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		<title><![CDATA[Facing the Storm - Matariyya - Das Sommerland]]></title>
		<link>https://facingthestormchaptertwo.de/</link>
		<description><![CDATA[Facing the Storm - https://facingthestormchaptertwo.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 04:26:19 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Masquerade]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=617</link>
			<pubDate>Tue, 12 Nov 2024 12:20:14 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=127">Caeus Valerius</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=617</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Masquerade<br />
</div>
<br />
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/f6/6f/dc/f66fdc42338d18db11294a4d1e842031.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die Tage im Sommerland waren wie der heiße Wüstenwind dahingeglitten – schnell und drückend. Caeus hatte den letzten Akt seiner Pflicht erfüllt: Er hatte Rajivs - eines gefallenen Söldners, eines Mitglieds der Bruderschaft - zerbrechlichen Habseligkeiten an dessen Familie übergeben. Zusammen mit einem Anteil seines Lohnes, eine symbolische Geste, die kaum die Tiefe ihres Verlusts mildern konnte. Ein schwacher Trost für den Tod eines Vaters, Bruders und Sohnes, doch zugleich mehr, als viele je erhalten würden. Vor allem nach der Flutwelle, würden sie es gebrauchen können.<br />
Caeus war kein Wohltäter, doch er wusste, dass wahre Führung mehr erforderte. Es war nicht nur seine Pflicht, für den Erfolg der Bruderschaft zu sorgen, sondern auch, die letzten Wünsche seiner Söldner zu respektieren.<br />
Er kümmerte sich um diese Dinge selbst, ließ keine Details unbeachtet, nicht, weil es ihm ein persönliches Anliegen war, sondern weil er wusste, dass <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">das</span> den Unterschied ausmachte.<br />
Die Gespräche mit den Hinterbliebenen, die Sorge um das, was nach dem Tod eines Kriegers blieb – all das gehörte zu seiner Verantwortung.<br />
<br />
Die Schritte des Söldners führten ihn an den Stallungen vorbei. Das Gespräch mit einem der fahrenden Händler war zufriedenstellend verlaufen, und Caeus wusste nun, dass er in den kommenden Tagen erneut auf Reisen gehen würde. Zum Hafen und von dort auf das Festland. Er freute sich, bald wieder in die Heimat zurückzukehren. Auf seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tochter</span> und auch auf Tiberius, dessen Zustand ihm von Jahr zu Jahr mehr Sorge bereitete. Der erfahrene Söldner erblindete zusehends, seine Muskeln versagten und das Alter zeichnete sich immer deutlicher auf seinem Gesicht ab. Ihn in einem solchen Zustand zu sehen, schmerzte den Valerius auf eine seltsame Weise – eine Art Schmerz, den er nicht ganz zu fassen vermochte, aber der ihn dennoch tief traf.<br />
<br />
Diesen Gedanken mit einem entschlossenen Ruck beiseite schiebend, betrat Caeus das nächste Gebäude – ein Bordell, das ihm schon einige Male Zuflucht gewährt hatte. In einer Welt, die von Schlachten, Verlusten und Verantwortung geprägt war, bot der Körper einer schönen Sommerländerin vielleicht für einen flüchtigen Augenblick eine Auszeit. Ein Moment, um die Anspannung der letzten Tage und Wochen abzulegen, die Gedanken zu entwirren und für kurze Zeit nicht der Mann zu sein, der er nun einmal war. Vielleicht würde er in dieser Vergänglichkeit etwas finden, das ihm für den Moment Frieden brachte, bevor er sich erneut auf den langen, beschwerlichen Weg zum Hafen begab.<br />
<br />
Er bestellte ein Bad und ließ sich von einer Dame führen – deren Name, wie bei so vielen, ihm entglitten war. Sie führte ihn in einen der vielen, schummrig erleuchteten Räume. Der Kerzenschein flackerte an den Wänden und malte tanzende Schatten, als ob auch das Licht sich nicht ganz entscheiden konnte, welche Geschichte es erzählen wollte. In der Mitte des Raumes stand eine dampfende Wanne, deren Wasser in sanften Wellen plätscherte, während der Duft von ätherischen Ölen den Raum erfüllte.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Sie kommt gleich.“</span>, ihre Stimme war leise. Natürlich gab man ihm einen Moment für sich, die Zeit, die er für sich brauchte, bevor er sich der nächsten Ablenkung hingab. Caeus nickte kaum merklich und ließ sie mit einer Geste der Höflichkeit wieder gehen.<br />
Er stand für einen Moment da, die Augen auf die dampfende Wanne gerichtet, doch der Wunsch nach Erholung war flüchtig. Der Raum war warm, der Dampf stieg in die Luft, aber in seinem Inneren war es nicht wirklich still. Der Moment der Ruhe, den er suchte, war wie der Dampf in der Wanne – ein flüchtiges Vergnügen, das schnell wieder verflog, ohne wirklich zu bleiben. Es war nicht, dass er keine Freude an solchen Augenblicken fand, doch in seinem Herzen wusste er, dass sie nur eine Ablenkung waren, ein kurzer Flimmer von Frieden inmitten der immerwährenden Schatten, die ihn verfolgten.<br />
<br />
Er trat näher an die Wanne, seine Hände glitten sanft durch das heiße Wasser, als wollte er sich selbst in diesem Moment verlieren. Die Hitze drang tief in seine Finger, ließ ihn den flimmernden Widerstand des Wassers spüren.  In den Sommerlanden, dachte er mit einem Hauch von Ironie, konnte es einen nie frieren, welch Verschwendung das heiße Wasser war. Doch dieser Gedanke war verblasst, als sich die Tür öffnete. Ein leises Knarren, das für einen Moment die Stille durchbrach.<br />
<br />
Langsam hob er den Blick, als zögere er, als hätte ihr plötzliches auftauchen einen Gedanken ernsthaft gestört. <br />
Ihre Augen trafen seine. Ihre Schönheit war anders, einzigartig. Caeus ließ seinen Blick über sie wandern. Ihre Haut, die in diesem Licht fast wie flüssiges Gold wirkte, hatte eine Fremdheit, die ihn neugierig, ja hungrig machte. Ihr exotisches Aussehen, die weichen Rundungen ihrer Silhouette – alles an ihr war ein Versprechen. <br />
<br />
Er spürte, wie das Verlangen in ihm aufstieg, sich in seinen Adern breit machte und seine Gedanken verschwimmen ließ. Ihre Präsenz war mehr als nur ein Blick, mehr als nur der Raum, den sie einnahm – sie war ein Gefühl, das er tief in seinem Inneren erlebte, ein Gefühl, das ihn ganz einnahm. Und er wusste, dass er sich diesem Moment nicht entziehen konnte, geschweige denn wollte. Es war die Ablenkung, die er gesucht hatte.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">Masquerade<br />
</div>
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<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://i.pinimg.com/originals/f6/6f/dc/f66fdc42338d18db11294a4d1e842031.gif" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Die Tage im Sommerland waren wie der heiße Wüstenwind dahingeglitten – schnell und drückend. Caeus hatte den letzten Akt seiner Pflicht erfüllt: Er hatte Rajivs - eines gefallenen Söldners, eines Mitglieds der Bruderschaft - zerbrechlichen Habseligkeiten an dessen Familie übergeben. Zusammen mit einem Anteil seines Lohnes, eine symbolische Geste, die kaum die Tiefe ihres Verlusts mildern konnte. Ein schwacher Trost für den Tod eines Vaters, Bruders und Sohnes, doch zugleich mehr, als viele je erhalten würden. Vor allem nach der Flutwelle, würden sie es gebrauchen können.<br />
Caeus war kein Wohltäter, doch er wusste, dass wahre Führung mehr erforderte. Es war nicht nur seine Pflicht, für den Erfolg der Bruderschaft zu sorgen, sondern auch, die letzten Wünsche seiner Söldner zu respektieren.<br />
Er kümmerte sich um diese Dinge selbst, ließ keine Details unbeachtet, nicht, weil es ihm ein persönliches Anliegen war, sondern weil er wusste, dass <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">das</span> den Unterschied ausmachte.<br />
Die Gespräche mit den Hinterbliebenen, die Sorge um das, was nach dem Tod eines Kriegers blieb – all das gehörte zu seiner Verantwortung.<br />
<br />
Die Schritte des Söldners führten ihn an den Stallungen vorbei. Das Gespräch mit einem der fahrenden Händler war zufriedenstellend verlaufen, und Caeus wusste nun, dass er in den kommenden Tagen erneut auf Reisen gehen würde. Zum Hafen und von dort auf das Festland. Er freute sich, bald wieder in die Heimat zurückzukehren. Auf seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tochter</span> und auch auf Tiberius, dessen Zustand ihm von Jahr zu Jahr mehr Sorge bereitete. Der erfahrene Söldner erblindete zusehends, seine Muskeln versagten und das Alter zeichnete sich immer deutlicher auf seinem Gesicht ab. Ihn in einem solchen Zustand zu sehen, schmerzte den Valerius auf eine seltsame Weise – eine Art Schmerz, den er nicht ganz zu fassen vermochte, aber der ihn dennoch tief traf.<br />
<br />
Diesen Gedanken mit einem entschlossenen Ruck beiseite schiebend, betrat Caeus das nächste Gebäude – ein Bordell, das ihm schon einige Male Zuflucht gewährt hatte. In einer Welt, die von Schlachten, Verlusten und Verantwortung geprägt war, bot der Körper einer schönen Sommerländerin vielleicht für einen flüchtigen Augenblick eine Auszeit. Ein Moment, um die Anspannung der letzten Tage und Wochen abzulegen, die Gedanken zu entwirren und für kurze Zeit nicht der Mann zu sein, der er nun einmal war. Vielleicht würde er in dieser Vergänglichkeit etwas finden, das ihm für den Moment Frieden brachte, bevor er sich erneut auf den langen, beschwerlichen Weg zum Hafen begab.<br />
<br />
Er bestellte ein Bad und ließ sich von einer Dame führen – deren Name, wie bei so vielen, ihm entglitten war. Sie führte ihn in einen der vielen, schummrig erleuchteten Räume. Der Kerzenschein flackerte an den Wänden und malte tanzende Schatten, als ob auch das Licht sich nicht ganz entscheiden konnte, welche Geschichte es erzählen wollte. In der Mitte des Raumes stand eine dampfende Wanne, deren Wasser in sanften Wellen plätscherte, während der Duft von ätherischen Ölen den Raum erfüllte.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Sie kommt gleich.“</span>, ihre Stimme war leise. Natürlich gab man ihm einen Moment für sich, die Zeit, die er für sich brauchte, bevor er sich der nächsten Ablenkung hingab. Caeus nickte kaum merklich und ließ sie mit einer Geste der Höflichkeit wieder gehen.<br />
Er stand für einen Moment da, die Augen auf die dampfende Wanne gerichtet, doch der Wunsch nach Erholung war flüchtig. Der Raum war warm, der Dampf stieg in die Luft, aber in seinem Inneren war es nicht wirklich still. Der Moment der Ruhe, den er suchte, war wie der Dampf in der Wanne – ein flüchtiges Vergnügen, das schnell wieder verflog, ohne wirklich zu bleiben. Es war nicht, dass er keine Freude an solchen Augenblicken fand, doch in seinem Herzen wusste er, dass sie nur eine Ablenkung waren, ein kurzer Flimmer von Frieden inmitten der immerwährenden Schatten, die ihn verfolgten.<br />
<br />
Er trat näher an die Wanne, seine Hände glitten sanft durch das heiße Wasser, als wollte er sich selbst in diesem Moment verlieren. Die Hitze drang tief in seine Finger, ließ ihn den flimmernden Widerstand des Wassers spüren.  In den Sommerlanden, dachte er mit einem Hauch von Ironie, konnte es einen nie frieren, welch Verschwendung das heiße Wasser war. Doch dieser Gedanke war verblasst, als sich die Tür öffnete. Ein leises Knarren, das für einen Moment die Stille durchbrach.<br />
<br />
Langsam hob er den Blick, als zögere er, als hätte ihr plötzliches auftauchen einen Gedanken ernsthaft gestört. <br />
