendigen (aber Gewinn einbringenden) Sommerländer eingetroffen waren und die Stadt gehörig auf den Kopf gestellt hatten. Als wäre der Krieg selbst nicht genug gewesen, hatte sich seine Majestät, der König sich wahrscheinlich gedacht <i>Hey, meinen Bürgern ist langweilig, mischen wir die Stadt doch mal auf und lassen Diebe und Kranke durch die Tore.</i> Dass sie nicht lachte. <i>Mit wütenden, genervten Bürgern macht sich nämlich ein besserer Krieg.</i> Natürlich. Gerne hätte Aurelia Augusto persönlich ihre Meinung gegeigt. <br />
Aber eigentlich war es nicht er, auf den sie wütend war; er war nur ein nettes Nebenprodukt, das sie in Gedanken verfluchen konnte, während sie mit gerafften Rocken durch Pferdemist und faule Äpfel und trockenen Schlamm stapfte. Der nächste, der sie auf dem Marktplatz anrempelte, bekam ein <font color="#df97ab">„Geh die Wand anrempeln, du Köter“</font> zu hören mit einem gehobenen Mittelfinger, als er meinte, sie ebenfalls zu beleidigen. Diese Sprache sprach sie flüssig, seit sie alt genug für die Schule gewesen war, und sie war notwendig, um hier unten akzeptiert und als eine der ihren angesehen zu werden. Niemand mit einem weichen Herzen und zurückhaltender Zunge überlebte in dem Loch, das dieser eine Mann sein Zuhause nannte, dem sie im Laufe der letzten Tage schon eine ganze Schimpftirade an gedanklichen Beleidigungen gewidmet hatte. Dabei konnte sie auf ihn eigentlich auch nicht wütend sein; aber es war nunmal einfacher, als sich selbst anzukeifen.<br />
<br />
Was sagte das eigentlich über sie aus, dass sie ganz genau wusste, wo genau sein Haus stand? Fahrig strich sie sich die offenen, gewellten Strähnen hinters Ohr, welche sich in der heutigen Hitze besonders widerspenstig anfühlten, ehe sie ihre Faust hob und an der hölzernen Tür klopfte. Es dauerte nicht lange, bis die Tür sich (erstaunlich eingeölt) nach innen öffnete und für eine Sekunde, für einen minimalen Herzschlag stand Aurelia einfach nur da und starrte den hochgewachsenen, gewaltigen Mann an. Dann besann sie sich eines besseren, sich selbst für ihre Macke scheltend, und schob sich auch an Ronan mit einem <font color="#df97ab">„Zur Seite“</font> vorbei. <br />
Es war nicht seine Präsenz, die sie aus der Ruhe brachte, nicht die ungemütliche Ausstrahlung der gewöhnlichen, <i>zu</i> gewöhnlichen Wände, nicht einmal die merkwürdige Stille im Vergleich zum Rauschen der Stadt, nichts, wenn sie schon ganz rastlos hier angekommen war und erst gar nicht zur Ruhe hatte finden können. Er war es, auf den sie wütend war, er, der ihren sprühenden Blick schlucken musste, er, gegen den sie ihre Stimme erheben wollte, dann aber doch wieder ihre Lippen schloss, sich umdrehte und um den Esstisch herum rauschte. Dann wiederum war nicht er es, auf den sie wütend war, und wieder blieb sie stehen, hob ihre Arme, nur um sie schließlich doch vor der Brust zu verschränken und sie Sekunden später wieder zu lösen. <font color="#df97ab">„Du hast mich einen Kapitän vergiften lassen“</font>, spuckte sie schließlich aus. Wieder setzte sie sich in Bewegung, der Rock über den Boden und um ihre Beine streichend, während sie ihre Sprache mit ihren Händen fortsetzte, dort, wo Worte versagten. <font color="#df97ab">„Nicht einen Kapitän, <i>den</i> Kapitän. Wenn er das rausfindet, bin ich tot. Du kannst mich keinen <i>Piratenkapitän</i> vergiften lassen.“</font> Die letzten Worte waren gezischt und ganz eindeutig vorwurfsvoll gegen Ronan gerichtet, furchtlos gegen den selbsternannten König der Unterwelt, dabei wusste Aurelia ganz genau, dass sie mindestens die Hälfte der Schuld. Sie hätte ja die angebotenen Münzen einfach ablehnen können. Dann wiederum war es immer einfacher, die Schuld jemand anderem in die Schuhe zu schieben, und Aurelia wollte heute lieber den einfachen Weg gehen – was auch immer das bedeutete. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(https://i.pinimg.com/564x/5f/29/32/5f29323d379f8bf72c3799559cc2329a.jpg); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Push and Pull<br />
<div style="font-size:18px;">Is not the romantic trope we should be going for</div>
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/d8/54/8a/d8548af612fbedee955a99af9c1e7d1a.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div> <font color="#df97ab">„Zur Seite“</font>, murrte Aurelia, als sie sich an einem Viehkarren vorbeischob. Zischend zog sie den Saum ihres olivfarbenen Peplos unter dem klobigen Fuß des zugehörigen, teilnahmslosen und scheinbar unter Rauschmitteln stehenden Bauern hervor und fast hätte sie ihn geschubst, besann sich aber im letzten Moment noch ihrer Manieren. Dabei machte das hier unten eigentlich auch keinen Unterschied mehr. Hier in dem „Loch“, wie sie diesen östlichen Rand der Stadt liebevoll nannte, war sich jeder selbst der nächste und wenn man nicht auf seinen eigenen Geldsack an der Hüfte aufpasste, dann war man ihn schneller los, als man um Hilfe rufen konnte. Sie beneidete die Schankmägde nicht, die sich tagein, tagaus mit dem zwielichtigen Klientel herumschlagen mussten und eigentlich gut beraten wären, selbst mit einem Messer neben dem Geldsäckchen herumzulaufen. Da war ihr der südliche, nach Fisch und Algen stinkende südliche Hafenbereich tausendmal lieber, denn dort konnte man solche Idioten wenigstens ins Meer schubsen und dabei zusehen, wie sie an ihrem Ego ertranken. Es war kein Zufall, dass dieses Loch von Stadtteil noch zwielichtiger geworden zu sein schien, seit diese elendigen (aber Gewinn einbringenden) Sommerländer eingetroffen waren und die Stadt gehörig auf den Kopf gestellt hatten. Als wäre der Krieg selbst nicht genug gewesen, hatte sich seine Majestät, der König sich wahrscheinlich gedacht <i>Hey, meinen Bürgern ist langweilig, mischen wir die Stadt doch mal auf und lassen Diebe und Kranke durch die Tore.</i> Dass sie nicht lachte. <i>Mit wütenden, genervten Bürgern macht sich nämlich ein besserer Krieg.</i> Natürlich. Gerne hätte Aurelia Augusto persönlich ihre Meinung gegeigt. <br />
Aber eigentlich war es nicht er, auf den sie wütend war; er war nur ein nettes Nebenprodukt, das sie in Gedanken verfluchen konnte, während sie mit gerafften Rocken durch Pferdemist und faule Äpfel und trockenen Schlamm stapfte. Der nächste, der sie auf dem Marktplatz anrempelte, bekam ein <font color="#df97ab">„Geh die Wand anrempeln, du Köter“</font> zu hören mit einem gehobenen Mittelfinger, als er meinte, sie ebenfalls zu beleidigen. Diese Sprache sprach sie flüssig, seit sie alt genug für die Schule gewesen war, und sie war notwendig, um hier unten akzeptiert und als eine der ihren angesehen zu werden. Niemand mit einem weichen Herzen und zurückhaltender Zunge überlebte in dem Loch, das dieser eine Mann sein Zuhause nannte, dem sie im Laufe der letzten Tage schon eine ganze Schimpftirade an gedanklichen Beleidigungen gewidmet hatte. Dabei konnte sie auf ihn eigentlich auch nicht wütend sein; aber es war nunmal einfacher, als sich selbst anzukeifen.<br />
<br />
Was sagte das eigentlich über sie aus, dass sie ganz genau wusste, wo genau sein Haus stand? Fahrig strich sie sich die offenen, gewellten Strähnen hinters Ohr, welche sich in der heutigen Hitze besonders widerspenstig anfühlten, ehe sie ihre Faust hob und an der hölzernen Tür klopfte. Es dauerte nicht lange, bis die Tür sich (erstaunlich eingeölt) nach innen öffnete und für eine Sekunde, für einen minimalen Herzschlag stand Aurelia einfach nur da und starrte den hochgewachsenen, gewaltigen Mann an. Dann besann sie sich eines besseren, sich selbst für ihre Macke scheltend, und schob sich auch an Ronan mit einem <font color="#df97ab">„Zur Seite“</font> vorbei. <br />
Es war nicht seine Präsenz, die sie aus der Ruhe brachte, nicht die ungemütliche Ausstrahlung der gewöhnlichen, <i>zu</i> gewöhnlichen Wände, nicht einmal die merkwürdige Stille im Vergleich zum Rauschen der Stadt, nichts, wenn sie schon ganz rastlos hier angekommen war und erst gar nicht zur Ruhe hatte finden können. Er war es, auf den sie wütend war, er, der ihren sprühenden Blick schlucken musste, er, gegen den sie ihre Stimme erheben wollte, dann aber doch wieder ihre Lippen schloss, sich umdrehte und um den Esstisch herum rauschte. Dann wiederum war nicht er es, auf den sie wütend war, und wieder blieb sie stehen, hob ihre Arme, nur um sie schließlich doch vor der Brust zu verschränken und sie Sekunden später wieder zu lösen. <font color="#df97ab">„Du hast mich einen Kapitän vergiften lassen“</font>, spuckte sie schließlich aus. Wieder setzte sie sich in Bewegung, der Rock über den Boden und um ihre Beine streichend, während sie ihre Sprache mit ihren Händen fortsetzte, dort, wo Worte versagten. <font color="#df97ab">„Nicht einen Kapitän, <i>den</i> Kapitän. Wenn er das rausfindet, bin ich tot. Du kannst mich keinen <i>Piratenkapitän</i> vergiften lassen.“</font> Die letzten Worte waren gezischt und ganz eindeutig vorwurfsvoll gegen Ronan gerichtet, furchtlos gegen den selbsternannten König der Unterwelt, dabei wusste Aurelia ganz genau, dass sie mindestens die Hälfte der Schuld. Sie hätte ja die angebotenen Münzen einfach ablehnen können. Dann wiederum war es immer einfacher, die Schuld jemand anderem in die Schuhe zu schieben, und Aurelia wollte heute lieber den einfachen Weg gehen – was auch immer das bedeutete. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Anything at all]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=315</link>