Ihre Augen trafen seine. Ihre Schönheit war anders, einzigartig. Caeus ließ seinen Blick über sie wandern. Ihre Haut, die in diesem Licht fast wie flüssiges Gold wirkte, hatte eine Fremdheit, die ihn neugierig, ja hungrig machte. Ihr exotisches Aussehen, die weichen Rundungen ihrer Silhouette – alles an ihr war ein Versprechen. <br />
<br />
Er spürte, wie das Verlangen in ihm aufstieg, sich in seinen Adern breit machte und seine Gedanken verschwimmen ließ. Ihre Präsenz war mehr als nur ein Blick, mehr als nur der Raum, den sie einnahm – sie war ein Gefühl, das er tief in seinem Inneren erlebte, ein Gefühl, das ihn ganz einnahm. Und er wusste, dass er sich diesem Moment nicht entziehen konnte, geschweige denn wollte. Es war die Ablenkung, die er gesucht hatte.</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The desert has its own music]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=571</link>
			<pubDate>Sun, 22 Sep 2024 07:28:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Hafiz Al-Jazari</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=571</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://64.media.tumblr.com/14ad90a797e600de60048ef972b9a11f/tumblr_nyzfj0YlsB1tky6ogo3_400.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: tumblr_nyzfj0YlsB1tky6ogo3_400.gif]" class="mycode_img" /><br />
</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Es war einige Tage nach ihrem Treffen mit den Amra, dass Hafiz einen Plan schmiedete. Doch nein, das stimmte nicht. Eigentlich hatte er den Plan schon bei dem Treffen geschmiedet und kam erst jetzt dazu, ihn auch wirklich auszuführen. Vielleicht hätte er bei dem Treffen nicht darüber nachdenken, sondern sich konzentrieren sollen, aber für die Diskussionen über etwaige Briefe und solcherlei Dinge waren andere eindeutig besser geeignet als er. Hafiz hatte seinen ganz eigenen Plan verfolgt, was nicht minder schwierig war; immerhin konnte er sich nicht so frei bewegen wie sonst, und in allen Städten des Sommerlandes mangelte es an… allem. Wie er es hasste. Diese Menschen hatten alles Gute verdient: Essen, sauberes Trinken, Sicherheit. Ein Dach über dem Kopf. Doch sie hatten nichts. Die Wut in seinem Herzen war ein wildes Tier, das wütend auf und ab schritt, doch heute Nacht wollte sich Hafiz nicht erlauben, dieser Wut nachzugehen. Stattdessen hatte er einige Vorbereitungen getroffen, die wichtig waren. Für Safiyya, seine Sonne am nächtlichen Himmel. Oder so ähnlich. Hafiz hatte sich sogar extra dafür gebadet und gewaschen, und obwohl mancher Dreck nicht mehr ganz abging, so duftete er doch sauber. Ein junges Mädchen, nicht älter als eine Handvoll Jahre, sah ihn mit großen Augen an, als sie ihm einige Datteln und einen Krug Wein überreichte. Hafiz öffnete den Mund, um zu sprechen, und das Mädchen sah ihn mit großen Augen an. Ihr Bruder, ein Junge, mit dem Hafiz öfter zu tun hatte, weil er ihn im Kampf ausbildete, stieß seine Schwester mit dem Ellbogen an; sie sollte wohl nicht so starren, doch Hafiz war daran gewohnt. Er kniete sich vor ihr hin, damit er auf Augenhöhe war, und versuchte sich an einem Lächeln, was wahrscheinlich eher einer irren Grimasse glich. Na wenigstens versuchte er es. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“lan 'uwdhiak.”</span> Ich werde dir nichts tun. Das Mädchen nickte und Hafiz patschte ihr mit der riesigen Hand auf das dunkle Haar. Erst dann wandte er sich seinem Schüler zu. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Aihtaris, passt auf euch auf. Wir sehen uns morgen Abend zur selben Zeit wie immer.”</span> Dann nahm er zwei Münzen und gab sie den beiden, bevor sie geschickt im Dunkel der Nacht verschwanden.<br />
<br />
Hafiz liebte die Nacht. In dieser konnte er sich halbwegs frei bewegen, sich in seinen geliebten engen Gassen umherschleichen und beobachten. Als er an Safiyyas Tür klopfte, strahlte er. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Meine geliebte Sonne, ich möchte dich heute Abend entführen”</span>, sagte er mit klarer, deutlicher und nichtsdestotrotz wahnhafter Stimme. Er hatte bemerkt, dass sie ein bisschen elektrisierter als sonst war, fast schon nervös, und er wollte alles Böse von ihr fernhalten. Er WÜRDE alles Böse von ihr fernhalten. Wie eine Walze würde er alles umfahren, was ihr zu nahe kam. Wieso brauchte Safiyya aber eigentlich immer so lange? Erneut klopfte er, bevor er Schritte hörte. Er wusste, er musste höllisch aufpassen, sonst würde sie ihm noch die Zunge abschneiden, wenn er ungeduldig mit ihr war. Und als sie die Türe öffnete, schöner als alle Diamanten selbst, zog er sie in seine Arme. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hast du für einen armen, alten Straßenköter wie mich Zeit? Ich will dich nach draußen entführen, ich habe etwas für dich vorbereitet.”</span> Der Wein schwappte ein wenig über, weil er ihn immer noch in der Hand hielt, und Hafiz leckte ihn dort ab, wo er übergeschwappt war. Safiyya hasste das wahrscheinlich, also sah er sie treuherzig und entschuldigend an. Ihm fiel auf, dass seine Knöcheln an der rechten Hand immer noch nicht gut verheilt waren, weshalb er seine rechte Hand nun wieder verschwinden ließ, und er deutete nach draußen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Kommst du jetzt mit, meine Geliebte?”</span> <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://64.media.tumblr.com/14ad90a797e600de60048ef972b9a11f/tumblr_nyzfj0YlsB1tky6ogo3_400.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: tumblr_nyzfj0YlsB1tky6ogo3_400.gif]" class="mycode_img" /><br />
</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Es war einige Tage nach ihrem Treffen mit den Amra, dass Hafiz einen Plan schmiedete. Doch nein, das stimmte nicht. Eigentlich hatte er den Plan schon bei dem Treffen geschmiedet und kam erst jetzt dazu, ihn auch wirklich auszuführen. Vielleicht hätte er bei dem Treffen nicht darüber nachdenken, sondern sich konzentrieren sollen, aber für die Diskussionen über etwaige Briefe und solcherlei Dinge waren andere eindeutig besser geeignet als er. Hafiz hatte seinen ganz eigenen Plan verfolgt, was nicht minder schwierig war; immerhin konnte er sich nicht so frei bewegen wie sonst, und in allen Städten des Sommerlandes mangelte es an… allem. Wie er es hasste. Diese Menschen hatten alles Gute verdient: Essen, sauberes Trinken, Sicherheit. Ein Dach über dem Kopf. Doch sie hatten nichts. Die Wut in seinem Herzen war ein wildes Tier, das wütend auf und ab schritt, doch heute Nacht wollte sich Hafiz nicht erlauben, dieser Wut nachzugehen. Stattdessen hatte er einige Vorbereitungen getroffen, die wichtig waren. Für Safiyya, seine Sonne am nächtlichen Himmel. Oder so ähnlich. Hafiz hatte sich sogar extra dafür gebadet und gewaschen, und obwohl mancher Dreck nicht mehr ganz abging, so duftete er doch sauber. Ein junges Mädchen, nicht älter als eine Handvoll Jahre, sah ihn mit großen Augen an, als sie ihm einige Datteln und einen Krug Wein überreichte. Hafiz öffnete den Mund, um zu sprechen, und das Mädchen sah ihn mit großen Augen an. Ihr Bruder, ein Junge, mit dem Hafiz öfter zu tun hatte, weil er ihn im Kampf ausbildete, stieß seine Schwester mit dem Ellbogen an; sie sollte wohl nicht so starren, doch Hafiz war daran gewohnt. Er kniete sich vor ihr hin, damit er auf Augenhöhe war, und versuchte sich an einem Lächeln, was wahrscheinlich eher einer irren Grimasse glich. Na wenigstens versuchte er es. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“lan 'uwdhiak.”</span> Ich werde dir nichts tun. Das Mädchen nickte und Hafiz patschte ihr mit der riesigen Hand auf das dunkle Haar. Erst dann wandte er sich seinem Schüler zu. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Aihtaris, passt auf euch auf. Wir sehen uns morgen Abend zur selben Zeit wie immer.”</span> Dann nahm er zwei Münzen und gab sie den beiden, bevor sie geschickt im Dunkel der Nacht verschwanden.<br />
<br />
Hafiz liebte die Nacht. In dieser konnte er sich halbwegs frei bewegen, sich in seinen geliebten engen Gassen umherschleichen und beobachten. Als er an Safiyyas Tür klopfte, strahlte er. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Meine geliebte Sonne, ich möchte dich heute Abend entführen”</span>, sagte er mit klarer, deutlicher und nichtsdestotrotz wahnhafter Stimme. Er hatte bemerkt, dass sie ein bisschen elektrisierter als sonst war, fast schon nervös, und er wollte alles Böse von ihr fernhalten. Er WÜRDE alles Böse von ihr fernhalten. Wie eine Walze würde er alles umfahren, was ihr zu nahe kam. Wieso brauchte Safiyya aber eigentlich immer so lange? Erneut klopfte er, bevor er Schritte hörte. Er wusste, er musste höllisch aufpassen, sonst würde sie ihm noch die Zunge abschneiden, wenn er ungeduldig mit ihr war. Und als sie die Türe öffnete, schöner als alle Diamanten selbst, zog er sie in seine Arme. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Hast du für einen armen, alten Straßenköter wie mich Zeit? Ich will dich nach draußen entführen, ich habe etwas für dich vorbereitet.”</span> Der Wein schwappte ein wenig über, weil er ihn immer noch in der Hand hielt, und Hafiz leckte ihn dort ab, wo er übergeschwappt war. Safiyya hasste das wahrscheinlich, also sah er sie treuherzig und entschuldigend an. Ihm fiel auf, dass seine Knöcheln an der rechten Hand immer noch nicht gut verheilt waren, weshalb er seine rechte Hand nun wieder verschwinden ließ, und er deutete nach draußen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Kommst du jetzt mit, meine Geliebte?”</span> <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[lost in the trance of another Arabian night]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=518</link>
			<pubDate>Thu, 01 Aug 2024 17:22:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=60">Yasirah ben Sahid</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=518</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline"> lost in the trance<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">of another Arabian night</div>
</div>
<br />
Drei Wochen waren vergangen. Drei quälend lange Wochen, in denen Yasirah vor Einsamkeit verging. Keine warmen Hände, die auf ihrem Körper ihrer Wanderlust frönten und keine fordernde Zunge, die Einlass in ihren Mund erbat. Stattdessen Gespräche voller Sorgen, Ängste und manchmal auch Zwietracht. Viele Gespräche bis tief in die Nacht mit <dvz_me_placeholder id="0" />, die ebenso wenig Erleichterung brachten, wie die auf offizieller Seite. Es war ein Teufelskreis. Die Stimmung in ihrem eigenen Land wurde schlimmer und schlimmer, die Unruhen lauter und die Menschen verzweifelter. Immer wieder berichteten Boten von Aufständen, kleineren Versammlungen und weiteren besorgniserregenden Ereignissen. Die Sorgesfalten auf der Stirn der Königin wurden tiefer. Und der Zustand ihres Mannes blieb weiterhin unverändert. Seine Paranoia machte beinahe jedes normale Gespräch unmöglich, sein hektischer Blick durch seine Gemächer bestätigte nur das, was man ihm von Weitem schon ansehen konnte. Ridvan ben Sahid war nicht mehr in der Lage zu regieren. Der Königin war ein Häufchen Elend geworden. Von dem einstigen schönen Mann, den Yasirah vor vielen Jahren geheiratet hat, war kaum mehr etwas übrig. Der strahlende Glanz war erloschen und es blieb ein gebrochener Mann zurück. Ein Mann, der eigentlich auf dem Thron dieses Landes saß. Jemand, der Entscheidungen treffen musste. Dringend. Stattdessen hatte seine Frau alle Geschäfte inoffiziell übernommen. Es hatte viel Getuschel in Reihen der Berater gegeben, doch noch duldeten sie offenbar die Entschuldigungen und Erklärungen, die ihnen die Königin immer wieder auftischte. Sie hatte keine Ahnung, wie lange das Alles noch gut gehen würde. Mittlerweile machte auch sie sich große Sorgen. <br />