			<pubDate>Sun, 05 May 2024 01:04:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Belisarius Caderitor</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=315</guid>
			<description><![CDATA[Dieses Leben hatte seinen Preis, wie so vieles. Doch immer mehr kollabierte etwas daran oder darin. Belisarius konnte es nicht fassen, denn er musste zu viele Lügen verinnerlichen und erinnern. Einsam durchstreifte er die unruhigen Straßen der Metropole und einzig richtigen Stadt des Kontinents. In einfache aber saubere Kleidung gehüllt, wies nur sein Waffengurt seine wehrfähige Stellung aus. Sein silbriges Schwert, welches hochwertig und stets an seiner Seite weilte, gab es Auskunft über manche Tat und Absichten des Kriegsherren. Doch nichts zeigte, dass er von Reichtum war oder eine herausgehobene Stellung hatte. Ein weiter Stoffmantel, welcher in einem sanften Rot wehte, verbarg sogar jenen Waffen, die er am Gurt bei sich trug. Belisarius, trotz seiner Größe, machte sich klein. Es war besser nicht gesehen zu werden, in den Massen zu vergehen und einer von vielen Menschen zu sein, so hektisch und verloren, wie sie alle. Verlust schmerzte nur in der Erinnerung und Erinnerungen hatte Belisarius viele. Was war hieran schon wichtig, was von Bedeutung, wenn alles verging und verschwand. In seiner Welt der Lügen, die ihn beschützte, wie schwere Mauern, war alles beliebig und alles noch vergänglicher. Sehnsucht verweilte beständiger, wenn die Einsamkeit sich im Verlust suhlte, wie ein Untier in seinen blutigen Opfern. Belisarius war ein Narr seiner eigener Wünsche und Hoffnungen, die er stets verneinte und andere glauben machen wollte, dass er nichts wirklich ersehnte. Doch war er nicht nur dieser Dämon, der im Sinne der Mächtigen, mordete, sondern auch noch Mensch, da er niemals ganz verlustig ging. Egal, was er glaubte, tun zu müssen, so blieb er stets nur das, was zurückblieb. Und das war etwas. Belisarius war noch etwas, denn die Erinnerungen, in ihrem Schmerz, in ihrer stillen Verfolgung, gaben ihm noch Gewissheit, zu atmen und Existenz in diesem endlosen Chaos, genannt Leben, zu haben. Er redete sich auch jetzt wieder ein, dass alles bedeutungslos war, alles getan werden konnte, Reue zwecklos war und doch blieb der Selbstbetrug, wie so oft, leer und folgenlos.  <br />
<br />
Immer wieder die selben Phrasen, um die tiefe Traurigkeit abzutöten, die er nicht aussprechen oder erklären konnte. Dort waren sie wieder, in den Gesichtern, in den Menschen, die Gedanken, seine Taten und Handlungen, all das, es war hier. Immer da. Belisarius beschleunigte seinen Schritt, immer schneller. Flucht war eine wählbare Möglichkeit, doch blieb das Gewissen, dass er niemals seiner selbst entkommen konnte. Wieder musste er Lügen verinnerlichen, die Stimmen der Toten zum Schweigen bringen, um sich selbst seine Bedeutung zu erhalten, wenn er auch dieser die Bedeutungslosigkeit gegenüber stellte. Seine schweren Stiefel donnerten über die schönen Steine, deren Glanz auch längst verloren war. Die Mauern der Gebäude huschten vorbei, als er sich die durch Menschengruppen drängte, wie ein Schatten, der vor dem Licht floh. Bedeutete er überhaupt etwas? Bedeutete er Skadi etwas? Liebe war geheimnisvoll, heimtückisch und entrückt. Belisarius konnte nicht begreifen, nicht verstehen, was er an Skadi gefunden hatte und doch blieben bohrender Zweifel und Schuld. Bedeutete ihm Skadi etwas? Hatte die beiden überhaupt eine Bedeutung? Was hatte Bedeutung? Belisarius griff in seinen Gürtel, um sich seiner Waffen zu vergewissern. Gedanken rasten, wollten mit der Bewegung entfliehen, um einen Augenblick für sich zu finden. So waren auch seine teuflisch-wissenden Augen wachsam, ihren eigenen Schmerz nicht in Tränen zu übergießen. Der Kriegsherr, selbst Hure des Krieges, wollte zu ihr. Zu Skadi. Immer wieder war da ihr Name, seine Sehnsucht, all das, was seine Mauern genauso bedeutungslos machte, wie seine Erinnerungen. Skadi war es, die Milderung, gar Linderung, sein konnte. Ein Gespräch, eine Berührung und all diese Schuld würde weniger drückend sein, weniger als Blei um seinen Hals hängen, welches ihn immer tiefer in die Tiefe zog. In seinen Wünschen hatte er sich eine freie Zukunft von alldem, was er war, ausgemacht; mit ihr zusammen, verbunden durch mehr als bloße Hingabe und Funktion. <br />
<br />
Skadi... ihr Name... immer wieder, wiederholt mit seinen wortlosen Lippen. Die Angst folgte ihm, die Sehnsucht packte ihn, dort war es wieder, diese Panik, die ihn heimsuchte, um ihn anzutreiben. Er brauchte sie so sehr, ihr Angesicht, ihre Worte, all das, was sie ausmachte, um einmal wirklich Mensch zu sein. Er wollte sich fallen lassen, den Verlust zulassen, weinen, wirklich weinen und aufgeben, für den einen Moment, bei ihr sein und eine Nähe ohne Grenzen und Mauern spüren. Darin lag Bedeutung: in ihrem Augenblick. Seine Erlösung lag nicht im Tod, nicht in der Zukunft, denn es gab für einen Teufel keinerlei Erlösung und doch konnte er für sich einen Moment der Gnade erbitten, sofern er sich der Gnade würdig erweisen konnte. Würdelos war Belisarius nicht immer gewesen, so flüchtig kriechend auf seinen Lügen kriechend, und jener Rest an Würde schenkte ihm stets jene sehnsüchtige Träumerei, die Realität war. Dort war es, dass Ruby Veil. Ein Ort, den er eigentlich verachtete, meiden wollte und doch lebte sie hier, versteckte sich vor den Augen der Welt ganz sichtbar. Belisarius verlangsamte seine Eile, trat näher heran und sah die Behänge, die schönen Verzierungen und roch bereits die eintausend Düfte aus dem Haus, welches vielen Menschen nicht nur Freude bereitete. Skadi war hier, sie war hier und er konnte sie sehen, bald würde er sie sehen. Immer weiter näherte er sich, warf die Kapuze von seinem Haupt zurück, um besser sehen zu können. Der Schutz seiner Lügen verließ ihn, da er diesen hier nicht brauchte. Skadi kannte ihn, wusste um ihn und er wusste um sie, kannte sie. Hier waren sie beide das, was die Welten ausgeworfen hatte. Doch diese Welt hatte sie auch zusammengeführt. Belisarius betrat das Gebäude, trat zu dem kleinen Tresen, an dem eine spärlich bekleidete Frau stand, selbst wunderschön aber nicht von Interesse für den Teufel. Er hörte Lachen, Gesang und auch lustvolles Stöhnen, welches hinter einem samtigen Vorhang, unweit seiner Griffweite, hervortrat. Gespräche drangen an seine Ohren, als er sich dezent vorbeugte, seine Worte suchte, da er in diesem Etablissement unsicher war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Zu Skadi,"</span> sagte er mit fast brüchiger Stimme, doch voller Absicht. Die edle Hure lächelte freundlich, bewegte elegant ihren Oberkörper und betätigte eine kleine Glocke. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Natürlich, Herr. Ihr seid unser bester Kunde. Für den ganzen Abend, wie immer?" </span>- fragte sie noch mit gespielt erhöhter aber schöner Stimme. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wie immer. Den ganzen Abend,"</span> antwortete er, da er wusste, das er hier bekannt war. Mit einer zittrigen Bewegung zog eine große Hand Münzen hervor und legte diese geräuschstark auf den Tresen. Die Prostituierte, die wohl Einweisung in das Haus war, zählte kurz mit geübten Augen das Geld und nickte dann. Mit einer hübschen Armbewegung deutete sie auf die Treppe links von ihm.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Sie ist oben in ihrem Gemach."</span> Belisarius holte tief Luft, versuchte zu verdrängen, dass er hier in einem Hurenhaus war. Die grobschlächtige Wache, die vor der Treppe stand, machte Platz und deutete auch mit einer Geste hinauf. Belisarius trat bewussten Schrittes hinauf. Seine Waffen, das hatte er einst verhandelt, konnte er behalten, da er ohnehin eine Privataudienz buchte. Sein Herz pochte schnell, mit jedem Schritt über die Stufen, da es auch an menschlicher Magie gewann, da bereits die mögliche Nähe, seine Versuchung war, Mensch zu sein. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Skadi",</span> rief er mit behauptender Stimme, als er über die Teppiche des Stockwerks trat, die über den langen Weg, zu ihrem Zimmer führen würden. Die Teppiche dämpften seine schweren Schritte, so dass er fast geräuschlos agierte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Skadi"</span>, wiederholte er, um sich anzukündigen, als er an den bunten Türen der besonderen Huren vorbeitrat, die alle geschlossen waren und somit ging er davon aus, dass sie gerade Kundenbesuch hatten oder ihre Freizeit verbrachten. Jetzt galt es. Belisarius trat vor die mit goldbeschlagene Tür von Skadi und klopfte mit breiter Faust an, danach zog er beide Handschuhe aus, um diese in einer Gürtellasche zu verhängen. Jede, der hier lebenden und arbeitenden Huren, die eine besondere Stellung hatten, residierten hier oben und hatten gleichsam eigene Türfarben, um die Räume ihnen zu zuweisen. Belisarius wusste, dass Skadi Gold als Farbe gewählt haben musste. Er versuchte sich zu beruhigen, ruhig zu atmen aber er war nervös, wie ein frisch Verliebter. So machte er auch den Fehler, sich angekündigt zu haben, was er sonst nie tat. Jetzt roch er sein eigenes erdig-blumiges Parfüm. Belisarius hatte zu viel benutzt, wie immer, wenn er vor etwas entfliehen wollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Dieses Leben hatte seinen Preis, wie so vieles. Doch immer mehr kollabierte etwas daran oder darin. Belisarius konnte es nicht fassen, denn er musste zu viele Lügen verinnerlichen und erinnern. Einsam durchstreifte er die unruhigen Straßen der Metropole und einzig richtigen Stadt des Kontinents. In einfache aber saubere Kleidung gehüllt, wies nur sein Waffengurt seine wehrfähige Stellung aus. Sein silbriges Schwert, welches hochwertig und stets an seiner Seite weilte, gab es Auskunft über manche Tat und Absichten des Kriegsherren. Doch nichts zeigte, dass er von Reichtum war oder eine herausgehobene Stellung hatte. Ein weiter Stoffmantel, welcher in einem sanften Rot wehte, verbarg sogar jenen Waffen, die er am Gurt bei sich trug. Belisarius, trotz seiner Größe, machte sich klein. Es war besser nicht gesehen zu werden, in den Massen zu vergehen und einer von vielen Menschen zu sein, so hektisch und verloren, wie sie alle. Verlust schmerzte nur in der Erinnerung und Erinnerungen hatte Belisarius viele. Was war hieran schon wichtig, was von Bedeutung, wenn alles verging und verschwand. In seiner Welt der Lügen, die ihn beschützte, wie schwere Mauern, war alles beliebig und alles noch vergänglicher. Sehnsucht verweilte beständiger, wenn die Einsamkeit sich im Verlust suhlte, wie ein Untier in seinen blutigen Opfern. Belisarius war ein Narr seiner eigener Wünsche und Hoffnungen, die er stets verneinte und andere glauben machen wollte, dass er nichts wirklich ersehnte. Doch war er nicht nur dieser Dämon, der im Sinne der Mächtigen, mordete, sondern auch noch Mensch, da er niemals ganz verlustig ging. Egal, was er glaubte, tun zu müssen, so blieb er stets nur das, was zurückblieb. Und das war etwas. Belisarius war noch etwas, denn die Erinnerungen, in ihrem Schmerz, in ihrer stillen Verfolgung, gaben ihm noch Gewissheit, zu atmen und Existenz in diesem endlosen Chaos, genannt Leben, zu haben. Er redete sich auch jetzt wieder ein, dass alles bedeutungslos war, alles getan werden konnte, Reue zwecklos war und doch blieb der Selbstbetrug, wie so oft, leer und folgenlos.  <br />
<br />
Immer wieder die selben Phrasen, um die tiefe Traurigkeit abzutöten, die er nicht aussprechen oder erklären konnte. Dort waren sie wieder, in den Gesichtern, in den Menschen, die Gedanken, seine Taten und Handlungen, all das, es war hier. Immer da. Belisarius beschleunigte seinen Schritt, immer schneller. Flucht war eine wählbare Möglichkeit, doch blieb das Gewissen, dass er niemals seiner selbst entkommen konnte. Wieder musste er Lügen verinnerlichen, die Stimmen der Toten zum Schweigen bringen, um sich selbst seine Bedeutung zu erhalten, wenn er auch dieser die Bedeutungslosigkeit gegenüber stellte. Seine schweren Stiefel donnerten über die schönen Steine, deren Glanz auch längst verloren war. Die Mauern der Gebäude huschten vorbei, als er sich die durch Menschengruppen drängte, wie ein Schatten, der vor dem Licht floh. Bedeutete er überhaupt etwas? Bedeutete er Skadi etwas? Liebe war geheimnisvoll, heimtückisch und entrückt. Belisarius konnte nicht begreifen, nicht verstehen, was er an Skadi gefunden hatte und doch blieben bohrender Zweifel und Schuld. Bedeutete ihm Skadi etwas? Hatte die beiden überhaupt eine Bedeutung? Was hatte Bedeutung? Belisarius griff in seinen Gürtel, um sich seiner Waffen zu vergewissern. Gedanken rasten, wollten mit der Bewegung entfliehen, um einen Augenblick für sich zu finden. So waren auch seine teuflisch-wissenden Augen wachsam, ihren eigenen Schmerz nicht in Tränen zu übergießen. Der Kriegsherr, selbst Hure des Krieges, wollte zu ihr. Zu Skadi. Immer wieder war da ihr Name, seine Sehnsucht, all das, was seine Mauern genauso bedeutungslos machte, wie seine Erinnerungen. Skadi war es, die Milderung, gar Linderung, sein konnte. Ein Gespräch, eine Berührung und all diese Schuld würde weniger drückend sein, weniger als Blei um seinen Hals hängen, welches ihn immer tiefer in die Tiefe zog. In seinen Wünschen hatte er sich eine freie Zukunft von alldem, was er war, ausgemacht; mit ihr zusammen, verbunden durch mehr als bloße Hingabe und Funktion. <br />
<br />
Skadi... ihr Name... immer wieder, wiederholt mit seinen wortlosen Lippen. Die Angst folgte ihm, die Sehnsucht packte ihn, dort war es wieder, diese Panik, die ihn heimsuchte, um ihn anzutreiben. Er brauchte sie so sehr, ihr Angesicht, ihre Worte, all das, was sie ausmachte, um einmal wirklich Mensch zu sein. Er wollte sich fallen lassen, den Verlust zulassen, weinen, wirklich weinen und aufgeben, für den einen Moment, bei ihr sein und eine Nähe ohne Grenzen und Mauern spüren. Darin lag Bedeutung: in ihrem Augenblick. Seine Erlösung lag nicht im Tod, nicht in der Zukunft, denn es gab für einen Teufel keinerlei Erlösung und doch konnte er für sich einen Moment der Gnade erbitten, sofern er sich der Gnade würdig erweisen konnte. Würdelos war Belisarius nicht immer gewesen, so flüchtig kriechend auf seinen Lügen kriechend, und jener Rest an Würde schenkte ihm stets jene sehnsüchtige Träumerei, die Realität war. Dort war es, dass Ruby Veil. Ein Ort, den er eigentlich verachtete, meiden wollte und doch lebte sie hier, versteckte sich vor den Augen der Welt ganz sichtbar. Belisarius verlangsamte seine Eile, trat näher heran und sah die Behänge, die schönen Verzierungen und roch bereits die eintausend Düfte aus dem Haus, welches vielen Menschen nicht nur Freude bereitete. Skadi war hier, sie war hier und er konnte sie sehen, bald würde er sie sehen. Immer weiter näherte er sich, warf die Kapuze von seinem Haupt zurück, um besser sehen zu können. Der Schutz seiner Lügen verließ ihn, da er diesen hier nicht brauchte. Skadi kannte ihn, wusste um ihn und er wusste um sie, kannte sie. Hier waren sie beide das, was die Welten ausgeworfen hatte. Doch diese Welt hatte sie auch zusammengeführt. Belisarius betrat das Gebäude, trat zu dem kleinen Tresen, an dem eine spärlich bekleidete Frau stand, selbst wunderschön aber nicht von Interesse für den Teufel. Er hörte Lachen, Gesang und auch lustvolles Stöhnen, welches hinter einem samtigen Vorhang, unweit seiner Griffweite, hervortrat. Gespräche drangen an seine Ohren, als er sich dezent vorbeugte, seine Worte suchte, da er in diesem Etablissement unsicher war. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Zu Skadi,"</span> sagte er mit fast brüchiger Stimme, doch voller Absicht. Die edle Hure lächelte freundlich, bewegte elegant ihren Oberkörper und betätigte eine kleine Glocke. <br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Natürlich, Herr. Ihr seid unser bester Kunde. Für den ganzen Abend, wie immer?" </span>- fragte sie noch mit gespielt erhöhter aber schöner Stimme. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Wie immer. Den ganzen Abend,"</span> antwortete er, da er wusste, das er hier bekannt war. Mit einer zittrigen Bewegung zog eine große Hand Münzen hervor und legte diese geräuschstark auf den Tresen. Die Prostituierte, die wohl Einweisung in das Haus war, zählte kurz mit geübten Augen das Geld und nickte dann. Mit einer hübschen Armbewegung deutete sie auf die Treppe links von ihm.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> "Sie ist oben in ihrem Gemach."</span> Belisarius holte tief Luft, versuchte zu verdrängen, dass er hier in einem Hurenhaus war. Die grobschlächtige Wache, die vor der Treppe stand, machte Platz und deutete auch mit einer Geste hinauf. Belisarius trat bewussten Schrittes hinauf. Seine Waffen, das hatte er einst verhandelt, konnte er behalten, da er ohnehin eine Privataudienz buchte. Sein Herz pochte schnell, mit jedem Schritt über die Stufen, da es auch an menschlicher Magie gewann, da bereits die mögliche Nähe, seine Versuchung war, Mensch zu sein. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Skadi",</span> rief er mit behauptender Stimme, als er über die Teppiche des Stockwerks trat, die über den langen Weg, zu ihrem Zimmer führen würden. Die Teppiche dämpften seine schweren Schritte, so dass er fast geräuschlos agierte. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Skadi"</span>, wiederholte er, um sich anzukündigen, als er an den bunten Türen der besonderen Huren vorbeitrat, die alle geschlossen waren und somit ging er davon aus, dass sie gerade Kundenbesuch hatten oder ihre Freizeit verbrachten. Jetzt galt es. Belisarius trat vor die mit goldbeschlagene Tür von Skadi und klopfte mit breiter Faust an, danach zog er beide Handschuhe aus, um diese in einer Gürtellasche zu verhängen. Jede, der hier lebenden und arbeitenden Huren, die eine besondere Stellung hatten, residierten hier oben und hatten gleichsam eigene Türfarben, um die Räume ihnen zu zuweisen. Belisarius wusste, dass Skadi Gold als Farbe gewählt haben musste. Er versuchte sich zu beruhigen, ruhig zu atmen aber er war nervös, wie ein frisch Verliebter. So machte er auch den Fehler, sich angekündigt zu haben, was er sonst nie tat. Jetzt roch er sein eigenes erdig-blumiges Parfüm. Belisarius hatte zu viel benutzt, wie immer, wenn er vor etwas entfliehen wollte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[windmills of your mind]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=302</link>
			<pubDate>Thu, 02 May 2024 20:46:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Belisarius Caderitor</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=302</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=188&amp;pid=1130#pid1130" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[...] (Ursprung)</a><br />
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Es verging einige Zeit.<br />
<br />
Der Ochsenkarren schob sich behutsam über das Pflaster, was in diesen Breiten üblich war. Fast alle Hauptstraßen in Castandor waren mit schwerem Stein gepflastert und gaben damit guten Halt für eine lange Reise. Dennoch holperte der Wagen, dessen Räder uneben waren, erheblich. Doch noch erheblicher war der Gestank des Dungs und des Unrats, welcher auf zwei kleinen Haufen zusammengeschaufelt war. Es steckte sogar noch eine große und runde Schaufel in einem der unschönen Hügel. Belisarius saß als Lenker vorne, neben ihm Elithea und Prinz Endymion saß rechts von ihr. Sie hatten wenig Platz auf der schmalen Bank, die bereits selbst ein wenig in Unrat ragte. Belisarius hasste diese Aufgabe und so sehr er sich auch konzentrieren wollte, es gelang einfach nicht. Kein Parfüm der Welt konnte hier helfen. Doch einen wesentlichen Vorteil hatte dieser Unrat und Dung: niemand hielt sie wirklich auf und alle schickten sie fort, so dass sie gut und unbehindert Strecke machen konnten. Sein Schwert war in einem einfachen Leinenbeutel verborgen, mitsamt seinem Kriegsgürtel, welcher direkt hinter ihm auf der Ablage lag; leider berührte dieser auch den stinkigen Haufen an Mist. Belisarius grummelte kurz, als der eine Ochse langsamer zu werden schien aber dies war nur Einbildung. Seine einfache militärische Kleidung fügte sich passend in das Bild der beiden anderen auf dem Wagen ein, da ihm Rüstung und Rangzeichen schlicht fehlten. Auch hatte er sich selbst, ein wenig Mist auf die Hose und die Leinentunika geschmiert, so dass die Erscheinungen sehr angeglichen waren.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Bald haben wir die Taverne erreicht,"</span> meinte er nüchtern und spuckte dann zwei mal auf die Wagenseite, da der Gestank inzwischen auch seinen eigenen Geschmack entwickelt hatte. Bei allen verdammten Göttern, so war diese Reise doch grausam auch zu ihm. Seine tiefe Abneigung gegen Gestank zeigte ihre Wirkung, dass er sich ständig, die Nase schnäuzte und immer wieder vor Ekel ein durchdringendes Räuspern von sich gab. Doch die Mission war wichtiger. Belisarius konnte sich zusammenreißen, hoffte das Elithea dies auch konnte und vorallem Endymion nicht ausrasten würde. Immerhin waren sie fast da und man konnte sich dort wieder zivilisieren. Dort würde es ein Bad geben, gutes Essen und man würde die Reise in einem Reisewagen gemeinsam fortsetzen, sofern der andere Teil der Familie eintreffen würde. Der Reisewagen würde von seinen Männern bereitgestellt werden und eine entsprechende Gardebegleitung erhalten, sofern alles soweit gut ging. Belisarius rechnete aber nicht mit Fehlern oder Verfehlungen, da er glaubte, dass der Arm von Walleydor noch nicht so weit reichte und sie alles dafür getan hatten, mögliche Verfolger zu verwirren und abzuschütteln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://facingthestorm.de/showthread.php?tid=188&amp;pid=1130#pid1130" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[...] (Ursprung)</a><br />
<br />
Es verging einige Zeit.<br />
<br />
Der Ochsenkarren schob sich behutsam über das Pflaster, was in diesen Breiten üblich war. Fast alle Hauptstraßen in Castandor waren mit schwerem Stein gepflastert und gaben damit guten Halt für eine lange Reise. Dennoch holperte der Wagen, dessen Räder uneben waren, erheblich. Doch noch erheblicher war der Gestank des Dungs und des Unrats, welcher auf zwei kleinen Haufen zusammengeschaufelt war. Es steckte sogar noch eine große und runde Schaufel in einem der unschönen Hügel. Belisarius saß als Lenker vorne, neben ihm Elithea und Prinz Endymion saß rechts von ihr. Sie hatten wenig Platz auf der schmalen Bank, die bereits selbst ein wenig in Unrat ragte. Belisarius hasste diese Aufgabe und so sehr er sich auch konzentrieren wollte, es gelang einfach nicht. Kein Parfüm der Welt konnte hier helfen. Doch einen wesentlichen Vorteil hatte dieser Unrat und Dung: niemand hielt sie wirklich auf und alle schickten sie fort, so dass sie gut und unbehindert Strecke machen konnten. Sein Schwert war in einem einfachen Leinenbeutel verborgen, mitsamt seinem Kriegsgürtel, welcher direkt hinter ihm auf der Ablage lag; leider berührte dieser auch den stinkigen Haufen an Mist. Belisarius grummelte kurz, als der eine Ochse langsamer zu werden schien aber dies war nur Einbildung. Seine einfache militärische Kleidung fügte sich passend in das Bild der beiden anderen auf dem Wagen ein, da ihm Rüstung und Rangzeichen schlicht fehlten. Auch hatte er sich selbst, ein wenig Mist auf die Hose und die Leinentunika geschmiert, so dass die Erscheinungen sehr angeglichen waren.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Bald haben wir die Taverne erreicht,"</span> meinte er nüchtern und spuckte dann zwei mal auf die Wagenseite, da der Gestank inzwischen auch seinen eigenen Geschmack entwickelt hatte. Bei allen verdammten Göttern, so war diese Reise doch grausam auch zu ihm. Seine tiefe Abneigung gegen Gestank zeigte ihre Wirkung, dass er sich ständig, die Nase schnäuzte und immer wieder vor Ekel ein durchdringendes Räuspern von sich gab. Doch die Mission war wichtiger. Belisarius konnte sich zusammenreißen, hoffte das Elithea dies auch konnte und vorallem Endymion nicht ausrasten würde. Immerhin waren sie fast da und man konnte sich dort wieder zivilisieren. Dort würde es ein Bad geben, gutes Essen und man würde die Reise in einem Reisewagen gemeinsam fortsetzen, sofern der andere Teil der Familie eintreffen würde. Der Reisewagen würde von seinen Männern bereitgestellt werden und eine entsprechende Gardebegleitung erhalten, sofern alles soweit gut ging. Belisarius rechnete aber nicht mit Fehlern oder Verfehlungen, da er glaubte, dass der Arm von Walleydor noch nicht so weit reichte und sie alles dafür getan hatten, mögliche Verfolger zu verwirren und abzuschütteln.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[You're a diamond. A diamond doesn't break.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=295</link>
			<pubDate>Mon, 29 Apr 2024 16:43:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=59">Aurelia Marsili</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=295</guid>
			<description><![CDATA["Eastergold Meadow wurde eingenommen."<br />
Gleich drei Köpfe wirbelten herum und drei paar Hände hielten in dem inne, was sie gerade zutun gedacht hatten. Lydia nahm ihre Hände aus dem Waschzuber, Rhea ließ den Lumpen sinken und Aurelia ließ fast den Besenstiel auf das Holzparkett fallen. "Nicht wahr." "Du hast sie doch auch gestern reden gehört", warf Lydia ein. "Betrunkene reden viel." "Der Marktschreier hat die Worte des Großkönigs eben verkündet. Wir sind im Krieg." <br />
Zum ersten Mal an diesem Morgen herrschte Stille. Kein Hundebellen, kein Gezetere. Kein Anfeinden und Ankeifen der Zwillinge. Unsicher schauten sie einander an und versuchten, Worte zu finden für die Angst, die sie alle wohl zu überkommen schien. Lydia war schließlich diejenige, die ihre Stimme wiederzufinden schien. "...gehst du, Vater?" Der stemmte seine Hände in die Hüften, presste seine Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf. "Bei Heofader, nein. Ich bin zu alt für den Kindergarten." Außerdem konnte er bei bestem Willen nichtmal ein Schwert haben, das wussten sie alle. "Aber wir müssen uns bei Barrolo erkundigen. Im Keller steht noch eine Weinlieferung für ihn, wohin damit..." Ah, ja, das klang nach etwas, das Lydia gerne tat. Sich nach jemandem <i>über einen Brief</i> erkundigen. Aber als Aurelia sich wieder daran machen wollte, über den staubigen Boden zu fegen, hallte die Stimme ihrer Mutter durch den Raum. "Aurelia, das ist eine wunderbare Gelegenheit, deine Schrift zu verbessern." "Mam<i>aaa</i>..." "Setz dich hin. Du bist kein Kind mehr."<br />
<br />
<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">24. Tag im 2. Monat der Sonne<br />
</div>
<br />
<i>Liebster Onkel, liebe Cousinen,<br />
<br />
heute ist Kunde darüber angekommen, was in Eastergold Meadow passiert ist. Seid ihr wohlauf? Wir sind uns nicht einmal sicher, ob dieser Brief euch überhaupt erreicht oder abgefangen wird. Gebt doch bitte ein Lebenszeichen von euch und sagt uns, wie wir euch helfen können. Wenn ihr einen Unterschlupf braucht, könnt ihr natürlich jederzeit bei uns unterkommen.<br />
<br />
<s>Oh, und wir haben noch ein paar Fässer</s> Vater meinte, eine Weinlieferung für euch würde noch im Keller stehen, nun sind wir uns aber nicht sicher, wie wir euch erreichen können. Am besten halten wir solange an der Lieferung fest, bis wir wissen, wie es um euch steht.<br />
<br />
Heofader sei mit euch.<br />
<div style="font-family:'Alex Brush'; font-size:18px;">Aurelia Marsili</div></i></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA["Eastergold Meadow wurde eingenommen."<br />