<br />
Als wäre der alltägliche Wahnsinn noch nicht genug, war an diesen Tagen außerdem eine ganz besonders große Regenwolke über dem Kopf der jungen Königin zu sehen. Die Augen matt vor Trauer, während sie versuchte böse Miene zu einem guten Spiel zu machen. Denn heute war der Tag, an dem ihre Tochter heiratete. Naila ben Sahid wurde zu Naila Castellanos - eine Tatsache, die der Mutter beinahe körperliche Schmerzen bereitete. Die Tatsache, dass sie der Hochzeit aufgrund der politischen Lage nicht beiwohnen konnte, ließ sie beinahe durchdrehen. In ihren Gemächern tigerte sie auf und ab, verscheuchte alle Diener mit größter Leidenschaft und schaffe es kaum ein paar saftige Beeren zu sich zu nehmen. Doch nachdem sie abermals heute morgen das Gespräch mit ihrem Mann gesucht hatte und dieser kaum ihren Worten zuhören konnte, ohne an seinen Fingern zu knibbeln oder mit seinem Fuß zu wippen, hatte sie er genauso abermals aufgeben. <br />
<br />
Und nun wartete sie. Einen Boten hatte sie vor ca. einer Stunde ausgesandt, dass sie ihren Berater zu sehen wünscht. Ein spontanes und unaufschiebbares Gespräch hatte sie als Vorwand genutzt, um den Elefantenzüchter zu sich ins Schloss zu zitieren. Wenn sie schon genug Zeit hatte in ihren Gemächern hin und her zu laufen, dann konnte sie sich die Zeit auch tausend Mal besser vertreiben. Obwohl die Königin noch nicht wusste, in welcher Verfassung sie ihm gleich gegenüber treten würde. Die Sorgen um ihre Zukunft (und die ihrer Tochter) lasteten schwer auf ihren Schultern. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate2">
<div class="posttemplate2headline"> lost in the trance<br />
<div style="font-family: 'Alex Brush'; font-size:18px;">of another Arabian night</div>
</div>
<br />
Drei Wochen waren vergangen. Drei quälend lange Wochen, in denen Yasirah vor Einsamkeit verging. Keine warmen Hände, die auf ihrem Körper ihrer Wanderlust frönten und keine fordernde Zunge, die Einlass in ihren Mund erbat. Stattdessen Gespräche voller Sorgen, Ängste und manchmal auch Zwietracht. Viele Gespräche bis tief in die Nacht mit <dvz_me_placeholder id="0" />, die ebenso wenig Erleichterung brachten, wie die auf offizieller Seite. Es war ein Teufelskreis. Die Stimmung in ihrem eigenen Land wurde schlimmer und schlimmer, die Unruhen lauter und die Menschen verzweifelter. Immer wieder berichteten Boten von Aufständen, kleineren Versammlungen und weiteren besorgniserregenden Ereignissen. Die Sorgesfalten auf der Stirn der Königin wurden tiefer. Und der Zustand ihres Mannes blieb weiterhin unverändert. Seine Paranoia machte beinahe jedes normale Gespräch unmöglich, sein hektischer Blick durch seine Gemächer bestätigte nur das, was man ihm von Weitem schon ansehen konnte. Ridvan ben Sahid war nicht mehr in der Lage zu regieren. Der Königin war ein Häufchen Elend geworden. Von dem einstigen schönen Mann, den Yasirah vor vielen Jahren geheiratet hat, war kaum mehr etwas übrig. Der strahlende Glanz war erloschen und es blieb ein gebrochener Mann zurück. Ein Mann, der eigentlich auf dem Thron dieses Landes saß. Jemand, der Entscheidungen treffen musste. Dringend. Stattdessen hatte seine Frau alle Geschäfte inoffiziell übernommen. Es hatte viel Getuschel in Reihen der Berater gegeben, doch noch duldeten sie offenbar die Entschuldigungen und Erklärungen, die ihnen die Königin immer wieder auftischte. Sie hatte keine Ahnung, wie lange das Alles noch gut gehen würde. Mittlerweile machte auch sie sich große Sorgen. <br />
<br />
Als wäre der alltägliche Wahnsinn noch nicht genug, war an diesen Tagen außerdem eine ganz besonders große Regenwolke über dem Kopf der jungen Königin zu sehen. Die Augen matt vor Trauer, während sie versuchte böse Miene zu einem guten Spiel zu machen. Denn heute war der Tag, an dem ihre Tochter heiratete. Naila ben Sahid wurde zu Naila Castellanos - eine Tatsache, die der Mutter beinahe körperliche Schmerzen bereitete. Die Tatsache, dass sie der Hochzeit aufgrund der politischen Lage nicht beiwohnen konnte, ließ sie beinahe durchdrehen. In ihren Gemächern tigerte sie auf und ab, verscheuchte alle Diener mit größter Leidenschaft und schaffe es kaum ein paar saftige Beeren zu sich zu nehmen. Doch nachdem sie abermals heute morgen das Gespräch mit ihrem Mann gesucht hatte und dieser kaum ihren Worten zuhören konnte, ohne an seinen Fingern zu knibbeln oder mit seinem Fuß zu wippen, hatte sie er genauso abermals aufgeben. <br />
<br />
Und nun wartete sie. Einen Boten hatte sie vor ca. einer Stunde ausgesandt, dass sie ihren Berater zu sehen wünscht. Ein spontanes und unaufschiebbares Gespräch hatte sie als Vorwand genutzt, um den Elefantenzüchter zu sich ins Schloss zu zitieren. Wenn sie schon genug Zeit hatte in ihren Gemächern hin und her zu laufen, dann konnte sie sich die Zeit auch tausend Mal besser vertreiben. Obwohl die Königin noch nicht wusste, in welcher Verfassung sie ihm gleich gegenüber treten würde. Die Sorgen um ihre Zukunft (und die ihrer Tochter) lasteten schwer auf ihren Schultern. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Heavy is the Head that wears the Crown]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=440</link>
			<pubDate>Thu, 04 Jul 2024 23:40:16 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Safiyya bint Aldir</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=440</guid>
			<description><![CDATA[</font>&lt;/style&gt;<link href="https://api.fontshare.com/v2/css?f[]=boska@701,401,400,700&display=swap" rel="stylesheet"><link href="https://api.fontshare.com/v2/css?f[]=author@400,700,701,401&display=swap" rel="stylesheet">&lt;style type="text/css"&gt; /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
*/ #clatterfinch { box-sizing: border-box; width: 500px; margin: 0 auto; } /*<br />
<br />
*/ .cfoben { box-sizing: border-box; width: 100%; height: 225px; margin: 0 auto; background: url('https://i.imgur.com/ie1B4hF.png'); } /*<br />
<br />
*/ .cftitel { box-sizing: border-box; margin: 0 auto; color: #f2f1ef; font-family: 'Boska', serif; font-size: 25px; text-transform: uppercase; line-height: 25px; letter-spacing: 1px; text-align: justify; width: 100%; padding-top: 75px; padding-left: 50px; } .cftitel span { font-family: 'Author', sans-serif; font-size: 10px; letter-spacing: 1px; font-weight: bold; padding-right: 50px; } /*<br />
<br />
*/ .cftext { box-sizing: border-box; width: 100%; text-align: justify; margin: 0 auto; font-family: 'Author', sans-serif; font-size: 14px; line-height: 23px; } .cftext b { font-size: 10px; text-transform: uppercase; letter-spacing: 1px; } .cftext i { font-size: 10px; letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; color: #b7c2bc; } .cftext o { letter-spacing: 1px; text-transform: uppercase; border-bottom: 1px solid #b7c2bc; padding-bottom: 2px; font-size: 10px; } /*<br />
<br />
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<br />
&lt;/style&gt;<div id="clatterfinch"><div class="cfoben"><div class="cftitel">heavy is<br />
the head that<br />
wears the crown<br />
</div></div><div class="cftext">
<i><b><span style="color: #a18723;" class="mycode_color">“Vergiss nicht, dass wir der Sturm sind. Wir beherrschen ihn, weil wir ihn zuvor ausgelöst haben.“</span></b></i> hallte in ihrem Kopf wider, während sie ihre Zähne so heftig aufeinander biss, dass ihr Kiefer bereits schmerzte. Es war, als hätte sie Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwindel zugleich – und vielleicht hatte sie das ja. Nur wenige Stunden waren vergangen, seit sie die Nachricht ereilt hatte, aber vielleicht waren schon zu viele Stunden vergangen. Mit jeder Minute, die verstrich, bewegten sich die Abgesandten näher Richtung Dharan Al-Bahr. Abgesandte? Krieger? Eine politische Delegation? Das war nicht ihr Fachgebiet und in internationaler Politik und den Gepflogenheiten anderer Länder kannte sie sich zu wenig aus. Sie hatte keine Ahnung, wer Clementius oder Verus waren, warum sie von einer Horde schwer bewaffneter Plattenmänner begleitet wurden und warum zum verfluchten Teufel sie sich auf dem Weg die Richtung der Hauptstadt befanden. <i>Ihrer</i> Hauptstadt. <br />
<br />
Safiyya wanderte das schäbige Loch, was ihr gemeinsamer Treffpunkt geworden war, auf und ab, wie eine nervöse Löwin, die auf die Rückkehr ihres Rudels wartete. Sie hasstes alles, was vom Festland kam – vor allem, wenn es ihre Heimat bedrohte. Aber viel schlimmer als das war das Unwissen. Die Informationen hatten sich schnell verbreitet, aber genau deshalb waren sie unglaublich lückenhaft. Sie hatte sich die letzten Stunden bereits den Kopf darüber zerrissen, wieso, weshalb, warum und hatte zu wenige Puzzleteile und Wissen, um alles logisch zusammen zu setzen. Eigentlich hatten sie dafür andere. <i>Eigentlich</i>. Sie war absolut nicht begeistert davon gewesen, dass Ilyas sich ebenfalls Richtung Castandor aufgemacht hatte. Vor wenigen Tagen hatte sie vehement darauf bestanden, dass er hier blieb. Sie brauchten seinen Kopf, seine Art, zu denken und vielleicht auch seine Führung. Und die heutige Nacht war das beste Beispiel dafür, dass sie recht gehabt hatte. <br />
<br />
Dieses Mal hatte sie nicht einmal die Nerven gehabt, ein Räucherstäbchen anzuzünden und ertrug damit sogar den Gestank nach Kanalisation und abgestandener Luft – und das sollte etwas heißen. Safiyya tat gern so, als wäre sie ein abgeklärter kühler Kopf, aber eigentlich war sie temperamentvoll, hitzig und tat sich äußerst schwer damit, Ruhe zu bewahren und sich zurückzulehnen. Tausende Dinge schnellten durch ihren Kopf, ohne dass sie es schaffte, auch nur einen brauchbaren Gedanken zu fassen. Die Tür öffnete sich und es war ihr egal, wer dadurch trat. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Verdammte Drecksscheiße, ich warte seit gefühlten Stunden hier unten, weil ihr euren Schönheitsschlaf für wichtiger haltet?!“</span>, bretterte sie dem ersten entgegen, der durch die Tür trat. Tatsächlich waren keine etlichen Stunden vergangen, seit sie ihre Botinnen entsandt hatte, aber weil ihre Gedanken nicht aufhörten zu kreisen, fühlte es sich an, als vergehe die Zeit viermal so schnell. <br />
<br />
Sie trug einen unauffälligen, dunklen Umhang, der sie fast ungesehen durch die Straßen und eben auch hierher gebracht hatte. Die Hände hatte sie fest auf dem Tisch aufgestützt während sie dahinter stand und ihre eigenen, rudimentären Notizen betrachtete. Alles, was sie bisher in Erfahrung hatte bringen können, hatte sie so schnell wie möglich aufgeschrieben, darunter die Namen „Clementius“ und „Verus“, mit welchen sie nichts anfangen konnte. Safiyya versuchte, ihren Ärger, der natürlich keinesfalls Angst war (!), herunterzuschlucken und blickte blinzelnd in die Runde. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wir müssen reden.“</span><br />
</div></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</font>&lt;/style&gt;<link href="https://api.fontshare.com/v2/css?f[]=boska@701,401,400,700&display=swap" rel="stylesheet"><link href="https://api.fontshare.com/v2/css?f[]=author@400,700,701,401&display=swap" rel="stylesheet">&lt;style type="text/css"&gt; /*<br />
<br />
DER CODE STAMMT VON fare thee well AUS DEM storming-gates.de<br />
<br />
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<br />
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<br />
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<br />
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<br />