Gleich drei Köpfe wirbelten herum und drei paar Hände hielten in dem inne, was sie gerade zutun gedacht hatten. Lydia nahm ihre Hände aus dem Waschzuber, Rhea ließ den Lumpen sinken und Aurelia ließ fast den Besenstiel auf das Holzparkett fallen. "Nicht wahr." "Du hast sie doch auch gestern reden gehört", warf Lydia ein. "Betrunkene reden viel." "Der Marktschreier hat die Worte des Großkönigs eben verkündet. Wir sind im Krieg." <br />
Zum ersten Mal an diesem Morgen herrschte Stille. Kein Hundebellen, kein Gezetere. Kein Anfeinden und Ankeifen der Zwillinge. Unsicher schauten sie einander an und versuchten, Worte zu finden für die Angst, die sie alle wohl zu überkommen schien. Lydia war schließlich diejenige, die ihre Stimme wiederzufinden schien. "...gehst du, Vater?" Der stemmte seine Hände in die Hüften, presste seine Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf. "Bei Heofader, nein. Ich bin zu alt für den Kindergarten." Außerdem konnte er bei bestem Willen nichtmal ein Schwert haben, das wussten sie alle. "Aber wir müssen uns bei Barrolo erkundigen. Im Keller steht noch eine Weinlieferung für ihn, wohin damit..." Ah, ja, das klang nach etwas, das Lydia gerne tat. Sich nach jemandem <i>über einen Brief</i> erkundigen. Aber als Aurelia sich wieder daran machen wollte, über den staubigen Boden zu fegen, hallte die Stimme ihrer Mutter durch den Raum. "Aurelia, das ist eine wunderbare Gelegenheit, deine Schrift zu verbessern." "Mam<i>aaa</i>..." "Setz dich hin. Du bist kein Kind mehr."<br />
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<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">24. Tag im 2. Monat der Sonne<br />
</div>
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<i>Liebster Onkel, liebe Cousinen,<br />
<br />
heute ist Kunde darüber angekommen, was in Eastergold Meadow passiert ist. Seid ihr wohlauf? Wir sind uns nicht einmal sicher, ob dieser Brief euch überhaupt erreicht oder abgefangen wird. Gebt doch bitte ein Lebenszeichen von euch und sagt uns, wie wir euch helfen können. Wenn ihr einen Unterschlupf braucht, könnt ihr natürlich jederzeit bei uns unterkommen.<br />
<br />
<s>Oh, und wir haben noch ein paar Fässer</s> Vater meinte, eine Weinlieferung für euch würde noch im Keller stehen, nun sind wir uns aber nicht sicher, wie wir euch erreichen können. Am besten halten wir solange an der Lieferung fest, bis wir wissen, wie es um euch steht.<br />
<br />
Heofader sei mit euch.<br />
<div style="font-family:'Alex Brush'; font-size:18px;">Aurelia Marsili</div></i></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[three fools, one daring flight]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=283</link>
			<pubDate>Tue, 23 Apr 2024 19:22:01 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Rana Shadid</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=283</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/aAbDMU2.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>War sie zu früh dran? Ungeduldig zeichnete Rana mit ihrem Schuh Kreise in den sandig-lehmigen Boden unter sich. Und da dies noch nicht genug Beschäftigung war, fing sie an, sich die Haare zu einem Zopf zusammenzuknoten. Das war vielleicht ohnehin gut, denn sie wollte sich nicht von ihren Haaren irgendwie aufhalten lassen. Wahrscheinlich war es vollkommen albern, überhaupt deswegen so einen Aufriss zu machen - doch Rana hielt sehr viel auf ihr gutes Aussehen und war deshalb nachhaltigst um dessen Erhalt bemüht.<br />
Hatte sie sich im Tag geirrt? Auf keinen Fall! Sie hatten doch lange und breit über den Plan gesprochen, den Ivar ausgeheckt hatte. Heute Abend kam die Wachablöse und im günstigsten Moment standen nur zwei Wachmänner am Posten, der den Ausgang der Zeltstadt bildete. Diese zwei Wachmänner hatte sie dann zu bequatschen und zu umgarnen und abzulenken während der Schatten und Ivar über sie herfielen. Dann wollten die beiden die Kleider mit den Wachleuten tauschen und schon waren sie frei. Naja fast, denn dann mussten sie nur noch Ranas Sachen holen. Mit Khaleds Hilfe und unter einem elendigen Husten hatte sie ihr gesamtes Hab und Gut schon vor Stunden eingepackt. Jedem, der danach gefragt hatte, hatte sie lauthals auf die Nase gebunden, dass sie ihr Zelt an einem anderen Platz des Heerlagers wieder errichten würde - Hauptsache, sie war nur weit genug weg von diesem verlausten Stuar, der ganz in der Nähe all ihre Kunden abgriff. <br />
<br />
 Zugegebenermaßen war es nicht gerade wenig Kram zum Einpacken gewesen. Das Zelt, die Kissen, die vielen Tücher, ein kleines Schränkchen, eine gemütliche Liege! Sie konnte all das nicht zurücklassen - denn es waren ihre gesamten Ersparnisse, für die sie sich seit Wochen und Monaten schon verkauft hatte.<br />
Jetzt mussten sie es auch durchziehen - egal wie elend die Hure sich mit ihrem Husten mittlerweile fühlte. Am liebsten hätte sie sich einfach nur auf die Erde gelegt und sich ihrem Elend hingegeben.<br />
<br />
Auch jetzt hustete sie wieder. Allerdings so leise sie nur konnte in ihren Ellenbogen hinein während sie auf die zwei Idioten wartete. Dass sie überhaupt wie eine geschlagene Hündin weglaufen musste, war einzig und allein die Schuld der zwei Einfaltspinsel! Nicht, dass dies der Wahrheit vollkommen entsprochen hätte ... doch Rana war sehr gut darin, sich die Welt so passend zu reden, wie ihr dies gerade im Sinn stand. Sehr gut....<br />
<br />
Mit dem kühlen Handrücken tastete sie ihre Stirn, ihren Hals und ihre Schläfen ab - um zu erfühlen, ob sie schon an Fieber litt. Das musste diese Krankheit sein, die angefangen hatte, im Lager herumzugehen. Es war ja irgendwie klar gewesen, dass ausgerechnet SIE sich mit einer Krankheit anstecken musste, die einen für immer entstellte! Der schwarze Fleck auf ihrem ansonsten makellosen Handrücken (Körper) sprach Bände und sie hätte nochmal in Tränen deswegen ausbrechen können. Nagut... heute Mittag hatte sie schon gegenüber Khaled deswegen ein paar Tränen vergossen. Warum mussten diese ganzen Dinge denn auch ausgerechnet auf den heutigen Tag fallen?<br />
<br />
Endlich kam Ivar ihr entgegen gesprintet und er machte einen fragenden Gesichtsausdruck - vermutlich, weil sie noch allein war. Noch bevor der Winterländer seinen Fragen Ausdruck verleihen konnte, fuhr Rana schon verbal die Krallen aus. <b>"Ich weiß auch nicht, wo er steckt!"</b>, keifte sie in ihrem üblichen, angriffslustigen Tonfall, den sie fast immer an den Tag legte, sobald sie Ivar erblickte. Meistens ließ die Intensität ihres Ärgers dann schnell nach ... aber er hatte etwas an sich, das sie immer wieder sofort auf die Palme bringen konnte. Wenigstens versprühte sie ihr Gift heute leise und mehr zischend. <br />
<i>Ja ja</i>, vermutlich klaute der Schatten gerade noch den ganzen Kram zurück, den man ihm und Ivar beim Einsammeln für die Armee abgenommen hatte. Aber wieso dauerte das denn so lange? Er war doch hoffentlich nicht erwischt worden! <b>"Mein ganzer Kram ist noch am besprochenen Ort. Wenn wir keinen Wagen finden, müsst IHR zwei mir tragen helfen. Du schuldest mir was ... wegen der Kiste!"</b>, stellte sie außerdem sofort klar. </div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.imgur.com/aAbDMU2.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>War sie zu früh dran? Ungeduldig zeichnete Rana mit ihrem Schuh Kreise in den sandig-lehmigen Boden unter sich. Und da dies noch nicht genug Beschäftigung war, fing sie an, sich die Haare zu einem Zopf zusammenzuknoten. Das war vielleicht ohnehin gut, denn sie wollte sich nicht von ihren Haaren irgendwie aufhalten lassen. Wahrscheinlich war es vollkommen albern, überhaupt deswegen so einen Aufriss zu machen - doch Rana hielt sehr viel auf ihr gutes Aussehen und war deshalb nachhaltigst um dessen Erhalt bemüht.<br />
Hatte sie sich im Tag geirrt? Auf keinen Fall! Sie hatten doch lange und breit über den Plan gesprochen, den Ivar ausgeheckt hatte. Heute Abend kam die Wachablöse und im günstigsten Moment standen nur zwei Wachmänner am Posten, der den Ausgang der Zeltstadt bildete. Diese zwei Wachmänner hatte sie dann zu bequatschen und zu umgarnen und abzulenken während der Schatten und Ivar über sie herfielen. Dann wollten die beiden die Kleider mit den Wachleuten tauschen und schon waren sie frei. Naja fast, denn dann mussten sie nur noch Ranas Sachen holen. Mit Khaleds Hilfe und unter einem elendigen Husten hatte sie ihr gesamtes Hab und Gut schon vor Stunden eingepackt. Jedem, der danach gefragt hatte, hatte sie lauthals auf die Nase gebunden, dass sie ihr Zelt an einem anderen Platz des Heerlagers wieder errichten würde - Hauptsache, sie war nur weit genug weg von diesem verlausten Stuar, der ganz in der Nähe all ihre Kunden abgriff. <br />
<br />
 Zugegebenermaßen war es nicht gerade wenig Kram zum Einpacken gewesen. Das Zelt, die Kissen, die vielen Tücher, ein kleines Schränkchen, eine gemütliche Liege! Sie konnte all das nicht zurücklassen - denn es waren ihre gesamten Ersparnisse, für die sie sich seit Wochen und Monaten schon verkauft hatte.<br />
Jetzt mussten sie es auch durchziehen - egal wie elend die Hure sich mit ihrem Husten mittlerweile fühlte. Am liebsten hätte sie sich einfach nur auf die Erde gelegt und sich ihrem Elend hingegeben.<br />