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<br />
&lt;/style&gt;<div id="clatterfinch"><div class="cfoben"><div class="cftitel">heavy is<br />
the head that<br />
wears the crown<br />
</div></div><div class="cftext">
<i><b><span style="color: #a18723;" class="mycode_color">“Vergiss nicht, dass wir der Sturm sind. Wir beherrschen ihn, weil wir ihn zuvor ausgelöst haben.“</span></b></i> hallte in ihrem Kopf wider, während sie ihre Zähne so heftig aufeinander biss, dass ihr Kiefer bereits schmerzte. Es war, als hätte sie Bauchschmerzen, Übelkeit und Schwindel zugleich – und vielleicht hatte sie das ja. Nur wenige Stunden waren vergangen, seit sie die Nachricht ereilt hatte, aber vielleicht waren schon zu viele Stunden vergangen. Mit jeder Minute, die verstrich, bewegten sich die Abgesandten näher Richtung Dharan Al-Bahr. Abgesandte? Krieger? Eine politische Delegation? Das war nicht ihr Fachgebiet und in internationaler Politik und den Gepflogenheiten anderer Länder kannte sie sich zu wenig aus. Sie hatte keine Ahnung, wer Clementius oder Verus waren, warum sie von einer Horde schwer bewaffneter Plattenmänner begleitet wurden und warum zum verfluchten Teufel sie sich auf dem Weg die Richtung der Hauptstadt befanden. <i>Ihrer</i> Hauptstadt. <br />
<br />
Safiyya wanderte das schäbige Loch, was ihr gemeinsamer Treffpunkt geworden war, auf und ab, wie eine nervöse Löwin, die auf die Rückkehr ihres Rudels wartete. Sie hasstes alles, was vom Festland kam – vor allem, wenn es ihre Heimat bedrohte. Aber viel schlimmer als das war das Unwissen. Die Informationen hatten sich schnell verbreitet, aber genau deshalb waren sie unglaublich lückenhaft. Sie hatte sich die letzten Stunden bereits den Kopf darüber zerrissen, wieso, weshalb, warum und hatte zu wenige Puzzleteile und Wissen, um alles logisch zusammen zu setzen. Eigentlich hatten sie dafür andere. <i>Eigentlich</i>. Sie war absolut nicht begeistert davon gewesen, dass Ilyas sich ebenfalls Richtung Castandor aufgemacht hatte. Vor wenigen Tagen hatte sie vehement darauf bestanden, dass er hier blieb. Sie brauchten seinen Kopf, seine Art, zu denken und vielleicht auch seine Führung. Und die heutige Nacht war das beste Beispiel dafür, dass sie recht gehabt hatte. <br />
<br />
Dieses Mal hatte sie nicht einmal die Nerven gehabt, ein Räucherstäbchen anzuzünden und ertrug damit sogar den Gestank nach Kanalisation und abgestandener Luft – und das sollte etwas heißen. Safiyya tat gern so, als wäre sie ein abgeklärter kühler Kopf, aber eigentlich war sie temperamentvoll, hitzig und tat sich äußerst schwer damit, Ruhe zu bewahren und sich zurückzulehnen. Tausende Dinge schnellten durch ihren Kopf, ohne dass sie es schaffte, auch nur einen brauchbaren Gedanken zu fassen. Die Tür öffnete sich und es war ihr egal, wer dadurch trat. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Verdammte Drecksscheiße, ich warte seit gefühlten Stunden hier unten, weil ihr euren Schönheitsschlaf für wichtiger haltet?!“</span>, bretterte sie dem ersten entgegen, der durch die Tür trat. Tatsächlich waren keine etlichen Stunden vergangen, seit sie ihre Botinnen entsandt hatte, aber weil ihre Gedanken nicht aufhörten zu kreisen, fühlte es sich an, als vergehe die Zeit viermal so schnell. <br />
<br />
Sie trug einen unauffälligen, dunklen Umhang, der sie fast ungesehen durch die Straßen und eben auch hierher gebracht hatte. Die Hände hatte sie fest auf dem Tisch aufgestützt während sie dahinter stand und ihre eigenen, rudimentären Notizen betrachtete. Alles, was sie bisher in Erfahrung hatte bringen können, hatte sie so schnell wie möglich aufgeschrieben, darunter die Namen „Clementius“ und „Verus“, mit welchen sie nichts anfangen konnte. Safiyya versuchte, ihren Ärger, der natürlich keinesfalls Angst war (!), herunterzuschlucken und blickte blinzelnd in die Runde. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Wir müssen reden.“</span><br />
</div></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[my bare hands paved their paths]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=422</link>
			<pubDate>Tue, 02 Jul 2024 19:31:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Safiyya bint Aldir</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=422</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">my bare hands paved their paths<br />
<div style="font-size:18px;">You don't get to tell me about sad <br />
If you wanted me dead, you should've just said <br />
Nothing makes me feel more alive</div>
</div>
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/a91190f07036ce963a3badfc73ef4b85/tumblr_inline_nu5n5xrOww1qlt39u_400.gifv" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Leise öffnete Safiyya die Tür zum Hintereingang des gehobeneren Bordells, in dem sie die meiste Zeit verbrachte. Hier hatte sie sich eingerichtet und bewohnte eines der oberen Zimmer, ohne regelmäßig Freier zu empfangen. Ihr Blick glitt hinaus in die Dunkelheit der Straße, wo es nach einer Mischung aus Urin und abgestandenen Wasser roch. Man musste diese Stadt einfach lieben. Die dunkle Silhouette, die sie bereits erwartet hatte, pendelte fast schon nervös auf und ab, wie ein Tiger, der auf seine Beute wartete. Sie musste schmunzeln und nickte ihm zu, während sie die Tür einen Spalt mehr öffnete. Ein kurzer Blick nach links und rechts, doch die kleine Gasse schien ansonsten verlassen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich hab kein freies Zimmer“</span>, ließ sie ihn direkt leise wissen. Die Geschäfte liefen gerade noch gut und das musste sie mitnehmen, so lange es ging. Wenn Ridvan nach und nach alle Männer aus der Stadt abzog, würde auch ihr Business darunter leiden, so viel war klar. Doch heute Nacht hatte man das Gefühl, dass sich der ein oder andere noch eine Abschiedsnacht zu gönnen schien, wenn es in den nächsten Tagen Richtung Castandor ging. Vorsichtig  schloss sie die Tür hinter Hafiz und legte die drei Schlösser zur Sicherheit um. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du kannst dich erstmal in den Salon setzen. Je nachdem wie die Nacht läuft habe ich vielleicht irgendwann ein Bett für dich. Oder du musst mit dem Fußboden Vorlieb nehmen.“</span> Vielleicht gab es auch irgendwo noch eine Sitzgruppe oder Liege, auf der er schlafen könnte. Mal sehen. Safiyya nutzte den kurzen Augenblick, um Hafiz zu mustern. Er sah immer unberechenbar aus, aber heute vielleicht ein wenig besorgter als sonst?  <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eintopf? Wein?“</span>, bot sie fragend an und wies ihn dann an, ihr zu folgen. Natürlich war er nicht das erste Mal hier. Nicht nur einmal hatte er hier für Ordnung sorgen dürfen. Die Mädchen kannten und schätzten ihn – auf ihre eigene Art und Weise. Die eine Hälfte hatte große Angst vor ihm, die andere wusste, dass er keine von ihnen jemals anrühren würde. Und auch Safiyya wusste das. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Je nachdem wie gut du bei Kasse bist, kannst du natürlich auch ein Zimmer <i>mit Einrichtung</i> haben“</span>, scherzte sie und zeigte auf einen Hocker neben einem kleinen Tresen, hinter welchen sie ging. Die Haare hatte sie streng zusammen gesteckt, während sie ein wallendes, rotes Gewand trug, dessen Farbe zu der ihrer Lippen passte. Drei, vier Männer und Damen verteilten sich auf die anderen Ecken des dunklen Raumes. Teilweise wartend, teilweise ausruhend.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Heute ist viel los“</span>, entgegnete sie leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich hab das Gefühl, dass…“</span> Sie ließ den Blick einmal durch den Raum schweifen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„viele ihre letzte Nacht in Freiheit feiern.“ </span>Sie schluckte die Emotionen, die dieser Satz mit sich brachte herunter und stellte ein leeres Glas auf den Tresen, während sie Hafiz einen fragenden Blick schenkte. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1">
<div class="posttemplate1header" style="background: url(HINTERGUND_URL); background-size:100%;background-position:50% 50%;">my bare hands paved their paths<br />
<div style="font-size:18px;">You don't get to tell me about sad <br />
If you wanted me dead, you should've just said <br />
Nothing makes me feel more alive</div>
</div>
<div class="posttemplate3imageleft"><img src="https://64.media.tumblr.com/a91190f07036ce963a3badfc73ef4b85/tumblr_inline_nu5n5xrOww1qlt39u_400.gifv" style="max-width:200px; max-height:120px; object-fit:cover;"></div>Leise öffnete Safiyya die Tür zum Hintereingang des gehobeneren Bordells, in dem sie die meiste Zeit verbrachte. Hier hatte sie sich eingerichtet und bewohnte eines der oberen Zimmer, ohne regelmäßig Freier zu empfangen. Ihr Blick glitt hinaus in die Dunkelheit der Straße, wo es nach einer Mischung aus Urin und abgestandenen Wasser roch. Man musste diese Stadt einfach lieben. Die dunkle Silhouette, die sie bereits erwartet hatte, pendelte fast schon nervös auf und ab, wie ein Tiger, der auf seine Beute wartete. Sie musste schmunzeln und nickte ihm zu, während sie die Tür einen Spalt mehr öffnete. Ein kurzer Blick nach links und rechts, doch die kleine Gasse schien ansonsten verlassen. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich hab kein freies Zimmer“</span>, ließ sie ihn direkt leise wissen. Die Geschäfte liefen gerade noch gut und das musste sie mitnehmen, so lange es ging. Wenn Ridvan nach und nach alle Männer aus der Stadt abzog, würde auch ihr Business darunter leiden, so viel war klar. Doch heute Nacht hatte man das Gefühl, dass sich der ein oder andere noch eine Abschiedsnacht zu gönnen schien, wenn es in den nächsten Tagen Richtung Castandor ging. Vorsichtig  schloss sie die Tür hinter Hafiz und legte die drei Schlösser zur Sicherheit um. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Du kannst dich erstmal in den Salon setzen. Je nachdem wie die Nacht läuft habe ich vielleicht irgendwann ein Bett für dich. Oder du musst mit dem Fußboden Vorlieb nehmen.“</span> Vielleicht gab es auch irgendwo noch eine Sitzgruppe oder Liege, auf der er schlafen könnte. Mal sehen. Safiyya nutzte den kurzen Augenblick, um Hafiz zu mustern. Er sah immer unberechenbar aus, aber heute vielleicht ein wenig besorgter als sonst?  <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Eintopf? Wein?“</span>, bot sie fragend an und wies ihn dann an, ihr zu folgen. Natürlich war er nicht das erste Mal hier. Nicht nur einmal hatte er hier für Ordnung sorgen dürfen. Die Mädchen kannten und schätzten ihn – auf ihre eigene Art und Weise. Die eine Hälfte hatte große Angst vor ihm, die andere wusste, dass er keine von ihnen jemals anrühren würde. Und auch Safiyya wusste das. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Je nachdem wie gut du bei Kasse bist, kannst du natürlich auch ein Zimmer <i>mit Einrichtung</i> haben“</span>, scherzte sie und zeigte auf einen Hocker neben einem kleinen Tresen, hinter welchen sie ging. Die Haare hatte sie streng zusammen gesteckt, während sie ein wallendes, rotes Gewand trug, dessen Farbe zu der ihrer Lippen passte. Drei, vier Männer und Damen verteilten sich auf die anderen Ecken des dunklen Raumes. Teilweise wartend, teilweise ausruhend.<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"> „Heute ist viel los“</span>, entgegnete sie leise. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Ich hab das Gefühl, dass…“</span> Sie ließ den Blick einmal durch den Raum schweifen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„viele ihre letzte Nacht in Freiheit feiern.“ </span>Sie schluckte die Emotionen, die dieser Satz mit sich brachte herunter und stellte ein leeres Glas auf den Tresen, während sie Hafiz einen fragenden Blick schenkte. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[where there is anger, there is always pain underneath]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=421</link>