<br />
Auch jetzt hustete sie wieder. Allerdings so leise sie nur konnte in ihren Ellenbogen hinein während sie auf die zwei Idioten wartete. Dass sie überhaupt wie eine geschlagene Hündin weglaufen musste, war einzig und allein die Schuld der zwei Einfaltspinsel! Nicht, dass dies der Wahrheit vollkommen entsprochen hätte ... doch Rana war sehr gut darin, sich die Welt so passend zu reden, wie ihr dies gerade im Sinn stand. Sehr gut....<br />
<br />
Mit dem kühlen Handrücken tastete sie ihre Stirn, ihren Hals und ihre Schläfen ab - um zu erfühlen, ob sie schon an Fieber litt. Das musste diese Krankheit sein, die angefangen hatte, im Lager herumzugehen. Es war ja irgendwie klar gewesen, dass ausgerechnet SIE sich mit einer Krankheit anstecken musste, die einen für immer entstellte! Der schwarze Fleck auf ihrem ansonsten makellosen Handrücken (Körper) sprach Bände und sie hätte nochmal in Tränen deswegen ausbrechen können. Nagut... heute Mittag hatte sie schon gegenüber Khaled deswegen ein paar Tränen vergossen. Warum mussten diese ganzen Dinge denn auch ausgerechnet auf den heutigen Tag fallen?<br />
<br />
Endlich kam Ivar ihr entgegen gesprintet und er machte einen fragenden Gesichtsausdruck - vermutlich, weil sie noch allein war. Noch bevor der Winterländer seinen Fragen Ausdruck verleihen konnte, fuhr Rana schon verbal die Krallen aus. <b>"Ich weiß auch nicht, wo er steckt!"</b>, keifte sie in ihrem üblichen, angriffslustigen Tonfall, den sie fast immer an den Tag legte, sobald sie Ivar erblickte. Meistens ließ die Intensität ihres Ärgers dann schnell nach ... aber er hatte etwas an sich, das sie immer wieder sofort auf die Palme bringen konnte. Wenigstens versprühte sie ihr Gift heute leise und mehr zischend. <br />
<i>Ja ja</i>, vermutlich klaute der Schatten gerade noch den ganzen Kram zurück, den man ihm und Ivar beim Einsammeln für die Armee abgenommen hatte. Aber wieso dauerte das denn so lange? Er war doch hoffentlich nicht erwischt worden! <b>"Mein ganzer Kram ist noch am besprochenen Ort. Wenn wir keinen Wagen finden, müsst IHR zwei mir tragen helfen. Du schuldest mir was ... wegen der Kiste!"</b>, stellte sie außerdem sofort klar. </div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[You don’t have to hold a position in order to be a leader.]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=270</link>
			<pubDate>Sun, 21 Apr 2024 02:54:21 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Andromeda Corenios</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=270</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">You don’t have to hold a position in order to be a leader.<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Ein Geschäftstreffen unter einem Höflichkeitsbesuch.</div>
</div>
<br />
Mochte King’s Portal auch am Meer liegen, fühlte man in der Stadt viel mehr die Hitze, als wie man sie in den Zwillingsstädten wahrnehmen konnte. <br />
<br />
Es war ein unangenehmer Nachmittag, und Andromeda schien immer das Talent zu haben, einen solchen Tag auszusuchen, um wichtige Dinge zu erledigen. Ein Tag, an dem sie viel lieber . Doch Belisarius Caderitor war immerhin ein wichtiger Mann mit wichtigen Aufgaben, da konnte man sich nicht den Luxus gönnen, ihn zu sich zu bestellen. Besonders, wenn es ohne das Wissen ihrer Familie geschah. Da musste man doch erst eine passende Erklärung finden, warum ein offensichtlicher Vertreter des wichtigsten Bankhauses des Landes auf einen Plausch reinspazierte. Selbst Andromeda hätte das nicht wegerklären können. Bereits kurz nach der Ankunft hatte sie sich kundig gemacht, ob der Condottiere denn ebenfalls in der Stadt sei —, auch wenn sie ohnehin davon ausging — und ebenso schnell einen natürlich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sehr</span> formellen Brief geschickt, dass sie gerne auf einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sehr</span> offiziellen Besuch vorbeischauen würde, der jedoch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sehr </span>geheim bleiben musste. Widersprüche waren eben bei solchen Anlässen gegeben.<br />
<br />
War es auch weniger ein Freundschaftsbesuch; die Stimmung war allgemein angespannt. Die Vorbereitung auf den Krieg und das fast schon panisch anmutende Aufrüsten des Großkönigs, der zum Vergeltungsschlag ausholen wollte, gepaart mit der Frechheit Walleydors, sorgten dafür, dass die Hauptstadt zu keinem angenehmen Ort wurde. Aber sie nahm ohnehin an, dass Belisarius wusste, dass es weniger ein Treffen von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘Na, du auch hier, was machen die Geschäfte, wie geht’s der Familie’</span> sein würde. Dumm waren sie beide ja nicht. Und Andromeda konnte es wertschätzen, wenn man die Zeit nicht mit unnötigen Geplänkeln verbrachte, das für sie ohnehin nur frustrierend sein würde. <br />
<br />
Doch sie wartete nun auf ihn, und beim Warten lief sie immer in Gefahr, dass ihre Gedanken viel zu sehr rumorten. Ein derzeit undurchdringbares Netz von zu vielen Fäden, die durcheinander liefen und sich nicht mehr einfach entwirren ließen, gepaart mit der Frustration, dass sie selbst dann noch an ihre Grenzen kam, weil sie hieß, dass sie sich nicht mit solchen Dingen beschäftigen sollte, oder sie lachend gefragt wurde, wieso sie sich Gedanken über den Krieg machte? Nun, wenn es darum ging, dass Alexios in diesem betrunkenen Moment auf ein Pferd steigen würde, sich ein paar matariyyanische Söldner schnappen und verkünden würde, dass er Eastergold Meadow schon allein zurückholen könnte, musste sie eben nachdenken. Alexios war zunehmend waghalsiger geworden, und es shcien fast, als freue er sich auf einen Krieg, um sich nun seine Sporen richtig zu verdienen. Und wenn sie nicht auf ihn aufpasste, dann- <br />
<br />
Sie umschloss den sternförmigen Kettenanhänger so fest in ihrer Hand, dass die scharfen Ecken ihr ins Fleisch schnitten. Es nützte nichts, sich in diesem Augenblick Sorgen zu machen. Alexios war zudem nicht der Einzige, um den es ging. Wenn der Krieg beginnen würde, würden viele ihre Söhne, Ehemänner, Väter und Brüder verlieren. Und gerade darum ging es ja auch beim Besuch im Bankhaus. Man tat eben, was man kann. Und wie ihre Mutter auch sagte, sie solch sich eben auch wie die Prinzessin benehmen. <br />
<br />
Sie saß auf einem der Stühle, einen Arm auf der Rückenlehne und das Kinn auf der Handfläche aufgestützt; mit der anderen Hand spielte sie immer noch mit dem Kettenanhänger, fast, als wäre die Geste beruhigend, während der Blick auf die Tür gerichtet war. Sie hatte den Schleier abgenommen, der dieselbe Farbe wie die Robe in dunklem Flieder hatte, und sie relativ unbehelligt durch die Straßen ziehen ließ. Sie stach nicht aus der Menge hervor, und sollte jemand trotz allem fragen, ob man sie gesehen hätte, würde sich bestimmt niemand an sie erinnern. Ewig die graue Eminenz, die sich im Hintergrund die Hände schmutzig machen würde.<br />
<br />
<br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline">You don’t have to hold a position in order to be a leader.<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">Ein Geschäftstreffen unter einem Höflichkeitsbesuch.</div>
</div>
<br />
Mochte King’s Portal auch am Meer liegen, fühlte man in der Stadt viel mehr die Hitze, als wie man sie in den Zwillingsstädten wahrnehmen konnte. <br />
<br />
Es war ein unangenehmer Nachmittag, und Andromeda schien immer das Talent zu haben, einen solchen Tag auszusuchen, um wichtige Dinge zu erledigen. Ein Tag, an dem sie viel lieber . Doch Belisarius Caderitor war immerhin ein wichtiger Mann mit wichtigen Aufgaben, da konnte man sich nicht den Luxus gönnen, ihn zu sich zu bestellen. Besonders, wenn es ohne das Wissen ihrer Familie geschah. Da musste man doch erst eine passende Erklärung finden, warum ein offensichtlicher Vertreter des wichtigsten Bankhauses des Landes auf einen Plausch reinspazierte. Selbst Andromeda hätte das nicht wegerklären können. Bereits kurz nach der Ankunft hatte sie sich kundig gemacht, ob der Condottiere denn ebenfalls in der Stadt sei —, auch wenn sie ohnehin davon ausging — und ebenso schnell einen natürlich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sehr</span> formellen Brief geschickt, dass sie gerne auf einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sehr</span> offiziellen Besuch vorbeischauen würde, der jedoch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sehr </span>geheim bleiben musste. Widersprüche waren eben bei solchen Anlässen gegeben.<br />
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War es auch weniger ein Freundschaftsbesuch; die Stimmung war allgemein angespannt. Die Vorbereitung auf den Krieg und das fast schon panisch anmutende Aufrüsten des Großkönigs, der zum Vergeltungsschlag ausholen wollte, gepaart mit der Frechheit Walleydors, sorgten dafür, dass die Hauptstadt zu keinem angenehmen Ort wurde. Aber sie nahm ohnehin an, dass Belisarius wusste, dass es weniger ein Treffen von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘Na, du auch hier, was machen die Geschäfte, wie geht’s der Familie’</span> sein würde. Dumm waren sie beide ja nicht. Und Andromeda konnte es wertschätzen, wenn man die Zeit nicht mit unnötigen Geplänkeln verbrachte, das für sie ohnehin nur frustrierend sein würde. <br />
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Doch sie wartete nun auf ihn, und beim Warten lief sie immer in Gefahr, dass ihre Gedanken viel zu sehr rumorten. Ein derzeit undurchdringbares Netz von zu vielen Fäden, die durcheinander liefen und sich nicht mehr einfach entwirren ließen, gepaart mit der Frustration, dass sie selbst dann noch an ihre Grenzen kam, weil sie hieß, dass sie sich nicht mit solchen Dingen beschäftigen sollte, oder sie lachend gefragt wurde, wieso sie sich Gedanken über den Krieg machte? Nun, wenn es darum ging, dass Alexios in diesem betrunkenen Moment auf ein Pferd steigen würde, sich ein paar matariyyanische Söldner schnappen und verkünden würde, dass er Eastergold Meadow schon allein zurückholen könnte, musste sie eben nachdenken. Alexios war zunehmend waghalsiger geworden, und es shcien fast, als freue er sich auf einen Krieg, um sich nun seine Sporen richtig zu verdienen. Und wenn sie nicht auf ihn aufpasste, dann- <br />
<br />
Sie umschloss den sternförmigen Kettenanhänger so fest in ihrer Hand, dass die scharfen Ecken ihr ins Fleisch schnitten. Es nützte nichts, sich in diesem Augenblick Sorgen zu machen. Alexios war zudem nicht der Einzige, um den es ging. Wenn der Krieg beginnen würde, würden viele ihre Söhne, Ehemänner, Väter und Brüder verlieren. Und gerade darum ging es ja auch beim Besuch im Bankhaus. Man tat eben, was man kann. Und wie ihre Mutter auch sagte, sie solch sich eben auch wie die Prinzessin benehmen. <br />
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Sie saß auf einem der Stühle, einen Arm auf der Rückenlehne und das Kinn auf der Handfläche aufgestützt; mit der anderen Hand spielte sie immer noch mit dem Kettenanhänger, fast, als wäre die Geste beruhigend, während der Blick auf die Tür gerichtet war. Sie hatte den Schleier abgenommen, der dieselbe Farbe wie die Robe in dunklem Flieder hatte, und sie relativ unbehelligt durch die Straßen ziehen ließ. Sie stach nicht aus der Menge hervor, und sollte jemand trotz allem fragen, ob man sie gesehen hätte, würde sich bestimmt niemand an sie erinnern. Ewig die graue Eminenz, die sich im Hintergrund die Hände schmutzig machen würde.<br />
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</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[it don't come easy]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=268</link>
			<pubDate>Sat, 20 Apr 2024 14:26:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Maeve Rain</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=268</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Die Sonne brach bereits am Horizont, als die junge Frau mit Entzücken an der gelben Lilie roch, die ihr ein Gönner so eben am Straßenrand geschenkt hatte. Menschen waren so dämlich. Was auch immer man ihnen reichen würde ohne, dass eine Bedingung oder ein Preis daran geknüpft waren, nahmen sie dankend an und konnten es für eine kurze Zeit als höchstes Gut der Welt betrachten, ohne sich weitere Gedanken dazu zu machen. Lange rote Locken waren mit einem Tuch hochgesteckt, das sie sicherlich für den heutigen Anlass extra nochmals gewaschen hatte. Die Kleidung verriet Abnutzung und war dennoch frisch ausgebürstet worden, um alte Flecken so gut es ging unkenntlich zu machen. Sogar die Fingernägel waren sauber, doch die Schwielen und vernarbten Blasen an den Händen bezeugten die harte Arbeit, welche die junge Frau tagtäglich am Hof verrichten musste. Die Sonneneinstrahlung hatte ihre Haut dunkler gefärbt, vermutlich musste sie am Feld ihre Arbeit erledigen. Ob sie Heu wendete? Getreide mit der Sense mähte oder zu einer Garbe aufstellen? So analysierend Maeve ihren Blick auch über den jungen Körper gleiten ließ, so konnte sie keinen Strohhalm ausmachen. Zu schade. <br />
<br />
Und dann geschah es. Sie sah den schwankenden Schritt der Frau, und ihr Mundwinkel zuckte. Leicht neigte sich ihr Kopf wie jener einer neugierigen Katze, die eine Maus beobachtete, die das Raubtier noch nicht gewittert hatte, während sie sah, wie ein zweiter folgte, die Blume fallen gelassen wurde und die Frau schließlich ihre freie Hand nutzen musste um sich an der Steinmauer abzustützen. Sie waren noch vor den Toren der Stadt, ein wenig genutzter Feldweg und doch schirmte eine Mauer die landwirtschaftlichen Ländereien einer besser gestellten Familie ab. Sie knickte ein. <i>Endlich.</i> Das Knie hatte nachgegeben, und sie stützte sich nun mit beiden Händen an der Steinwand ab. „Mylady“, Maeves sorgenvoller Blick traf die grünen Augen, die orientierungslos versuchten die Stimme auszumachen, als die Hexe näher trat und sanft den Ellbogen der jungen Frau ergriff. Stützend und fürsorglich half sie ihr mit dem Rücken zur Wand langsam auf den Boden zu gleiten ohne, dass sie sich dabei verletzte. Als kümmere sie das dumme Ding etwas. <br />
<br />
Ein Geruch stieg ihr in die Nase, war es Rosenwasser? Eifersucht brodelte in ihrem Bauch und sie sah die leuchtenden Augen, die Wangen, womöglich mit roter Erde betont, und den Hals. Ein eleganter, hoher Schwanenhals trug den Kopf der jungen Frau, und würde sich gleichzeitig so gut dafür eigenen mit einem Dolch durchstoßen zu werden. „Fehlt Ihnen etwas? Bitte, lasst mich Ihnen helfen.“ Sanft strich ihre Hand eine der roten Locken aus dem Gesicht der jungen Frau, die schwer atmete und nur nickte. Das inhalierte Gift, das Maeve in die Lilie präpariert hatte, würde ihr fortschreitend immer stärker die Luft zum Atmen nehmen, bis sich die Kehle zuschnüren würde. Sie hatte noch nicht entschieden, ob sie ihr das Gegenmittel verabreichen wollte, denn das, was sie aus ihrer Tasche zog, war lediglich stark verdünnter Traubensaft. „Hier, Flüssigkeit für die Kehle“, und ihre Hand schob sich unter das Kinn der Frau, als sie ihr half ein wenig davon zu trinken. Sie war so jung. Vermutlich wäre Ronan sogar der erste gewesen, der ihr unter den Rock hätte greifen dürfen. Kleines Biest. „Sagt mir, habt ihr solche Anfälle häufiger?“ Sie schüttelte den Kopf, mit rasselndem Atem. Maeve löste den engen Knoten der Verschnürung an der Brust der Frau und entblößte damit mehr von ihrer Haut und der Unterkleidung, doch für den Moment würde sie vielleicht leichter atmen können. Die junge Frau griff in die Tasche ihrer braunen Schürze und zog einen kleinen Beutel hervor, den sie Maeve in die Hand drückte. Münzen. Wahrhaftig, ein dummes Ding. Was hielt sie nun davon ab aufzustehen und wegzugehen? <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Die Sonne brach bereits am Horizont, als die junge Frau mit Entzücken an der gelben Lilie roch, die ihr ein Gönner so eben am Straßenrand geschenkt hatte. Menschen waren so dämlich. Was auch immer man ihnen reichen würde ohne, dass eine Bedingung oder ein Preis daran geknüpft waren, nahmen sie dankend an und konnten es für eine kurze Zeit als höchstes Gut der Welt betrachten, ohne sich weitere Gedanken dazu zu machen. Lange rote Locken waren mit einem Tuch hochgesteckt, das sie sicherlich für den heutigen Anlass extra nochmals gewaschen hatte. Die Kleidung verriet Abnutzung und war dennoch frisch ausgebürstet worden, um alte Flecken so gut es ging unkenntlich zu machen. Sogar die Fingernägel waren sauber, doch die Schwielen und vernarbten Blasen an den Händen bezeugten die harte Arbeit, welche die junge Frau tagtäglich am Hof verrichten musste. Die Sonneneinstrahlung hatte ihre Haut dunkler gefärbt, vermutlich musste sie am Feld ihre Arbeit erledigen. Ob sie Heu wendete? Getreide mit der Sense mähte oder zu einer Garbe aufstellen? So analysierend Maeve ihren Blick auch über den jungen Körper gleiten ließ, so konnte sie keinen Strohhalm ausmachen. Zu schade. <br />
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Und dann geschah es. Sie sah den schwankenden Schritt der Frau, und ihr Mundwinkel zuckte. Leicht neigte sich ihr Kopf wie jener einer neugierigen Katze, die eine Maus beobachtete, die das Raubtier noch nicht gewittert hatte, während sie sah, wie ein zweiter folgte, die Blume fallen gelassen wurde und die Frau schließlich ihre freie Hand nutzen musste um sich an der Steinmauer abzustützen. Sie waren noch vor den Toren der Stadt, ein wenig genutzter Feldweg und doch schirmte eine Mauer die landwirtschaftlichen Ländereien einer besser gestellten Familie ab. Sie knickte ein. <i>Endlich.</i> Das Knie hatte nachgegeben, und sie stützte sich nun mit beiden Händen an der Steinwand ab. „Mylady“, Maeves sorgenvoller Blick traf die grünen Augen, die orientierungslos versuchten die Stimme auszumachen, als die Hexe näher trat und sanft den Ellbogen der jungen Frau ergriff. Stützend und fürsorglich half sie ihr mit dem Rücken zur Wand langsam auf den Boden zu gleiten ohne, dass sie sich dabei verletzte. Als kümmere sie das dumme Ding etwas. <br />