			<pubDate>Tue, 02 Jul 2024 13:39:38 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Hafiz Al-Jazari</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=421</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Elendes Dreckspack. Seit gestern verschärfte das Königtum den Einzug einsatzfähiger Männer für den Krieg. Hafiz war schon einige Idioten losgeworden, die es nicht anders verdient hatten; nur zu gerne hatte er die in den beginnenden Krieg geschickt. Es war eine Warnung an die, die überlegten, auf welcher Seite sie standen. Die Amra vergaßen nicht. Noch weniger verziehen sie. Und wenn man sich gegen sie und für eigenes Gold entschieden hatte, war es vorbei mit Hafiz´ Freundlichkeit. So weit man das eben Freundlichkeit nennen konnte, was er manchen dieser Männern entgegen brachte. Wie auch immer, der aufkeimende Krieg schwächte das Sommerland, aber gleichzeitig nahm der Krieg ihnen auch eigene, wichtige Männer. In seiner Hütte waren die Soldaten auch schon gewesen, hatten ihn gesucht und natürlich nicht gefunden. Niemals würde er sich in die Hände dieses elendigen Packs begeben. Seit Wochen schon wechselte Hafiz zwischen einzelnen, geheimen Untergrundhäusern, manches Mal schlief er sogar in der Kanalisation, das alles machte ihm nichts aus. Safiyya sagte zwar immer, dass er stank und rümpfte ihre Nase, doch darüber lachte er nur dreckig und leckte sich überschwänglich über die Lippen. Sie war eine Klasse an Frau und er würde nie an sie heranreichen, Kanalgestank oder nicht. <br />
<br />
Hafiz versuchte sich wieder zu konzentrieren, seine unbändige Wut über die Obrigkeiten zu bündeln. So, wie er es irgendwann in den letzten Jahren gelernt hatte. Seine Wut konnte gut sein, ein richtiger Wegweiser nach vorne. Und er würde damit alle überfahren, die es verdienten. Die armen Menschen der Straßen mit Sicherheit nicht. Und dennoch wurden ausgehungerte, dünne Männer in den Krieg eingezogen, um für einen König zu kämpfen, den sie sich niemals ausgesucht hatten. Einem Königspaar, das in Saus und Braus lebte, während das einfache Volk vor Hunger und Durst starb. Wie er es hasste. Er machte noch, halbnackt wie er war, einige aufgeregte Schritte nach vorne und wieder zurück, dann zog er sich ein dunkles Leinenhemd über den nackten Oberkörper und verließ den geheimen Ort, den er seit einigen Nächten sein Zuhause nannte. Draußen war es ruhig; diese ganz eigene Ruhe, die matariyyanische Nächte mit sich brachten. Doch die Straßen schliefen nie. Sobald Hafiz einen etwas belebteren Ort erreicht hatte, gingen ihm die ersten Menschen automatisch aus dem Weg, einige nickten ihm kurz zu und Kinder schenkten ihm ein kleines Lächeln. Sie waren die ärmsten Opfer und er würde sie bis zum Tod verteidigen. <br />
<br />
Automatisch fanden seine Schritte einen kleinen, fast versteckten Garten, der aber nur aus wenigen Palmen und eine Steinbank bestand. Man sah ihn kaum, weil er in einer engen Gasse lag und Mauergefüge ihn umrahmten. Doch hier wüde er eine bestimmte Person finden, die er erwartete. Denn trotzdem der Krieg einiges durcheinanderbrachte, so barg er doch auch eine gewisse Möglichkeit, und die wollte er mit jemandem besprechen. Als er den blonden Schopf erkannte, stand der Mond schon hell am dunklen Himmel. Es war immer noch angenehm warm, und Hafiz stand von der Steinbank auf, um sie gebührend begrüßen zu können. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wenn das nicht meine absolut hinreißende Braut aus dem Winterland ist”</span>, sagte er und ein tiefes Lachen schwang mit. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wie schön, dass du diesem kalten Drecksloch für die nächsten Wochen Lebewohl gesagt hast und uns in unserer schönen, heißen Hölle besuchst.” </span></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Elendes Dreckspack. Seit gestern verschärfte das Königtum den Einzug einsatzfähiger Männer für den Krieg. Hafiz war schon einige Idioten losgeworden, die es nicht anders verdient hatten; nur zu gerne hatte er die in den beginnenden Krieg geschickt. Es war eine Warnung an die, die überlegten, auf welcher Seite sie standen. Die Amra vergaßen nicht. Noch weniger verziehen sie. Und wenn man sich gegen sie und für eigenes Gold entschieden hatte, war es vorbei mit Hafiz´ Freundlichkeit. So weit man das eben Freundlichkeit nennen konnte, was er manchen dieser Männern entgegen brachte. Wie auch immer, der aufkeimende Krieg schwächte das Sommerland, aber gleichzeitig nahm der Krieg ihnen auch eigene, wichtige Männer. In seiner Hütte waren die Soldaten auch schon gewesen, hatten ihn gesucht und natürlich nicht gefunden. Niemals würde er sich in die Hände dieses elendigen Packs begeben. Seit Wochen schon wechselte Hafiz zwischen einzelnen, geheimen Untergrundhäusern, manches Mal schlief er sogar in der Kanalisation, das alles machte ihm nichts aus. Safiyya sagte zwar immer, dass er stank und rümpfte ihre Nase, doch darüber lachte er nur dreckig und leckte sich überschwänglich über die Lippen. Sie war eine Klasse an Frau und er würde nie an sie heranreichen, Kanalgestank oder nicht. <br />
<br />
Hafiz versuchte sich wieder zu konzentrieren, seine unbändige Wut über die Obrigkeiten zu bündeln. So, wie er es irgendwann in den letzten Jahren gelernt hatte. Seine Wut konnte gut sein, ein richtiger Wegweiser nach vorne. Und er würde damit alle überfahren, die es verdienten. Die armen Menschen der Straßen mit Sicherheit nicht. Und dennoch wurden ausgehungerte, dünne Männer in den Krieg eingezogen, um für einen König zu kämpfen, den sie sich niemals ausgesucht hatten. Einem Königspaar, das in Saus und Braus lebte, während das einfache Volk vor Hunger und Durst starb. Wie er es hasste. Er machte noch, halbnackt wie er war, einige aufgeregte Schritte nach vorne und wieder zurück, dann zog er sich ein dunkles Leinenhemd über den nackten Oberkörper und verließ den geheimen Ort, den er seit einigen Nächten sein Zuhause nannte. Draußen war es ruhig; diese ganz eigene Ruhe, die matariyyanische Nächte mit sich brachten. Doch die Straßen schliefen nie. Sobald Hafiz einen etwas belebteren Ort erreicht hatte, gingen ihm die ersten Menschen automatisch aus dem Weg, einige nickten ihm kurz zu und Kinder schenkten ihm ein kleines Lächeln. Sie waren die ärmsten Opfer und er würde sie bis zum Tod verteidigen. <br />
<br />
Automatisch fanden seine Schritte einen kleinen, fast versteckten Garten, der aber nur aus wenigen Palmen und eine Steinbank bestand. Man sah ihn kaum, weil er in einer engen Gasse lag und Mauergefüge ihn umrahmten. Doch hier wüde er eine bestimmte Person finden, die er erwartete. Denn trotzdem der Krieg einiges durcheinanderbrachte, so barg er doch auch eine gewisse Möglichkeit, und die wollte er mit jemandem besprechen. Als er den blonden Schopf erkannte, stand der Mond schon hell am dunklen Himmel. Es war immer noch angenehm warm, und Hafiz stand von der Steinbank auf, um sie gebührend begrüßen zu können. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wenn das nicht meine absolut hinreißende Braut aus dem Winterland ist”</span>, sagte er und ein tiefes Lachen schwang mit. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">“Wie schön, dass du diesem kalten Drecksloch für die nächsten Wochen Lebewohl gesagt hast und uns in unserer schönen, heißen Hölle besuchst.” </span></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[carnival of life]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=380</link>
			<pubDate>Thu, 06 Jun 2024 08:55:43 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Amira El Mansouri</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=380</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Nicht nur dem König war Beistand zu leisten, sondern selbstredend und überwiegend ihrer Herrin; wenngleich beide ihre Gesellschaft auf unterschiedlicher Art benötigten. Geplagt von den Pflichten der Herrschaft, zahlreichen Sitzungen und Entscheidungen, wurde von Yasirah der unmenschliche Spagat zwischen Mutter, Ehefrau und Regentin verlangt. Amira bewunderte die Frau für ihre Stärke und ihre Fähigkeiten jeder einzelnen Kategorie wahrhaftig gerecht zu werden, doch zugleich umtrieb sie die Sorge. Solch eine Last konnte unmöglich auf Dauer von einem einzigen Menschen gestemmt werden selbst, wenn es sich dabei um eine Königin handelte, und sie würde ihr gern mehr freudige Momente während all der Aufgaben gönnen. Doch weder war es ihr möglich einzelne Pflichten abzunehmen, noch die Umstände zu Yasirahs Gunsten zu ändern. <br />
<br />
Stattdessen konnte Amira nicht viel mehr tun, als ein silbernes Tablett auf ihrer linken Hand zu balancieren, auf dem sich zwei Teller befanden. Die Köstlichkeit Briwat darauf dampfend thronend, einmal in einer würzig scharf pikanten Version und einmal süßer als der darin enthaltene Honig, mit überstreutem Sesam. Dazu eine gläserne Karaffe dunklen Rotweins mit zwei Kelchen. An der Tür angekommen, klopfte die junge Frau höflich und trat ein. Während sie durch den Vorraum schritt, deutete sie der anderen Dienerin, die gerade das goldene Dekor sorgfältig reinigte, die Gemächer zu verlassen, was diese mit einem gebeugten Nicken quittierte und der wortlosen Aufforderung dann folgte. Amiras Schritte führten sie weiter in den überdachten Hofbereich, in dem sie die Königin zwischen Kissen und blühenden Blumen verschiedenster Arten auffand, gar weit mehr eine Göttin als eine sterbliche Frau. <br />
<br />
„Meine Königin.“ Amira stellte das Tablett in Reichweite auf einen bodennahen Tisch ab und ging auf die Knie, ergriff ergeben die kühlen Hände der Herrscherin und senkte den Kopf für einen Luftkuss darauf. Obwohl diese Geste aufgrund der Vertraulichkeit zwischen ihnen nicht notwendig wäre, blieb es ein immer wieder aufs Neue gern gegebenes Zeichen der Ergebenheit und Liebe. „Ich bin froh, dass Eure Pflichten des Tages vorüber sind. Ich sorge mich um Euer Wohlergehen“, sanft drückten ihre Finger die noch gehaltenen Hände, ehe sie diese los ließ und stattdessen sich auch sitzend zur Seite auf einen der Polster sinken ließ. Amira sah zur Seite und ergriff die Karaffe, füllte sorgfältig einen der Kelche um ihn Yasirah zu reichen. „Ihr tragt eine große Last. Bitte zögert niemals mir aufzutragen, was auch immer Euch Erleichterung bringen kann.“ Mit dem Überreichen des Gegenstands blickte sie ihr in die Augen um die Ernsthaftigkeit und den darin enthaltenen Wunsch ihrer Worte zu unterstreichen. Denn es war keine bloße Lappalie an Schmeichelei, sondern voller Aufrichtigkeit. <br />
<br />
Ihre rechte Hand deutete ausladend auf die beiden Teller und doch griff sie noch nicht zu einem der beiden um ihn ihr zu reichen. „Ich habe die Küche angewiesen, die Taschen für Euch besonders stark zu würzen. Doch sollte es Euch belieben, ließ ich ebenso Süßes herrichten.“ Je nach dem, wofür sich die Königin entscheiden würde, würde sie den jeweiligen Teller ergreifen und ihn in Reichweite Yasirahs halten. Wenn sie schon nicht viel tun konnte, dann wenigstens ihre Herrschaften immer gut zu verköstigen und ihnen damit wenigstens einige Minuten der Ruhe und Entspannung zu schenken. <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Nicht nur dem König war Beistand zu leisten, sondern selbstredend und überwiegend ihrer Herrin; wenngleich beide ihre Gesellschaft auf unterschiedlicher Art benötigten. Geplagt von den Pflichten der Herrschaft, zahlreichen Sitzungen und Entscheidungen, wurde von Yasirah der unmenschliche Spagat zwischen Mutter, Ehefrau und Regentin verlangt. Amira bewunderte die Frau für ihre Stärke und ihre Fähigkeiten jeder einzelnen Kategorie wahrhaftig gerecht zu werden, doch zugleich umtrieb sie die Sorge. Solch eine Last konnte unmöglich auf Dauer von einem einzigen Menschen gestemmt werden selbst, wenn es sich dabei um eine Königin handelte, und sie würde ihr gern mehr freudige Momente während all der Aufgaben gönnen. Doch weder war es ihr möglich einzelne Pflichten abzunehmen, noch die Umstände zu Yasirahs Gunsten zu ändern. <br />
<br />
Stattdessen konnte Amira nicht viel mehr tun, als ein silbernes Tablett auf ihrer linken Hand zu balancieren, auf dem sich zwei Teller befanden. Die Köstlichkeit Briwat darauf dampfend thronend, einmal in einer würzig scharf pikanten Version und einmal süßer als der darin enthaltene Honig, mit überstreutem Sesam. Dazu eine gläserne Karaffe dunklen Rotweins mit zwei Kelchen. An der Tür angekommen, klopfte die junge Frau höflich und trat ein. Während sie durch den Vorraum schritt, deutete sie der anderen Dienerin, die gerade das goldene Dekor sorgfältig reinigte, die Gemächer zu verlassen, was diese mit einem gebeugten Nicken quittierte und der wortlosen Aufforderung dann folgte. Amiras Schritte führten sie weiter in den überdachten Hofbereich, in dem sie die Königin zwischen Kissen und blühenden Blumen verschiedenster Arten auffand, gar weit mehr eine Göttin als eine sterbliche Frau. <br />
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„Meine Königin.“ Amira stellte das Tablett in Reichweite auf einen bodennahen Tisch ab und ging auf die Knie, ergriff ergeben die kühlen Hände der Herrscherin und senkte den Kopf für einen Luftkuss darauf. Obwohl diese Geste aufgrund der Vertraulichkeit zwischen ihnen nicht notwendig wäre, blieb es ein immer wieder aufs Neue gern gegebenes Zeichen der Ergebenheit und Liebe. „Ich bin froh, dass Eure Pflichten des Tages vorüber sind. Ich sorge mich um Euer Wohlergehen“, sanft drückten ihre Finger die noch gehaltenen Hände, ehe sie diese los ließ und stattdessen sich auch sitzend zur Seite auf einen der Polster sinken ließ. Amira sah zur Seite und ergriff die Karaffe, füllte sorgfältig einen der Kelche um ihn Yasirah zu reichen. „Ihr tragt eine große Last. Bitte zögert niemals mir aufzutragen, was auch immer Euch Erleichterung bringen kann.“ Mit dem Überreichen des Gegenstands blickte sie ihr in die Augen um die Ernsthaftigkeit und den darin enthaltenen Wunsch ihrer Worte zu unterstreichen. Denn es war keine bloße Lappalie an Schmeichelei, sondern voller Aufrichtigkeit. <br />
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Ihre rechte Hand deutete ausladend auf die beiden Teller und doch griff sie noch nicht zu einem der beiden um ihn ihr zu reichen. „Ich habe die Küche angewiesen, die Taschen für Euch besonders stark zu würzen. Doch sollte es Euch belieben, ließ ich ebenso Süßes herrichten.“ Je nach dem, wofür sich die Königin entscheiden würde, würde sie den jeweiligen Teller ergreifen und ihn in Reichweite Yasirahs halten. Wenn sie schon nicht viel tun konnte, dann wenigstens ihre Herrschaften immer gut zu verköstigen und ihnen damit wenigstens einige Minuten der Ruhe und Entspannung zu schenken. <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The beauty of a desert flower lies in its resilience]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=371</link>
			<pubDate>Tue, 04 Jun 2024 20:22:28 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ismeth Abd al-Azim</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=371</guid>
			<description><![CDATA[Man sollte meinen, soviel Zeit wie er im Palast war anstatt sich um seine Elefanten zu kümmern, dass Ismeth sich mittlerweile an den Prunk gewöhnt hatte. Und zu einem gewissen Teil mochte das stimmen, wie er sich manchmal in einer ruhigen Minute selbst zugestehen konnte, obwohl es Dinge gab, die ihm selbst das kunstvoll gestaltete zu Hause der Königsfamilie nicht bieten konnte. Loulia, die Albino Elefantendame, war nicht hier und ihre großen dunklen Augen fehlten ihm jeden Tag, wie sie ihm auf Schritt und Tritt zu folgen schien und ihn von der Arbeit mit den anderen Tieren ablenkte. Sie liebte es, wenn er an ihren wackelnden Ohren zupfte und es juckte ihm viel öfter in den Fingern, als Ismeth jemals zugegeben hätte. Doch das stolze zur Schau stellen von Macht und Reichtum verursachte ein ganz eigenes Fingerzucken und wenn er genug hatte von endlosen Reden und den aufgeplusterten Egos der anderen Männer am Hofe, zog er sich am liebsten in die Gärten zurück. Das imposante Spiel mit den einzelnen Brunnen, welche die direkte Umgebung herunterkühlten, war eine so augenscheinliche Demonstration von Herrschaft – nicht nur über die Menschen des Landes, sondern des Landes selbst. Der König konnte es sich leisten, das kühle Nass nur wegen des sanften Plätscherns zur Schau zu stellen und je länger er darüber nachdachte, desto weniger wollte ihm einfallen wann er den König eigentlich zu letzt in seinem eigenen Garten gesehen hatte. Ismeth schnaufte und strich sich langsam über den Bart, das war ein Gedanke für einen anderen Tag, er hatte sich doch ausruhen wollen!<br />
<br />
Also schlenderte er weiter, den Luxus genießend, mal nicht unter Zeitdruck zu stehen, bei keiner Sitzung anwesend sein zu müssen oder jemandem zuhören zu müssen, dessen Klang der eigenen Stimme wichtiger war als das tatsächlich Gesagte. Er wagte es, die mit Gold beringten Finger in einen der Brunnen zu halten, sich abzukühlen und ein paar seiner Sorgen dort zu lassen, als er weiter schritt und einen weiten Bogen lief, um jeden Winkel des Gartens zu erkunden. Aber vielleicht hatte er nicht genug Sorgen zurückgelassen, wie anders konnte er sich denn erklären, so in Gedanken vertieft zu sein, dass er die Prinzessin erst im letzten Moment wahrnahm!? Er hätte besser aufpassen müssen, denn sie hatte sicherlich Besseres zu tun als nun von ihm gestört zu werden. Doch er war bereits zu nah, sie hatte ihn sicherlich gehört, er konnte jetzt nicht einfach umdrehen und schweigend von dannen ziehen. Also verbeugte er sich wie es sich geziemte. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Eure Hoheit.”</span> Seinem tiefen Nicken folgte der restliche Oberkörper in einer gekonnten und mit Vehemenz einstudierten Verbeugung, die nichts von seiner angespannten Stimmung verriet. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Bitte verzeiht, ich wollte Euch keinesfalls stören.”</span> Seine Entschuldigung klang ehrlich, wenn auch nicht sonderlich beschämt, denn er war in Tagträume verfallen und hatte ihre Ruhe nicht mit Absicht gestört.<br />
<br />
Nachdem er sich erhoben hatte, erlaubte sich der Elefantenzüchter einen weiteren Blick auf Naila, die junge Prinzessin die in absehbarer Zeit einen ganz anderen Abschnitt ihres Lebens antreten würde. Ob sie sich sorgte? So wie er um Yasirah, die sich sicherlich ganz schrecklich einsam fühlte, wenn ihre Tochter erst einmal fort war. Oder war sie ebenso genervt von dem ganzen Tamtam, so wie er selbst damals, als sein Vater ihn unbedingt dazu bringen wollte zu heiraten? Und stand es ihm überhaupt zu, sich um sowas Gedanken zu machen. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Ich...”</span> Seine Worte nicht zu finden kam selten genug vor, doch Ismeth fühlte sich mehr denn je als Eindringling. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“...setze meinen Weg dort drüben fort.”</span> Er wies mit einer Hand in irgendeine Richtung und bewegte sich doch nicht fort, ohne von ihr eine Reaktion zu erhalten und sicher sein zu Können, sie nicht über die Maße beleidigt zu haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Man sollte meinen, soviel Zeit wie er im Palast war anstatt sich um seine Elefanten zu kümmern, dass Ismeth sich mittlerweile an den Prunk gewöhnt hatte. Und zu einem gewissen Teil mochte das stimmen, wie er sich manchmal in einer ruhigen Minute selbst zugestehen konnte, obwohl es Dinge gab, die ihm selbst das kunstvoll gestaltete zu Hause der Königsfamilie nicht bieten konnte. Loulia, die Albino Elefantendame, war nicht hier und ihre großen dunklen Augen fehlten ihm jeden Tag, wie sie ihm auf Schritt und Tritt zu folgen schien und ihn von der Arbeit mit den anderen Tieren ablenkte. Sie liebte es, wenn er an ihren wackelnden Ohren zupfte und es juckte ihm viel öfter in den Fingern, als Ismeth jemals zugegeben hätte. Doch das stolze zur Schau stellen von Macht und Reichtum verursachte ein ganz eigenes Fingerzucken und wenn er genug hatte von endlosen Reden und den aufgeplusterten Egos der anderen Männer am Hofe, zog er sich am liebsten in die Gärten zurück. Das imposante Spiel mit den einzelnen Brunnen, welche die direkte Umgebung herunterkühlten, war eine so augenscheinliche Demonstration von Herrschaft – nicht nur über die Menschen des Landes, sondern des Landes selbst. Der König konnte es sich leisten, das kühle Nass nur wegen des sanften Plätscherns zur Schau zu stellen und je länger er darüber nachdachte, desto weniger wollte ihm einfallen wann er den König eigentlich zu letzt in seinem eigenen Garten gesehen hatte. Ismeth schnaufte und strich sich langsam über den Bart, das war ein Gedanke für einen anderen Tag, er hatte sich doch ausruhen wollen!<br />
<br />
Also schlenderte er weiter, den Luxus genießend, mal nicht unter Zeitdruck zu stehen, bei keiner Sitzung anwesend sein zu müssen oder jemandem zuhören zu müssen, dessen Klang der eigenen Stimme wichtiger war als das tatsächlich Gesagte. Er wagte es, die mit Gold beringten Finger in einen der Brunnen zu halten, sich abzukühlen und ein paar seiner Sorgen dort zu lassen, als er weiter schritt und einen weiten Bogen lief, um jeden Winkel des Gartens zu erkunden. Aber vielleicht hatte er nicht genug Sorgen zurückgelassen, wie anders konnte er sich denn erklären, so in Gedanken vertieft zu sein, dass er die Prinzessin erst im letzten Moment wahrnahm!? Er hätte besser aufpassen müssen, denn sie hatte sicherlich Besseres zu tun als nun von ihm gestört zu werden. Doch er war bereits zu nah, sie hatte ihn sicherlich gehört, er konnte jetzt nicht einfach umdrehen und schweigend von dannen ziehen. Also verbeugte er sich wie es sich geziemte. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Eure Hoheit.”</span> Seinem tiefen Nicken folgte der restliche Oberkörper in einer gekonnten und mit Vehemenz einstudierten Verbeugung, die nichts von seiner angespannten Stimmung verriet. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Bitte verzeiht, ich wollte Euch keinesfalls stören.”</span> Seine Entschuldigung klang ehrlich, wenn auch nicht sonderlich beschämt, denn er war in Tagträume verfallen und hatte ihre Ruhe nicht mit Absicht gestört.<br />
<br />