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Ein Geruch stieg ihr in die Nase, war es Rosenwasser? Eifersucht brodelte in ihrem Bauch und sie sah die leuchtenden Augen, die Wangen, womöglich mit roter Erde betont, und den Hals. Ein eleganter, hoher Schwanenhals trug den Kopf der jungen Frau, und würde sich gleichzeitig so gut dafür eigenen mit einem Dolch durchstoßen zu werden. „Fehlt Ihnen etwas? Bitte, lasst mich Ihnen helfen.“ Sanft strich ihre Hand eine der roten Locken aus dem Gesicht der jungen Frau, die schwer atmete und nur nickte. Das inhalierte Gift, das Maeve in die Lilie präpariert hatte, würde ihr fortschreitend immer stärker die Luft zum Atmen nehmen, bis sich die Kehle zuschnüren würde. Sie hatte noch nicht entschieden, ob sie ihr das Gegenmittel verabreichen wollte, denn das, was sie aus ihrer Tasche zog, war lediglich stark verdünnter Traubensaft. „Hier, Flüssigkeit für die Kehle“, und ihre Hand schob sich unter das Kinn der Frau, als sie ihr half ein wenig davon zu trinken. Sie war so jung. Vermutlich wäre Ronan sogar der erste gewesen, der ihr unter den Rock hätte greifen dürfen. Kleines Biest. „Sagt mir, habt ihr solche Anfälle häufiger?“ Sie schüttelte den Kopf, mit rasselndem Atem. Maeve löste den engen Knoten der Verschnürung an der Brust der Frau und entblößte damit mehr von ihrer Haut und der Unterkleidung, doch für den Moment würde sie vielleicht leichter atmen können. Die junge Frau griff in die Tasche ihrer braunen Schürze und zog einen kleinen Beutel hervor, den sie Maeve in die Hand drückte. Münzen. Wahrhaftig, ein dummes Ding. Was hielt sie nun davon ab aufzustehen und wegzugehen? <br />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[the storm came on before its time]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=258</link>
			<pubDate>Wed, 17 Apr 2024 20:08:32 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Rana Shadid</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=258</guid>
			<description><![CDATA[Es kam nicht oft vor, dass Zara während des Abendessens nicht auffindbar war. Oder gar nicht erst auftauchte. Wenn, dann konnte man davon ausgehen, dass sie gerade weniger mit Essen, als mit Geld verdienen beschäftigt war. Das eine, schloss das andere ja auch nicht komplett aus. Das war auch heute so, denn gerade ließ sie einen Höherrangigen Trauben aus ihrem Bauchnabel naschen. Natürlich landete dabei auch das eine oder andere Träubchen in ihrem eigenen Mund, aber satt wurde man von sowas nicht unbedingt. Naja ... vielleicht würde der Schatten ihr ja was von seiner Ration übrig lassen. Auf Ivar konnte man in solchen Dingen ja nicht zählen. <br />
<br />
Eigentlich hatten sie sich zum Abendessen verabredet um nochmal einen Anlauf zu nehmen und über Fluchtpläne nachzudenken. Doch Ranas Beitrag hatte sich - wie eigentlich fast immer - darauf beschränkt, die Pläne mit Münzen zu hinterlegen. Nur, das hieß natürlich nicht, dass sie auch plante, für die zwei Spaßvögel aufzukommen. Zumindest nicht vollkommen... denn sie wusste genau, wie viel ein einfacher Soldat wie Khaled verdiente... und sie konnte einschätzen, was ein besserer Soldat, wie Ivar, verdiente. Die konnten also genauso gut für sich sorgen, wie die Hure selbst ebenfalls dazu in der Lage war. <br />
<br />
Nachdem ihr Kunde mit immer noch knurrendem Magen verschwunden war, ließ Rana sich erst einmal ein wenig Zeit und nutzte diese, um sich ausgiebig zu waschen. Doch - zu ihrem eigenen Erstaunen - war ihr Körper schon wieder verschwitzt, bis sie sich vollständig angezogen hatte. Überhaupt fühlte sie sich heute nicht mehr auf voller Höhe. Erschöpft ließ sie sich an ihrem Schreibtisch, der wie ein Schminktischchen genutzt wurde, nieder und schloss die Münzen ein, die sie heute verdient hatte. Dann schenkte sie sich einen Becher mit süßem, verdünntem Wein ein, der sie sicherlich erfrischen würde. Doch auch das schien nichts zu helfen. Ihr war immer noch schrecklich warm. Um Abhilfe zu schaffen, öffnete sie ihren Zelteingang und rollte die weiten Planen auf um die angenehme Abendluft einzulassen. Dann setzte sie sich neben ihrem Zelt auf den Boden, streckte die nackten Füße aus und blickte verträumt der untergehenden Sonne entgegen. Das helle Licht blendete sie, aber die frische Luft hatte einen kühlenden Effekt auf sie. Ganz so aufregend war ihr letzter Kunde nun wirklich nicht gewesen.. und was heiße Sommer betraf war sie aus Matariyya eigentlich Schlimmeres gewöhnt. Was also wühlte sie derart auf? <br />
Der Gedanke an die Flucht mit dem Schatten und Ivar? <br />
Das Gefühl, bei diesem Krieg dabei zu sein, war ein vollkommen anderes, als seinerzeit in Walleydor. Große Münze hatte damals gelockt und Einschränkungen hatte man gerne in Kauf genommen. Doch hier, im Lager der Sommerländer, war der Ton ein ganz anderer. Die Allerwenigsten waren überhaupt freiwillig hier. Der Drill, den sie tagsüber erdulden mussten, war grausam. Und der Sold war nicht so gut, wie der von Walleydor. Das Schlimmste jedoch war die Erkenntnis, hier nicht einfach weggehen zu können. Alles war ziemlich streng und straff geregelt. Und auch wenn Zara als Hure einige Privilegien hatte, so fühlte sie sich doch mit den anderen beiden irgendwie verbunden und mit-gefangen. <br />
<br />
Noch während sie ihren Gedanken nachhing und sich in der Abendbrise abkühlte und ausruhte, trat mit einem Male ein Schatten zwischen die Sonne und sie. Nein.. nicht ein Schatten. Es musste <i>der Schatten</i> sein. Rana hob die Hand gegen das Licht und gegen den Schatten und versuchte herauszufinden, ob es sich wirklich um ihren Freund und Vertrauten handelte. Ohne sich vollkommen sicher zu sein, streckte sie die Hand nach ihm aus, auf dass er ihr beim Aufstehen half.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es kam nicht oft vor, dass Zara während des Abendessens nicht auffindbar war. Oder gar nicht erst auftauchte. Wenn, dann konnte man davon ausgehen, dass sie gerade weniger mit Essen, als mit Geld verdienen beschäftigt war. Das eine, schloss das andere ja auch nicht komplett aus. Das war auch heute so, denn gerade ließ sie einen Höherrangigen Trauben aus ihrem Bauchnabel naschen. Natürlich landete dabei auch das eine oder andere Träubchen in ihrem eigenen Mund, aber satt wurde man von sowas nicht unbedingt. Naja ... vielleicht würde der Schatten ihr ja was von seiner Ration übrig lassen. Auf Ivar konnte man in solchen Dingen ja nicht zählen. <br />
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Eigentlich hatten sie sich zum Abendessen verabredet um nochmal einen Anlauf zu nehmen und über Fluchtpläne nachzudenken. Doch Ranas Beitrag hatte sich - wie eigentlich fast immer - darauf beschränkt, die Pläne mit Münzen zu hinterlegen. Nur, das hieß natürlich nicht, dass sie auch plante, für die zwei Spaßvögel aufzukommen. Zumindest nicht vollkommen... denn sie wusste genau, wie viel ein einfacher Soldat wie Khaled verdiente... und sie konnte einschätzen, was ein besserer Soldat, wie Ivar, verdiente. Die konnten also genauso gut für sich sorgen, wie die Hure selbst ebenfalls dazu in der Lage war. <br />
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Nachdem ihr Kunde mit immer noch knurrendem Magen verschwunden war, ließ Rana sich erst einmal ein wenig Zeit und nutzte diese, um sich ausgiebig zu waschen. Doch - zu ihrem eigenen Erstaunen - war ihr Körper schon wieder verschwitzt, bis sie sich vollständig angezogen hatte. Überhaupt fühlte sie sich heute nicht mehr auf voller Höhe. Erschöpft ließ sie sich an ihrem Schreibtisch, der wie ein Schminktischchen genutzt wurde, nieder und schloss die Münzen ein, die sie heute verdient hatte. Dann schenkte sie sich einen Becher mit süßem, verdünntem Wein ein, der sie sicherlich erfrischen würde. Doch auch das schien nichts zu helfen. Ihr war immer noch schrecklich warm. Um Abhilfe zu schaffen, öffnete sie ihren Zelteingang und rollte die weiten Planen auf um die angenehme Abendluft einzulassen. Dann setzte sie sich neben ihrem Zelt auf den Boden, streckte die nackten Füße aus und blickte verträumt der untergehenden Sonne entgegen. Das helle Licht blendete sie, aber die frische Luft hatte einen kühlenden Effekt auf sie. Ganz so aufregend war ihr letzter Kunde nun wirklich nicht gewesen.. und was heiße Sommer betraf war sie aus Matariyya eigentlich Schlimmeres gewöhnt. Was also wühlte sie derart auf? <br />
Der Gedanke an die Flucht mit dem Schatten und Ivar? <br />
Das Gefühl, bei diesem Krieg dabei zu sein, war ein vollkommen anderes, als seinerzeit in Walleydor. Große Münze hatte damals gelockt und Einschränkungen hatte man gerne in Kauf genommen. Doch hier, im Lager der Sommerländer, war der Ton ein ganz anderer. Die Allerwenigsten waren überhaupt freiwillig hier. Der Drill, den sie tagsüber erdulden mussten, war grausam. Und der Sold war nicht so gut, wie der von Walleydor. Das Schlimmste jedoch war die Erkenntnis, hier nicht einfach weggehen zu können. Alles war ziemlich streng und straff geregelt. Und auch wenn Zara als Hure einige Privilegien hatte, so fühlte sie sich doch mit den anderen beiden irgendwie verbunden und mit-gefangen. <br />
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Noch während sie ihren Gedanken nachhing und sich in der Abendbrise abkühlte und ausruhte, trat mit einem Male ein Schatten zwischen die Sonne und sie. Nein.. nicht ein Schatten. Es musste <i>der Schatten</i> sein. Rana hob die Hand gegen das Licht und gegen den Schatten und versuchte herauszufinden, ob es sich wirklich um ihren Freund und Vertrauten handelte. Ohne sich vollkommen sicher zu sein, streckte sie die Hand nach ihm aus, auf dass er ihr beim Aufstehen half.]]></content:encoded>
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