Nachdem er sich erhoben hatte, erlaubte sich der Elefantenzüchter einen weiteren Blick auf Naila, die junge Prinzessin die in absehbarer Zeit einen ganz anderen Abschnitt ihres Lebens antreten würde. Ob sie sich sorgte? So wie er um Yasirah, die sich sicherlich ganz schrecklich einsam fühlte, wenn ihre Tochter erst einmal fort war. Oder war sie ebenso genervt von dem ganzen Tamtam, so wie er selbst damals, als sein Vater ihn unbedingt dazu bringen wollte zu heiraten? Und stand es ihm überhaupt zu, sich um sowas Gedanken zu machen. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“Ich...”</span> Seine Worte nicht zu finden kam selten genug vor, doch Ismeth fühlte sich mehr denn je als Eindringling. <span style="color: #ffdbbb;" class="mycode_color">“...setze meinen Weg dort drüben fort.”</span> Er wies mit einer Hand in irgendeine Richtung und bewegte sich doch nicht fort, ohne von ihr eine Reaktion zu erhalten und sicher sein zu Können, sie nicht über die Maße beleidigt zu haben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[above the shadows]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=286</link>
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2024 18:55:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Amira El Mansouri</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=286</guid>
			<description><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Ein Abend wie so viele zuvor, bei denen sich die wichtigsten Händler und Kaufleute der umliegenden Stadt versammelt hatten um nicht nur ihrem König und der Königin die Ehre zu erweisen, sondern auch untereinander ihre Absprachen zu treffen. Doch zumindest einer der beiden glänzte mit Abwesenheit, was aber vermutlich besser für die Repräsentation gewesen war. Letzte Nacht hatte Ridvan wieder eine schwere Zeit erlebt und auch, wenn Amira ihm Gesellschaft geleistet hat, würde es Zeit brauchen. Und selbst dann war sie sich nicht sicher, ob er bereit war sobald die königlichen Gemächer zu verlassen. <br />
<br />
Somit war die Zusammenkunft einer Hand voll von wichtigen Leuten ohnehin mehr Schein als Sein. Die junge Frau war zuerst verwundert gewesen neue Gesichter gesehen zu haben, aber als dann die Diskussionen über die Flutwelle starteten, hatte sie verstanden. Manch einer hoffte vermutlich die Position eines guten Kaufmanns streitig machen zu können, manch einer war ein Erbe seines nun verstorbenen Vaters. Aber hier wurde nicht über Menschenleben und zerstörte Existenzen debattiert, sondern um Ressourcen. Überschwemmte Lager, begrabene Arbeiter, geflutete Felder oder verspätete Karawanen. Dazu wurde reichlich Wein an die Männer ausgeschenkt, und ihr Sitznachbar erhitzte sein Gemüt immer weiter in Rage darüber, von den anderen scheinbar übervorteilt worden zu sein. Dabei hatte er genau das gleiche Recht an diesem Tisch zu setzen. Als aber dann doch zwei der Männer aufgesprungen waren und drohten die feierliche Ausgelassenheit in ihrer Standesehre zu beschmutzen, war Amira dazwischen gegangen. Bevor es notwendig werden sollte, dass die Wachen ihre Säbel zogen, geleitete sie ihn hinaus. <br />
<br />
Für einen Moment fauchte er weiter, mit einem knallroten Kopf und schielte über die Schulter nur um zu sehen, dass einer der Soldaten breit im Türrahmen stand um den Weg zurück zu versperren. Die junge Frau geleitete Tarik in die Gärten und ließ ihn Dampf ablassen, bis schließlich Stille eingekehrt war. Die kühle Nachtluft klärte langsam seinen Geist und ließ ihn davon ablassen weiter Todesschwüre gegen seine Kollegen zu zetern. Natürlich, der Wein lockerte die Zunge und legte Worte darauf, die wilder klangen, als es eine Umsetzung jemals sein würde. Aber von seinem Frust abgelassen und ausgeladen aus den gemeinsamen Vereinbarungen, schien er einen anderen Vorteil aus dem Abend für sich herausschlagen wollen. <i>„Komm mit, Kind. Ich will, dass du deinen Dienst verrichtest.“ </i> Amira stemmte die Füße in den Boden und hielt gegen den Griff an ihrem Handgelenk dagegen, legte aber beschwichtigend ihre andere Hand darauf. „Ihr missversteht, Tarik. Wenn Ihr Gesellschaft dieser Art wünscht, werde ich ein Mädchen in Euer Zimmer schicken lassen.“ Tatsächlich hatte sie ihn den ganzen Abend lang kein einziges Mal berührt, keine Versprechungen getätigt. Mit ihren Worten senkte sie leicht ihren Kopf in einer Demutsgeste, die vollkommen von ihm abprallte. Stattdessen trat er heran und griff an ihre Kehle, drückte zu. <i>„Ich sagte, Du kommst mit.“</i> <br />
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="posttemplate1"> Ein Abend wie so viele zuvor, bei denen sich die wichtigsten Händler und Kaufleute der umliegenden Stadt versammelt hatten um nicht nur ihrem König und der Königin die Ehre zu erweisen, sondern auch untereinander ihre Absprachen zu treffen. Doch zumindest einer der beiden glänzte mit Abwesenheit, was aber vermutlich besser für die Repräsentation gewesen war. Letzte Nacht hatte Ridvan wieder eine schwere Zeit erlebt und auch, wenn Amira ihm Gesellschaft geleistet hat, würde es Zeit brauchen. Und selbst dann war sie sich nicht sicher, ob er bereit war sobald die königlichen Gemächer zu verlassen. <br />
<br />
Somit war die Zusammenkunft einer Hand voll von wichtigen Leuten ohnehin mehr Schein als Sein. Die junge Frau war zuerst verwundert gewesen neue Gesichter gesehen zu haben, aber als dann die Diskussionen über die Flutwelle starteten, hatte sie verstanden. Manch einer hoffte vermutlich die Position eines guten Kaufmanns streitig machen zu können, manch einer war ein Erbe seines nun verstorbenen Vaters. Aber hier wurde nicht über Menschenleben und zerstörte Existenzen debattiert, sondern um Ressourcen. Überschwemmte Lager, begrabene Arbeiter, geflutete Felder oder verspätete Karawanen. Dazu wurde reichlich Wein an die Männer ausgeschenkt, und ihr Sitznachbar erhitzte sein Gemüt immer weiter in Rage darüber, von den anderen scheinbar übervorteilt worden zu sein. Dabei hatte er genau das gleiche Recht an diesem Tisch zu setzen. Als aber dann doch zwei der Männer aufgesprungen waren und drohten die feierliche Ausgelassenheit in ihrer Standesehre zu beschmutzen, war Amira dazwischen gegangen. Bevor es notwendig werden sollte, dass die Wachen ihre Säbel zogen, geleitete sie ihn hinaus. <br />
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Für einen Moment fauchte er weiter, mit einem knallroten Kopf und schielte über die Schulter nur um zu sehen, dass einer der Soldaten breit im Türrahmen stand um den Weg zurück zu versperren. Die junge Frau geleitete Tarik in die Gärten und ließ ihn Dampf ablassen, bis schließlich Stille eingekehrt war. Die kühle Nachtluft klärte langsam seinen Geist und ließ ihn davon ablassen weiter Todesschwüre gegen seine Kollegen zu zetern. Natürlich, der Wein lockerte die Zunge und legte Worte darauf, die wilder klangen, als es eine Umsetzung jemals sein würde. Aber von seinem Frust abgelassen und ausgeladen aus den gemeinsamen Vereinbarungen, schien er einen anderen Vorteil aus dem Abend für sich herausschlagen wollen. <i>„Komm mit, Kind. Ich will, dass du deinen Dienst verrichtest.“ </i> Amira stemmte die Füße in den Boden und hielt gegen den Griff an ihrem Handgelenk dagegen, legte aber beschwichtigend ihre andere Hand darauf. „Ihr missversteht, Tarik. Wenn Ihr Gesellschaft dieser Art wünscht, werde ich ein Mädchen in Euer Zimmer schicken lassen.“ Tatsächlich hatte sie ihn den ganzen Abend lang kein einziges Mal berührt, keine Versprechungen getätigt. Mit ihren Worten senkte sie leicht ihren Kopf in einer Demutsgeste, die vollkommen von ihm abprallte. Stattdessen trat er heran und griff an ihre Kehle, drückte zu. <i>„Ich sagte, Du kommst mit.“</i> <br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[let the planets align as they build me a shrine]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=234</link>
			<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 13:14:49 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ridvan ben Sahid</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=234</guid>
			<description><![CDATA[Ridvan war in größter Sorge! Weniger wegen seines Volkes - die Schreie der Verzweifelten und Sterbenden hatte in den letzten Tagen ganz deutlich nachgelassen. Ja... sein Volk kam wieder zur Ruhe, alles würde sich finden. Ganz ohne irgendein dramatisches Eingreifen, zu dem so mancher Berater ihm geraten hatte. <i>Euer Volk braucht euch! Zeigt Euch den Menschen, zeigt, dass ihr für sie da seid!</i> Die waren ja alle komplett verrückt geworden. Ridvans anders lautende Entscheidungen waren schnell getroffen gewesen. Er war nicht der untätige Mann, für den man ihn hielt... er hatte befohlen, alle wehrfähigen Männer außer Landes zu bringen. Und das war der einzig richtige Schritt für ihn gewesen. Noch vor wenigen Wochen erst hatte er dieser Heirat seiner Lieblingstochter mit einem Zweitgeborenen zugestimmt. Und nun war ihr künftiges Land in Gefahr - Ridvan wollte alles daran setzen, dass Naila Großkönigin von Arcandas wurde - und natürlich war er bereit, dafür alles zu opfern, was ihm zur Verfügung stand: die Menschenleben anderer Leute etwa. Mit seinen Befehlen hatte der König sich natürlich nicht beliebt gemacht. Im Gegenteil hatte er sich neue Feinde geschaffen - doch was machte es für einen Unterschied? Er schiffte sie allesamt außer Landes... <br />
<br />
Und dennoch war Ridvan gerade jetzt in Sorge. Etwas stimmte nicht mit <i>dem Wächter</i>. Der König hatte sich innerhalb seiner Gemächer auf die Dachterrasse begeben - denn jetzt, mitten in der Nacht wähnte er weniger <i>Feinde</i> als tagsüber - und blickte durch eine kompliziert und neumodisch aussehende Konstruktion in den Nachthimmel. Um sich herum lagen - durch die laue Nachtluft wie sanfte Wellen immer in Bewegung - seine Sternenkarten. Doch der Wächter, den er im Kopf hatte, unterschied sich ganz deutlich von dem Sternbild, das sich ihm nun darstellte. Möglicherweise hatte er auch gerade ein vollkommen neues Sternbild entdeckt. Er griff zum verdünnten Wein und trank einen Schluck, natürlich auf nüchternen Magen, und fing an, in seinen Sternkarten herumzuwühlen, um das Entdeckte persönlich darin zu verzeichnen. Das war, was er immer hatte sein wollen - ein Sternforscher. Doch dies war ihm im wahren Leben nicht vergönnt worden. <br />
Nachdem er das <i>neue</i> Sternbild eingezeichnet hatte, musste er ihm einen Namen geben. Es erinnerte Ridvan an dämonische Kreaturen; an Ungeheuer, die selbst seine Feinde in den Gassen an Grausamkeit und Macht übertrafen. <b>"Der Seelenfresser..."</b>, flüsterte Ridvan und kritzelte auf sein Papier. Ein bedrohliches Sternbild, das nach den Seelen der Sterblichen griff. Und das für die Dunkelheit des Unbekannten stand, für die Idee eines unerbitterlichen Schicksals. Es wunderte den König nicht, dass der <i>Seelenfresser</i> derzeit über Dharan al-Bahr stand. Es musste so sein und es war Erklärung für alles, was in den letzten Tagen geschehen war. <br />
<br />
Das wiederum machte den König wütend. Warum hatte niemand ihn gewarnt? Warum hatte niemand diese Gefahr erkannt? War er denn der Einzige, der sich um dieses Land sorgte? Wofür bezahlte er diese ganzen Berater, Forscher, Schwätzer und Schwindler überhaupt? Dass sie ihm nach dem Mund redeten und irgendwelchen Unfug an ihn ranschwatzten. <br />
<b>"RAAAAH!"</b>, brüllte er in den Nachthimmel hinaus und warf seinen edelsteinbesetzten Lieblingskelch direkt hinterher, mitten in die Gärten. Ein Wachposten trat aus den Schatten hervor und blinzelte in den Nachthimmel. Ridvan konnte ihn sehen, diesen Nichtsnutzigen, der wie ein Tölpel zu ihm hoch starrte. Der König knirschte mit den Zähnen und ließ sich in einen mit bunten Seidenkissen ausgelegten Sessel sinken. Er fühlte sich alt, schwach und vollkommen verloren. Von seinen Feinden und vom Bösen umzingelt. Und doch musste er dies so lange wie nur irgendwie möglich aushalten. Weil er seinen Sohn "so lange wie nur irgendwie möglich" vor allem schützen musste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ridvan war in größter Sorge! Weniger wegen seines Volkes - die Schreie der Verzweifelten und Sterbenden hatte in den letzten Tagen ganz deutlich nachgelassen. Ja... sein Volk kam wieder zur Ruhe, alles würde sich finden. Ganz ohne irgendein dramatisches Eingreifen, zu dem so mancher Berater ihm geraten hatte. <i>Euer Volk braucht euch! Zeigt Euch den Menschen, zeigt, dass ihr für sie da seid!</i> Die waren ja alle komplett verrückt geworden. Ridvans anders lautende Entscheidungen waren schnell getroffen gewesen. Er war nicht der untätige Mann, für den man ihn hielt... er hatte befohlen, alle wehrfähigen Männer außer Landes zu bringen. Und das war der einzig richtige Schritt für ihn gewesen. Noch vor wenigen Wochen erst hatte er dieser Heirat seiner Lieblingstochter mit einem Zweitgeborenen zugestimmt. Und nun war ihr künftiges Land in Gefahr - Ridvan wollte alles daran setzen, dass Naila Großkönigin von Arcandas wurde - und natürlich war er bereit, dafür alles zu opfern, was ihm zur Verfügung stand: die Menschenleben anderer Leute etwa. Mit seinen Befehlen hatte der König sich natürlich nicht beliebt gemacht. Im Gegenteil hatte er sich neue Feinde geschaffen - doch was machte es für einen Unterschied? Er schiffte sie allesamt außer Landes... <br />
<br />
Und dennoch war Ridvan gerade jetzt in Sorge. Etwas stimmte nicht mit <i>dem Wächter</i>. Der König hatte sich innerhalb seiner Gemächer auf die Dachterrasse begeben - denn jetzt, mitten in der Nacht wähnte er weniger <i>Feinde</i> als tagsüber - und blickte durch eine kompliziert und neumodisch aussehende Konstruktion in den Nachthimmel. Um sich herum lagen - durch die laue Nachtluft wie sanfte Wellen immer in Bewegung - seine Sternenkarten. Doch der Wächter, den er im Kopf hatte, unterschied sich ganz deutlich von dem Sternbild, das sich ihm nun darstellte. Möglicherweise hatte er auch gerade ein vollkommen neues Sternbild entdeckt. Er griff zum verdünnten Wein und trank einen Schluck, natürlich auf nüchternen Magen, und fing an, in seinen Sternkarten herumzuwühlen, um das Entdeckte persönlich darin zu verzeichnen. Das war, was er immer hatte sein wollen - ein Sternforscher. Doch dies war ihm im wahren Leben nicht vergönnt worden. <br />
Nachdem er das <i>neue</i> Sternbild eingezeichnet hatte, musste er ihm einen Namen geben. Es erinnerte Ridvan an dämonische Kreaturen; an Ungeheuer, die selbst seine Feinde in den Gassen an Grausamkeit und Macht übertrafen. <b>"Der Seelenfresser..."</b>, flüsterte Ridvan und kritzelte auf sein Papier. Ein bedrohliches Sternbild, das nach den Seelen der Sterblichen griff. Und das für die Dunkelheit des Unbekannten stand, für die Idee eines unerbitterlichen Schicksals. Es wunderte den König nicht, dass der <i>Seelenfresser</i> derzeit über Dharan al-Bahr stand. Es musste so sein und es war Erklärung für alles, was in den letzten Tagen geschehen war. <br />
<br />
Das wiederum machte den König wütend. Warum hatte niemand ihn gewarnt? Warum hatte niemand diese Gefahr erkannt? War er denn der Einzige, der sich um dieses Land sorgte? Wofür bezahlte er diese ganzen Berater, Forscher, Schwätzer und Schwindler überhaupt? Dass sie ihm nach dem Mund redeten und irgendwelchen Unfug an ihn ranschwatzten. <br />
<b>"RAAAAH!"</b>, brüllte er in den Nachthimmel hinaus und warf seinen edelsteinbesetzten Lieblingskelch direkt hinterher, mitten in die Gärten. Ein Wachposten trat aus den Schatten hervor und blinzelte in den Nachthimmel. Ridvan konnte ihn sehen, diesen Nichtsnutzigen, der wie ein Tölpel zu ihm hoch starrte. Der König knirschte mit den Zähnen und ließ sich in einen mit bunten Seidenkissen ausgelegten Sessel sinken. Er fühlte sich alt, schwach und vollkommen verloren. Von seinen Feinden und vom Bösen umzingelt. Und doch musste er dies so lange wie nur irgendwie möglich aushalten. Weil er seinen Sohn "so lange wie nur irgendwie möglich" vor allem schützen musste.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[a storm of hail and fire]]></title>
			<link>https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=232</link>
			<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 11:17:07 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://facingthestormchaptertwo.de/member.php?action=profile&uid=0">Ridvan ben Sahid</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://facingthestormchaptertwo.de/showthread.php?tid=232</guid>
			<description><![CDATA[Die Sonne war endlich dabei, unterzugehen. Endlich, denn Ridvan konnte das Hell des Tages kaum noch ertragen. Es blendete ihn und dieses grelle Licht ließ ihn oft nicht erkennen, was draußen vor den Toren seines Palastes, in der Stadt und in der Welt vor sich ging. Doch nun, bei Einbruch der Nacht, stand der König an seinen riesigen Fenstern und blickte der Sonne entgegen. Der riesige, rot leuchtende Feuerball am Himmel tauchte alles in seinem Weg in wärmende Farben und Ridvan genoss diesen Augenblick der Stille. Diese Tageszeit war ihm die Liebste. Denn nachts konnten seine Feinde sich in den Schatten verstecken - tagsüber im Grellen. Doch dieses Zwielicht machte alles gleichzeitig sichtbar und unsichtbar. Eigentlich war es unlogisch, aber was bedeutete schon Logik bei einem verbrauchten Geist wie dem von Ridvan? <br />
<br />
Vorhin erst hatte ein Mädchen ihm alles gebracht, was Ridvan für die Nacht benötigte. Hauptsächlich waren dies Kräuter, die er verbrennen und deren Dampf er einatmen konnte. Natürlich hatte man ihm aber auch alles andere gebracht - in der Hoffnung, ihn mit irgendetwas verlocken zu können: Wasser, Ziegenmilch, süßer Dattelwein, dünne Brotfladen, Speck, Käse, Gemüse und Früchte jeder Art und Facon. Doch wie so vieles andere, wusste der König auch dies regelmäßig zu verschwenden. Stattdessen hatte er dem Mädchen das Grünzeug entrissen und ihr gesagt, sie solle seinen Adjutanten nach Sonnenuntergang her schicken. <br />
<br />
Doch bis dahin stand er an seinem Fenster und blickte über das Vermächtnis seiner Väter, das er fahrlässig in Chaos und Zerstörung gestürzt hatte. Er hörte auf das Rauschen aus der entfernten, hinter großen Stadtmauern liegenden Stadt, das Summen und Aufblitzen von Lichtern. Er versuchte zu erkennen, wie die Gebäude nach und nach wieder erstanden und allmählich Ruhe einkehrte. Die große Flut war nun beinahe schon einen Monat her, doch die Lage hatte sich aus Ridvans Sicht wieder beruhigt. Sicherlich hatten sie die Toten, Menschen und Vieh, von den Straßen geräumt und ins Wasser geworfen. Ebenso die Trümmer. Und nun errichtete sein Volk wieder Neues aus der Asche. Der Gedanke gefiel Ridvan, auch wenn er fernab der Realität war. Er hob die gold gebürstete Schale an, sodass sie beinahe schon sein Kinn berührte. Und dann sog er die Dämpfe der kokelnden Kräuter ein. Gleichzeitig durch Mund und Nase. <br />
Dann atmete er durch den Mund aus und legte entspannt den Kopf in den Nacken. <br />
<br />
Nachdem er sich ein wenig beruhigt hatte, zog er sich einen Stuhl an das offene Fenster heran, platzierte diesen zwischen den weiß aufbauschenden Vorhängen, die ihn vor der Mittagshitze schützen sollten und ließ sich darauf nieder. Die Brüstung war weit genug entfernt, sodass er sich vor möglichen Scharfschützen sicher fühlte. Doch einen verzierten Dolch trug er dennoch immer an seiner Seite. Als es klopfte, schloss der König kurz die Augen und wappnete sich für das Kommende. Dinge, die für andere Menschen vollkommen normal waren, empfand Ridvan als anstrengend, als Hindernis. Und darum schottete er sich so weit wie nur möglich von seiner Außenwelt ab. Jeden Tag. <b>"Amon? <br />
Ist das mein Adjutant? ... Schick' ihn rein. Aber niemanden sonst. Und wir wollen nicht gestört werden!"</b>, rief er seinem diensthabenden Wachtmann zu, dem er scheinbar größtes Vertrauen entgegenbrachte. Immerhin hatte er sich sogar den Namen des Mannes gemerkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Sonne war endlich dabei, unterzugehen. Endlich, denn Ridvan konnte das Hell des Tages kaum noch ertragen. Es blendete ihn und dieses grelle Licht ließ ihn oft nicht erkennen, was draußen vor den Toren seines Palastes, in der Stadt und in der Welt vor sich ging. Doch nun, bei Einbruch der Nacht, stand der König an seinen riesigen Fenstern und blickte der Sonne entgegen. Der riesige, rot leuchtende Feuerball am Himmel tauchte alles in seinem Weg in wärmende Farben und Ridvan genoss diesen Augenblick der Stille. Diese Tageszeit war ihm die Liebste. Denn nachts konnten seine Feinde sich in den Schatten verstecken - tagsüber im Grellen. Doch dieses Zwielicht machte alles gleichzeitig sichtbar und unsichtbar. Eigentlich war es unlogisch, aber was bedeutete schon Logik bei einem verbrauchten Geist wie dem von Ridvan? <br />
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Vorhin erst hatte ein Mädchen ihm alles gebracht, was Ridvan für die Nacht benötigte. Hauptsächlich waren dies Kräuter, die er verbrennen und deren Dampf er einatmen konnte. Natürlich hatte man ihm aber auch alles andere gebracht - in der Hoffnung, ihn mit irgendetwas verlocken zu können: Wasser, Ziegenmilch, süßer Dattelwein, dünne Brotfladen, Speck, Käse, Gemüse und Früchte jeder Art und Facon. Doch wie so vieles andere, wusste der König auch dies regelmäßig zu verschwenden. Stattdessen hatte er dem Mädchen das Grünzeug entrissen und ihr gesagt, sie solle seinen Adjutanten nach Sonnenuntergang her schicken. <br />
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Doch bis dahin stand er an seinem Fenster und blickte über das Vermächtnis seiner Väter, das er fahrlässig in Chaos und Zerstörung gestürzt hatte. Er hörte auf das Rauschen aus der entfernten, hinter großen Stadtmauern liegenden Stadt, das Summen und Aufblitzen von Lichtern. Er versuchte zu erkennen, wie die Gebäude nach und nach wieder erstanden und allmählich Ruhe einkehrte. Die große Flut war nun beinahe schon einen Monat her, doch die Lage hatte sich aus Ridvans Sicht wieder beruhigt. Sicherlich hatten sie die Toten, Menschen und Vieh, von den Straßen geräumt und ins Wasser geworfen. Ebenso die Trümmer. Und nun errichtete sein Volk wieder Neues aus der Asche. Der Gedanke gefiel Ridvan, auch wenn er fernab der Realität war. Er hob die gold gebürstete Schale an, sodass sie beinahe schon sein Kinn berührte. Und dann sog er die Dämpfe der kokelnden Kräuter ein. Gleichzeitig durch Mund und Nase. <br />
Dann atmete er durch den Mund aus und legte entspannt den Kopf in den Nacken. <br />
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Nachdem er sich ein wenig beruhigt hatte, zog er sich einen Stuhl an das offene Fenster heran, platzierte diesen zwischen den weiß aufbauschenden Vorhängen, die ihn vor der Mittagshitze schützen sollten und ließ sich darauf nieder. Die Brüstung war weit genug entfernt, sodass er sich vor möglichen Scharfschützen sicher fühlte. Doch einen verzierten Dolch trug er dennoch immer an seiner Seite. Als es klopfte, schloss der König kurz die Augen und wappnete sich für das Kommende. Dinge, die für andere Menschen vollkommen normal waren, empfand Ridvan als anstrengend, als Hindernis. Und darum schottete er sich so weit wie nur möglich von seiner Außenwelt ab. Jeden Tag. <b>"Amon? <br />
Ist das mein Adjutant? ... Schick' ihn rein. Aber niemanden sonst. Und wir wollen nicht gestört werden!"</b>, rief er seinem diensthabenden Wachtmann zu, dem er scheinbar größtes Vertrauen entgegenbrachte. Immerhin hatte er sich sogar den Namen des Mannes gemerkt.]]></content:encoded>
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